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Israelischer Künstler Dani Gal „spielt“ mit Video, Sprache, Musik und Erinnerung

Der israelische Künstler Dani Gal zeigt seine Multimedia-Kunstwerke vom 1. März bis bis zum 16. Juni im Schaufenster im Museum Ostwall. Er schaut besonders auf geschichtliche Ereignisse und wie sie sprachlich in Medien vermittelt werden. 

Die Klavierklänge sind schon auf dem Weg in die fünften Etage des Dortmunder U zu hören. Drinnen steht Dani Gal vor der Videoleinwand im „Schaufenster“ des Museum Ostwall und erklärt die Hintergründe zum Kurzfilm „Three Works for Piano“ von 2020. Der Film zeigt zunächst ein fingiertes Interview, in dem ein Täter seine Schuld statt seiner Unschuld beteuert.

Bild: Stadt Dortmund / Silke Hempel
Dani Gal in der Ausstellung "Lautfiguren" im Schaufenster des Museum Ostwall im Dortmunder U.
Dani Gal in der Ausstellung „Lautfiguren“ im Schaufenster des Museum Ostwall im Dortmunder U.
Bild: Stadt Dortmund / Silke Hempel

Der Mann war Soldat der israelischen Armee und soll einen palästinensischen Mann brutal verprügelt haben. Doch der Vorfall wird von Medien und dem Staat als Lüge bezeichnet. Die Geschichte beruhe auf einem wahren Fall, sagt Dani Gal. Für ihn war die Umkehr der Täter-Opfer-Rolle besonders interessant. Das Video setzt so den Konflikt zwischen Israel und Palästina kritisch in den Fokus.

Multimediakünstler mit Blick auf die Geschichte

„Wir freuen uns sehr über diese Ausstellung und den besonderen Blick des Künstlers auf Sprache und Geschichte“, so Dr. Stefan Mühlhofer, Leiter der Kulturbetriebe. Dani Gal ist Multimediakünstler, er „spielt“ mit Video, Sprache und Musik, indem er Elemente aus dem Zusammenhang reißt und neu arrangiert. Wie zum Beispiel Textfragmente in einer Leuchtfigur an der Wand, die je nach Betrachtungswinkel eine andere Bedeutung bekommen.

Dani Gal ist in Jerusalem aufgewachsen, seit über 20 Jahren lebt er in Berlin. In seinen Werken setzt er sich häufig mit geschichtlichen Themen auseinander – mit besonderem Blick darauf, wie medial berichtet wird und welche Rolle Berichte von Zeitzeug*innen spielen.

Was ist wahr und was Erzählung? Wie erinnern wir uns „richtig“? Wodurch wird Erinnerung beeinflusst? Und wer darf sich überhaupt öffentlich erinnern?

Dabei recherchiert er viel, greift auf verschiedene Archive zurück.

Ausstellung mit noch nie gezeigten Arbeiten

Die Schaufenster-Ausstellung im Museum Ostwall zeigt die Bandbreite von Gals künstlerischem Schaffen. „Besonders seine Auseinandersetzung mit der Sprache und Beschäftigung mit dem Fluxus passt sehr gut ins Museum Ostwall“, sagt Kuratorin Stefanie Weißhorn-Ponert. Es werden auch neue, noch nie zuvor gezeigte Arbeiten präsentiert, die sich in Anlehnung an die Sammlung des Museum Ostwall mit Musik und Sprache beschäftigen und die Sammlungsschwerpunkte von Fluxus und Konkreter Poesie spiegeln. Der Titel der Ausstellung – Lautfiguren – spielt mit der Doppelbedeutung des Begriffs zwischen rhetorischer Figur und übertragenem Sinn.

Die Ausstellung wird am 29. Februar um 18:30 Uhr eröffnet und läuft vom 1. März bis zum 16. Juni.

Über den Künstler

Dani Gal (*1975 in Jerusalem) lebt und arbeitet in Berlin. Er studierte an der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem, der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste – Städelschule in Frankfurt am Main und der Cooper Union in New York. Seine Filme und Installationen wurden auf der 54. Biennale von Venedig, der Istanbul Biennale, dem Forum Expanded der Berlinale, der documenta 14 sowie im New Museum, New York, in der Kunsthalle St. Gallen, im Jewish Museum, New York, im Kunsthaus Zürich, in der Kunsthalle Wien und im Centre Pompidou, Paris gezeigt.

2019 war Gal Artist-in-Residence bei Blood Mountain Projects und Forschungsstipendiat am Wiener Wiesenthal-Institut. 2024 wird er Stipendiat von inHerit. Heritage in Transformation am Centre for Advanced Studies der Humboldt-Universität zu Berlin und zeigt eine Einzelausstellung in der Polygon Gallery, North Vancouver, Kanada.

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