Fritz-Hüser-Institut
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Archiv

Literarische Vor- und Nachlässe

In den 1950er Jahren wurde der Grundstock für das heutige Archiv gelegt. Personen aus dem literarischen Feld der Arbeitswelt haben ihre schriftstellerischen Nachlässe und Vorlässe dem Fritz-Hüser-Institut übergeben. Die Bestände sind von unterschiedlicher Intensität, manche sind auch als Sammlungsbestände zusammengetragen worden.

Max Barthel (1893 - 1975)

Schriftsteller

Sohn eines Maurers, Fabrikarbeiter, Wanderleben durch West- und Südeuropa, Infanterist im 1. Weltkrieg. 1916 erster, pazifistischer Gedichtband Verse aus den Argonnen. Von 1919–1923 KPD-Mitglied, Teilnahme am Spartakusaufstand 1919 und Mitbegründer der Jugendinternationale in Wien. Delegierter der 2. Komintern in Petrograd 1920. Von 1920–1923 Reisen durch Russland und arbeitete als freier Schriftsteller. Nach 1933 Mitarbeiter der nationalsozialistischen Zeitung Angriff und Schriftleiter der gleichgeschalteten Büchergilde Gutenberg (1934–1937). Im 2. Weltkrieg Kriegsberichterstatter, in den 1950er-Jahren Dichter von Liedern und Kinderbuchautor.
Echter, angereicherter Nachlass
Laufzeit: 1907–2001
12 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Willy Bartock (1915 - 1995)

Schriftsteller, Bergbauangestellter

Willy Bartock absolvierte eine Kaufmännische Lehre und arbeitete danach als Kokereiarbeiter und Laborant. Seit 1949 Leiter der kulturellen Bergmannsbetreuung und der Zeche Walsum in Duisburg. 1956 Initiator eines Treffens der Bergbaudichter in Walsum und Dinslaken. Mitglied der »Dortmunder Gruppe 61«.
Echter Nachlass
Laufzeit: 1947–1995
2 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Rolf Bergmann *1942

Schriftsteller, Journalist

Studium der Germanistik und Geschichte, später Studium der Filmgeschichte, u.a. Lektor, Journalist und Studienleiter einer Schreibakademie. In den 1970er Jahren Lektor in der Werkstatt Mannheim des »Werkkreises Literatur der Arbeitswelt«.
Im Fritz-Hüser-Institut befinden sich Unterlagen aus der Werkkreisarbeit 1974–1984.
Nachlass
Laufzeit: 1974–1984
5 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Heinrich F.W. Bergmann (1898 - 1959)

Ingenieur, Schriftsteller

Stammt aus Witten-Annen; überwiegend Heimatlyrik
Nachlass
5 Archivkartons
Unverzeichnet

Franco Biondi *1947

Schriftsteller, Arbeiter, Psychologe

1955–1961 mit seiner Schaustellerfamilie Umherziehen durch Nord- und Mittelitalien. Ausbildung zum Schlosser und Elektroschweißer. 1965 Emigration in die Bundesrepublik, Tätigkeit als »Gastarbeiter« in der Industrie, Mittlere Reife und Abitur in Abendkursen. 1976–1982 Studium der Psychologie. Mitglied im »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt« und bis 1980 kritischer Wortführer der »Associazione Letteraria e Facottà Artistische « (ALFA), einer von italienischen Arbeitsimmigranten gegründeten Literaturgruppe. 1980 Gründung einer Herausgebergruppe zusammen mit Jusuf Naoum, Suleman Taufiq und Rafik Schami zur Publikation der Anthologienreihe Südwind Gastarbeiterdeutsch und der PoLiKunst-Vereinigung (1980–1987). 2005 Arbeitsstipendium der Robert Bosch Stiftung.
Sammlung von Manuskripten, Druckschriften und Plakaten zur Gastarbeiterliteratur
3 Archivkartons
Unverzeichnet

Harry Böseke (*1950 - 2015)

Chemielaborant, Sozialpädagoge, Schriftsteller

Arbeit in Köln insbesondere mit ausländischen Jugendlichen. 1981–1985 Geschäftsführer und 1. Sprecher (ab 1983) des »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt«. 1980 Gründung des »Förderzentrum Jugend schreibt« in Köln. Seit 1980 freier Schriftsteller in Marienheide-Müllenbach. Er schrieb Theaterstücke, Hörspiele und Romane mit und über Kinder und Jugendliche und im Zusammenhang mit Schreibaktionen und Schreibwerkstätten. 1980 erhielt er mit der »Jugendgruppe Betonstadt« die Auszeichnung »Der arme Poet«.
Bestand befindet sich im Bestand »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt«
Weitere Überlieferung: Bestand »Förderzentrum Jugend schreibt«
Teilnachlass
Laufzeit: 1974–1990
2 Archivkartons
Verzeichnet

Jürgen Brôcan *1965

Schriftsteller, Lyriker, Essayist, Übersetzer

Jürgen Brôcan studierte Germanistik und Europäische Ethnologie an der Georg-August-Universität Göttingen und begann zu dieser Zeit mit Übersetzungen. Er arbeitet als freier Schriftsteller, Literaturkritiker, Herausgeber und Übersetzer.
Vorlass
Unverzeichnet

Karl Bröger (1886 - 1944)

Redakteur, Schriftsteller

Sohn eines Schuhmachers, Kaufmannslehre, Fabrikarbeiter und Baugehilfe. 1910 Mitglied der SPD. 1912 erste Buchveröffentlichung. Es folgten Tätigkeiten als Journalist in der Redaktion der Fränkischen Tagespost und von 1921–1924 Leitung der Jungsozialistischen Blätter. Bröger war Gauführer des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold 1924 in Franken und im März 1933 Kandidat bei den Wahlen zum Nürnberger Stadtrat. Im Mai 1933 kam er in Haft in das Konzentrationslager Dachau. Anschließend eingeschränkte Arbeit als freier Schriftsteller. Unter den Nationalsozialisten Einsatz seiner »Arbeiterdichtung« für die Propaganda.
Echter, angereicherter Teilnachlass
Laufzeit: 1916–1971
1 Archivkarton
Verzeichnet
Findbuch vorh.Weitere Überlieferung: Stadtbibliothek Nürnberg

Elfriede Brüning (*1910 - 2014)

Journalistin, Romanautorin

Besuch des Oberlyzeums, danach Büroangestellte und Redaktionssekretärin, 1930–1931 Beiträge für liberaldemokratische Zeitungen. Seit den 1930er-Jahren Mitglied der KPD, 1932 Mitglied in der Berliner Ortsgruppe des »Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller«. 1935 wurde Elfriede Brüning kurzzeitig verhaftet wegen illegaler Arbeit im BPRS. Ab 1946 war sie Mitglied der SED, Reporterin und Redakteurin. Veröffentlichung zahlreicher Romane, Ehrungen und Preisverleihungen durch DDR-Institutionen.
Nachlass
Laufzeit: 1930–2007
20 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Josef Büscher (1918 - 1983)

Bergmann, Schriftsteller

Josef Büscher wurde als ältestes Kind einer Bergbaufamilie in Oberhausen geboren. Er besuchte das Gymnasiums bis zum Abitur und begann im Anschluss eine Ausbildung als Bergbaubeflissener beim Oberbergamt in Dortmund, die er aufgrund des 2. Weltkriegs unterbrechen musste. 1945 wurde er aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen. Er brach seine Ausbildung aus wirtschaftlicher Not ab und arbeitete als Hauer unter Tage, später als Zechenangestellter. Schon seit den 1940er Jahren schriebt Josef Büscher Erzählungen und Gedichte. Er war Mitarbeiter bei der »Volkskunst in Aktion« in Oberhausen, von 1961–1969 Mitglied in der »Dortmunder Gruppe 61« und 1970 Mitbegründer des »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt«. 1967 war er Gründungsmitglied der »Literarischen Werkstatt Gelsenkirchen«, 1975 gründete er die »Literarische Werkstatt Marl«.
Nachlass
Laufzeit: 1957–1993
35 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Bruno und Helmut Dreßler

Gründer und Geschäftsführer der Büchergilde Gutenberg

Bruno Dreßler (1879–1952) war das vierte Kind einer Weberfamilie. Er machte eine Ausbildung als Buchdrucker, seit 1908 Arbeit für den »Bildungsverband der Deutschen Buchdrucker«. 1924 Gründung der Büchergilde Gutenberg durch Bruno Dreßler als Vorsitzender des »Bildungsverbandes der Deutschen Buchdrucker«. Bis 1933 war er Geschäftsführer der Büchergilde und ging ins Exil in der Schweiz. Hier übernahm er 1934 die Leitung der Schweizer Büchergilde. Nach dem 2. Weltkrieg Wiederaufbau des Verlags mit seinem Sohn. Er starb 1952 in Zürich.

