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Freibad Hardenberg: Sanierung oder neue Nutzung?

Wie geht’s weiter mit dem Freibad Hardenberg in Deusen? Wegen baulicher Mängel ist das Dortmund Traditionsbad (eröffnet 1927) seit September 2023 geschlossen. Jetzt hat die Verwaltung eine Machbarkeitsstudie zur Zukunft des Hardenberg vorgelegt.

Im Dezember entscheidet der Rat über die nächsten Schritte und eine mögliche Sanierung. Im Raum steht auch eine neue Nutzung des Areals.

Erheblicher Modernisierungsbedarf

Bild: Sportwelt GmbH
Freibad Hardenberg
Das Freibad Hardenberg ist seit 2023 geschlossen. Nun muss die Politik über eine Sanierung entscheiden.
Bild: Sportwelt GmbH

Die Studie zeigt einen erheblichen Modernisierungsbedarf und benennt klare Anforderungen an ein zukunftsfähiges Bad. Der Rat der Stadt entscheidet in seiner Dezember-Sitzung darüber, ob Planungsleistungen für eine Sanierung ausgeschrieben werden oder ob das Gelände des Bades zukünftig anders genutzt werden soll. Für die Planungsleistungen entstünden Kosten in Höhe von rund 400.000 Euro.

Frauke Füsers, Dezernentin für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Sport und Freizeit über die Mängel: „Modernisierungsbedarf gibt es vor allem bei der Konstruktion der Becken. Aber auch Attraktionen wie die Rutschen sind stark sanierungsbedürftig. Nicht zuletzt ist für die Wasserqualität eine neue Durchströmungstechnik erforderlich.“

Kosten für eine mögliche Sanierung deutlich gestiegen

Die Gutachter kalkulieren im Fall einer Sanierung mit Kosten zwischen 11,7 Mio. bis zu 14,4 Mio. Euro für Beckenanlagen, Technik und Attraktionen. Möglich sind hier zwei Varianten: Für Variante 1 (11,7 Mio. Euro) würde nur der Beckenkopf saniert. Die Umkleiden und Funktionsräume bleiben erhalten. Die aufwändigere Lösung, Variante 2 (14,4 Mio. Euro), sieht zusätzlich den Einbau eines neuen Edelstahlbeckens vor.

Der Vorschlag der Bezirksvertretung Huckarde für einen neuen Parkplatz auf Teilen des Geländes erhöht den Kostenaufwand zusätzlich. Straße, Stellplätze, Beleuchtung und Lärmschutz schlagen mit über 1,5 Mio. Euro zu Buche.

Modernisierung als Komplettpaket

Die Untersuchung nennt zentrale Maßnahmen für die Sanierung. Ein neues Edelstahlbecken (Variante 2), ein Kinderbecken und ein Wasserspielplatz bilden das Kernangebot. Neue Rutschen ergänzen das Konzept. Die gesamte Badtechnik erhält ein modernes System. Die 2013 sanierten Gebäudeteile sind in einem guten Zustand.

Der Gutachter sieht zudem die Zugangs- und Zufahrtssituation kritisch und fordert eine ungehinderte Anfahrt für Rettungsfahrzeuge.

Zukunft des Geländes ist offen

Eine mögliche Förderung über das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ führt zu weiteren energetischen Vorgaben. Die Stadt müsste diese Auflagen erfüllen, um Fördermittel zu erhalten.

Die Politik entscheidet nun über die Richtung. Eine Sanierung führt zu einer umfassenden Erneuerung des Bades. Eine Ablehnung öffnet den Weg für neue Nutzungen.

Frauke Füsers im Portrait.
Frauke Füsers
Dezernentin für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Sport und Freizeit über
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Wenn der Rat es ablehnt, sich für die Sanierung und Wiedernutzung dieses für die Stadt wichtigen und schönen Freibades zu entscheiden, müssen wir in der Verwaltung prüfen, wie wir die Fläche anderweitig nutzen können.

Optionen wären eine Entsiegelung, eine naturnahe Entwicklung oder sportliche und gemeinschaftliche Angebote, die in das Umfeld passen.

Zum Thema: Das Freiberg Hardenberg

Das Freibad Hardenberg ist eines der größten Freibäder Dortmunds, wurde 1927 eröffnet und bietet eine Wasserfläche von etwa 4.000 Quadratmetern sowie zwei 65 Meter lange Rutschen. 2022, im Jahr vor der Schließung, besuchten über 50.000 Badefans die Anlage, in sehr sommerlichen Jahren wie 2018 kamen sogar über 75.000.

Ausstattung:

  • Große Beckenlandschaft mit etwa 100 Meter langem Schwimmbecken und drei Rundbecken
  • Attraktionen wie eine große Rutsche, Wasserterrassen, eine Badeinsel, ein Wasserpilz, ein Wasserfall und ein Strömungskanal
  • Separates Baby-Planschbecken

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