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Blick auf Huckarde

Huckarde

Die wichtigsten Chroniken unserer Vororte

Das Wappen von Huckarde

Das Wappen von Huckarde

Hier finden Sie eine Übersicht der zusammengetragenen Chroniken der Vororte Huckarde, Rahm und Deusen.

Die Chronik von Huckarde

0 - 1450

Christi Geburt bis zur Einnahme von Wischlingen

um Christi Geburt: Fund einer Siedlung in einer Ziegelei zwischen Luftschacht und Oberfeldstraße.

ca. 772: Herr der Höfe und Hufen ist Ecbert, Stammvater der Liudolfinge, aus dem die Sachsenkönige entspringen; Besitzer des Hofverbandes am Zusammenfluß von Emscher und Rossbach.

772-804: (30 jähriger Krieg): Umwandlung des Hofverbandes Huckarde in einen Reichshof bzw. Oberhof

860: Erstmalige offizielle Erwähnung des Namens Huckarde (Hukretha) in der Heberolle des Brauamtes des Stiftes Essen.

860: Ubergang in den Besitz von Altfrid, Gründer des Stiftes Essen und vierter Bischof von Hildesheim. Damit kommt der Oberhof Huckarde nach Essen.

947: Zweite Erwähnung in der Urkunde König Otto I.

1120: 3. Erwähnung in der großen Vogteirolle des Grafen Friedrich von Isenberg-Altena.

12. Jh.: Die Fürstäbtissin des Stiftes Essen (Schwester von Altfrid) erhält Gerichtsbarkeit und Landeshoheit.

12. Jh.: Die Hofgüter des Oberhofes Huckarde liegen teils im Essendischen Territorium Huckarde, teils im Gebiet der Reichsstadt Dortmund, teils in der Grafschaft Mark und teils im kölnischen Vest Recklinghausen.

1200-1250: In diesem Zeitraum wird die Glocke der Huckarder Kirche gegossen, die damit die älteste Glocke Westfalens ist.

1241-1250: Errichtung der Huckarder Kirche, einer der ältesten Kirchen Dortmunds.

1272: Erste urkundliche Erwähnung einer Kirche in Huckarde.

1388-89: Große Dortmunder Fehde mit festen Lagern in Huckarde und Dorstfeld.

1450: Wischlingen wird in der klevisch-märkischen Fehde eingenommen.

Blick auf Huckarde

1508 - 1790

Große Pest bis zum Schulbau am Marktplatz

1508: Große Pest in Huckarde.

1541: Zugehörigkeit der Huckarder Kirche zur Reinoldikirche.

1565: Erste Landtage.

1567: Übergang der Reinoldikirche zum Protestantismus und Loslösung der Filialgemeinde Huckarde. Huckarde wird katholisches Pfarrdorf.

1567-1600: Erhebung Huckardes zur Pfarrei.

1584-1615: Kriege durch Spanier, Franzosen.

16. Jh.: Erste Erwähnung Huckardes auf dem Wappen des Stiftes Essen.

1639/1640: Hillebrand und von der Recke werden in Huckarde beerdigt. Die Grabplatten sind heute noch vorhanden.

1650: Erstes Kirchenbuch mit Taufregister.

1654: Erstes Trauregister.

1659: Huckarde auf der Liste der Landtage.

1660: Erstes Totenregister.

1663: Erste Erwähnung einer Schule.

1687-1705:Langwieriger Grenzstreit mit der Reichsstadt Dortmund.

1710-1739: Errichtung eines neuen Pfarrhauses.

1719: Erstmalige Nennung der Urbanuskirche.

1726: Erste Teilnahme von Richtern an den Landtagen.

1736: Gründung des Bürgerschützenvereins.

1784: Schaffung einer Schulkommission.

20.10.1786: Schulordnung und Zahlung von Schulgeld.

1790: Neubau des Schulhauses am Huckarder Marktplatz.