Helmut Dreßler (1910–1974) wurde in Leipzig geboren. Schule und Studium in Leipzig, Berlin und Heidelberg und in der Schweiz und Italien. Schutzhaft wegen der Teilnahme an einer Sonnwendfeier des »Arbeiter- Turn- und Sportvereins« und Ausschluss vom Studium an deutschen Universitäten. Ab 1944 Mitarbeit in der Büchergilde in der Schweiz. Helmut Dreßler ging 1946 zurück nach Deutschland und betrieb die Neugründung der Büchergilde in Frankfurt. Ab 1947 war er Geschäftsführer der Büchergilde bis zu seinem Tod.

Vollständiger, angereicherter Nachlass
Laufzeit: 1879–1999
48 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Heinrich Droege (1933 - 2011)

Gewerkschafter, Autor, Verleger

Lehre als Werkzeugmacher, anschließend Fernmeldetechniker bei der Deutschen Bundespost, Personalrat, Funktionär der Deutschen Postgewerkschaft sowie des Deutschen Gewerkschaftsbundes. 1974 Gründer der Frankfurter Werkstatt des »Werkkreises Literatur der Arbeitswelt«. Von Mai 1985 bis Dezember 1986 1. Sprecher des Werkkreises. Er schrieb Reportagen, für Gewerkschaftszeitungen und arbeitete seit 1989 als freier Schriftsteller. 1991 Mitbegründer des Arachne-Verlags.
Echter Nachlass
Laufzeit: 1974–2006
23 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Gerrit Engelke (1890 - 1918)

Schriftsteller

Gerrit Engelke wurde als Sohn eines kaufmännischen Angestellten geboren. Als seine Familie nach Amerika auswanderte, blieb er in Deutschland. Engelke absolvierte eine Anstreicherlehre. Er erhielt zwei Preise der Kunstgewerbeschule in Hannover für seine Aquarelle und Zeichnungen. Durch Vermittlung von Richard Dehmels erschienen seine Gedichte in der von Paul Zech herausgegebenen Zeitschrift Das neue Pathos. Kurz vor Kriegsende Tod in einem englischen Lazarett an der Kanalküste bei Boulogne.
Stark angereicherter Teilnachlass
Laufzeit: 1913–1993
3 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Wilhelm Erbing (1916 - unbek.)

Bergmann, Schriftsteller

Im Ruhrgebiet geboren und aufgewachsen. Entstammt einer Bergmannsfamilie und arbeitete eine Zeit lang als Schießmeister unter Tage.
Teilnachlass
3 Archivkartons
Unverzeichnet

Fritz Ewald (1870 - O.A.)

Theater-Autor, Herausgeber von Theaterzeitschriften

Fritz Ewald zog 1900 nach Dortmund und war zunächst als Theaterdiener beschäftigt. Von 1907–1912 Tätigkeit im Büro des Stadttheaters. Im 1. Weltkrieg trat Ewald als Truppenunterhalter und Referent auf. Nach dem Krieg Geheimagent in der Dortmunder Sicherheitswehr. 1919 erlangte er Erfolg mit dem Volksstück Volk und Freiheit. Er beantrage eine Theaterkonzession für sich und seine Familie, die allerdings erfolglos blieb. Mitarbeit bei der Dortmunder Theaterzeitung Kunstwarte und ab 1922 Tätigkeit für den »Verband der Theatervereine« von Westfalen-Lippe mit 33 Ortsvereinen. Seit 1901 waren Ewald und seine Frau aktiv im »Verein freie Bühne«, später »Freie Volksbühne« und Mitglied im »Verein für Literatur und Kunst«. 1938 Umzug nach Dresden.
Teilnachlass
Laufzeit: 1901–1912
1 Archivkarton
Unverzeichnet

Bernhard Faust (1899 - 1963)

Journalist, Schriftsteller, Maurer

Bernhard Faust war gelernter Maurer. Nach einer Verwundung im 1. Weltkrieg arbeitete er in der Landwirtschaft, danach für zwei Jahre in Dortmund im Bergbau und einige Jahre in Thüringen als Werklehrer in einem Landerziehungsheim. Über eine Fortbildung mit Hilfe der Arbeiterbildungsbewegung gelangte er zum Studium in Frankfurt und studierte dort Jura, Geografie und Volkswirtschaft. Tätigkeit als Journalist. Ab 1930 lebte er in Dresden. Nach dem 2. Weltkrieg arbeitete er als Theaterkritiker und zuletzt als Lektor im Jugendland-Verlag in Dresden. Sein erster Roman aus dem Bergarbeitermilieu Die letzte Schicht erschien 1929 bei J.H.W. Dietz. Er genoss in der DDR Ansehen als Verfasser von biografischen Romanen über Richard Wagner und Robert Blum sowie als Autor von Jugendbüchern.
Teilnachlass
Laufzeit: 1946–1963
2 Archivkartons
Teils verzeichnet

Dieter Fechner *1936

Sachbuchautor

Dieter Fechner lebte seit 1946 in Mühlhausen/Thüringen. Er veröffentlichte seit Mitte der 1970er Jahre Rezensionen und Beiträge zu Belletristik in Zeitungen und Zeitschriften und beschäftigte sich seit Beginn der 1990er Jahre mit der Mühlhäuser Regionalgeschichte.
Nachlass
Laufzeit:1955-2015
95 Archivkartons
Teils bearbeitet

Karl C. Fischer (1937 - 2017)

Schriftsteller

Karl C. Fischer wurde 1937 in Marburg geboren und lebte seit 1977 in Köln. Er arbeitete als Drucker und begann mit 9 Jahren seine Erlebnisse im Krieg aufzuschreiben. 1966 erschien der Roman Erwachsene Kinder im Buchverlag Andrea Schmitz. Ab 1977 war er Mitglied im »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt« und ab 1996 Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller. Ab 1977 Veröffentlichungen in den Fischer-Taschenbuch-Bänden der Werkkreis-Reihe und Veröffentlichung von Gedichten und Erzählungen in Anthologien. 1977 erster Preisträger eines Schreibwettbewerbs. Karl C. Fischer war in der Friedensbewegung aktiv und nahm an Arbeitskämpfen der IG Chemie in Erwitte teil.
Nachlass
Laufzeit: 1975-1979
24 Archivkartons
Unverzeichnet

Martin Flörchinger (1909 - 2004)

Schauspieler

Martin Flörchinger wurde als Sohn eines Schauspielerehepaares geboren. Ab 1929 besuchte er die Schauspielschule des Alten Theaters in Leipzig. Es folgten Engagements in Stettin, Gera, Frankfurt, Dortmund, Königsberg, Darmstadt und Leipzig. Seit 1956 Schauspieler am Berliner Ensemble, Mitwirkung in zahlreichen DEFA-Filmen. Als Rentner Rückkehr in seine bayrische Heimat, wo ihn Dieter Dorn für die Münchener Kammerspiele gewann.
Sammlung
Laufzeit: 1949–1999
5 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Christina Füssmann (1935 - 2013)

Schriftstellerin, Gerichtsreporterin

Im Ruhrgebiet geboren und aufgewachsen. Sie lebte von 1983 bis zu ihrem Tod in Dortmund. 1965 absolvierte Füssmann ein Volontariat bei der Westfälischen Rundschau in Dortmund und arbeitete bis 2000 dort, unter anderem die letzten 25 Jahre als Gerichtsreporterin. Bis 2008 arbeitete sie als freie Gerichtsreporterin. Bis Anfang 2009 war sie Vorsitzende des Ehrengerichts im Deutschen Journalistenverband.
Nachlass
1 Archivkarton
Unverzeichnet

Anni Geiger-Gog (1897 - 1995)

Kinderbuchautorin

Anna Dorothea Geiger, Enkelin des sozialdemokratischen Verlegers und Reichstagsabgeordneten J. H. W. Dietz. Von 1924 bis 1933 Ehe mit dem sogenannten »Vagabundenkönig« Gregor Gog. Enge Verbundenheit mit der Bohème der 1920er Jahre. 1948 zweite Ehe mit dem Gewerbestudienrat Ernst Hof. 1928 Mitglied im »Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller« und 1929 Eintritt in die KPD. Sie war Mitglied in der »Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit«. 1933 kurzzeitige Verhaftung und bis 1945 Schreibverbot. Schriftstellerische Tätigkeit unter dem Pseudonym Hanne Menken.
Nachlasssammlung
Laufzeit: 1929–1986
4 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Christian Geissler (1928 - 2008)

