Fritz-Hüser-Institut
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Archiv

Literarische Organisationen

Im Fritz-Hüser-Institut befinden sich die literarischen und organisatorischen Überlieferungen literarischer Vereinigungen und Organisationen. Dazu gehören Schriftstellergruppen und Schreibwerkstätten, Verlage und Initiativen. Aber auch Überlieferungen zum Arbeitersport und zu Arbeiterchören finden sich im Archiv des Instituts.

Dortmunder Gruppe 61

Die »Dortmunder Gruppe 61« war eine literarische Gruppe für die künstlerischen Auseinandersetzung mit der industriellen Arbeitswelt. Gegründet wurde sie am 31. März 1961 von Fritz Hüser, Max von der Grün, Walter Köpping und Heinz Kosters. Daneben gehörten u.a. Willy Bartock, Bernhard Boie, Josef Büscher, Artur Granitzki, Heinz Kosters, Bruno Gluchowski sowie als einzige Frau Hildegard Wohlgemuth zu den ersten Mitgliedern der Gruppe. Weitere wichtige Mitglieder waren unter anderem: Bernd Bergen, F.C. Delius, Elisabeth Engelhardt, Klas Ewert Everwyn, Wolfgang Körner, Angelika Mechtel, Paul Polte, Josef Reding, Erwin Sylvanus, Edgar Struchhold, Günter Wallraff und Peter Paul Zahl. Ziel war es, neue Ausdrucksformen für die moderne Arbeitswelt in der Literatur zu finden und das Bewusstsein für soziale Wirklichkeit zu schärfen. Zweimal im Jahr wurde ein Forum für öffentliche Lesungen angeboten, bei denen neue Texte aus der Arbeitswelt vorgelesen und kritisch kommentiert wurden. Ende der 1960er Jahre kam es nach längerer Auseinandersetzung zum Bruch und der »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt« entstand.
Zum Bestand: Schriftgut und Dokumentation, überwiegend während der Geschäftsführung durch Fritz Hüser entstanden.
Laufzeit: 1959–1980
15 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.
Weitere Überlieferungen zur »Dortmunder Gruppe 61« finden sich in den Beständen im Fritz-Hüser-Institut: Josef Büscher, Bruno Gluchowski, Max von der Grün, Fritz Hüser, Walter Köpping, Kurt Küther, Alfred Michaelis, Paul Polte, Hildegard Wohlgemuth

Werkkreis Literatur der Arbeitswelt

Am 07. März 1970 wurde der »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt« gegründet, eine deutschlandweite Vereinigung schreibender Intellektuellen, Arbeiter:innen und Angestellten, die Texte und Kunstwerke schaffen, die — so die Programmatik — auf die unmittelbare Realität der Leserschaft einwirken und ihre Arbeits- und Alltagsleben reflektieren sollen. Die Mitglieder der Gruppen organisierten sich bundesweit in lokal und regional ausgerichteten Schreib- und Grafikwerkstätten. Nach ersten Eigenveröffentlichungen erschienen die Bücher in einer eigenen Reihe des Fischer-Taschenbuch-Verlages (1972–1988) in einer Gesamtauflage von über einer Million (1981). Für das literarische Leben der Bundesrepublik ist der Werkkreis bis in die 1980er Jahre hinein von nicht geringer Bedeutung.
Zum Bestand: Schriftgut und Dokumentation aus den einzelnen Werkstätten und von verschiedenen Funktionsträger:innen des Werkkreises. Grafikbestand aus den Grafik-Werkstätten des Werkkreises.
Laufzeit: 1968–2001.
Verzeichnet
195 Archivkartons
Findbuch vorh.
Weitere Überlieferungen zum Werkkreis finden sich in den Beständen: Rolf Bergmann, Harry Böseke, Josef Büscher, Horst Hensel, Förderzentrum Jugend schreibt, Kurt Küther, Richard Limpert, Jochen Meier, Paul Polte, Peter Schütt, Carl Wüsthoff