Die Wilhelmschule

1793 - 1847

Vom Abbruch des Adelshauses bis zum ersten Eisenbahnkontakt

1793: Das adlige Haus Huckarde wird abgebrochen.

1794: Neue Verfassung, der sog. Landesgrundvergleich, in dem Huckarde eine Stimme reserviert wird.

18.4.1803: Auflösung des Stiftes Essen. Alle Vermögenswerte gehen an Preußen.

1803: Huckarde wird preußisch.

1803: Dorstfelder Protestanten scheiden aus der Pfarrgemeinde Huckarde aus und kommen nach St. Reinoldi.

1803: Huckarde gehört zur Erzdiözese Köln.

1.3.1808: Neubildung des französischen Großherzogtums Berg, zu dem die Abtei Essen gehört.

15.7.1808: Napoleon übernimmt die Regentschaft des Großherzogtums Berg und bestimmt Düsseldorf zur Hauptstadt; das Land wird in 4 Departements eingeteilt. Zu Dortmund zählen Huckarde, Dorstfeld, Wambel und Körne.

1810: Beim Anlegen eines Brunnens beim Landwirt Schilling erster Steinkohlefund.

16.7.1821: Bei der kirchlichen Neuteilung Preußens wird der Regierungsbezirk Arnsberg von der Erzdiözese Köln abgetrennt und der Diözese Paderborn zugeteilt.

20.4.1823: Huckarde geht an die Diözese Paderborn über.

1832: Huckarde gehört nach Neueinteilung der Dekanate zum Dekanat Dortmund.

1835: Verzicht der Dortmunder Stadtverwaltung auf die Weiterverwaltung von Huckarde, Dorstfeld, Wambel und Körne; Huckarde kommt zum Amtsbezirk Lütgendortmund.

Mai 1840: Erstes Schürfen nach Kohle bei Schilling.

Mai 1847: Erster Eisenbahnkontakt durch die Felder.

Straße am Dieckhof mit Blick auf die Kirche

1855 - 1892

Von der Gründung der Zeche Hansa bis zu ihrem Verkauf

17.11.1855: Unter der Führung der Lübecker Commerzbank und Beteiligung Dortmunder Kaufleute wird die Dortmunder Bergbau- und Hütten Aktiengesellschaft gegründet.

1855: Gründung der Zeche Hansa.

1856: Beginn der Abteufung der Zeche Hansa auf Äckern und Wiesen von Schilling.

1857: Schwere Wirtschaftskrise.

4.11.1859: Zusammenbruch und Konkurs Hansa.

1862: Zwangsversteigerung von Hansa an Gustav Arndt.

1866: Zeche Hansa wird an Thomas Mulvany verkauft, der am 19.2.1866 die Preußische Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft gründet um Zeche Hansa fertig zustellen.

1869: Erste Förderung von Kohle.

5.2.1877: Konkurs der Zeche Hansa.

1.1.1878: Fertigstellung der Emscher-Talbahn.

1882: Friedrich Grillo erwirbt den Hauptanteil der Aktien an Hansa und bringt die Zeche zur Rentabilität.

4.11.1875-1885: Bau der Wilhelmschule.

1876: Erste Straßenlaternen.

1.4.1886: Teilung des Amtsbezirks Lütgendortmund mit neuem Amtsbezirk Dorstfeld mit Landgemeinden Huckarde, Dorstfeld, Wischlingen, Marten und Rahm.

1887: Aufstellen von Telegrafen- und Telefonmasten.

1.4.1889: Erstes Postamt.

1890: Schloß Wischlingen brennt ab.

17.2.1892: Nach Grillos Tod wird die Zeche Hansa an die GBAG (Gelsenkirchener Bergwerks-Aktiengesellschaft) verkauft.

Zeche Hansa

1892 -1914

Vom Bau des heutigen Pfarrhauses bis zur Eingemeidung zu Dortmund

1892: Errichtung des jetzigen Pfarrhauses.