Journalist, Schriftsteller und Dokumentarfilmer

Christian Geissler wurde am 25. Dezember 1928 in Hamburg geboren. Im Deutschland der frühen Nachkriegszeit machte er sein Abitur und studierte ab 1949 evangelische Theologie. Durch eine Anstellung als kaufmännischer Lehrling in einem Industriebetrieb und eine halbjährige Tätigkeit als Landarbeiter in England unterbrochen, setzte er das Studium 1952 für kurze Zeit fort. Nachdem er 1953 zum Katholizismus konvertiert war, schrieb er sich in der Universität München für Philosophie und Psychologie ein, brach aber auch dieses Studium ab. Bis 1959 war Geissler Mitarbeiter beim Norddeutschen Rundfunk und produzierte dort erste Rundfunk- und Fernsehsendungen. Von 1960 bis 1964 Redakteur der Werkhefte katholischer Laien. 1962 trat er aus der katholischen Kirche aus. Ab 1969 arbeitete Geissler als Dokumentarfilmer. Von 1972 bis 1974 war er Dozent an der deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. Ab 1973 engagierte er sich im Hamburger Komitee gegen Folter an politischen Gefangenen in der BRD. Bis Ende der 1970er Jahre lebte er in Hamburg, danach an wechselnden Orten im In- und Ausland. Von 1985 bis 2004 lebte er in Ostfriesland, danach wieder in Hamburg.
Nachlass
Laufzeit: 1957-2009
60 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Wilhelm Gengenbach (1914–2002)

1914 in Böblingen geboren, 2002 in Paris gestorben. KPD-Mitglied und emigrierte während des 2. Weltkriegs nach Frankreich.
Manuskripte seiner Lebensgeschichte
2 Archivkartons
Unverzeichnet

Bruno Gluchowski (1900 - 1986)

Bergmann, Schriftsteller

Als fünfter von acht Söhnen eines Bauarbeiters geboren. Nach seiner Konditorlehre ging er für ein Jahr auf Wanderschaft, bevor er 1918 als Soldat im 1. Weltkrieg eingezogen wurde. 1920 fing er als Bergmann in Dortmund an. Ende der 1920er Jahre Beginn seiner schriftstellerischen Tätigkeit, Veröffentlichungen ab 1930 im Dortmunder Generalanzeiger. Erfolg mit der Geschichte eines Grubenunglücks unter dem Titel Der Durchbruch, 1939 als Theaterstück, 1954 als Hörspiel, 1963 als Roman. Seine Erzählungen, Romane, Hörspiele und Filmdrehbücher beschrieben das Leben der Arbeiter, beeinflusst durch seine eigene Biografie. Bruno Gluchowski war Gründungsmitglied der »Dortmunder Gruppe 61«.
Angereicherter Teilnachlass
Laufzeit: 1930–1985
2 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.
Weitere Überlieferung: Stadt- und Landesbibliothek Dortmund

Arthur Granitzki (1906–unbek.)

Zimmermann

Von 1939–1945 war er Soldat und bis 1947 in englischer Kriegsgefangenschaft. Ab 1950 wohnhaft in Köln. Erste Veröffentlichungen in der konkret unter dem Pseudonym »Baubudenpoet«. Mitglied der »Dortmunder Gruppe 61«.
Sammlung
Laufzeit: 1962–2008
1 Archivkarton
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Erich Grisar (1898–1955)

Schriftsteller, Journalist, Fotograf und Bibliothekar

Erich Grisar wurde als Sohn eines Fabrikarbeiters im Dortmunder Norden geboren. Er besuchte die Volksschule und machte im Anschluss eine Lehre in einer Dortmunder Brücken- und Behälterbauanstalt, anschließend Tätigkeit in verschiedenen Maschinenfabriken, Hüttenwerken und im Brückenbau. Schwere Verwundung im 1. Weltkrieg. Sozialist und Pazifist, 1920 erster Gedichtband. Nach Aufenthalten und Arbeitsstellen in Leipzig und Butzbach in Hessen 1924 Rückkehr nach Dortmund. Mit seinen Sprechchören brachte er ab 1926 eine neue dichterische Form in das literarische Leben der Region, wodurch Grisar eine besondere Stellung in der Arbeiterdichtung erlangte. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er mit einem Publikationsverbot belegt und arbeitete wieder in einer Fabrik. Nach 1945 arbeitete er als Bibliothekar in der Stadtbücherei Dortmund.
Angereicherter Teilnachlass
Laufzeit: 1916–1955
44 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.
Weitere Überlieferung: Fotografischer Nachlass im Stadtarchiv Dortmund

Max von der Grün (1926–2005)

Bergmann, Schriftsteller

Max von der Grün wurde 1926 als einziger Sohn eines Schuhmachers in Bayreuth geboren. Nach der Hauptschule absolvierte er eine kaufmännische Lehre und wurde 1943 eingezogen. Er absolvierte eine Ausbildung als Fallschirmjäger. 1944 geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft und blieb bis 1948 in den USA. Er kehrte nach Deutschland zurück und arbeitete zunächst auf dem Bau in seiner Heimat und ging 1951 ins Ruhrgebiet. Hier arbeitete er von 1951–1963 als Bergmann auf der Zeche Königsborn in Unna. Gründung der »Dortmunder Gruppe 61« mit Fritz Hüser, Walter Köpping u.a. nach Erscheinen des umstrittenen Romans Irrlicht und Feuer 1963. Er lebte ab 1963 als freier Schriftsteller in Dortmund. Er unternahm Literaturreisen in den Ostblock, die USA und durch Nord- und Südeuropa. Mehrfache Verfilmungen der Romane und Übersetzungen in zahlreiche Sprachen.
Angereicherter Nachlass
Laufzeit: 1960–2005
105 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Fritz Haverkamp (1889–1950)

Kommunalbeamter, Schriftsteller

Fritz Haverkamp wurde 1889 in Wattenscheid-Höntrop geboren und mit 12 Jahren Vollwaise. Er wuchs bei Verwandten auf. Nach der Schule arbeitete er direkt untertage im Bergbau. Fortbildung über die Bildungseinrichtungen der SPD. Von 1919–1921 arbeitete er als Parteisekretär im Zentralbüro der SPD in Bochum, 1921–1929 war er Gemeindeabgeordneter in Linden-Dahlhausen. 1932 Wahl zum Landesrat der Landesversicherungsanstalt Westfalen, 1933 Entlassung, ab 1945 erneut im Dienst des Landschaftsverbandes.
Echter Nachlass
Laufzeit: 1914–1946
1 Archivkarton
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Christoph M. Hein

Keine näheren Angaben zur Person vorhanden.
Sammlung
Materialen zum BPRS, Dissertation (Münster 1990).
9 Archivkartons
Unverzeichnet

Horst Hensel *1947

Schriftsteller, Lehrer

Horst Hensel stammt aus einer Bergarbeiterfamilie und absolvierte nach seinem Schulabschluss eine Ausbildung als Fernmeldetechniker, im zweiten Bildungsweg Studium der Politischen Wissenschaften in München und Lehramtsstudium und Promotion in Dortmund. Gastdozenturen an der Autorenhochschule in Leipzig und an der Tongij-Universität in Shanghai. Zu seinen bekanntesten Romanen zählt Die Sehnsucht der Rosa Luxemburg. Sprecher des »Werkkreises Literatur der Arbeitswelt« von 1977–1979.
Zum Bestand: U.a. Überlieferung aus der Arbeit als Werkkreissprecher
Nachlass
Laufzeit: 1967–1997
87 Archivkartons
Unverzeichnet

Agnes Hüfner (1938–2013)

Dichterin, Übersetzerin, Literaturkritikerin, Herausgeberin

1966 Promotion an der Universität des Saarlandes über die Verbreitung, Aufnahme und Wirkung von Bertolt Brechts Werk in Frankreich, Kommentatorin für diverse Zeitungen und Zeitschriften (u.a. für die UZ-Rubrik Die Frau in unserer Zeit), beteiligt als Autorin und Herausgeberin an politischen und kulturpolitischen Schriften der 68er-Bewegung, 1970 Herausgeberin des Bandes Straßentheater, in 1980er-Jahren tätig in Redaktion der Deutschen Volkszeitung (DVZ), Literaturkritiken für Feuilletons überregionaler deutscher Zeitungen sowie Rundfunkanstalten, als Literaturkritikerin tätig für die SWR-Bestenliste.
Nachlass
Laufzeit: 1961-2012
14 Archivkartons
Unverzeichnet

Fritz Hüser (1908–1979)