Asso-Verlag

Der Asso-Verlag wurde 1970 von Anneliese Althoff und Annemarie Stern in Oberhausen gegründet, wo er auch immer noch seinen Sitz hat. Der Verlagsname wurde von dem Wort Assoziation hergeleitet und weist auf gemeinsames Engagement hin. Anneliese Althoff und Annemarie Stern konzentrierten sich auf gegenwartsbezogene Literatur aus dem Ruhrgebiet, regionale Stadtgeschichte, Bergarbeiterdichtung, Sammlungen politischer Lieder und politische Themen. 2005 wurde der Verlag von Ernst Gerlach übernommen. Im Fritz-Hüser-Institut befindet sich das Archiv des alten Asso-Verlags der Verlagsinhaberinnen Anneliese Althoff und Annemarie Stern.
Laufzeit: 1970–2005
39 Archivkartons
Unbearbeitet

Linkskurve

Im Bestand des Fritz-Hüser-Instituts befindet sich das Redaktionsarchiv für den Zeitraum 1974–1984 der Zeitschrift Linkskurve – Magazin für Kunst und Kultur. Enthalten sind Korrespondenzen, Texte, Fotos und Plakate.
Laufzeit: 1974–1984
5 Archivkartons
Unbearbeitet

Neuer Malik Verlag

Im Bestand des Fritz-Hüser-Instituts befindet sich das Redaktionsarchivs für den Zeitraum 1984–1996. Der Neue Malik Verlag wurde 1983 in Kiel von Thies Ziemke, in der Tradition des Malik-Verlags (1916–1947), gegründet. Der Name Neuer Malik Verlag entstand auf Anregung des Malik-Verlag Gründers Wieland Herzfelde. Eine der ersten Veröffentlichungen war Else Lasker-Schülers „Der Malik“. Neben Thies Ziemke wurden der Buchhändler Hans-Joachim Hauberg und der Übersetzer Giuseppe de Siati Verlagsgesellschafter. Der Verlag wurde 1996 an den Pieper Verlag verkauft.
Laufzeit 1984-1996
26 Archivkartons
Unbearbeitet

Werkhefte Katholischer Laien

Erschien ab 1946, gegründet von jungen Katholiken, die durch ihre Erfahrungen während der NS-Zeit skeptisch gegenüber der Amtskirche geworden sind. Gerd Hirschauer übernahm dabei die redaktionelle Leitung. 1958 erscheint hier auch der Protest-Brief von Heinrich Böll „Brief an einen jungen Katholiken“. Die Zeitung wurde 1970 eingestellt. Im Bestand des Fritz-Hüser-Instituts befinden sich Korrespondenzen, Manuskripte und Artikel 1953–1967 des Publizisten Gerd Hirschauer (1928–2007) und zwei Jahrgänge (12/1959–12/1961).
Laufzeit: 1953–1967
9 Archivkartons
Unbearbeitet

Förderzentrum Jugend schreibt

Gegründet wurde das Förderzentrum Jugend schreibt 1980 im Jugendzentrum des Kölner Stadtteils Chorweiler. Hier fanden die Schreibaktivitäten deutscher und türkischer Jugendlicher ihren Ausgangspunkt. Angestoßen und begleitet wurden die Aktivitäten von Harry Böseke, der damals in Köln als Sozialarbeiter tätig war. Zusammen mit Harry Böseke brachten die Jugendlichen vier Mal eine eigene Zeitung Betonstadt heraus, die beim Wettbewerb des »Deutsche Jugendpresse e.V.« 1983 prämiert wurde. Der Wettbewerb »Unsere Zukunft«, der von Harry Böseke, Martin Burkert, dem Jugendamt der Stadt Köln und einer Mitarbeiterin der Zentralbibliothek ausgerichtet wurde, erlangte überregional Erfolg und bot die finanzielle Basis zur Gründung des Vereins »Förderzentrum Jugend schreibt«. Durch die Anerkennung als Träger freier Jugendhilfe wurde die Zusammenarbeit mit anderen Veranstaltern zur Förderung der Jugendkultur erleichtert und neue Finanzierungsmöglichkeiten ermöglicht. Der Verein veranstaltete Schreibwochenenden, eine LiteRADTOUR und bot einen Autorentreff an. Der Verein löste sich Ende der 1980er Jahre wieder auf.
Zum Bestand: Schriftgut und Dokumentation aus der Arbeit des Vereins, Materialien zu Wettbewerben.
Laufzeit: 1977–1990
8 Archivkartons
Verzeichnet