1893: Erste politische Arbeit der Huckarder Sozialdemokraten.

1895: Erste Kokerei.

1.5.1895: Fertigstellung der Schule Luisenschule, später Hansaschule.

1.1.1896: Erste evangelische selbständige Kirchengemeinde in Huckarde.

1897/99: Anbau der neuen katholischen Kirche an die Alte.

1898: Pflasterung der Wilhelmstraße (heute Huckarder Straße).

1898: Bau des Armenhauses im Oskarweg.

6.6.1898: Weihe der neuen evangelischen Kirche.

1899: Bau des Kommunal-Friedhofes – rechte Seite für Katholiken, linke Seite für Protestanten.

1899: Baubeginn des Hafenbahnhofs.

12.3.1900: Genehmigung eines kommunalen Friedhofs.

1904: Elektrische Straßenbeleuchtung.

28.5.1905: Offizielle Gründung der Huckarder Sozialdemokraten durch Karl Altenhenne.

1907: Gründung einer eigenen sozialdemokratischen Filiale in Rahm.

1907: Erbauung einer achtklassigen Mädchenschule an der Varzinerstraße,.

1908: Auflösung der bisherigen Schulverbände; Träger der Schulerhaltungspflicht werden die politischen Gemeinden.

1909: Kauf der Augustaschule und Änderung in Standes-und Meldeamt; erster Amtmann war bis 1946 Wilhelm Müller.

1.4.1914: Eingemeindung nach Dortmund und offizielle Bezeichnung Dortmund-Huckarde.

Sparkasse und Kirche am Dieckhof

1916 - Ende Januar 1945

Vom Ausbahn der Straßenbahnstrecken bis zu 1. Zerstörungen im 2. Weltkrieg

15.4.1916: Erste Straßenbahn bis Hafenbahnhof.

5.8.1916: Erste Straßenbahn bis zur Dorfmitte.

1919: Zusammenschluß der Rahmer und Huckarder Sozialdemokraten.

15.1.1923 - Juli 1925: Besetzung durch die Franzosen.

1925/26: Errichtung eines Pumpwerkes.

1926: GBAG geht in den Besitz der Vereinigten Stahlwerke AG.

26.2.1928: Grundsteinlegung eines evangelischen Gemeindehauses.

Frühjahr 1928: Betrieb der Zentralkokerei der Dortmunder Union.

1930: Erweiterung des Kommunal-Friedhofes und Aufhebung der Trennung nach Konfessionen.

November 1933: Einstellung der Parteiarbeit der Sozialdemokraten.

26.3.1934: 1. Sparkasse Am Dieckhoff 2.

4.7.1940: Schlagwetterexplosion auf Hansa mit 52 Toten.

April 1943: Alle Huckarder Schulkinder werden mit ihren Lehrern evakuiert.

6.5.1943: Abwurf von Brandbomben; Schäden im Oskarweg, Rahmer Straße und Aspeystraße.

16.3.1944: Schlagwetterexplosion auf Hansa mit 95 Toten.

3.10.1944: Abwurf von Spreng-und Brandbomben; Schäden Spichener Straße und Thielenstraße.

1.1.1945: Bombenangriff auf die Zeche Hansa.

2.1.1945: Tiefflieger-Angriff auf die Kokerei Hansa.

3.1.1945: Großangriff auf Zeche und Kokerei Hansa; Vollständige Zerstörung.

26.1.1945: Abwurf von ca. 60 Bomben auf Hansa.

Huckarder Straße

Februar 1945 - 1955

Von der Zerstörung der Hansaschule durch Bomben bis zu ihrem Neubau

3.2.1945: Großangriff auf Huckarde, die Zeche Hansa und die Kokerei Hansa mit 300 Flugzeugen. Die Wilhelmschule wird ebenso vollständig zerstört wie die Hansaschule und die Mädchenschule.

21.2.1945: Abwurf von 250 Brandbomben auf Huckarde.

7.4.1945: Einmarsch der Amerikaner.