Büchereidirektor, Mentor und Mitbegründer der »Dortmunder Gruppe 61«

Fritz Hüser wurde in Mühlheim/Ruhr als Sohn eines Bürovorstehers geboren. Er verlor früh seine Eltern und wuchs bei den Großeltern in Dortmund-Dorstfeld auf. Hüser besuchte die Volksschule und machte eine Lehre als Former und Kernmacher. 1923 wurde er Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend, durch die er Arbeiterdichter wie Heinrich Lersch, Karl Bröger oder Kurt Kläber persönlich kennenlernte. Durch einen Arbeitsunfall 1931 war er zwei Jahre arbeitsunfähig. Nach dem Besuch eines Sonderlehrgangs an der Büchereischule in Leipzig wurde er 1941 Leiter der Werkbücherei der Schaffgotschen Werke in Gleiwitz in Oberschlesien. 1945 kehrte er nach Dortmund zurück und begann mit dem Wiederaufbau der Volksbüchereien, deren Direktor er von 1945–1973 war. Hüser begann schon früh mit der Sammlung von Arbeiterliteratur, die er zu einer einzigartigen Sammlung im deutschsprachigen Raum ausbaute und 1958 im Haus der Bibliotheken als Archiv für Arbeiterdichtung und soziale Literatur der Öffentlichkeit zugänglich machte. 1961 gründete Fritz Hüser mit u.a. Max von der Grün, Walter Köpping, Willy Bartock, Josef Büscher, Hildegard Wohlgemuth die »Dortmunder Gruppe 61«. Hüser erweiterte seine Sammlung kontinuierlich und gründete 1973 das »Institut für deutsche und ausländische Arbeiterliteratur«, welches er bis zu seinem Tod ehrenamtlich leitete.
Nachlass
Laufzeit: 1945–1979
46 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Fasia Jansen (1929–1997)

Politische Liedermacherin, Friedensaktivistin

Fasia Jansen war das nichteheliche Kind des deutschen Zimmermädchens Eli Jansen und des liberianischen Generalkonsuls Momolu Massaqoui. Mit 11 Jahren wurde sie aufgrund ihrer Hautfarbe von der Tanzschule geworfen und musste ihren Reichsarbeitsdienst in einer Suppenküche leisten, die auch ein Außenlager des KZ-Neuengamme bei Hamburg belieferten. Jansen war an diversen Arbeitskämpfen hier im Ruhrgebiet beteiligt, ist bei den Ostermärschen mitgelaufen und aufgetreten und war bei der Weltfrauenkonferenz der UNO in Nairobi.
Nachlass
Laufzeit: 1929-1997
Unverzeichnet

Ilse Kibgis (1928–2015)

Schriftstellerin

In Gelsenkirchen geborene Schriftstellerin. Sie verfasste Gedichte und Erzählungen, u.a. Meine Stadt ist kein Knüller in Reisekatalogen, 1984. Kibgis gehörte zur Gruppe »Gelsenkirchener Autoren« um Josef Büscher.
Nachlass
Laufzeit: 1977-2018
7 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Kurt Kläber (1897–1959)

Bergmann, Journalist, Schriftsteller

Mitglied im »Bund proletarischer Schriftsteller«, 1933 Emigration in die Schweiz, verheiratet mit der Kinderbuchautorin Lisa Tetzner. In den 1920er Jahren im Ruhrgebiet als Bergmann und Journalist tätig, in Bochum Leiter der Arbeiterhochschule. 1925 Barrikaden an der Ruhr. Erzählungen aus den Kämpfen des Ruhrproletariats. In der Schweiz als Kinderbuchautor tätig u.a. 1941 Die rote Zora und ihre Bande.
Sammlung
Laufzeit: 1922-2011
1 Archivkarton
Verzeichnet

Erna Klostermann (1901–unbek.)

Herausgeberin

Herausgeberin der Bergmannskalender 1947–1949
Korrespondenzen und Manuskript
Laufzeit: 1945–1949
1 Archivkarton
Unverzeichnet

Dagmar Kift (1954–2020)

Historikerin

Dagmar Kift studierte Geschichte, Germanistik, Soziologie und Jura. 1989 promovierte sie zu dem Thema Arbeiterkultur im gesellschaftlichen Konflikt. Die englische Music Hall im 19. Jahrhundert. Von 1987–2019 arbeitete Kift im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern als wissenschaftliche Referentin und Kuratorin. Außerdem arbeitete sie am Internetportal frauen/ruhr/geschichte mit und war bis 2017 Vorstandsmitglied der Fritz-Hüser-Gesellschaft.
Kifts Forschungsschwerpunkt war die Sozial- und Kulturgeschichte des Industriezeitalters.
Berufsbezogener Nachlass
16 Archivkartons
Unverzeichnet

Walter Köpping (1923–1995)

Gewerkschaftsfunktionär, Bildungssekretär

Nach der Volksschule kaufmännische Lehre, 1942 Einzug zur Wehrmacht, 1947 Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft. Arbeit als Bergmann auf der Zeche »Julia« in Herne. 1951–1953 Studium an der Akademie für Gemeinwirtschaft in Hamburg. Seit 1954 Bildungssekretär der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie (IGBE) und Herausgeber zahlreicher Anthologien zur (Berg-)Arbeiterdichtung. Mit Fritz Hüser und Max von der Grün Gründer der »Dortmunder Gruppe 61«.
Nachlass
Laufzeit: 1908–1997
30 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Wolfgang Körner (1937–2019)

Schriftsteller, Drehbuchautor

1937 in Breslau geboren, in Zwickau aufgewachsen, Sohn eines Industriekaufmanns, 1952 Flucht der Familie aus der DDR in die BRD, Verwaltungsausbildung bei der Stadt Dortmund, Mitglied und letzter Geschäftsführer der »Dortmunder Gruppe 61«, Sachbearbeiter im Sozialamt, Geschäftsführer der Werkkunstschule Dortmund und der städtischen Volkshochschule, zuletzt zuständig im Dortmunder Kulturamt für die Literatur- und Kunstförderung, Mitbegründer der Internationalen Literaturfabrik, 1967 Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Literatur, 1969 Romanveröffentlichung Nowack, 1973 Förderpreis zum Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis, 1975 Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis, ab 1980 Arbeit als freier Schriftsteller sowie Drehbuchautor diverser Fernsehserien (u.a. Büro, Büro, Tatort), 1989 Autorenstipendium der Stiftung Preußische Seehandlung.

Nachlass
Laufzeit: 1959-2012
11 Archivkartons
Unverzeichnet

Karl Joseph Kühn *1941

Schriftsteller, Liedermacher, Werkzeugmacher

1941 in Witten-Annen geboren, Lehre an Volksschule als Werkzeugmacher, Arbeiter in Automobilwerk von Opel, seit 1975 freier Schriftsteller und Liedermacher, Veröffentlichungen von Kurzgeschichten in WAZ/WR-Lokal Herne
Vorlass
15 Archivkartons
Unverzeichnet

Peter Kühne (1935–2015)

Soziologe, Theologe, Schriftsteller, Kaplan

Studium der Philosophie und Katholischen Theologie in Bonn, München und Paderborn, 1959 Theologische Abschlussprüfung in Bonn, 1960 Ordination in Essen, 1960 bis 1967 Tätigkeit als Pfarrseelsorger in Gelsenkirchen-Buer, Essen-Frohnhausen und Essen-Altenessen, ab 1962 Bezirkskaplan der Christlichen Arbeiter Jugend (CAJ) für die Stadt Essen, 1967 bis 1971 Studium der Sozialwissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum (Abschluss: Promotion), 1970 bis 1975 Mitglied im »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt«, 1975 bis 1998 Professor für Soziologie an der Sozialakademie Dortmund, 1980 bis 1982 und 1990 bis 1992 Leiter der Sozialakademie, 1980 bis 2004 Deutsche Gesellschaft für Soziologie, ab 1984 Mitglied in der Fritz-Hüser-Gesellschaft (zeitweise Vorstand), 1985 bis 2006 Hans-Böckler-Stiftung (Vertrauensdozent am Hochschulstandort Dortmund), 1986 bis 1989 Projektleitung Bildungsarbeit mit ausländischen und deutschen Arbeitnehmern, 1998 bis 2000 Professor für Soziologie am Zentrum für Weiterbildung (ZfW) der Universität Dortmund, 2000 bis 2002 Projektleitung Jüdische Kontingentflüchtlinge in NRW.
Berufsbezogener Nachlass
2 Archivkartons
Unverzeichnet

Kurt Küther (1929–2012)

