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Internationale Beziehungen

Dortmund feiert USA@250 mit vielen Highlights und großer Unterstützung

Stadt und TU Dortmund feiern „250 Jahre USA“. Das „Experiment Demokratie“ findet viel Unterstützung: Rund 40 Akteure aus Kultur, Bildung, Freizeit, Wissenschaft und Verwaltung engagieren sich für die Stärkung transatlantischer Beziehungen. Ein Jahr lang setzen sie sich bewusst mit der Krise einer der ältesten Demokratien der Welt auseinander.

Am 4. Juli feiern die USA ein Vierteljahrtausend Unabhängigkeit, denn 2026 heißt es zum 250. Mal: „Happy Independence Day!“. „250 Jahre seit der Unterzeichnung der amerikanischen Unabhängigkeit – ein Meilenstein, der für Freiheit und Demokratie steht und über Kontinente hinweg verbindende Werte symbolisiert“, erklärt Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti. Das aus diesem Anlass zusammengestellte Programm liest sich wie ein Paukenschlag für die Demokratie und ist ein klarer Beweis für eine tiefsitzende Überzeugung, dass Zusammenhalt keine Grenzen hat.

Demokratie verbindet

In seinem Grußwort definiert TU-Rektor Manfred Bayer Demokratie als den „Traum von Gerechtigkeit und Gleichheit, der nach Martin Luther King Jr. nach Realisierung strebt“ und betont abschließend: „Die Vereinigten Staaten haben Deutschland nach 1945 die Demokratie nicht geschenkt, sondern uns eingeladen, sie gemeinsam weiterzuentwickeln. Sie inspirierten und halfen uns beim Aufbau einer neuen Gesellschaft in Deutschland und ganz Europa und überdauerten auch Rückschläge und Krisen.“ Daran wollen die TU Dortmund und die Stadt 2026 mit einem umfangreichen Programm erinnern.

TU-Rektor Manfred Bayer

Die Vereinigten Staaten haben Deutschland nach 1945 die Demokratie nicht geschenkt, sondern uns eingeladen, sie gemeinsam weiterzuentwickeln.

Eine lange Historie der Beziehungen

Viele Akteure aus Bildung, Kultur, Wissenschaft und Wissenschaft treffen sich an der Büffel-Statue.
Viele Akteurinnen und Akteure aus Bildung, Kultur, Wissenschaft und Wissenschaft haben Beiträge für das Programmheft beigesteuert. Zur Programmveröffentlichung an der Büffelstatue - ein Geschenk der Partnerstadt Buffalo - trafen sich Programmbeteiligte und Redaktionsmitglieder.

Für Stadt und TU Dortmund stand schon lange fest, „250 Jahre USA“ zu feiern – gibt es doch viele Gemeinsamkeiten und eine lange Historie zwischen Dortmund und den Vereinigten Staaten. Ein ganzes Jahr lang schauen Stadt und Universität in die Vergangenheit, betonen Verbindendes und arbeiten Gemeinsamkeiten heraus. „America 250 is not just a reflection of the past – it is a launchpad for the future”, sagt die US-Generalkonsulin Preeti V. Shah (zu deutsch: „,America 250 reflektiert nicht nur die Vergangenheit, sondern ist eine Startrampe in die Zukunft.“)

Ein Jahresprogramm mit über 80 Einzelbeiträgen liegt inzwischen vor, kuratiert von einem interdisziplinären Projektteam unter Beteiligung des städtischen Hochschul- und Wissenschaftsbüros, des Büros für internationale Beziehungen, der Kulturbetriebe sowie der TU Dortmund. Die Veranstaltungen wurden eigens für diesen Zweck konzipiert bzw. wegen ihres USA-Bezugs für dieses Programm ausgewählt.

Ob Konzert oder Lesung, botanische Führung, Kochkurs, Comedy oder kritische Diskussionsrunde, auf dem Campus oder in der Stadt. „Die kulturellen Differenzen zwischen den USA und Europa nehmen zu“, sagt Konzerthaus-Intendant Raphael von Hoensbroech zu den Herausforderungen, den programmatischen Schwerpunkt „250 Jahre USA“ zu kuratieren. „Für uns bedeutet das, Verbindendes zu feiern und sich zugleich kritisch mit dem jeweiligen Verständnis von Freiheit auseinanderzusetzen.“

OB Alexander Kalouti vor dem Rathaus der Stadt Dortmund
Alexander Kalouti
Oberbürgermeister der Stadt Dortmund
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Unsere Partnerschaften mit amerikanischen Städten und Institutionen fördern Innovation und tragen dazu bei, globale Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.

Einige Highlights

  • Das Konzerthaus Dortmund präsentiert einen differenzierten Programmschwerpunkt zum Thema und wird dabei große amerikanische Stimmen wie Joyce DiDonato und Gregory Porter, weltweit gefeierte Orchester wie das Chicago Symphony Orchestra und das Jazz at Lincoln Center Orchestra sowie indigene Musik auf die Bühne bringen.
  • Der Dortmunder schauraum: comic + cartoon zeigt, wie 250 Jahre USA „zwischen Comicbuchseiten“ entstehen. Anlässlich des 80. Jahrestags des ältesten Comic-Cowboys der Welt gibt es Ausstellungen, Lesungen, Screenings und sogar einen Comic-Streit, der sich mit Lucky Luke und anderen (Anti-)Helden der amerikanischen Comic-Kultur beschäftigt.
  • Das Theater Dortmund steuert Programmhighlights wie die Produktionen von „Grease“ und das „Stummfilmkonzert Charlie Chaplin: The Kid“ zum Jahresprogramm bei.
  • In ihrem Konzert „America!“ spielen die Dortmunder Philharmoniker Seite an Seite mit dem Jugendorchester DOJO. Im Fokus stehen Stücke berühmter US-Komponisten wie George Gershwin, aber auch von Florence Price, der ersten Schwarzen Frau, deren Musik im Jahr 1933 von einem der fünf großen US-amerikanischen Orchester aufgeführt wurde.
  • Die USA im Fokus von Bildung und Kultur ist das Motto einer großen Veranstaltungsreihe der Dortmunder VHS. Mit Beiträgen aus Journalismus, Politik, Wissenschaft und der Unterhaltungsbranche bietet die VHS im ersten Halbjahr ein dichtes Angebot.