1945: Gründung der CDU.

1.8.1945: Erste öffentliche Versammlung der Sozialdemokraten des SPD Ortsvereines Huckarde/Rahm nach dem 2. Weltkrieg; Mitbegründer waren u.a. Artur Beringer und Karl Exius.

7.8.1945: Wiederaufnahme der schulischen Tätigkeiten.

November 1945: Hansaschule beginnt Unterricht.

17.11.1949: Eröffnung des Karl-Exius-Haus als Vereinshaus.

50er Jahre: Weiteres Anwachsen der Gemeinde Huckarde bedingt durch Flüchtlingsströme und den Wirtschaftsaufschwung.

50er Jahre: Neuer Stadtteil im Westen Huckardes mit Bau des neuen Gemeindezentrums Huckarde-West an der Erpinghofstraße..

15.3.1950: Gründung des Gewerbevereins.

1951: Gründung eines neuen SPD Ortsvereins Mailoh wegen steigender Mitgliederzahlen.

18.6.1953: Gründung der Hansa Bergbau Aktiengesellschaft – Hansa wird Europas größte Kokerei.

1953: Entstehung der Gildenschule an der Friedrichsruher Straße.

9.9.1954: Errichtung der Volksbank an der Rahmer Str. 10.

Mitte 50er Jahre: Auf Initiative der Brüdergemeinde der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde entstehen Zusammenkünfte in den Stadtteilen Huckarde und Rahm.

1955: Neubau der Hansaschule an der Rupinghofstraße am Rahmer Wald.

Menschen beim Umzug auf der Huckarder Straße

1955 - 2002

Vom Bau eines neuen ev. Pfarrhauses bis zur Umgestaltung des Ortskerns

1955: Bau eines neuen evangelischen Pfarrhauses.

1956: Neues Gemeindehaus

März 1958: Bau des neuen Verwaltungsgebäudes am Marktplatz.

1959: Neues Verwaltungsgebäude der Verwaltungsstelle Huckarde am Marktplatz.

Dezember 1971: Der Ortsverein Huckarde wird aufgelöst und die Ortsvereine Gartenstadt Jungferntal/Rahm, Wischlingen und Huckarde-Ost neu gegründet.

28.11.1980: Stillegung der Zeche Hansa.

1986: Etablierung der Gemeindeveranstaltungen der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde.

15.12.1992: Stillegung der Kokerei Hansa.

1997: Kokerei Hansa wird Standort der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur und Sitz der Stiftungsgeschäftsstelle.

1997: Beginn der technischen Rekultivierung der Deponie.

2000 – 2002: Umgestaltung des Huckarder Ortskernes (Rahmer Straße und Marktplatz)

Luftbild: Blick auf Huckarde

Chroniken weiterer Vororte

1276 - 2000

Chronik von Rahm

Von der ersten urkundlichen Erwähnung bis zur Sanierung der Jungferntalsanierung

1276: beurkundet die Äbtissin Bertha von Arnsberg, dass sie der Witwe Friderune von Königsberg einen zum Hofe Huckarde gehörigen Garten "in Nitthe et Rodehem sita" (in Nette und Rahm gelegen) zur Erbauung eines Wohnsitzes gegeben habe.

1274-1278: um die gleiche Zeit schreibt Graf Eberhard von der Mark an seinen Schwager Adolf von Berg, dass der Tausch von dessen (Adolf von Berg) Gütern in Huckarde gegen die des Arnold von Konixesberghein Nette und Rahm "in Nitthe et Rodehem sita" abgeschlossen sei.

1362: überlässt Johan von Wyschelinch an Wilhelm Vrydach für 18 MarkDortmundich sein Gut zu Rodehem "Rahm" unter Rückkaufsrecht.

1496: im Schatzbuch der Grafschaft Mark sind in Rahm vier Höfe genannt: Bovermann (Lambert dair baven), Epslo (oder Essloe), Möller (Molnersche) und Niermann (Derick dair neden).