Bergmann, Schriftsteller

Kurt Küther besuchte die Volkschule und im Anschluss die Handelsschule. Er wurde zum Volkssturm im 2. Weltkrieg eingezogen und geriet in sowjetische Gefangenschaft. 1946–1948 Arbeit in der Gärtnerei, danach bis 1984 im Bergbau, davon 22 Jahre unter Tage. Von 1963–1969 Mitglied der »Dortmunder Gruppe 61« und von 1970–1973 Mitglied des »Werkkreises Literatur der Arbeitswelt« und seit 1970 Mitarbeiter der »Literarischen Werkstatt Gelsenkirchen«. Stipendium des Kultusministeriums 1984, 1994; Autorenpreis Forum Kohlenpott 1986; Kulturpreis der Stadt Bottrop 1989; Kantatenwettbewerb der Bundesgartenschau; Plakette der Stadt Bottrop für besondere Verdienste 1991.
Nachlass
Laufzeit: 1962–2009
34 Archivkartons
Unverzeichnet

Heinrich Lersch (1889–1936)

Kesselschmied, Schriftsteller

Lehrling und Geselle in der väterlichen Kesselschmiede, seit 1909 Wanderjahre durch Europa. 1913 erstes Gedicht in der Wiener Abendzeitung, 1914 erster Gedichtband. Lungenleiden aus dem 1. Weltkrieg. Seit 1924 freier Schriftsteller. Zahlreiche Kuraufenthalte in Südeuropa. 1916 erhielt er den Kleist-Preis zusammen mit Agnes Miegel. 1933 Berufung in die Deutsche Akademie der Dichtung, 1935 Rheinischer Literaturpreis.
Stark angereicherter Teilnachlass
Laufzeit: 1912–2002
10 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.
Weitere Überlieferung: Stadtarchiv Mönchengladbach

Richard Limpert (1922–1991)

Maschinist, Schriftsteller

Nach der Volksschule absolvierte er eine Lehre als Sattler und Polsterer. 1941 wurde er Soldat und geriet von 1944–1949 in sowjetische Gefangenschaft. Er arbeitete als Maschinist auf verschiedenen Zechen in Gelsenkirchen und Essen. Mitglied der »Literarischen Werkstatt Gelsenkirchen« und des Werkkreises »Literatur der Arbeitswelt«. 1970 erhielt er den 1. Preis beim Reportagewettbewerb im »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt«, 1978 den Georg Weerth Literaturpreis und 1987 den Literaturpreis Forum Kohlenpott.
Teilnachlass
Laufzeit: 1967–1991
2 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.
Weitere Überlieferung: Institut für Stadtgeschichte in Gelsenkirchen

Fritz Lötte (1898–1936)

Bergarbeiterschriftsteller

Fritz Lötte stammt aus Steele/Ruhr und stand dem Nationalsozialismus nahe. Sein Roman Jupp Hasselbeck gelangte 1937 auf die Liste der 300 besten Bücher des Jahres 1937 der Reichsschrifttumskammer.
Nachlass
1 Archivkarton
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Engelbert Lubos (1921–1989)

Schriftsteller

Mitglied der »Dortmunder Gruppe 61«.
Sammlung
Laufzeit: 1950–1964
1 Archivkarton
Unverzeichnet

Detlef Marwig (1931–1990)

Schriftsteller, freier Journalist

Oberschule ohne Abschluss, abgebrochene Verkäuferlehre, Anstellungen als Walzenarbeiter, Straßenbahnschaffner und Elefantenpfleger, danach Arbeit als freier Journalist bei der WAZ. Mitglied der »Dortmunder Gruppe 61« und Engagement in der »Literarischen Werkstatt Gelsenkirchen«. 1976 Arbeitsstipendium des Landes NRW. 1977 Veröffentlichung des Romans Freiheit kleingeschrieben. Zuletzt war er Kioskbetreiber in Gelsenkirchen.
Nachlass
Laufzeit: 1956-1993
8 Archivkartons
Unverzeichnet

Jochen Meier (1928–1998)

Bergmann, Schriftsteller

Jochen Meier wurde 1928 in Leipzig geboren. 1944 Notdienstverpflichtung zur Hitlerjugend. Er hatte Kontakte zu der Jugendopposition Edelweißpiraten und saß deswegen 1945 in Dresden im Jugendgefängnis. Nach dem Angriff auf Dresden gelang ihm die Flucht und Eintritt in die amerikanische Armee. 1948–1979 Bergmann auf der Zeche Königsborn 3/4. Er war Mitglied im »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt«. 1983 Bergkamener Literaturpreis zusammen mit Gerd Puls. 1985 erschien sein Erzählband Der Einfahrer.
Nachlass
Laufzeit: 1975–1983
2 Archivkartons
Verzeichnet
Teil des Werkkreis Literatur der Arbeitswelt Bestandes

Alfred Michaelis (1910–1964)

Journalist, Bibliothekar

Anfang der 1930er Jahre Emigration über verschiedene Länder des Balkans nach Schweden, freier Journalist und Sachverständiger für deutsche Literatur. 1959 bis 1963 Leitung der Erkenschwicker UNESCO-Modellbücherei. Danach Tätigkeit in der Stadtbücherei Dortmund als Experte für skandinavische Literatur.
Echter Nachlass
Laufzeit: 1902–1982
5 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Hermann Josef Müller (1901–1955)

Schriftsteller, Straßenbahnfahrer

Essener Schriftsteller, Erzählungen und Gedichte
Teilnachlass
3 Archivkartons
Unverzeichnet

Franz Osterroth (1900–1986)

Autor, Herausgeber, Historiker, Redakteur

Nach der Volksschule Arbeit in Fabriken sowie im Bergbau und Soldat im 1. Weltkrieg. Von 1919–1924 war Osterroth Jugendsekretär des »Deutschen Bergarbeiterverbandes« in Bochum und gründete eine der ersten Gewerkschaftszeitungen für junge Arbeiter, die Zeitschrift Jungborn für die Bergarbeiter-Jugend, ab 1924 Redaktion des Politischen Rundbriefes des »Hofgeismar-Kreises der Jungsozialisten«. Von 1928 bis 1933 war er Redakteur der Zeitung Das Reichsbanner in Magdeburg. Illegale Herausgabe der Zeitschrift Junger Sozialismus. 1934 Emigration in die Tschechoslowakei und später nach Schweden. Ab 1948 war er als Bildungssekretär der SPD in Kiel tätig. Osterroth war Herausgeber des »Biographischen Lexikon des Sozialismus. Bd. 1« und Verfasser von Jugendtheaterstücken.
Teilnachlass
Laufzeit: 1919–1984
1 Archivkarton
Verzeichnet
Weitere Überlieferung: Archiv der sozialen Demokratie, Friedrich-Ebert-Stiftung

August Ott (1888–1964)

Arbeiterdichter

Nachlass
1 Archivkarton
Unverzeichnet

Alfons Petzold (1882–1923)

Arbeiterschriftsteller

Alfons Maria Petzold, Pseudonym De Profundis, war ein österreichischer Schriftsteller. Petzolds Vater musste wegen seiner politischen Gesinnung von Sachsen nach Österreich ziehen. Schon früh musste er zum Lebensunterhalt beitragen. Er begann eine Lehre in einer Metallschleiferei, die er jedoch abbrach. Danach übte er Hilfstätigkeiten aus und bildete sich durch intensive Lektüre weiter. 1905/06 in Wien bei der Wochenschrift Der Weg als Redaktionsdiener angestellt und lernte dabei auch Arnold Höllriegel kennen. 1907 war er Mitbegründer des »Ikarus-Clubs«, in dem er mit Freunden sozialistische Theorien debattierte und Kontakt zu dem Anarchisten Rudolf Großmann fand. Für seine literarische Karriere entscheidend wurde die Begegnung mit dem Sozialdemokraten Josef Luitpold Stern, der 1910 die Veröffentlichung von Petzolds erstem Gedichtband förderte. 1913 folgte der Roman Erde. Während des ersten Weltkriegs, an dem er aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnahm, publizierte er zu Kriegsbeginn Lyrik voller Kriegsbegeisterung, Gewaltphantasien und nationaler Töne. Sein erfolgreichstes Buch, eine stilisierte Schilderung seiner schweren Kindheit und Jugend, erschien 1920 unter dem Titel Das rauhe Leben. Seine Autobiografie wurde nach seinem Tod im nationalsozialistischen Sinne durch Eingriffe und Kürzungen verfälscht, wodurch er zu einer Art österreichischen Heimatdichter stilisiert wurde.
Sammlung
Laufzeit 1939-1984
1 Archivkarton
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Paul Polte (1905–1985)