Reviercast

Karl-Heinz Gajewsky dokumentiert und archiviert auf der Internetplattform »reviercast« seit 2007 audio-visuelles Material der Ruhrgebietsliteratur, das sonst verloren gehen würde. Dabei handelt es sich um Interviews, Lesungen oder Diskussionen.
Zum Bestand: digitaler Bestand, wird laufend ergänzt.
Laufzeit: 2007–2023
Unbearbeitet

Dortmunder Lehrlingstheater

Das Dortmunder Lehrlingstheater bestand von 1970 bis 1984 und spielte als Wandertheater selbst geschriebene Stücke, die sich mit der Arbeitswelt von Jugendlichen und jungen Erwachsenen beschäftigten. Ursprünglich als politisch ambitionierte Initiative Theater Dortmund um den Studenten Kurt Eichler gegründet, entwickelte sich die Initiative innerhalb weniger Jahre zu einem der bekanntesten Lehrlingstheater der Bundesrepublik Deutschland. Als gesellschaftliches Phänomen gehört es zur Lehrlingsbewegung der 1970er-Jahre. Außerdem zählt es zu den ersten freien Theatern des Ruhrgebiets. Das Dortmunder Lehrlingstheater produzierte insgesamt acht eigene Stücke: »Der große Beschiss«, »Klassenkampf!«, »1. Mai 1929«, »Alle Räder stehen still!«, »Da bleibt dem Chef die Spucke weg«, »Wir stellen ein«, »Lehrjahre – Mangelware«, »Wie kommst du denn auf das schmale Brett«. Dazu kam noch die Mitarbeit an den Revuen »Vorwärts und nicht vergessen« der Kultur Kooperative Ruhr 1976/1977 und »Kollegen, packt an« der IG-Metall 1980/81.
Laufzeit: 1970–1984
23 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Trümmerfrauen

Der Bestand geht zurück auf die Dortmunder Autorinnen Gisela Koch und Monika Littau, die in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre in gemeinsamer Produktion sowohl ein Bühnenstück als auch ein Hörspiel erstellten. Der Bestand umfasst neben den Materialien, die der eigentlichen Textproduktion zugerechnet werden können, eine Sammlung von Presseartikeln zu den Aufführungen. Außerdem erhalten sind zahlreiche Korrespondenzen, vor allem zur Vereinbarung von Gastspielen, sowie Pressematerialien und weitere Unterlagen wie z.B. Verträge, die im Rahmen der Inszenierung entstanden sind. Schließlich finden sich in dem Nachlass auch anderes, dass sich vermutlich in der Zeit der gemeinsamen Arbeit angesammelt hat. Dazu zählen vor allem weitere Presseerzeugnisse und Veranstaltungsflyer von Theatervorstellungen in Dortmund. Das Thema der gemeinsamen Arbeit von Koch und Littau waren die sogenannten Trümmerfrauen. Hierfür führten Koch und Littau Interviews mit Dortmunder Frauen, die als Zeitzeuginnen der unmittelbaren Nachkriegszeit fungieren sollten. 1987 hatte das Theaterstück „Trümmerfrauen“ von Gisela Koch und Monika Littau im Dortmunder Theater Fletsch Bizzel Premiere. Ein Jahr später sendete der WDR das Originaltonhörspiel „Immer schön hinten anstellen, Madame“, das auf Tonbandmaterial mit Dortmunder Frauen basierte.
Zum Bestand: Dokumentation zur Entstehung des Bühnenstücks "Trümerfrauen".
Laufzeit 1986-2015
5 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Deutscher Arbeiter-Sängerbund