1732: wird in Rahm die erste Schule eingerichtet.

1772: Aufteilung des Waldes und der Weidegebiete in der "Mark" zwischen Rahm und Huckarde, dieser trägt seit altersher den Namen Mailoh (= Menloh = allgemeines Loh = Wald), an die adeligen Güter in der Umgebung, sowie Bauern aus Huckarde, Nette und Kirchlinde einschl. 7 Bauern aus Rahm sog. Markengenossen, nämlich Bovermann, Niermann, Dieckmann, Möller, Kirchhoff, Epsloh und Hugo. Von den nur weideberechtigten 41 Köttern der umliegenden Dörfer stammen 5 aus Rahm.

1796: Gründung und Eintrag der Bergmannbrauerei in das Handelsregister.

1854-1856: Probebohrungen nach Kohle im Raum Rahm, die auch erfolgreich sind. Die Abbaurechte erhält der Oberbergrat a.D. Wilhelm von Hövel.

1856: Zusammenschluss der Rahmer "Bergwerke" mit insgesamt 11 weiteren Bergwerken der Umgebung zur "Steinkohlenbergbaugesellschaft Hohenzollern".

1878: Inbetriebnahme der Emschertalbahn zwischen Marten und Huckarde.

1885: leben in Rahm ca. 330 Einwohner.

1914: leben in Rahm ca. 1000 Einwohner.

1956: Erstellung der sog. Jungferntalsiedlung, eines der größten Siedlungsbauvorhaben im Raum Dortmund in dieser Zeit.Nach Fertigstellung leben ca. 8000 Einwohner in Rahm.

2000: Beginn der großflächigen Sanierung der Jungferntalsiedlung durch die Fa. Viterra (ehem. VEBA Wohnstätten) zur Erhaltung der Wohnqualität und Verbesserung des Wohnumfeldes.

Rahmer Wald

1220 - 2003

Chronik von Deusen

Von der ersten urkundlichen Erwähnung bis zur Einweihung der ersten Mountainbikestrecken auf dem Deusenberg

1220: Erste urkundliche Erwähnung in der Pergamentrolle "Die kleine, ältere Vogtei der Grafen von Isenberg-Altena vor 1220". Danach gehörte der Unterhof "Dusene" mit benachbarten Bauernschaften, wie Ellinghausen und Holthausen zum Oberhof Evenecke, dem heutigen Hof Schulte-Göcking in Eving.

1335: Die Burg Deusen wird, wie andere Burgen rund um Dortmund, von den Städtern aufgekauft und niedergerissen. Möglicherweise um zu verhindern, dass von durchreisenden Kaufleuten auf ihrem Weg in die Hansestadt Dortmund, notfalls auch gewaltsam, Wegezölle erhoben wurden.

Deusen soll zu diesem Zeitpunkt "Düsene" geheißen haben, was sich möglicherweise von der Silbe "dus" (=Haufen) herleiten lässt. Gemeint sein könnte damit die Lage der bäuerlichen Höfe zueinander, oder ihre Ansiedlung auf einem überschwemmungssicheren Hügel (Erdhaufen) östlich der Emscher.

1848: Am 3. Februar trat zum erstem Mal der Rat der Gemeinde Deusen, vertreten durch sechs "Meistbeerbte" unter dem Vorsitz des Vorstehers Emschermann zusammen. Bis zum Jahre 1889 gehörte Deusen als eine von 24 Landgemeinden zum Amt Castrop, danach zum Amt Mengede.

1855: Am 17. Februar erhielt der Dortmunder Wilhelm von Hövel eine Schürfgenehmigung für den Schürfbezirk Deusen. Am 19. Juli wird bei Bohrungen ein Steinkohleflöz erreicht.

1872: Am 1.Oktober wurde mit dem Abteufen des ersten Schachtes "Deusen II" der zwei Jahre später gegründeten Zeche "Fürst Hardenberg" begonnen.

