Stadt Dortmund Wappen
Newsroom

Kultur

Künstler schenkt dem Museum Ostwall im Dortmunder U zwei zeitkritische Bilder

"Neue Heimat" (1974) und "Wartezone - oder - Das Glück der Paragrafen" (1979) ziehen aus dem Bielefelder Künstleratelier von Willi Kemper ins Dortmunder MO.

Bild: Stadt Dortmund / Silke Hempel
Willi Kemper zusammen mit Regina Selter und Dr. Nicole Grothe vom Museum Ostwall.
Künstler Willi Kemper zusammen mit Museumsdirektorin Regina Selter (rechts) und Sammlungsleiterin Dr. Nicole Grothe (links). Zwei Bilder ziehen in die Sammlung: "Neue Heimat" (links) und "Wartezone - oder - Das Glück der Paragrafen."
Bild: Stadt Dortmund / Silke Hempel

Willi Kemper ist zufrieden, als er auf seine Bilder im Museum Ostwall blickt. "Ich habe den Eindruck, dass die Bilder durch den Wechsel für mich gewachsen sind", sagt er. Einige seiner Werke sind schon Teil der Sammlung. "Die große Wand" (1989/81) war sogar in der letzten Sammlungspräsentation "Body & Soul. Denken, Fühlen, Zähneputzen" bis zum Anfang dieses Jahres ausgestellt. Das hatte Willi Kemper gesehen und sich entschieden, dem Museum zwei weitere Werke zu übergeben. "Ich will meine Bilder gut unterbringen", so der 79-Jährige.

Die Werke seiner radikal realistischen Phase zeigen seine Auseinandersetzung mit den Themen dieser Zeit. Die graue Plattenbau-Tristesse des Werkes "Neue Heimat" ist seine Reaktion auf den Wohnungsbau Clarenberg in Hörde, das zweite Bild zeigt den schmucklosen Vorraum des Dortmunder Arbeitsamts und spielt auf die Arbeitslosigkeit an.

Erinnerung an die "Dortmunder Sezession"

Willi Kemper ist ein kritischer Künstler. In den 1970ern war er politisch und künstlerisch aktiv in der "Dortmunder Sezession", einer Künstlerbewegung, die für viel Öffentlichkeit gesorgt hat. Sein Atelier hatte er in der Dortmunder Stahlwerkstraße. Überregionale Zeitungen und der WDR berichteten damals über die kritischen Ausstellungen der Künstler*innen. Kemper versteht sich heute noch als "Achtundsechziger".

Nur ausgewählte Bilder regionaler Künstler*innen schaffen es in die Sammlung - das Museum Ostwall geht sehr zielgerichtet vor, um den Sammlungsbestand sinnvoll zu erweitern. Die beiden neuen Gemälde wurden vor allem wegen ihres lebensnahen Bezugs, aber auch wegen ihrer gesellschaftlichen Aktualität ausgewählt. "Diese Bilder wirken zeitlos, und ihre Themen sind auch heute noch aktuell", so Dr. Nicole Grothe, Sammlungsleiterin des MO. Besonders der Blick aus der steril wirkenden Wohnung auf die graue Häuserfassade in dem Bild "Neue Heimat" könnte auch heute entstanden sein. Es wirkt nüchtern und drückt Einsamkeit aus. "Es schafft Erzählung auf ganz subtile Weise", sagt die Direktorin des Museum Ostwall, Regina Selter.

Angeboten hatte Willi Kemper dem Museum eigentlich andere Bilder, aber er hat die beiden realistischen Werke auf Nachfrage dann gerne hergegeben, sagt er. Vielleicht kann er auch diese Bilder bei einem Museumsbesuch wiedersehen, wie schon im vergangenen Jahr "Die große Wand". Denn das Museum zeigt seine Sammlung in wechselnden Präsentationen unter speziellen Themen. So ist im Moment in der Ausstellung "Kunst - Leben - Kunst" zu sehen, was die Kunst im Museum Ostwall mit unserem Alltagsleben zu tun hat. Die nächste Sammlungspräsentation ist für das Jahr 2026 geplant. Willi Kemper will auf jeden Fall wieder vorbeischauen. Denn der Bielefelder Künstler ist dem Museum in seiner ehemaligen Heimat noch immer sehr verbunden, sagt er.

