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Vom Urlaub ins Erdbebengebiet: Dortmunder Feuerwehrfrau hilft bei Katastrophen

Die Dortmunder Feuerwehrfrau Leslie Saydak hilft in Venezuela nach dem verheerenden Erdbeben.

Eigentlich steckte Leslie Saydak mitten im Kletterurlaub in den Dolomiten, als ihr Handy Alarm schlug: Erdbeben in Venezuela. Für die Dortmunder Feuerwehrfrau stand sofort fest, dass sie helfen muss. Einen Tag später saß sie im Flugzeug – als Teil des @fire-Einsatzteams, das nach den verheerenden Erdstößen internationale Rettungsarbeit leistete.

Vom Urlaub direkt ins Einsatzgebiet

Bild: @fire
Die Feuerwehrfrau Leslie Saydak im Portrait.
Sie brach ihren Kletterurlaub ab, um in Venezuela zu helfen: die Dortmunder Feuerwehrfrau Leslie Saydak.
Bild: @fire

Hauptberuflich ist Leslie Saydak als Brandamtfrau bei der Dortmunder Feuerwehr im Bereich Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz und als Zugführerin tätig. Seit zehn Jahren ist die 30-Jährige bei der freiwilligen Feuerwehr aktiv, seit 2019 unterstützt sie zusätzlich @fire – Internationaler Katastrophenschutz Deutschland. Die gemeinnützige Hilfsorganisation besteht größtenteils aus ehrenamtlichen Feuerwehrleuten und Rettungskräften und leistet seit 2002 weltweit Nothilfe nach Naturkatastrophen. Als erste Organisation weltweit wurde sie von den Vereinten Nationen als „Light USAR Team" für Such- und Rettungseinsätze klassifiziert.

Als der Alarm aus Venezuela kam, brach Leslie Saydak gemeinsam mit einem Kollegen den Kletterurlaub ab und flog ins Einsatzgebiet. Mit an Bord: ein 26-köpfiges Team und drei Rettungshunde.

Systematische Suche unter Zeitdruck

Bild: @fire
Zwei Mitarbeitende von @fire stehen vor zerstörten Häusern im Erdebebengebiet von Venezuela.
Das Ausmaß der Zerstörung nach dem Erdbeben ist vor Ort noch einmal greifbarer als auf dem Bildschirm in Deutschland.
Bild: @fire

Vor Ort erkundete das Team systematisch die Schadensgebiete und priorisierte gezielt Einsatzstellen, an denen Überlebende vermutet wurden. Wie @fire später mitteilte, arbeitete das Team unter den Strukturen der internationalen Koordinierungsgruppe INSARAG und führte an priorisierten Einsatzstellen gezielte Such- und Ortungsmaßnahmen durch – unterstützt von Rettungshunden und technischem Ortungsgerät. „Wichtig ist die Priorisierung, wo eingesetzt werden soll, denn in der Regel gibt es zu viele Einsatzstellen und zu wenige Rettungsteams“, beschreibt die Feuerwehrfrau die Herausforderung vor Ort.

Statt in den international üblichen Zwölf-Stunden-Schichten für Light USAR Teams, war das Team aufgrund der Lage nahezu rund um die Uhr im Einsatz. Dazu kamen die klimatischen Bedingungen in Venezuela. „Zu wissen, dass die Zeit der Feind ist, stellte das Team zusätzlich unter Druck“, erinnert sich die Dortmunderin. Nach fünf Tagen kehrte das Team zurück nach Deutschland – nach der ersten internationalen Such- und Rettungsphase, wie sie für Light-USAR-Teams vorgesehen ist. Zuhause angekommen, schlief Leslie Saydak erst einmal 18 Stunden am Stück, um sich und ihrem Körper die dringend nötige Ruhe zu geben.

Die Bilder, die bleiben

Bild: @fire
Das Team von @fire posiert für ein Gruppenfoto.
Ein 26-köpfiges Team und drei Rettungshunde waren in Venezuela unterwegs, um zu helfen.
Bild: @fire

Nicht jeder Einsatz endet mit einer Rettung. Auch das gehört zur Wahrheit humanitärer Hilfe. „Die Schäden, die wir vor Ort sehen, sind erschreckend und bedrückend“, sagt die 30-Jährige offen. Trotzdem zieht sie aus ihrer ehrenamtlichen Arbeit viel Kraft: „So ein Einsatz gibt mir sehr viel, denn humanitäre Hilfe ist wichtig.“ Besonders wichtig ist ihr dabei die internationale Zusammenarbeit: „Bei den Einsätzen spielen Herkunft und Politik keine Rolle. Alle setzen sich dafür ein, Menschen zu retten und Hilfe zu leisten – das ist für mich persönlich sehr erfüllend.“

Um das Erlebte zu verarbeiten, sucht Saydak bewusst das Gespräch – mit Teamkolleginnen und -kollegen, aber auch mit Freunden und Familie. „Das ist ein wichtiger Teil, das Erlebte zu verarbeiten“, sagt sie. Nach jedem Einsatz versucht die Feuerwehrfrau, den Blick nach vorn zu richten: „Ich versuche, nach den Einsätzen immer positiv rauszugehen und den Erfolg des internationalen Teams in den Fokus zu rücken.“

Vom Interesse an Naturphänomenen zum Beruf

Ihren Weg zur Feuerwehr fand Leslie Saydak schon als Jugendliche über die THW-Jugend, wo sie erstmals mit dem Thema Trümmerrettung in Berührung kam. „Ich fand damals schon spannend, wie technische Geräte bei den Einsätzen genutzt werden“, erzählt sie. Naturwissenschaftlich interessiert und fasziniert von Naturereignissen, studierte die gebürtige Dortmunderin später Geowissenschaften. In ihrer Freizeit hält sie sich mit Sport fit – Klettern, Laufen und Krafttraining stehen ganz oben auf ihrer Liste.

Dass Leslie Saydak beruflich genau dort gelandet ist, wo sie hinwollte, macht sie sichtbar zufrieden: „Mir macht der Job als Feuerwehrfrau viel Spaß und stimmt mich sehr zufrieden – das ist für mich das Wichtigste.“

Jetzt spenden und helfen

@fire finanziert sich fast ausschließlich durch Spenden. Wer die ehrenamtliche Arbeit der Rettungskräfte unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende auf folgendes Konto tun:

Empfänger: @fire – Internationaler Katastrophenschutz Deutschland e.V.
Bank: Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE17 3702 0500 0001 1388 00
BIC: BFSWDE33XXX

Spenden sind steuerlich absetzbar. Weitere Informationen zum Spenden sowie zur Fördermitgliedschaft gibt es unter www.at-fire.de/helfen-sie-uns.

Schlagwörter

Feuerwehr

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