1900: Die Bauern an der Emscher gründen den landwirtschaftlichen Ortsverein Deusen-Ellinghausen.

1907: Beginn der Bestrebungen der Stadt Dortmund, das Stadtgebiet auch im Nordwesten weiter auszudehnen.

Mai 1910: Gründung des TUS Freiheit Deusen.

1911: Inbetriebnahme der Mülldeponie in Huckarde an der Grenze zu Deusen.

1.7.1914: Acht neue Gemeinden, u.a. Deusen, werden der Stadt Dortmund per Gesetz eingemeindet.

1920: Nachdem das Freibaden im Hafen immer wieder Todesopfer fordert, stellt die Hafenverwaltung dem Schwimmclub Ägir ein Gelände zur Errichtung einer Sommerbadeanstalt zur Verfügung.

13.10.1921: Der Arbeiter-Schwimmverein gründet einen Ruder- und Kanu-Verein, den Vorläufer des heutigen Ruderclub Germania Dortmund von 1929 e.V.

1922: Gründung des Kleingartenbauvereines Deusen.

Ab 1925: Errichtung von Behelfsheimen, Barackenwohnungen und Notunterkünften in Personen- und Güterwaggons zur Unterbringung Wohnungsloser.

22.05.1927: Die Eröffnung des Hardenberg-Freibades beendet die Ära des Ägir Sommerbades.

Okt. 1929: Beginn der Weltwirtschaftskrise mit dem Zusammenbruch der US-Börse. Die Arbeitslosenquote beträgt in Dortmund zu diesem Zeitpunkt ca. 8 %.

Bis März 1932: Anstieg der Arbeitslosenquote in Dortmund auf 33,4 %.

Anfang der 1930er: Zwangsräumungen sind vielfach die Folge der wirtschaftlichen Not. Viele schreiten zur Selbsthilfe und errichten sog. wilde Siedlungen.

3.10.1931: Einweihung des in Eigenleistung erstellten Bootshauses der Freien Wassersportver-einigung Groß-Dortmund.

6.10 1931: Erlass der 3. Notverordnung, mit der "unter arbeitsmarktpolitischen Gesichtspunkten der zukünftige Wohnungsbau auf landwirtschaftliche Siedlungen und städtische Kleinsiedlungen, sog Stadtrandsiedlungen, konzentriert" werden soll. Hierbei sollen Eigenheime mit Wirtschaftsgarten und der Möglichkeit der Viehhaltung von den Siedlern in Eigenleistung mit Hilfe sog. Reichsdarlehen selbst gebaut werden. Die Außerkraftsetzung baupolizeilicher Vorschriften ermöglicht eine einfache Bauweise. So besteht z.B. kein Anschlusszwang an Versorgungsleitungen (Wasser, Abwasser, Licht) bzw. Wege und es genügt eine Raumhöhe von 2,20 m. Eine Siedlerstelle darf ohne Grundstück höchstens 3000 RM kosten, wobei das Reichsdarlehen max. 2500 RM beträgt.

7.3.1932: Nach fast zweistündiger Debatte wird die Magistratsvorlage zur Errichtung einer Stadtrandsiedlung in Deusen mit den Stimmen des Zentrums, der SPD, der Deutschen Volkspartei und des Evangelischen Volksdienstes angenommen.

17.5.1932: Erster Spatenstich zum Bau der Deusener Stadtrandsiedlung.

Dez. 1932: Die Arbeitsgruppen der Siedler wählen Vertrauensleute, die an Besprechungen der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft teilnehmen und damit als Urzelle der heutigen Siedlergemeinschaft angesehen werden können.

Mai 1933: Der Bau der Siedlung ist abgeschlossen, alle Häuser sind bezogen.

1933: Mit Machtübernahme der Nationalsozialisten mussten die Vertrauensleute der Siedler, die ohne Ausnahme gewerkschaftlich und politisch organisiert waren, zurücktreten.