Schriftsteller

Paul Polte absolvierte eine Lehre bei Mannesmann und arbeitete danach in der Autobranche. Er ging auf Wanderung mit dem Vagabundenmaler Hans Tombrock durch Deutschland. Regelmäßige Veröffentlichungen im Dortmunder Generalanzeiger. 1931 Herausgabe der Zeitschrift Die Ruhrstadt gemeinsam mit Hans Tombrock. Er war Mitglied im »Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller« und gründete das politische Kabarett »Henkelmann« in Dortmund mit. Mit Bernhard Temming veröffentlichte er vor 1933 und in den 1960er Jahren Grafik-Reihen zu gesellschaftlichen Themen. 1933 wurde er in der Steinwache inhaftiert, worauf er im Anschluss Deutschland verließ. Paul Polte war Gründungsmitglied der »Dortmunder Gruppe 61« und des »Werkkreises Literatur der Arbeitswelt«
Angereicherter Teilnachlass
Laufzeit: 1909–1993
11 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Ernst Preczang (1870–1949)

Schriftsteller, Cheflektor der Büchergilde Gutenberg

Ernst Preczang absolvierte eine Ausbildung zum Buchdrucker, danach mehrjähriges Dasein als Wandergeselle. In dieser Zeit verfasste er seine ersten Gedichte. Seit 1900 arbeitete er als freier Schriftsteller. Von 1904 bis 1919 arbeitete er in der Redaktion der sozialdemokratischen Roman- und Unterhaltungszeitschrift In freien Stunden und war von 1924–1927 Lektor der Büchergilde Gutenberg und maßgeblich an deren Gründung beteiligt. 1933 folgte die Emigration in die Schweiz.
Nachlass
Laufzeit: 1870–1940
25 Archivkartons
Unverzeichnet

Josef Reding (1929–2020)

Schriftsteller

Reding kam als Sohn eines Filmvorführers zur Welt. Nachdem er als Fünfzehnjähriger im Volkssturm eingesetzt wurde, geriet Reding in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nicht nur biografisch, auch literarisch sollte dies entscheidend werden: Soldaten überließen ihm ihre Lektüre und so lernte er die klassische Short Story kennen, die er später adaptierte. Nach dem Krieg arbeitete Reding zunächst in einer Ziegelei und begann, avantgardistische und surrealistische Gedichte sowie Prosastücke zu schreiben. Ab 1953 studierte er Germanistik, Psychologie, Publizistik, Kunstgeschichte und Anglistik an der Universität Münster. Durch ein Stipendium der Fulbright-Kommission konnte er sein Studium in den USA fortsetzen. Während seiner Studienzeit in den USA hatte Reding Kontakt zur beginnenden Bürgerrechtsbewegung um Martin Luther King aufgenommen und sich mit Rassismus auseinandergesetzt. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland war er ein Jahr Helfer im Grenzdurchgangslager Friedland. 1961 nahm Reding gemeinsam mit dem damaligen Leiter der Dortmunder Stadtbücherei Fritz Hüser, dem Gewerkschafter Walter Köpping und dem Schriftsteller Max von der Grün sowie weiteren schreibenden Kolleg*innen an den Treffen des Arbeitskreises für künstlerische Auseinandersetzung mit der industriellen Arbeitswelt teil, die als Gründungsstunde der »Dortmunder Gruppe 61« gelten. In den 1960er Jahren hielt Reding sich erneut in den USA sowie in Asien, Afrika und Lateinamerika auf. In seinem Fokus blieben die sozialen Missstände. In Fernsehdokumentationen berichtete er über Armut und Hunger in den von ihm bereisten Regionen. Neben belletristischen Prosaarbeiten verfasste er Hörspiele, Gedichte und journalistische Beiträge. Josef Reding starb 2020 in Dortmund.
Nachlass
222 Archivkartons
Unverzeichnet

Ewald Rolf (1901–1993)

Bergmann, Fotograf, Schriftsteller

Mitglied der »Dortmunder Gruppe 61«.

Ewald Rolf war Sohn eines Bergarbeiters. Er besuchte die Bergschule in Bochum, machte eine Bergbaulehre. Anschließend war er in verschiedenen Aufgaben im Ruhrbergbau tätig, zunächst als Vorrichtungshauer, später technischer Zeichner, Krankenpfleger, Betriebselektriker, Schaltwart und kaufmännischer Angestellter. Bis zu seiner Pension 1987 war er über 50 Jahre auf 20 verschiedenen Schachtanlagen im Ruhrgebiet beschäftigt.
Er war Mitglied im“Autorenkreis Ruhr-Mark“ und Mitglied der „Dortmunder Gruppe 61“
Sammlung
1 Archivkarton
Unverzeichnet

Erika Runge (1939-2024)

Schrifstellerin, Regisseurin, Psychotherapeutin

Erika Runge ist die Tochter eines Landgerichtsdirektors und einer Lehrerin. Sie studierte nach dem Abitur in Saarbrücken, Paris, Berlin und München Literatur- und Theaterwissenschaft, Romanistik und Kunstgeschichte. Nach Abschluss ihres Studiums ging sie nach Hamburg und arbeitete beim Norddeutschen Rundfunk als Regieassistentin bei dem Fernsehregisseur Egon Monk. In den 1960er Jahren entwickelte sich Runge zu einer bedeutenden Vertreterin des neuen deutschen Dokumentarfilms. Die »Bottroper Protokolle« sind ihre bekannteste Veröffentlichung. 1970 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern des »Verlags der Autoren«.
Kopien der Durchschriften der "Kommunisten-Interviews", Drehbücher
Laufzeit 1969
2 Archivkartons
Unverzeichnet

Erasmus Schöfer (1931–2022)

Journalist, Schriftsteller, Übersetzer

Erasmus Schöfer besuchte ein Gymnasium in Berlin und schloss ein Studium der Germanistik, Sprachwissenschaft und Philosophie ab. 1960 promovierte er über die Sprache Heideggers. Ab 1962 arbeitete er als freier Schriftsteller. Er war Gründungsmitglied des »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt« und von 1972–1973 Erster Sprecher des Werkkreises. Autor von Theaterstücken, Hörspielen und Filmdrehbüchern und von Radio-Features. Schöfer war Mitherausgeber der Taschenbuchreihe des »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt« im Fischer-Taschenbuch-Verlag. Zeitweise war er Mitglied im Bundesvorstand der IG Medien. Seit 1980 Mitglied des PEN Zentrums Deutschlands. Als sein wichtigstes Werk gilt Die Kinder des Sisyfos, eine Romantetralogie zur Geschichte der Linken in der Bundesrepublik. Schöfer war aktiv im selbstverwalteten Verlag der Autoren, in der Bürgerbewegung gegen den Bau des Kernkraftwerks Wyhl und einige Jahre Mitglied der DKP in Köln.
Nachlass
Laufzeit: 1962–2022
146 Archivkartons
Teils verzeichnet

Bruno Schönlank (1891–1965)

Schriftsteller, Dramatiker, Lyriker, Romancier

Besuch einer Ackerbauschule, danach war er Gutsverwalter bei Weimar und zwischen 1911–1913 als Buchhandlungsgehilfe bei dem sozialistischen Verleger J. H. W. Dietz in Stuttgart. Nach 1918 Mitarbeiter bei verschiedenen sozialdemokratischen Zeitungen in Berlin. Veröffentlichung von Gedichten, Artikeln und Kommentaren zur politischen Lage. Bedeutendster Vertreter der Arbeitersprechchorbewegung in der Weimarer Republik. 1933 Emigration in die Schweiz.
Echter, angereicherter Nachlass
Laufzeit: 1892–1969
19 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Margot Schroeder *1937

Dichterin, Fotokünstlerin, Buchhändlerin

Margot Schroeder wurde 1937 in Hamburg geboren und ist dort aufgewachsen. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Buchhändlerin und war Mitglied im »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt« in der Werkstatt Hamburg. Engagement in Fraueninitiativen, seit 1971 Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller. 1972 Veröffentlichung der beiden Hörspiele Ehebefragung und Die Prestigelücke. Seit 1975 ist sie als freie Schriftstellerin und Fotokünstlerin tätig, 1975 ebenfalls Veröffentlichung ihres Debütromans Ich stehe meine Frau in Taschenbuchreihe des »Werkkreises Literatur der Arbeitswelt«.
Vorlass
Laufzeit 1959-2016
6 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Peter Schütt *1939

