Stadtentwässerung Dortmund
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PHOENIX See

Natur und Umwelt

Wasserqualität

Die Emschergenossenschaft legt der Stadt Dortmund im Jahresturnus jeweilig einen Monitoring-Bericht zur Gewässergüte des PHOENIX Sees vor, zuletzt für das Wasserwirtschaftsjahr 2021.

Im Ergebnis sind die ökologischen Auswirkungen des Starkregenereignisses im Juli 2021, bei dem der PHOENIX See seiner wichtigen Hochwasserschutzfunktion für die unterliegenden Siedlungsbereiche vollumfänglich gerecht geworden ist, unverkennbar. Der Eintrag von Nährstoffen durch den Abschlag der Emscher in den PHOENIX See führte zu einem vermehrten Phytoplankton-Wachstum und zu einer veränderten Zusammensetzung der Phytoplankton-Lebensgemeinschaft sowie teilweise reduzierten Sauerstoffkonzentrationen und infolgedessen zu einer zeitweisen Verschlechterung des ökologischen Zustands nach Europäischer Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Zwischenzeitlich hat sich jedoch die biologische Wasserqualität durch einen Abbau der Nährstoffe, insbesondere über die nahezu flächendeckend am Seegrund beheimatete Armleuchteralge, wieder deutlich verbessert.

Bei den chemischen Untersuchungen wurden weiterhin keine Hinweise auf den Eintrag von Stoffen aus stahlwerkstypischen Altlasten gefunden.

Ferner hat sich die Lebensgemeinschaft der wirbellosen Tiere positiv entwickelt. Der PHOENIX See hat sich mittlerweile zu einem wichtigen Lebensraum für aquatische Wirbellose entwickelt und leistet somit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und der Förderung der Artenvielfalt.

Zusammenfassend ist erfreulicherweise festzustellen, dass der PHOENIX See in seiner nunmehr 10-jährigen Entwicklungszeit sowohl die aus klimatischer und hydrologischer Sicht extremen Jahre 2018 und 2019 sowie den Hochwassereinstau im Juli 2021 auch in Bezug auf die Wasserqualität gut bewältigt hat.

Bericht

Phosphat-Eliminationsanlage

Phosphat-Eliminationsanlage
Bild: Stadtentwässerung
Phosphat-Eliminationsanlage
Bild: Stadtentwässerung

Zum Erhalt der hervorragenden Wasserqualität, hier insbesondere auch für den Fall, dass der PHOENIX See als Rückhalteraum für ein Emscher-Hochwasser genutzt werden sollte, wurde am Nordwest-Rand des PHOENIX Sees eine in dieser Dimension Deutschland weit einzigartige technische Anlage installiert, welche auf rein physikalischem Wege (Adsorption an Eisenhydroxid-Granulat) Nährstoffe, allen voran Phosphor, aus dem Seewasser herausfiltert.

Das komplette Seevolumen von rd. 600.000 m³ kann so innerhalb eines Jahres über die Filterstufe der Anlage geführt werden.

Die Phosphat-Eliminationsanlage wird durch die Emschergenossenschaft im Auftrag der Stadt Dortmund betrieben.

Flora und Fauna

Seebepflanzung
Bild: Stadtentwässerung
Schilfgürtel
Bild: Stadtentwässerung

Experten des NABU haben dem PHOENIX See bereits im Jahr 2012, also gerade einmal zwei Jahre nach Fertigstellung, bezogen auf die die Dortmunder Gewässer die größte Artenvielfalt in puncto Wasservögeln bescheinigt.

Die detaillierte Erhebung der Vogelkundler am GEO-Tag der Artenvielfalt am 14.06.2014 erbrachte für den PHOENIX See und die begleitende Emscher konkret 46 Vogelarten. So begegnet der Besucher zahlreichen Arten wie Reihern, Enten, Haubentauchern, Möwen, Blässhühnern und dem in seinem Bestand bedrohten Flussregenpfeiffer, bisweilen auch dem Eisvogel.

Die Population an Kanada- und Wildgänsen einschließlich Jungtiere beläuft sich je Saison derzeit auf rd. 60-70 Exemplare. Deren weitere Entwicklung wird durch die Stadtentwässerung in Abstimmung mit den zuständigen Behörden intensiv beobachtet.

Ein wichtiges Brutrevier stellt der seeumspannende Schilfgürtel dar, der mehr als die Hälfte der Uferlinie von gut 3 km säumt. Dort finden auch die zahlreichen Fische im See einen Laichplatz.

Auf dem Boden des PHOENIX Sees wurden in Teilbereichen Inititalbepflanzungen mit der sogenannten Armleuchteralge vorgenommen. Die Armleuchteralge bildet niedrigflorige Pflanzenteppiche aus und verdrängt somit gleichzeitig sehr effizient hochwachsende, den Bootsverkehr ggf. beeinträchtigende Wasserpflanzenarten (z.B. "Wasserpest"). Mehr als 90 % des Seegrunds sind aktuell von der Armleuchteralge in Beschlag genommen. Die Kontrolle der weiteren Entwicklung der Unterwasserfauna erfolgt über ein eigenständiges Wasserpflanzenmanagement.