1935: Gründung des Deutschen Siedlerbundes.

1936: Alle Deusener Siedler sind Mitglieder im Siedlerbund.

1933-1945: Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten kommt es auch in der "roten Hochburg" Deusen zu Übergriffen gegenüber Kommunisten und Sozialdemokraten und zum Verbot ihrer Gruppierungen. Bestehende Vereine werden gleichgeschaltet oder verboten. Die nachbarschaftlichen Beziehungen der in der Mehrzahl sozialdemokratisch oder kommunistisch orientierten Siedler leiden unter dem Druck der politischen Verhältnisse. Die Möglichkeiten zur Selbstorganisation und freiwilligen Gemeinschaftlichkeit sind weitgehend unterbunden.

1945: 45% der Häuser sind bis zu 100% zerstört, 30% haben größere Teilschäden. Straßenzüge sind nicht passierbar, Wasser, Licht und Kanalisation nicht intakt. Die Siedlergemeinschaft versammelt sich erstmals wieder im Oktober. Der bis dahin amtierende Vorstand wird abgelöst und die Ämter gehen soweit möglich wieder in die Hände der Vertrauensleute aus den ersten Jahren über.

Anfang 1946: Gründung der CDU-Ortsunion in Deusen

1947: Die Ortsgemeinschaft Deusen tritt dem wiedergegründeten Deutschen Siedlerbund bei.

11.04.1953: Gründung der 5. Kompanie des Nördlichen Dortmunder Schützenbundes in der Gast-stätte "Telschow“.

1962: Die Stadt Dortmund überlässt 243 Siedlern die Haus- und Gartengrundstücke zu einem günstigen Quadratmeterpreis.

Sommer 1969: Die Siedlergemeinschaft Deusen und der Ortsverein der SPD beantragen die Erweiterung der Wohnbauflächen.

11.08.1969: Von der Verwaltung wird vorgeschlagen, "keine Wohnbauflächenerweiterung im Stadtteil Deusen vorzunehmen, sondern diesen Bereich zum Sanierungsgebiet zu erklären, die Wohnbevölkerung nach und nach auszusiedeln und das Gebiet einer gewerblichen und industriellen Nutzung zuzuführen.“

Dez. 1972: Der Rat der Stadt Dortmund beschließt den Ausbau der Abfalldeponie Huckarde zu einer bis zu 60m hohen Haldendeponie.

Anfang 1976: Der Rat der Stadt beschließt, die Deponie nicht über die Emscher hinaus auszudehnen, sondern in absehbarer Zeit zu schließen. Deusen soll als Wohngebiet erhalten bleiben.

März 1981: Nach Jahren der Unsicherheit über die Zukunft des Stadtteiles darf erstmals wieder gebaut werden. Zunächst sollen bis zu 50 Eigenheime Baulücken schließen und die Siedlung abrunden

21.11.1983 Gründung des Tennisvereines Rot Weiß Deusen

1985: Gründung der "Interessengemeinschaft zum Erhalt der Lebensqualität in Do-Deusen und Do-Huckarde e.V.

Juni 1992: Der letzte Müllwagen fährt die Deponie an.

17.06.1993: Der Rat der Stadt Dortmund beschließt die Sanierung der Mülldeponie mit dem Ziel der Rekultivierung des Gesamtstandortes.

29.09.1994: Einweihung des Klärwerkes in Deusen.

29.05.2003: Feierliche Einweihung der ersten Mountainbikestrecken auf dem Deusenberg, der ehemaligen Mülldeponie.

Quellen

(herausgegeben von der Siedlergemeinschaft Deusen e.V.)

  • Zwischen Emscher und Kanal – 70 Jahre Siedlung Deusen, Mai 2003, ISBN 3-928970-14-3;
  • Deusener Bote – Historisches aus dem Orte zwischen Emscher und Emskanal der letzten 777 Jahre, 05.09.1997, ISBN 3-928970-08-9;