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Stadtentwicklung

Bis zu 150 neue Wohnungen im Quartier Kronenburg geplant

Der Kronenturm ist ein Wahrzeichen in der östlichen Innenstadt – nun soll er als Wohnturm neu entstehen. Mit ihm wächst das Quartier Kronenburg mit insgesamt rund 150 Wohnungen, Gastronomie, kleinen Läden und Büros. Der „Bauturbo“ soll das Projekt nun beschleunigen.

Der Kronenturm steht seit knapp drei Jahrzehnten verlassen – doch er ist ein Wahrzeichen in der östlichen Innenstadt und bezeugt, dass dort der Hauptsitz der früheren Kronen-Brauerei war. An den Plänen zur Umgestaltung in einen Ort für Wohnen arbeitet die LINIM-Gruppe schon seit mehr als einem Jahr. Die Planungen wurden inzwischen weiterentwickelt, und auch der Gestaltungsbeirat hat ein zweites Mal über die Pläne geschaut.

Baupläne mussten angepasst werden

Bild: Stadt Dortmund
Der markante Kronenturm gibt dem Quartier Kronenburg sein Gesicht - er wird neu aufgebaut.
Der markante Kronenturm gibt dem Quartier Kronenburg sein Gesicht - er wird neu aufgebaut.
Bild: Stadt Dortmund

Sie wurden auch deshalb modifiziert, weil die Untersuchungen zur Bausubstanz ergeben hatten, dass nur Teile des alten Wenkershauses erhalten werden können. Der Kronenturm muss zurückgebaut werden, soll aber in gleicher Kubatur als Wohnturm mit 19 Geschossen für 66 Wohnungen nach aktuellem Stand komplett neu entstehen. Ein Highlight im Wortsinn wird ein nutzbarer Dachgarten, der von einer Krone umrahmt wird. „Der Kronenturm wird aufgrund des geplanten Dachgartens um fünf Meter höher, ansonsten bleiben die Konturen gleich", so Baudezernent Stefan Szuggat. "In der Projektentwicklung für das Gesamtareal war lange Zeit die Erwägung Gegenstand der Planung, komplett alle drei Gebäude zu erhalten. Das ist aus statischen Gründen nicht möglich. Es ist soweit, dass das Sudhaus und Wenkersgeäbude gar nicht mehr betreten werden, so dass bis auf die ersten drei Etagen abgetragen", erläutert Baudezernent Stefan Szuggat.

Vorhandene Gebäude werden aufgestockt

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Ein siebengeschossiger Neubau entsteht im Quartier Kronenburg.
Ein siebengeschossiger Neubau entsteht im Quartier Kronenburg.
Bild: Stadt Dortmund

Unter-, Erd- und erstes Obergeschoss des Wenkers-Gebäudes sollen erhalten und um zwei Geschosse auf insgesamt sieben Vollgeschosse aufgestockt werden. Das ehemalige Sudhaus wird neu gebaut und dabei in der Fläche nach Norden und Westen erweitert. Außerdem wird es künftig fünf Vollgeschosse haben. Die beiden Backsteingebäude sieht das beauftragte Büro „RKW Architektur +“ als Einheit. Im Unter- und Teilen des Erdgeschosses ist vor allem Gastronomie vorgesehen. Insgesamt ist im Sud- und Wenkershaus Platz für 39 Wohnungen, darunter auch einige im Townhouse-Stil mit eigenem Eingang und Garten. „Die Strukturen der Gebäude Kronenturm, Wenkersgebäude und Sudhaus bleiben teilweise erhalten. Das Kellergewölbe des Wenkersgewölbe soll wieder in eine Gastronomie verwandelt werden und die Bestandsgebäude im oberen Geschoss des Sudhaus und des Wenkersgebäude werden dann abgebaut und neu wieder aufgebaut", so Szuggat.

Ein weiterer Neubau ist direkt an der Märkischen Straße geplant: Unmittelbar südlich des Kronenturms soll ein Gebäude mit sieben Geschossen entstehen, das mehrere Nutzungen miteinander kombiniert, darunter 32 Wohnungen. Das bestehende L-winklige Wohngebäude an der Kronenstraße, das ebenfalls im Besitz der LINIM-Gruppe ist, bekommt am kurzen Winkel im Osten einen Anbau mit acht Wohnungen, sodass die bestehende Brandwand entfällt und einen Abschluss mit gestalteter Fassade erhält.

Zur Märkischen Straße bekommt das Gebäudeensemble einen gestalteten Vorplatz, auch zwei weitere begrünte Innenhöfe sind vorgesehen. „Es wird einen geschlossenen Innenhof geben, der begrünt ist." Die neue Tiefgarage wird an die beiden vorhandenen Tiefgaragen angeschlossen und teilt sich eine gemeinsame Ein- und Ausfahrt an der Kronenstraße.

Die ehrgeizigen Pläne weichen in vielen Punkten vom 25 Jahre alten Bebauungsplan für das Gelände ab. Die Stadtverwaltung begrüßt die Pläne, gerade weil über 90 Prozent Wohnen vorgesehen ist. Sie möchte die Abweichungen vom Bebauungsplan genehmigen und schlägt dem Rat der Stadt nun vor, auf ein aufwändiges Verfahren zur Änderung des Bebauungsplans zu verzichten und stattdessen das Projekt mit dem Bauturbo zu beschleunigen. „Die Fläche dort ist dann komplett erschöpft“. Mit der Anwendung der neuen Bauturbo-Regelung soll der Umbau und die Entwicklung des Kronenburgviertels weiter unterstützt werden", erkläutert Szuggat.

Schneller dank „Bauturbo“

Der Bauturbo ist ein neues Instrument im Baugesetzbuch, mit dem Wohnungsbauprojekte auch in Abweichung von Bebauungsplänen genehmigt werden können. Die Entscheidung soll noch in diesem Monat fallen, zunächst in der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost (16. Juni) und schließlich im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen (24. Juni).

Die Planungsverwaltung hat zusammen mit dem Investor in intensiven Abstimmungsgesprächen auf dieses Ziel hingearbeitet und die für die Anwendung des Bauturbos erforderlichen Vorarbeiten vorgenommen. Dazu zählt auch eine Prüfung möglicher Umweltauswirkungen. Wenn die Ratspolitik grünes Licht für das Quartier Kronenburg gibt, wird die Verwaltung die Bauvoranfrage positiv beantworten und einen städtebaulichen Vertrag mit dem Investor schließen, der die Absprachen und die Grundzüge des Projekts enthält. Im späteren Baugenehmigungsverfahren werden dann die Details geklärt. Ziel des Bauherrn ist es, bis Ende des Jahres die Bauanträge einzureichen. „Im Jahr 2027 kann mit den ersten Entkernungsmaßnahmen begonnen werden“, sagt Baudezernent Szuggat.

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