Wasserpflanzenmanagement

Reinigung des Sees
Bild: Stadtentwässerung
Entnahme von Wasserpflanzen
Bild: Stadtentwässerung

Der Besatz des PHOENIX Sees mit Wasserpflanzen und die Beobachtung von deren Entwicklung erfolgt seit Seeflutung über Tauchgänge von für die Stadt Dortmund beratend tätigen Biologen. Dabei konnte das Ziel der Experten, der erwünschten Armleuchteralge einen wichtigen Startvorteil zu verschaffen, mehr als erreicht werden. Auf großen Teilen des Seegrundes hat sich diese Pflanzenart in kurzer Zeit flächig ausgebreitet.

Dennoch sind, mutmaßlich durch Wasservögel eingetragen, örtlich auch höher wachsende Wasserpflanzenarten (z.B. Tausendblatt) zu verzeichnen, welche aber augenblicklich keinerlei Probleme bereiten. Im Übrigen übernehmen sämtliche Wasserpflanzen als Teil des "Ökosystems PHOENIX See" die wichtige Aufgabe der Nährstoffbindung und Wasserfilterung und sind somit Garant für die hervorragende Wasserqualität des Sees.

Im Zuge der arbeitstäglichen Bewirtschaftung der Wasserfläche durch die Mitarbeiter der Stadtentwässerung, Betrieb PHOENIX See, werden aufschwimmende bzw. ans Ufer angetriebene Wasserpflanzenteile, vorwiegend unter Verwendung des städtischen Betriebsbootes sowie eines speziellen Amphibiengerätes, aufgenommen und einer Verwertung (Kompostierung) zugeführt. Diese Biomasseentnahme ist integraler Bestandteil der Nährstoffregelung des Sees als Voraussetzung für dessen gute Wasserqualität.

Emscheraue und Hochwasserschutz

Bachlauf
Bild: Stadtentwässerung
Bachlauf
Bild: Stadtentwässerung

Im Zuge der Realisierung der PHOENIX See - Idee wurde auch die rd. 100 Jahre in ca. 8 m Tiefe unterhalb des Stahlwerksgeländes geführte Emscher an das Tageslicht zurück geholt.

Die renaturierte Emscher verläuft heute in unmittelbarer nördlicher Nachbarschaft zum See in einer teils bis zu 35 m breiten Gewässeraue mit mäandrierender Gewässerführung. Die hierdurch entstandene Gewässerlandschaft in einer Größenordnung von rd. 12 ha befindet sich im Eigentum der Emschergenossenschaft, die auch für die Unterhaltung des Fließgewässers Emscher verantwortlich zeichnet. Die Emscheraue zeichnet sich bereits innerhalb weniger Jahre durch eine hohe Artenvielfalt von Flora und Fauna aus.

Bisweilen ist in dem Abschnitt entlang des PHOENIX Sees sogar der Eisvogel anzutreffen, der in der klaren Emscher ausreichend Nahrung in Form kleinerer Fische findet.

Nicht zuletzt um dramatische Hochwasserereignisse Emscher abwärts vermeiden zu helfen, fungiert der PHOENIX See auch als Hochwasserrückhalteraum für die Emscher. Bei extremer Hochwasserführung der Emscher wird hierzu eine Teilmenge in den See abgeschlagen und dort zwischengespeichert.

Die Mengenbewirtschaftung unter Einbeziehung umliegender Hochwasserrückhalteräume obliegt dabei der Emschergenossenschaft. Der PHOENIX See ist somit integraler Bestandteil des Hochwasserschutzes in Dortmund.

Bewirtschaftung

Überarbeitung der Gehwege
Bild: Stadtentwässerung
Bild: Stadtentwässerung

Die Bewirtschaftung des Gewässers sowie der ufernahen Grünanlagen einschließlich der Landschaftsbauwerke entlang der Bundesstraße B 236 ist Aufgabe der Stadtentwässerung, Betrieb PHOENIX See. Im konkreten Fall der Gewässerunterhaltung, hierzu gehört insbesondere der Betrieb der Phosphat-Eliminationsanlage sowie die Kontrolle der Wasserqualität, wird die Stadt Dortmund von der Emschergenossenschaft unterstützt.

Bei der Bewirtschaftung des Gewässers bildet das Wasserpflanzenmanagement eine zentrale Rolle. Des Weiteren werden durch die Stadtentwässerung kontinuierlich Kontrollen der technischen Einrichtungen am See vorgenommen und die Wasseroberfläche sowie der Seegrund vom städtischen Betriebsboot aus sowie unter Einsatz eines speziellen Amphibiengerätes von Unrat befreit.

In den umliegenden städtischen Grünanlagen und Seeuferparks erfolgt unter Regie der Stadtentwässerung eine arbeitstägliche Kontrolle und Reinigung, um den Besuchern des Sees jederzeit einen möglichst angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen.

Zu den Aufgaben der Stadtentwässerung gehört in diesem Zusammenhang auch die Unterstützung des Grünflächenamtes bei erforderlichen Grünpflegemaßnahmen und die Durchführung kleinerer Reparaturen an Wegen und Mobiliar.

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