Museum Ostwall

Schlagwörter

Kultur & Freizeit

Weitere Nachrichten

Mehr Nachrichten
Sommer am U bringt mit Musik, Kultur und Begegnung das Sommergefühl zurück
Mo 1. Juni 2026
Auf dem Platz vom Dortmunder U steht ein DJ-Pult, viele Menschen tanzen rundherum.
Bild: Matthias Spruch
Überraschende Funde: Archäologen finden mehr Spuren als erwartet
Mo 1. Juni 2026
Mitarbeiter bei der Ausgrabung
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
„Dortmund gemeinsam!“: Über 100 Aktionen am Freitag und Samstag
Do 28. Mai 2026
Drei Männer und eine Frau spielen am Tischkicker. Zwei weitere Personen schauen zu.
Bild: Grubenglück GmbH
Beste Laune, bestes Wetter: 420 Menschen begleiteten die dritte Etappe der „63%-Wanderung“
Mi 27. Mai 2026
Gruppe bei der 63 Prozent Wanderung im Wald
Bild: Stadt Dortmund/Leopold Achilles
Website und App zur kommenden Ausstellung „KONSUM“ im MKK sind jetzt online
Mi 27. Mai 2026
Bild: MKK / Jürgen Spiler
„Schaustelle Baustelle“: Westfalenpark lädt zu einer Tour zu den Bauprojekten
Mi 20. Mai 2026
Eine Luftaufnahme von einer Baustelle im Westfalenpark
Bild: Dennis Bader
Grundgesetz statt Goethe: Schauspieler lesen im Rathaus aus dem Grundgesetz vor
Di 19. Mai 2026
Monika Bujinski und Andreas Weißert halten das Grundgesetz in der Hand.
Bild: U. Weißert
Mit Weltstar Villazón: Oper Dortmund inszeniert Wim-Wenders-Meisterwerk
Mo 18. Mai 2026
Ronaldo Villazon im Portrait.
Bild: Wolfgang Lienbacher
Online-Abstimmung: Dortmunds neue Titanenwurz heißt „Titania“
Mo 18. Mai 2026
Die Titanenwurz "Titania" ist im Tropenhaus des Botanischen Gartens zu finden.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Jetzt anmelden für Flo(h)rian: Im Juni wird im Westfalenpark wieder getrödelt
Fr 15. Mai 2026
Ein Weg im Westfalenpark ist mit Trödelständen gespickt.
Bild: Stadt Dortmund
„Human Footprint“ im Naturmuseum Dortmund: Satellitenbilder zeigen Spuren des Menschen
Fr 15. Mai 2026
Kuratiert wird die Ausstellung von Dr. Oliver Adrian und Volontärin Lucie Baltz.
Bild: Stadt Dortmund / Sabrina Richmann
Kulturgenuss unter freiem Himmel - Westfalenpark startet mit der „Seebühne am Sonntag“
Mi 13. Mai 2026
Die Seebühne am Buschmühlenteich mit Publikum und einem Ensemble auf der Bühne vor grüner Waldkulisse.
Bild: Phillip Ramfort
Neue „vhs-Schlossküche“ im Haus Rodenberg lädt zum Schlemmen und Lernen ein
Mi 13. Mai 2026
Haus Rodenberg
Besucher füttert Löwen im Zoo Dortmund: Darum ist das eine schlechte Idee
Fr 8. Mai 2026
Ein männlicher Löwe, liegend im Gras.
Bild: Zoo Dortmund
Top-Standort für Messen, Kongresse, Events: Dortmund baut die Westfalenhallen der Zukunft
Mi 6. Mai 2026
Animation Eingang Süd Westfalenhallen
Bild: Westfalenhallen