Der 1908 gegründete Deutsche Arbeiter-Sängerbund (DAS) war eine Organisation der Arbeiterkultur, in der sich Arbeitergesangsvereine zusammengeschlossen haben. Anfang der 1890er-Jahre hatte der Dachverband rund 20.000 Mitglieder. Bis 1932 stieg die Zahl auf rund 320.000 an. Waren zu Beginn nur reine Männerchöre organisiert, waren später auch Frauen- und gemischte Chöre zugelassen. Ein Ziel des DAS war es, Arbeitern und Arbeiterinnen eine musische Ausbildung zukommen zu lassen. Seit Anfang der 1920er Jahre arbeitete der DAS häufiger mit der bürgerlichen Sängerbewegung zusammen und strebte eine Hebung des künstlerischen Anspruchs an. Die allgemeinen wirtschaftlichen Probleme sorgten für Zusammenschlüsse kleinerer Chöre zu sogenannten Volkschören. Nach der Machtergreifung der NSDAP, gerieten auch die Arbeitergesangs-Vereine ins Visier der NS-Behörden. Der DAS versuchte die Behörden vom volkserzieherischen und gemeinnützigen Charakter zu überzeugen und einen Kompromiss zu finden. Im Mai 1933 löste sich der DAS offiziell auf. Am 26. Januar 1947 wurde als Nachfolgeorganisation der »Deutsche Allgemeine Sängerbund« gegründet. In den 1960er Jahren trat der »Deutsche Allgemeine Sängerbund« dem IDOCO (Internationale des Organisations culturelles ouvrières), der Internationalen Vereinigung der Arbeitersänger bei, allerdings erst, nachdem in der Satzung der Begriff »demokratisch-sozialistisch« durch »demokratisch« ersetzt wurde.
Zum Bestand: Überlieferung des DAS: Musikalia und Verbandsschriftgut.
Laufzeit: Vorkriegsüberlieferung bei Noten; Schwerpunkt: Nachkriegszeit, 1980er Jahre
84 Archivkartons
Teils bearbeitet

Volkschor Hörde

Der Chor wurde am 2.Februar 1980 als Männergesangsverein »Deutsche Einheit« von 12 Männern gegründet, die den freien Arbeitergesang pflegen und fördern wollten. Zu seinen Glanzzeiten zählte der Chor bis zu 130 Mitglieder. 1909 wurde dem reinen Männerchor ein gemischter Chor angeschlossen. Um einer Beschlagnahmung der Noten und des Vermögens durch die Nationalsozialisten zu entgehen, nannte sich der Verein in »Volkschor« um, dennoch wurden Noten und Vermögen beschlagnahmt. Der Chor existierte mit 18 Mitgliedern als »Deutscher Gesangsverein« weiter, bei einem Bombenangriff ging ein großer Teil der Noten und der Vereinsgeschichte während des 2. Weltkriegs verloren.
Zum Bestand: Abgabe alter Notenblätter durch den Verein
Laufzeit: Noten undatiert, ansonsten 1920–1987
10 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Volkschor Oespel-Kley

Der Chor wurde 1897 von Bergarbeitern als Männergesangsverein gegründet. Bis 1904 zur Gründung einer SPD-Ortsgruppe diente der Chor auch als Treffpunkt für sozialdemokratische Arbeiter. Ruhte der Verein während des 1. Weltkriegs weitestgehend, erlangte er in den 1920er Jahren neuen Aufschwung. 1920 gründete sich ein eigener Frauenchor, der gemeinsam mit dem Männerchor große Chorwerke zur Aufführung brachte. 1933 setzten die Nationalsozialisten der Arbeiterchorbewegung ein Ende. Die Vereinsfahne und ein großer Teil des Notenbestandes konnten allerdings gerettet werden. 1946 entstand der Frauenchor neu und vereinigte sich 1950 mit dem Männerchor zum »Volkschor Ospel-Kley«.
In den überlieferten Notenbestand gingen auch die erhaltenen Noten anderer, nach 1933 verbotener oder nach 1945 nicht neu gegründeter Vereine aus dem nordwestlichen Stadtgebiet Dortmunds und aus Castrop-Rauxel ein.
Zum Bestand: Notenbestand 1898–1953, Dokumentation des Volkschores ab 1953
Laufzeit: 1898–1953
4 Archivkartons
Teils bearbeitet

Arbeitersport

Der Vorsitzende des Arbeiter-Sport- und Kulturkartells Dortmund Wilhelm Bürger, sowie andere Funktionsträger und Mitglieder, überließen dem Fritz-Hüser-Institut Fotos, Zeitschriften, Flugblätter, Wimpel u.a.m., die eine umfangreiche Dokumentation des Arbeitersports der 1920er Jahre bilden.

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