Schriftsteller und Journalist

Nach dem Abitur Deutsch- und Geschichtsstudium in Hamburg, Göttingen und Berlin, seit 1967 freier Schriftsteller. 1968 Gründungsmitglied der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), von 1973–1981 Bundessekretär des DKP-nahen »Demokratischen Kulturbundes«. Mitglied im »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt«, der »Heinrich-Heine-Gesellschaft« Hamburg und der »Eppendorfer Friedensinitiative«. 1983 Gründung der »Werkstatt schreibender Arbeitsloser« in Hamburg. 1988 Bruch mit der DKP. Ausgezeichnet 1979 mit der Medaille »60 Years of Struggle« der Communist Party of USA, 1981 mit dem Ehrendiplom der sibirischen BAM-Arbeiter (Baikal-Amur-Magistrale) und 1995 mit dem Lyrikpreis des Deutschen Evangelischen Kirchentages.
Vorlass
Laufzeit: 1965–1994
19 Archivkartons
Teils verzeichnet

Gerd Sowka (1923–2008)

Chemiefachwerker, Schriftsteller

Gerd Sowka absolvierte eine Ausbildung zum Bierbrauer. Arbeitsdienst bis Mai 1945 in Belgien und Frankreich. Danach arbeitet er als Polizeiwachtmeister bei der Landespolizei Nordbaden von 1946 bis 1952. Ab 1953 war er Chemiefachwerker in der Textil- und Gummifabrik Vorwerk und Sohn, Wuppertal. Dort gerät Sowka im Juli 1970 mit der linken Hand in eine Maschine, wobei seine Hand von einer Walze zerquetscht wird. Dieser Unfall stellt eine bedeutende Zäsur in Sowkas Leben dar. Nach einem Krankenhausaufenthalt arbeitet er als Pförtner bei Vorwerk und Sohn weiter. In dem Einakter Im Mittelpunkt steht der Mensch verarbeitet er diesen Unfall. Das Stück ist für die Firma Vorwerk und Sohn Anlass, Sowka zu kündigen, was dazu führt, dass der Fall Sowka in den Medien zum Symbol der Arbeitersituation allgemein und der Problematik der freien Meinungsäußerung im Besonderen wird. Sowka war Mitglied im »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt«.
Nachlass
Laufzeit: 1940–1944, 1967–2000
6 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Annemarie Stern (1921–2006)

Rundfunkjournalistin und Verlegerin

Tochter eines preußischen Polizeibeamten, ab 1940 Studium der Germanistik und Theaterwissenschaften, danach Arbeit als Rundfunkjournalistin. 1970 Gründung des Asso-Verlages in Oberhausen zusammen mit Anneliese Althoff. 2005 Rückzug aus dem Verlagsgeschäft.
Nachlass
Laufzeit: 1940–2006
24 Archivkartons
Unverzeichnet

Ulrich Straeter *1941

Autor, Herausgeber, Verleger, Kulturarbeiter

1941 in Dortmund geboren, in der Bundesfinanzverwaltung tätig. Von 1978 bis 1996 war er Mitglied der Dortmunder Werkstatt des »Werkkreises Literatur der Arbeitswelt«. Er absolvierte er ein Studium der Germanistik, Geschichte und Erziehungswissenschaften an der Universität Essen. Mitarbeit am Monatsmagazin Standorte, Organisator im Kulturbereich (ARKA Kulturwerkstatt), 1985 Preisträger bei den Folkwangtagen Essen, 1992 Gründung des Arka Verlags, 1993 Gründungsmitglied des Künstlerkollektivs ZORMM, Wörter, Töne, Bilder, seit 1998 Mitglied des Kulturbeirats der Stadt Essen.
Vorlass
Laufzeit 2010-2024
14 Archivkartons
Unverzeichnet

Edgar Struchold (1914–1974)

Kellner, Schriftsteller

Arbeit als Kellner, Schriftsteller, Mitglied der »Dortmunder Gruppe 61«
Nachlass
2 Archivkartons
Unverzeichnet

Karl Taefler (1932–2014)

Schriftsteller, Lehrer

1932 in Gelsenkirchen geboren, 1956 Abitur, danach Studium der Geschichte, Philosophie und Rechtswissenschaft, Lehrer für Mathematik und Geschichte, 1988 frühpensioniert und Erhalt des Georg-Weerth-Preises der ZU. Er war tätig in der Friedensbewegung, in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), im Stadtverband Gelsenkirchen und im »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt« sowie in der Literaturwerkstatt »die insel (Marl)«, Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender der Gruppe Gelsenkirchener Autoren, schriftstellerisch auch unter dem Pseudonym C. Martell tätig. Ehrenmitglied im »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt«.
Nachlass
Umfang 25 Archivkartons
Unverzeichnet

Ralf Thenior *1945

Schriftsteller, Übersetzer

1945 in Bad Kudowa geboren, aufgewachsen in Hamburg, Lehre zum Verlagskaufmann, Ausbildung zum Übersetzer am Dolmetscherinstitut der Universität Saarbrücken. Seit 1969 freier Schriftsteller, 1974 Studium der Germanistik und Soziologie an der Universität Hamburg, 1977 Mitorganisator des ersten bundesdeutschen Lyrik-Festivals in Hamburg, seit 1980er-Jahren Zusammenarbeit mit Musiker Ralf Werner. 1990 erhielt er den Literaturpreis Ruhrgebiet, 1993 den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis.
Vorlass
9 Archivkartons
Unverzeichnet

Ekkehard Traunsberger *1951

Autor, Kabarettist, Regisseur

Kindheit und Jugend in Hedersleben und Potsdam verbracht, nach Flucht aus der DDR kurzzeitig in Gummersbach wohnhaft. Seit 1970 in Dortmund ansässig, Arbeit im Kulturrat sowie in der städtischen und gewerkschaftlichen Jugend- und Bildungsarbeit in Dortmund. Von 1975 bis 1989 Kabarettduo mit Klaus Swatzina unter dem Namen »Linksru(h)m«, von 1984 bis 1988 Gründungsmitglied und erster Geschäftsführer bei Grüne Alternative in den Räten NRW e.V. (GAR NRW), Dozent in Einrichtungen der Erwachsenenbildung in den Bereichen Kultur und Medien, seit 2016 Ehrenamt bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) mit Erzählcafé, bis 2017 in verschiedenen Konstellationen als Kabarettist tätig.
Splitterbestand
2 Archivkartons
Unverzeichnet

Rudolf Trinks (1919–2002)

Schriftsteller

Mitglied im »Werkkreis Literatur der Arbeitswelt«, Teilnehmer an den »Thekenlesungen« in Bergkamen.
Nachlass
Laufzeit 1947-1984
1 Archivkarton
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Hanns Vogts (1900–1976)

Lehrer, Schriftsteller

Seit 1930 bis Anfang der 1950er Jahre Mitglied der KPD, 1933 aus dem Schuldienst entlassen. Vogts war Verfasser von Jugendbüchern, Theaterstücken und Gedichten.
Teilnachlass
Laufzeit: 1928–1975
1 Archivkarton
Verzeichnet
Findbuch vorh.
Weitere Überlieferung: Stadtarchiv Mönchengladbach

Klaus Völkerling (unbekannt)

Literaturhistoriker, Herausgeber

Bestand zufolge Reservist bei der Nationalen Volksarmee (NVA), sammelte und zeichnete privat Arbeiterlieder auf, Abschriften aus Archivbeständen, Sammeln von Tonbandaufnahmen, 1978 Neuherausgabe des Gedichtbands Aus dem Klassenkampf.
Sammlung
Laufzeit 1958-1979
1 Archivkarton
Unverzeichnet

Paul Wallasch (1927–2016)

Schriftsteller/Lyriker

Teilnachlass
1 Archivkarton
Unverzeichnet

Günter Westerhoff (1923–2015)

Grubenschlosser, Schriftsteller

Verfasser von Gedichten und Erzählungen, Mitglied der »Dortmunder Gruppe 61«.
Nachlass
Laufzeit: 1949–2003
3 Archivkartons
Verzeichnet

Christoph Wieprecht (1875–1942)

Arbeiter, Schriftsteller

Nach siebenjährigem Volksschulbesuch Anstellung als Hilfsarbeiter. Seit 1891 verschiedene Tätigkeiten bei der Friedr. Krupp AG in Essen. 1916 erschien sein erster Gedichtband. Regelmäßige Publikationen in katholischen Lesebüchern. Wieprecht war Mitglied im Kreis der »Werkleute auf Haus Nyland« um Josef Winckler und in dem von Otto Wohlgemuth ins Leben gerufenen »Ruhrlandkreis«.
Angereicherter, echter Nachlass
Laufzeit: 1914–1958
4 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Oskar Wöhrle (1890–1946)

Schriftsteller

Nach abgebrochener Ausbildung zum Lehrer Vagabundenleben. Versuch in verschiedenen militärischen Laufbahnen, später Journalist der literarischen Zeitschrift Die Lese in München. Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges als deutscher Soldat in Litauen. Verlagsgründung in Konstanz. Aufenthalte in Prag und Berlin. Verarbeitung seiner Vagabundenzeit vor dem 1. Weltkrieg, in dem Roman Der Baldamus und seine Streiche 1912/1916.
Teilnachlass
3 Archivkartons
Unverzeichnet

