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Stadtentwicklung

Stadt saniert drei Häuser am Nordmarkt: Von der Ekel-Ecke zur Erfolgsgeschichte

Dieses Projekt ist die „eierlegende Wohnlich-Sau“: Problem-Immobilien saniert, Wohnraum geschaffen, Job-Perspektiven für Langzeit-Arbeitslose, Kriminalität und soziale Missstände bekämpft, mehr Betreuung für Kinder, neue Hilfe-Angebote in der Nordstadt. In der Mallinckrodtstraße 55-57, 59 und am direkt benachbarten Nordmarkt 3 ist in vier Jahren Bauzeit aus prekären Problem-Immobilien neuer Wohnraum entstanden. Ein Meilenstein für die soziale Stadtentwicklung rund um den Nordmarkt.

Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Die Projekt-Beteiligten an der Sanierung der Problem-Immobilien
: Tim Schiebold (Immobilienprojektentwicklung Stadt Dortmund), Hausmeister und Anwohner Henrik Remme, Jan Christopher Bremer (Viertelwerk), Leonie Kainka (Viertelwerk), Stadtdirektor Jörg Stüdemann, Andreas Koch (Viertelwerk) und Stadträtin Birgit Zoerner vor der Tageseinrichtung für Kinder. Im Hintergrund zeigt die kräftige Farbe deutlich, welche Gebäude bereits renoviert wurden.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Stadtdirektor Jörg Stüdemann erinnert sich gut an die Verhältnisse vor Baubeginn: „Die Gebäude waren restlos vergammelt. Die Häuser waren kaputt, es gab Kakerlaken und anderes Ungeziefer sowie einen massiven Rattenbefall.“ Hinzu kamen ausbeuterische Mietverhältnisse – hier lebten rund 250 Menschen, darunter viele Kinder, vorwiegend aus Südost-Europa –, gefährliche Baumängel, eine starke Kriminalitäts- und Drogenproblematik. Statt zum Abriss entschloss sich die Stadt, die Immobilien zum Kauf und zur Sanierung der Gebäude.

Wohnraum für 155 Menschen am Nordmarkt

Mit der 2019 gegründeten Viertelwerk GmbH erfolgte die beschäftigungwirksame Sanierung des Problemkomplexes. Heißt: unter Einbezug von Qualifizierungsmaßnahmen für langzeitarbeitslose Menschen aus Dortmund.

Entstanden sind 38 Wohnungen, die alle ein modernes und gemütliches Zuhause für insgesamt 115 Bewohnerinnen und Bewohner geworden sind. Das ist neuer Wohnraum für Familien, Alleinstehende, WGs, Studierende, Menschen verschiedener Herkünfte und Hintergründe. Auch eine Kita für 40 Kinder wurde in dem Komplex eröffnet.

Flankierend gibt es verschiedene soziale Angebote, um die soziale Gemeinschaft nachhaltig und langfristig auszubauen und zu sichern (Jugendtreff, Beschäftigungs- und Qualifizierungsangebote, soziale Beratung, etc.).

Ein Projekt - viele Gewinner

Stadträtin Birgit Zoerner hat im Rahmen der Gesamtstrategie Neuzuwanderung und der damit verbundenen Wohnraumzugangsstrategie entscheidend zu dem Projekt beigetragen: „Wir haben es durch unsere Zusammenarbeit geschafft, ganz verschiedene Dinge zusammenzubringen: Nämlich die viel diskutierten Problem-Immobilien zu sanieren und parallel dadurch Arbeitsmarktmöglichkeiten für Menschen zu eröffnen, die in diesen Häusern arbeiten. Gleichzeitig ermöglichen wir den Menschen, die hier prekär gelebt haben, eine neue und bessere Perspektive in neuem Wohnraum zu ermöglichen. Und das Ganze wird sozial begleitet. Das heißt: Hier arbeiten Menschen aus ganz unterschiedlichen Richtungen daran, für dieses Quartier und die Menschen bessere Lebensverhältnisse zu schaffen.“

Projekt als Botschaft: „Wir wollen uns gemeinsam anstrengen"

Gestartet mit einem ersten Pilotprojekt 2014 (Brunnenstraße 51, ausgezeichnet mit dem Bundespreis Soziale Stadt) konnte die Inwertsetzung ehemaliger Problemimmobilien nun mit der seit 2019 gegründeten Viertelwerk gGmbH einen weiteren Meilenstein erreichen. Stadtdirektor Jörg Stüdemann hat als Stadtkämmerer durch den Ankauf der Problemimmobilien deren Sanierung überhaupt erst ermöglicht.

Die Kosten des Gesamtprojektes (rund 2.600 Quadratmeter Sanierung, Kita und Tiefgarage): rund 7,6 Millionen Euro. Er sagt: „Es hat sich gelohnt. Dieses Projekt ist auch eine Botschaft an Menschen, die in sehr ärmlichen, prekären Verhältnissen leben: Wir wollen uns gemeinsam für unsere Stadt anstrengen.“ Zurzeit befinden sich in der Nordstadt vier weitere Häuser in der Sanierung.

Schlagwörter

Planen & Bauen Integration Soziales Sicherheit & Ordnung Wohnen

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