Stadt Dortmund Wappen
Newsroom

Wohnen

Dortmunds Wohnungsmarkt: Bauturbo und Flächen als Lichtblicke

Die Stadt Dortmund verfügt über erhebliche Flächenpotenziale und hat mit dem „Bauturbo“ ein Instrument gestartet, um den Wohnungsbau zu beschleunigen – doch der Markt bleibt angespannt: Die Mieten steigen weiter, der Sozialwohnungsbestand droht bis 2035 stark zu schrumpfen, und die Fertigstellungen sowie Baugenehmigungen sind 2025 deutlich eingebrochen. So lautet das Fazit des aktuellen Wohnungsmarktberichtes.

Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Ehemalige VEW-Zentrale an der B1
Ein „schillerndes Zeugnis der Verwaltungsbauten der 70er Jahre“: Dank "Bauturbo" soll in der ehemaligen VEW-Zentrale künftig gewohnt werden.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Bei Neuvermietungen im Bestand zahlen Haushalte durchschnittlich 9,30 Euro pro Quadratmeter kalt, ein Plus von 3,7 Prozent zum Vorjahr. Im Neubau liegt der Schnitt bei 13,71 Euro pro Quadratmeter kalt (+3,1 Prozent). Besonders bei großen Wohnungen sind Preisniveau und Dynamik überdurchschnittlich hoch – ein klares Indiz für das Missverhältnis aus starker Nachfrage und geringem Angebot.

Zum kompletten Wohnungsmarktbericht.

„Lock-in-Effekt“: Umzüge auf historischem Tief

Weil die Schere zwischen alten Verträgen und neuen Angeboten weiter wächst, bleiben Menschen länger in ihren Wohnungen („Lock-in-Effekt“). Die Umzugsrate ist auf einen historischen Tiefstand gesunken: nur 57 Umzüge je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Das dämpft die Durchmischung und erschwert es, passendere Wohnungen zu finden.

Stefan Szuggat
Stefan Szuggat
Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen der Stadt Dortmund
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Laut des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes hat das Neubaugeschehen im Jahr 2025 mit nur 206.000 Wohnungen deutschlandweit den Tiefststand seit zehn Jahren abgebildet. Die Prognose des Verbandes für 2026 und 2027 ist deutlich besser.

Bauleistung bricht ein – Dortmund hinkt hinter NRW-Trend

Bild: Florian Krieger, architektur und städtebau
Entwurf eines braunen Häuserkomplexes. Davor sind Menschen zu sehen.
Im neuen Karlsquartier im Dortmunder Norden sollen insgesamt rund 800 neue Wohnungen entstehen.
Bild: Florian Krieger, architektur und städtebau

Der dringend benötigte Neubau stockt: 2025 wurden mit 898 fertiggestellten Wohnungen fast 44 Prozent weniger geschaffen als im Jahr zuvor. Auch die Baugenehmigungen gingen um 42 Prozent zurück. Während NRW insgesamt ein Plus von 10,7 Prozent verzeichnete, hinkt Dortmund diesem Trend hinterher. Hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und unsichere globalpolitische Rahmenbedingungen wie der Ukrainekrieg und der Golfkonflikt belasten die Branche.

Sozialwohnungen schwinden trotz Rekordförderung

Die Stadt bewilligte 2025 eine Rekordsumme von 109,5 Millionen Euro für 604 geförderte Wohnungen. Dennoch droht ein Engpass: Weil viele alte Preisbindungen auslaufen, könnte der Bestand an geförderten Mietwohnungen bis 2035 von fast 20.000 auf rund 11.700 fallen. Um diesen Rückgang zu stoppen, müssten in den nächsten zehn Jahren jährlich rund 800 neue Sozialwohnungen gefördert werden.

Anja Laubrock, Leiterin Amt für Wohnen, betont das Engagement beim Thema Wohnungsförderung seitens des Landes und der Kommune: „Wir haben zum Beginn des Jahres ein Globalbudget von 40 Millionen zugewiesen bekommen. Und wenn man dann sieht, dass wir sind bei 109,5 Millionen gelandet sind, dann konnten wir also schon noch sehr viel zusätzliche Mittel nach Dortmund holen.“

Wartelisten wachsen, Vermittlung wird schwieriger

Ende 2025 waren rund 2.600 Haushalte für eine geförderte Mietwohnung vorgemerkt – 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig konnten nur rund 900 Haushalte vermittelt werden, etwa 400 weniger als 2024. Das zeigt: Gerade im preisgünstigen Segment ist der Markt besonders stark angespannt.

Große Flächenpotenziale – aber nicht überall

Die Stadt hat erhebliche Wohnbaureserven: 4.190 Wohneinheiten auf 72 Hektar in rechtskräftigen Bebauungsplänen, 5.240 auf 99 Hektar in Aufstellung sowie 7.400 auf 187 Hektar im Flächennutzungsplan. Das größte Kontingent liegt in Brackel, gefolgt von Außenbezirken wie Scharnhorst, Aplerbeck, Hombruch und Huckarde. In der Innenstadt-Nord gibt es hingegen kein Flächennutzungsplanpotenzial mehr; dort sind Neuentwicklungen vor allem über Abriss/Neubau oder Nutzungsänderungen möglich.

Portrait von Stefan Szuggat.
Stefan Szuggat
Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen der Stadt Dortmund
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze

Wenn man sich den Flächennutzungsplan ansieht, gibt es insgesamt 187 Hektar an Bauland, das grundsätzlich vom Stadtrat schon als Baufläche beschlossen wurde. Da sind wir im Vergleich zu unseren Nachbarkommunen sehr gut aufgestellt. Die anderen Städte wie Essen und Bochum haben nicht so viel Potenzialfläche auf ihrem Stadtgebiet.