Horst Weckelmann *1934

Autor, Erzieher, Heimleiter, Arbeitsdirektor

1934 in Gelsenkirchen geboren, Ausbildung zum Schweißer und Schlosser, sozialpädagogische Ausbildung zum Erzieher, Studium an der Akademie der Arbeit in Frankfurt am Main. Von 1961 bis 1964 Bezirksjugendsekretär IGBE, 1964 bis 1971 Geschäftsführer der Freizeitheim und Jugenderholungs GmbH, seit 1970er-Jahren ehrenamtlich politisch für SPD tätig. Ab 1986 bei der Preussag AG in Ibbenbüren, zunächst als Sozial- später als Arbeitsdirektor, seit 1995 Mitarbeiter des Organs des Kreises Unna Unsere Zeitung, Seniorenstudium der Gerontologie und Geragogik an der Universität Dortmund, Veröffentlichungen in diversen Zeitschriften und Zeitungen wie Freie Gewerkschaftswelt, Arbeit und Wirtschaft, Stimme der Arbeit oder WAZ, Dozent für politische Bildung an der Volkshochschule Dortmund.
Vorlass
Laufzeit 1978-2015
1 Archivkarton
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Jürgen Werth *1943

Autor, Rundfunkredakteur, Literaturkritiker

Autor zahlreicher Sendungen der Ruhrgebietsredaktion des WDR-Hörspiels (u. a. Reihe Blackbox B1), wohnhaft in Berlin.
Vorlass
1 Archivkarton
Unverzeichnet

Hildegard Wohlgemuth (1917–1994)

Lehrerin, Schriftstellerin

Besuch der Handelsschule, Lehrerin in Ostpreußen. 1945 Flucht nach Schleswig-Holstein, 1949 Umzug nach Siegburg. Enge Bekanntschaft mit dem Bergarbeiterdichter Otto Wohlgemuth. Gründungsmitglied der »Dortmunder Gruppe 61«. Thematik ihrer Lyrik: soziale Fragen der Arbeitswelt, Friedenspolitik und christliche Ethik.
Echter Nachlass
Laufzeit: 1935–1994
12 Archivkartons
Unverzeichnet

Otto Wohlgemuth (1884–1965)

Schriftsteller, Bergmann, Bibliothekar, Herausgeber

1884 als Sohn eines Bergmannes geboren, wuchs in Hattingen auf, 1898 zog die Familie nach Linden, im selben Jahr Abschluss der Volksschule und Beginn einer Lehre als Former. 1900 Abbruch der Lehre und Wechsel in den Bergbau, 1903 Umzug nach Bochum und Arbeit als Bergmann auf der Schachtanlage Engelsburg. 1904 Beginn der schriftstellerischen Tätigkeit, erste Gedichtveröffentlichungen in der Wochenendbeilage des Bochumer Stadtanzeigers, 1922 Veröffentlichung des Gedichtbandes Aus der Tiefe, 1923 Anstellung als Stadtbibliothekar in Gelsenkirchen-Buer, 1933 Entlassung wegen Mitgliedschaft in der SPD und Ermöglichung des Zugangs zur großen jüdischen Enzyklopädie, Mitbegründer des Literaten- und Künstlervereins »Ruhrlandkreis« (1923 – 1926), Herausgeber verschiedener Anthologien, 1935 bis 1945 Vortragsreisen im Auftrag der Deutschen Arbeitsfront durch Deutschland, 1936 Beitritt zur Nationalsozialistischen Wohlfahrt, 1937 Eintritt in die NSDAP sowie in die Reichskultur- und Reichsschrifttumskammer, nach 1945 wohnhaft in Honrath, enger Kontakt zu »Dortmunder Gruppe 61«, zählt gemeinsam mit Heinrich Kämpchen zu Gründern der deutschen Bergmanns- und Arbeiterliteratur des 20. Jahrhunderts.
Nachlass
4 Archivkartons
Unverzeichnet

Carl Wüsthoff (1902–1992)

Arbeiter, Schriftsteller

Nach der Volksschule Lehre als Hufschmied. 1920 Eintritt in die Gewerkschaft und die SPD, anschließend Mitglied im »Kommunistischen Jugendverband Neubrandenburg«. Wandergeselle in Deutschland und der Schweiz. In Pinneberg Stadtverordneter der KPD und Betriebsrat. Agitationskampagne mit Willi Bredel für die Partei, Arbeiterkorrespondent für die Hamburger Volkszeitung, Mitglied im »Bund proletarisch revolutionärer Schriftsteller« (BPRS). Mitbegründer der »Schule schreibender Arbeiter« in Hamburg. Vorbild für den Fischer-Taschenbuchband Der Rote Großvater erzählt des »Werkkreises Literatur der Arbeitswelt«.
Echter Nachlass
Laufzeit: 1958–1990
9 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Erwin Wuttke (1904–1977)

Fabrikschlosser, Schlesischer Arbeiterdichter, Lyriker

Erwin M. Wuttke wurde in Breslau geboren und wuchs dort in einfachen Verhältnissen mit den Eltern und zwei Schwestern auf. Sein Vater war Druckereiarbeiter und Sozialdemokrat und mit Paul Löbe, dem späteren Reichstagspräsidenten, bekannt. Wuttke absolvierte bis 1922 eine Lehre zum Schlosser und arbeitete im Kessel- und Maschinenbau. Infolge der Inflation wurde er jedoch bald arbeitslos und übte verschiedene Gelegenheitstätigkeiten aus, so u.a. als Versicherungsagent, Schaubudenausrufer, Museumsführer und Zeitungsausträger. Auch wenn er nie Parteimitglied war, engagierte sich Wuttke als »aktives Nicht-Mitglied« in der SPD und trat mehrfach bei Parteiveranstaltungen als Komiker und Rezitator politischer Gedichte auf. Außerdem arbeitete er in den 1920er Jahren zeitweilig als Journalist bei der sozialdemokratischen »Volkswacht«. 1961 erschien Wuttkes Gedichtband Hammer und Herz, der 46 Gedichte des Autors aus mehreren Jahrzehnten umfasst.
Nachlass
Laufzeit 1932-1977
1 Archivkarton
Verzeichnet
Findbuch vorh.

Peter-Paul Zahl (1944–2011)

Schriftsteller, Herausgeber, Aktivist

1944 in Freiburg geboren, Vater Paul Zahl Gründer des Kinderbuch-Verlags Peter-Paul, 1961 bis 1964 Ausbildung zum Kleinoffsetdrucker in Düsseldorf, 1966 Mitglied der »Dortmunder Gruppe 61«, 1967 Gründung der Druckerei Zahl-Wienen, 1970 erste Buchveröffentlichung mit Roman Von einem der auszog, Geld zu verdienen, Herausgeber der Zeitschrift Agit 883 und des Untergrundblatts Fizz. Zahl war Aktivist der 68er-Bewegung. Er verbrachte von 1972 bis 1982 einen Aufenthalt im Gefängnis nach einem Schusswechsel mit der Polizei. 1978 bis 1979 Briefwechsel mit Rudi Dutschke, 1980 Literaturförderpreis der Freien Hansestadt Bremen, 1982 Veröffentlichung des Theaterstücks Johann Georg Elser. Ein deutsches Drama, ab 1985 wechselnd wohnhaft in Long Bay (Jamaika) und Ratingen, 1985 Friedrich-Glauser-Preis für Kriminalroman Der schöne Mann.
Sammlung
Laufzeit 1917-2011
13 Archivkartons
Unverzeichnet

Paul Zech (1881–1946)

Schriftsteller

Bewegte, nicht lückenlos verifizierbare Biografie, u.a. als Bergarbeiter in Belgien. Durch Kontakte mit Else Lasker-Schüler 1912 Umsiedlung von Wuppertal nach Berlin. Mit 30 Gedichtbänden und 28 Dramen einer der produktivsten Dichter seiner Zeit. Übersetzer der Werke von Rimbaud und Villon als teilweise freie Nachdichtungen. 1918 Kleist-Preis mit Leonhard Frank. 1933 Emigration über Prag und Paris nach Argentinien.
Stark angereicherter Teilnachlass
Laufzeit: 1903–1991
4 Archivkartons
Verzeichnet
Findbuch vorh.
Weitere Überlieferung: Archiv der Akademie der Künste, Berlin; Deutsches Literaturarchiv, Marbach; Stadt- und Landesbibliothek Dortmund; Stadtbibliothek Wuppertal

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