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Rückenwind für den Bauturbo: Stadt informiert über den „Dortmunder Weg“ - und erhält viel Lob

Der Bauturbo zieht an: 150 Interessierte aus Dortmund und den Nachbarstädten haben sich in der Bürgerhalle des Rathauses darüber informiert, wie Dortmund das Gesetz zur Beschleunigung von Wohnungsbau umsetzt. Lob und Ermunterung zum weiteren Austausch kommen aus Wohnungswirtschaft, Wissenschaft und Architektur.

Mit dem Bauturbo soll neuer Wohnraum schneller entstehen. Dafür gibt es schon prominente Beispiele: Das ehemalige VEW-Verwaltungsgebäude am Rheinlanddamm wird zu einem gemischt genutzten Gebäude mit 200 Wohneinheiten, und der Kronenturm soll dank Bauturbo demnächst 150 Wohnungen mit Gastronomie, Büros und kleineren Ladenlokalen beherbergen.

Schneller zu mehr neuem Wohnraum

„Um mehr dringend benötigte Wohnungen zu genehmigen, haben wir im Austausch mit anderen Kommunen Handlungsempfehlungen erarbeitet, um die Spielräume zu nutzen, die die neuen gesetzlichen Änderungen den Kommunen geben. Darüber hat der Rat der Stadt Dortmund am 26. März 2026 einen Grundsatzbeschluss gefasst“, ordnet Stefan Szuggat, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen, die Bedeutung ein.

„Der Bauturbo ist ein neuer Baustein im Baugenehmigungsverfahren, durch den in Einzelfällen auf eine Änderung des Bebauungsplanes verzichtet werden kann, um schneller Wohnraum zu schaffen – etwa für Dachaufstockungen, Umnutzung von Büroflächen oder Nachverdichtung“, erläutert Birgit Niedergethmann, Leiterin des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes, die neuen gesetzlichen Möglichkeiten zur Beschleunigung des Wohnungsbaus.

Dortmunder Weg ist Vorreiter

Mit ihrem Vorgehen ist die Stadt Dortmund unter den Vorreitern und zeigt, wie Kommunen das Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung umsetzen können. Wie sehr der Bauturbo zur Beschleunigung der Verfahren beitragen kann, müssen die Erfahrungen noch zeigen. „Das bauordnungsrechtliche Prüfverfahren zur Baugenehmigung, in dem alle fachlichen Belange und das Bauordnungsrecht abgefragt werden, bleibt bestehen“, räumt Felicitas Elsner, Leiterin der Bauaufsicht, ein. Deshalb sei der Bauturbo auch eher ein Planungsturbo.

Rückenwind und Bestätigung für den Dortmunder Weg, die gesetzlichen Änderungen umzusetzen, erhalten die städtischen Planerinnen und Planer aus Wohnungswirtschaft, Architektur und Wissenschaft: „Der Dialog mit der Stadtgesellschaft ist gut. Machen Sie weiter so, auch wenn der Bauturbo nur als einer von vielen Bausteinen dazu beitragen kann, die hohen Baukosten zu senken“, sagt Alexander Rychter, Direktor des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland-Westfalen e.V..

Auch Friederike Proff, Vizepräsidentin der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, lobt die politische Grundsatzentscheidung, Wohnraum als Nachverdichtung und Aufstockung im Innenbereich zu erleichtern: „Der eingeschlagene Weg ist der richtige. Dabei hat die Stadt die Verantwortung, ein Gesamtkonzept zu entwickeln, dieses Bild in die Öffentlichkeit zu tragen und auf Investoren zuzugehen.“

Den kreativen Umgang mit Planung, abweichend vom etablierten Bauleitplanverfahren, lobt Professor Dr. Thomas Hartmann von der Fakultät Raumplanung an der Technischen Universität Dortmund. Er warnt aber auch: „Die Transparenz des Bauleitplanverfahrens mit der vorgeschriebenen Öffentlichkeitsbeteiligung wird durch die Beschleunigung und Umsetzung in städtebaulichen Verträgen ins Informelle verlegt.“ Diese Veränderung von der Angebotsplanung hin zu Ausnahmen des Bauturbos aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes hinterfrage auch grundsätzlich die Rolle der Planung.

Bauturbo wird sich weiterentwickeln

„Planung kann man nur im Austausch bewältigen. Deshalb bleiben wir im Dialog und sind in diesem Prozess, den wir angestoßen haben, auf Rückmeldungen angewiesen“, ermuntert Birgit Niedergethmann, den Austausch mit den städtischen Planerinnen und Planern zu Erfahrungen mit dem Bauturbo fortzusetzen. Sie lädt Antragstellerinnen - und Steller ein, sich unter der Kontaktadresse bauturbo@stadtdo.de von Fachleuten im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt zu geplanten Wohnungsbauvorhaben beraten zu lassen.

Zum Thema

Mit dem Dortmunder Weg, die Planung von Wohnungsbau zu beschleunigen, will die Verwaltung Erfahrungen sammeln und diese innerhalb eines halben Jahres auswerten, um das städtische Vorgehen daran anzupassen.

Mehr erfahren Sie unter dortmund.de/bauturbo .

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