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Positiv-Bilanz der Frostnächte: Notschlafstelle bleibt in Betrieb

Kälte killt. Für das vergangene Wochenende hatten die Wetterdienste für Dortmund strengen Nachtfrost mit Temperaturen bis zu minus 8 Grad Celsius angekündigt. Diese Bedingungen sind für wohnungslose Menschen lebensbedrohlich. Die Stadt reagierte unmittelbar im Vorfeld des Kältewochenendes.

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Robert Litschke, Leiter des Kommunalen Lagezentrums, zum Betrieb der Notschlafstelle Leuthardstraße.

Wichtigste Maßnahme: Die kurzfristige Einrichtung einer zusätzlichen Akut-Notschlafstelle für obdachlose Menschen in der Leuthardstraße am Burgwall. Der Betrieb der kurzfristig eingerichteten Notschlafstelle wird jetzt für die Wintermonate bis auf weiteres verlängert.

„Sofort und breit gefächert gehandelt"

Rückblickend stellt OB Kalouti fest: „Es ist wichtig zu betonen, dass wir als Stadt sofort und breit gefächert gehandelt haben.“ Dazu gehörte auch die gezielte Ansprache der Wohnungslosen mit dem Hinweis auf die neue Übernachtungsmöglichkeit sowie auf weitere Hilfsangebote.

Robert Litschke, Leiter des Lagezentrums, erläutert: „Kommunaler Odnungsdienst, Sozialarbeiter, aber auch die Dortmund Guides haben vor dem Kältewochenende die Werbetrommel für die neue Übernachtungsstelle gerührt und die Menschen, die sonst im öffentlichen Raum genächtigt haben, besonders anzusprechen. Die Öffnungszeiten von 19 Uhr am Abend bis 8:00 Uhr am Morgen passen so zu den Tages-Angeboten, die wir in der Innenstadt haben: das Café Flash, das Gasthaus und andere Einrichtungen. Und ich muss sagen, die Resonanz hat mich überrascht.“

Fazit des Kälte-Wochenendes

Das Fazit laut Robert Litschke: Mit großem Einsatz der beteiligten Fachbereiche gelang es bereits am Freitag durch direkte Kontaktaufnahme und über die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe viele Menschen zu erreichen, so dass bereits am Freitag 27 Personen (davon eine Frau) in der Leuthardstraße übernachtet haben. Samstagnacht haben 37 Personen (davon drei Frauen) und Sonntagnacht 38 Personen (davon fünf Frauen) dort genächtigt. An keinem der Tage traten größere Probleme auf, auch nicht im Umfeld der Notschlafstelle. Etwaige Auswirkungen auf bestehende Hilfsangebote und -einrichtungen lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilen.

Notschlafstelle bleibt in Betrieb

Bild: Stadt Dortmund / Martin Baumeister
Notschlafstelle Leuthardstraße
Die Notschlafstelle Leuthardstraße am Burgwall bleibt bis auf weiteres in Betrieb.
Bild: Stadt Dortmund / Martin Baumeister

Auch aufgrund dieser Positiv-Bilanz hat Oberbürgermeister Kalouti entschieden, die Notschlafstelle in der Leuthardstraße in den nächsten Wochen durchgehend geöffnet zu lassen. Geplant ist eine Öffnung bis Ende Februar, je nach Großwetterlage kann der Schließungstermin aber auch mittelfristig angepasst werden. Die „AG Campieren reduzieren“ wird das Projekt „Notschlafstelle Leuthardstraße“ laufend evaluieren und Vorschläge zum Schließungszeitpunkt machen.

Insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Hilfsangebot in der Treibstraße nicht umgesetzt werden kann und die Umsetzung der Einrichtung am Lütgenholz noch einige Wochen dauern wird, möchte Oberbürgermeister Kalouti das Angebot fortsetzen, um

  1. Wohnungslose Menschen vor gesundheitlichen Schäden zu bewahren und
  2. das Campieren in der City zu reduzieren.

Für die langfristige Finanzierung muss noch eine Lösung gefunden werden. Es entstehen täglich Kosten (für Reinigung und Sicherheitsdienst) von ca. 1.000 Euro.

Das bietet die Notschlafstelle

Den wohnungslosen Menschen wird in der Leuthardstaße die Möglichkeit geboten, in einem Saal im Erdgeschoss zu nächtigen. Der Saal wurde provisorisch räumlich in einen Frauen- und Männerbereich getrennt. Geöffnet ist von 19 Uhr bis 8 Uhr, wobei von 23 Uhr bis 7 Uhr Nachtruhe herrscht. Weitere Hilfs- oder Versorgungsangebote gibt es dort nicht. Es handelt sich lediglich um ein Angebot der Überlebenshilfe. Es wird per Aushang auf die bestehenden Versorgungs- und Hilfsangebote hingewiesen. Vor Ort befinden sich zwei Mitarbeitende eines Sicherheitsdienstes, die den Zugang regeln und für Ordnung sorgen. Zugangsbeschränkungen gibt es nicht, die Nutzer müssen sich auch nicht ausweisen.

Verbessertes Angebot an der Mergelteichstraße

Sozialdezernentin Frauke Füsers, die in der vergangenen Woche Streetworker begleitete und ebenfalls bei wohnungslosen Menschen für Hilfeangebote geworben hatte, weist noch einmal ausdrücklich auf das verbesserte Hilfsangebot der Container-Einrichtung an der Mergelteichstraße in Brünninghausen hin.

Seit Mitte Dezember ist die Einrichtung an der Mergelteichstraße mit Möglichkeit zum Tagesaufenthalt für die Betroffenen noch leichter und besser zu erreichen. Dazu zählen kostenlose ÖPNV-Tickets für die Menschen, die das Übernachtungs- und Aufenthaltsangebot annehmen möchten. Diese Fahrtkarten teilen die Streetworker*innen des Sozialamtes sowohl für die Hin- als auch für die Rückfahrt zum Beispiel in die City aus. Zudem wurde die Bettenzahl pro Zimmer in der Einrichtung in der Mergelteichstraße reduziert. In der Regel gibt es dort jetzt zwei Plätze pro Zimmer.

Stadt Dortmund handelt bei Frost: Zusätzliche Akut-Notschlafstelle zum Schutz obdachloser Menschen

Aufzeichnung der Pressekonferenz

Die aufgezeichnete Pressekonferenz nach der Sitzung des Verwaltungsvorstandes vom 13. Januar 2026 können Sie unter dortmund.de/live anschauen.

Schlagwörter

Soziales Sicherheit & Ordnung

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