Viele Stimmen kommen zu Wort

Dazu kommen viele weitere Ausstellungen, Performances, Workshops und Filmabende. Die Liste der beteiligten Einrichtungen ist lang, insgesamt steuern rund 40 Partner Programmpunkte bei. Darunter sind auch die Fachhochschule Dortmund, die Auslandsgesellschaft, das Literaturhaus Dortmund, die Stadt- und Landesbibliothek, der Zoo, das Keuning.haus sowie Museen, Kinos und Sportvereine. Darüber hinaus haben mehrere Partner wie der BVB oder Wilo redaktionelle Beiträge zu ihren USA-Beziehungen beigesteuert.

„Wir freuen uns, wenn viele Menschen sich mit ihrer Sicht beteiligen“, sagt Angela Märtin, Wissenschaftsreferentin der Stadt Dortmund, die das Programm zusammen mit ihrem universitären Gegenüber, dem Amerikanistik-Professor Walter Grünzweig, koordiniert. „Genauso vielseitig und vielschichtig wie die US-amerikanische Kultur sind auch die Dortmunder Perspektiven – wir möchten viele verschiedene Stimmen zu Wort kommen lassen.“

Portrait Martin van der Pütten
Martin van der Pütten
Leiter Internationale Beziehungen der Stadt Dortmund
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Städte sind der Hort von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Dortmunder Beziehungen in die USA

Zu sehen ist der Buffalo-Bison am Platz von Buffalo
Der Buffalo-Bison am Platz von Buffalo – ein Geschenk der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Buffalo zur 1.100 Jahrfeier der Stadt Dortmund.

Viele Beziehungen mit den USA erwuchsen aus der Kooperation zwischen der Stadt Dortmund und der Universität. „Unser studentisches Austauschprogramm mit den USA, für dessen Gestaltung die TU Dortmund mit einem nationalen Lehrpreis ausgezeichnet wurde, ist eines der größten Deutschlands und ermöglicht gemeinsames Lernen von deutschen und US-amerikanischen Studierenden“, so Prof. Dr. Manfred Bayer, Rektor TU Dortmund.

„Unsere Partnerschaften mit amerikanischen Städten und Institutionen fördern Innovation und tragen dazu bei, globale Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Sie zeigen, wie wichtig es ist, Kontakte zu pflegen, Vielfalt zu leben und gemeinsam für eine friedliche, nachhaltige Zukunft einzutreten“, so Oberbürgermeister Alexander Kalouti.

Die Stadt Dortmund ist seit 1978 mit Buffalo im Staat New York verbunden. Austausche zwischen Jugendlichen und Studierenden sind wichtig – aber nur ein Teil der gelebten Städte-Diplomatie: „Gerade jetzt schlägt die Stunde der Städte-Diplomatie“, sagt Martin van der Pütten, Leitung Internationale Beziehungen der Stadt Dortmund. „Städte sind der Hort von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Durch die enge internationale Zusammenarbeit und die vielfältigen Beziehungen untereinander sind Städte unverzichtbar für die künftige Transformation, die Stärkung von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Es gibt in Deutschland über 200 Städtepartnerschaften mit den USA – sie können und müssen ein Bollwerk gegen antidemokratisches Wirken sein.“

Mit Oklahoma City, Seattle, Montgomery County und Pittsburgh arbeitet die Stadt Dortmund in Projektpartnerschaften und globalen Netzwerken eng zusammen – mit Pittsburgh schon seit über 20 Jahren. Beide Städte verbindet ihre postindustrielle Geschichte. 2021 unterzeichneten beide Städte eine Innovationspartnerschaft, vor allem zur Zusammenarbeit im Klimaschutz.

Was feiern die USA am 4. Juli?

Formaler Anlass des Jubiläums ist die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von ihrem englischen Mutterland. Die „Declaration of Independence“ formulierte die aufklärerischen Grundsätze der Gleichheit der Menschen und der Demokratie.

„Der US-amerikanische Autor Walt Whitman sprach 1871 vom ‚Experiment Demokratie‘, die man bewahren und erneuern, ja für sie kämpfen muss“, erklärt Walter Grünzweig, Professor für Amerikanistik an der TU Dortmund. Als Student erlebte Grünzweig 1976 die Feiern zum 200. Geburtstag der Vereinigten Staaten. Fünfzig Jahre später koordiniert er nun zusammen mit der Stadt Dortmund die Beiträge von Stadt, Kultur und Wissenschaft. „Das Projekt versteht sich als Geburtstagsgeschenk und Zeichen der Verbundenheit zu einem gemeinsamen demokratischen Experiment, das wir nie als abgeschlossen wahrnehmen dürfen“, freut sich Grünzweig auf ein Jahr voller Paukenschläge.

Weitere Informationen zur Zusammenarbeit von Stadt und Wissenschaft und zum Projekt „USA@250“ gibt es auf der Website des Masterplans Wissenschaft unter masterplan-wissenschaft.de und unter dortmund.de/usa250.

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