Bauturbo soll Prozesse beschleunigen – Büro-zu-Wohnen als Hebel

Bild: Stadt Dortmund
Der markante Kronenturm gibt dem Quartier Kronenburg sein Gesicht - er wird neu aufgebaut.
Der markante Kronenturm gibt dem Quartier Kronenburg sein Gesicht - er wird neu aufgebaut. Auf dem Areal sind bis zu 150 neue Wohnungen geplant.
Bild: Stadt Dortmund

Seit Mai 2026 läuft der „Bauturbo“ , der Genehmigungs- und Bauprozesse schneller machen soll. Ein zentraler Ansatz ist die Umwandlung wenig attraktiver Büroflächen in Wohnraum, um zusätzliche Kapazitäten ohne neue Außenentwicklungen zu schaffen. Ob und wie schnell dies die Fertigstellungszahlen hebt, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.

Kaufpreise für Eigenheime geben leicht nach

Positiv entwickelt sich der Markt für Eigenheime: Freistehende Einfamilienhäuser im Bestand verbilligten sich im Angebot leicht um 5 Prozent auf rund 511.000 Euro; bei Neubauten liegen die Angebotspreise mit 590.000 Euro ebenfalls leicht unter dem Vorjahr. Reihen- und Doppelhäuser bleiben mit rund 350.000 bzw. 425.000 Euro stabil.

Demografie: Mehr Familien, künftig mehr Seniorenbedarf

In den letzten zehn Jahren sind die Gruppen der 31- bis 45-Jährigen sowie der Kinder und Jugendlichen deutlich gewachsen – damit steigt die Nachfrage nach großem, familiengerechtem Wohnraum. Gleichzeitig rücken die Babyboomer ins Rentenalter, was künftig einen großen Bedarf an seniorengerechtem Wohnraum auslösen wird. Der statistische Bevölkerungsrückgang um 0,4 Prozent auf rund 612.000 Einwohner beruht auf Melderegister-Bereinigungen und bringt faktisch keine Entlastung für den Wohnungsmarkt.

Schlagwörter

Wohnen Planen & Bauen

Weitere Nachrichten

Mehr Nachrichten
Verkaufsstart: Tagestickets für die IGA 2027 ab sofort erhältlich
Di 13. Oktober 2026
Verkaufsstart der Tageskarten für die IGA 2027 jetzt gestartet.
Bild: Lars Heidrich
Wohnutopie im Herzen Dortmunds: LWL zeichnet Gartenstadt aus
Di 13. Oktober 2026
Häuserreihe in der Gartenstadt
Bild: Ingo Grübner
Neue Wege gehen: Dortmund muss beim Haushalt gegensteuern
Mo 12. Oktober 2026
Der neue Kämmerer der Stadt Dortmund, Torsten Bunte, im Portrait.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Infoabend in Barop: H-Bahn soll zur Ortsmühle verlängert werden
Mo 12. Oktober 2026
Hombruch
H-Bahn-Station "Universität S"
Bild: Dagny E. Klemm
Neue Ausstellungen bei Phoenix des Lumières
Do 8. Oktober 2026
Bild: Culturespaces / Markus Mielek
Grün statt grau: DOGEWO21 begrünt 186 Garagendächer
Do 8. Oktober 2026
Zwei Männer hocken auf einer Wiese und streicheln diese. Im Hintergrund ist links ein Hochhaus zu sehen.
Bild: Oliver Schaper / DOGEWO21
Maßnahmen gegen Müllsünder: Ermittlungsdienst Abfall mit Erfolgsbilanz
Mi 7. Oktober 2026
Illegal entsorgte Fässer
Bild: Entsorgung Dortmund GmbH
Neue Konzepte, mehr Service: So wird Bauen in Dortmund schneller
Mi 7. Oktober 2026
Ein Mann und eine Frau stehen an einem Neubau, die Frau hält einen Bauplan in der Hand und zeigt auf das Gebäude.
Bild: Stadt Dortmund
Natur-Reservat „Lanstroper See“: Wie aus Bergbau Wasserschutz wurde
Di 6. Oktober 2026
Scharnhorst
Der Lanstroper See in Dortmund
Bild: Stadt Dortmund / Stefanie Kleemann
Blick hinter die IGA-Kulissen: Kostenloses Baustellen- und Familienfest
Mo 5. Oktober 2026
Huckarde
Blick von oben über Industriegebäude
Bild: Dirk Baxmann
„Lassen Sie uns zusammenhalten": OB Kalouti im Video zum Tag der Deutschen Einheit
Sa 3. Oktober 2026
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Umjubelte Entscheidung: Dortmund und Bochum sind Exzellenz-Unis
Fr 2. Oktober 2026
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Rat bringt zusätzliche Schulplätze auf den Weg
Fr 2. Oktober 2026
Oberbürgermeister Alexander Kalouti sitzt im Rat zusammen mit Ratsmitgliedern und Stellvertretern des Rats der Stadt Dortmund.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Tag der deutschen Einheit: Stadt verlegt vier Wochenmärkte vor
Do 1. Oktober 2026
Zwei junge Frauen laufen über den Wochenmarkt auf dem Hansaplatz und essen Trauben
Bild: Stephan Schütze
Rettung ohne Selbstgefährdung: DRZ lädt zum Innovation Hub Rettungsrobotik ein
Do 1. Oktober 2026
Eine Gruppe von Menschen steht vor einem Rettungswagen.
Bild: Stadt Dortmund / Oliver Scharper