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Neubau auf der EAE-Fläche: Wie groß wird das Schulquartier Hacheney?

Dortmund steht vor einer wichtigen Entscheidung: Bis zum Schuljahr 2027/28 müssen zusätzliche Plätze an weiterführenden Schulen geschaffen werden. Um den steigenden Bedarf zu decken, hat der Rat bereits ein neues Schulquartier in Hacheney beschlossen. In seiner Sitzung im Dezember soll er nun entscheiden, ob das Gelände vollständig zum Bildungscampus werden kann – oder ob bestehende Atriumgebäude erhalten bleiben.

Es geht um die Fläche an der Hacheneyer Straße, ein ehemaliger Schulstandort und später Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) für Geflüchtete. Damit die nötigen Schulplätze so schnell wie möglich zur Verfügung stehen, entsteht dort laut Ratsbeschluss zunächst ein Interimsgebäude in Modulbauweise. Dieser Bau bietet kurzfristig dringend benötigte Räume. Sobald der endgültige Schulstandort fertig ist, übernimmt das Interimsquartier eine neue Aufgabe: Es soll als Ausweichgebäude dienen – vor allem während großer Sanierungen an weiterführenden Schulen und Berufskollegs in ganz Dortmund.

Vorteile des Standortes

So spart die Stadt Zeit, Geld und Planungsaufwand. Denn künftige Bauprojekte können dann ohne Notlösungen in Zelten, Containern oder weiten Wegen organisiert werden. Der Standort punktet mit seiner Nähe zur Stadtbahnhaltestelle Hacheney. Jugendliche aus allen Stadtbezirken können ihn schnell erreichen. Die Fläche eignet sich zudem gut für mehrgeschossige Gebäude, ohne Anwohner zu beeinträchtigen. Dadurch lässt sich das Gelände effizient nutzen und gleichzeitig mehr Grün erhalten.

Atriumgebäude: Erhalt möglich, aber nicht empfehlenswert

Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Schulbau in Hacheney
In dem ehemaligen Schulgebäude war von 2011 bis 2016 eine Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) für Geflüchtete untergebracht.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Auf einem Teil der Fläche stehen leerstehende Atriumhäuser, für deren Erhalt aktuell ein Ratsbeschluss zur Prüfung vorliegt. Eine mögliche Wohnnutzung dieser Gebäude bleibt denkbar. Nach Einschätzung der Verwaltung bringt dieser Weg jedoch verschiedene Nachteile mit sich:

  • Die Schulfläche würde kleiner ausfallen und weniger flexibel nutzbar sein.
  • Ein unabhängiger Zugang zu Wohngebäuden wäre baulich aufwendig.
  • Für zukünftige Sanierungsarbeiten an Schulen müsste zusätzlich ein neuer Ausweichstandort gesucht und geplant werden.
  • Eventuell müssten mehr Baume gefällt werden, da das Baufeld stärker in bestehende Grünflächen rücken müsste.

Bei einem vollständigen Abriss könnte die Fläche effizienter bebaut werden, etwa durch mehrgeschossige Lösungen in der Hanglage. Dies würde mehr Freiraum schaffen, weniger Fläche versiegeln und Raum für eine Sporthalle sowie flexible Ausweichflächen sichern.

Damit ließe sich voraussichtlich ein weiterer Schulstandort im Stadtgebiet vermeiden – mit Einsparungen an Personal-, Planungs- und Baukosten.

Monika Nienaber-Willaredt
Monika Nienaber-Willaredt
Dezernentin für Schule, Jugend und Familie
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Wir sprechen uns für einen Gesamtkomplex in Hacheney aus, weil wir davon ausgehen, dass wir anderenfalls ein weiteres schulisches Ausweichquartier in Dortmund bräuchten. Diese Flächen sind schwierig zu finden.

Verwaltung empfiehlt Abriss – Entscheidung liegt beim Rat

Die Verwaltung spricht sich für eine vollständige schulische Nutzung des Geländes aus. Dies setzt voraus, dass der Rat den bestehenden Prüfauftrag zum möglichen Erhalt der Atriumgebäude zurücknimmt.

Der Rat entscheidet in der kommenden Sitzung darüber, ob die Fläche ausschließlich für Bildung genutzt wird oder ob weiterhin geprüft wird, die Atriumgebäude ganz oder teilweise zu erhalten.

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