Stadt Dortmund Wappen
Newsroom

Angebot

Tränen der Trauer oder Freude: Team des Schulmuseums übersetzt Familiengeheimnisse

Gut gehütete Familiengeheimnisse oder die Liebesbriefe der Oma: Das Team im Westfälischen Schulmuseum erfährt in der Sprechstunde für alte deutsche Schriften oft Emotionales. Der nächste Termin ist der 6. Mai.

Die Klingel schrillt im Westfälischen Schulmuseum in Marten am ersten Dienstag im Monat ab 14 Uhr oft. „Omas Tagebücher“, die Sprechstunde für alte deutsche Schriften, ist gut besucht, auch währen des Umbaus läuft das Angebot weiter. Entstanden ist die regelmäßige Sprechstunde aus einer Ausstellung vor sechs Jahren: „Oma, kannst du das lesen?“ Das Angebot kam so gut an, dass es seitdem regelmäßig läuft. Museumsleiter Michael Dückershoff und Mitarbeiterin Rabea Kern entziffern alte Dokumente, Feldpost und Urkunden in Kurrent oder Sütterlin. Das Angebot soll auch eigentlich nur eine Hilfestellung sein, doch die meisten bitten um eine komplette „Übersetzung“.

Bild: Stadt Dortmund / Silke Hempel
Menschen sitzen an einem Tisch und schauen sich mit einer Lupe Bücher und Texte an.
Das Ehepaar de Klein kam mit Schriftstück über Adoption des Vaters und erfuhr den Namen des leiblichen Großvaters.
Bild: Stadt Dortmund / Silke Hempel

Namen des leiblichen Großvaters erfahren

Uwe de Klein hat im Haus seiner Eltern Dokumente gefunden, die sich offensichtlich mit der Adoption seines Vaters beschäftigen. Ein Thema, über das nie viel in der Familie gesprochen wurde. „Mich interessieren diese alten Dinge. Je älter ich werde, desto mehr will ich über die Vergangenheit erfahren“, so de Klein. Das Schriftstück ist in Kurrent-Schrift verfasst. „Ich glaube, dass darin meine Großeltern, also die Adoptiveltern, gebeten werden, meinen Vater zu adoptieren“, sagt Uwe de Klein. Michael Dückershoff und Rabea Kern versuchen, es zu entziffern. Schnell wird klar, dass dieses Schreiben vom leiblichen Großvater stammt. Uwe de Klein ist überrascht, er hatte nicht damit gerechnet, den Namen zu erfahren. Bislang kannte er nur den Namen der Großmutter. „Das ist sehr spannend, wir werden dem auf jeden Fall nachgehen“, sagt er gerührt. Ein emotionaler Moment, auch für die Mitarbeitenden im Museum.

Tränen der Trauer oder Freude - Emotionale Ausbrüche kommen vor

„Ich hatte schon mehrfach Tränen bei der Sprechstunde. Wenn man zum Beispiel vorliest, dass jemand verstorben ist und das keiner wusste“, sagt Rabea Kern. Bei alten Feldpostbriefen käme so etwas vor. Sie hat die Schriften selbst erst lernen müssen und findet es spannend, sich mit diesen alten Schriftstücken zu beschäftigen. Die Arbeit ist vielfältig. Sie hat auch schon geholfen, ein altes Rezeptbuch der Oma zu entziffern und Spannendes über alte Familien-Rezepte gelernt. Michael Dückershoff hat schon mal alte Liebesbriefe vorgelesen. „Das waren schon emotionale Momente für die Angehörigen“, sagt er.

Nächster Termin am 6. Mai 2025

Die Sprechstunde für alte Schriften im Westfälischen Schulmuseum wird auch in der sanierungs- und umbaubedingten Schließungszeit angeboten, an jedem ersten Dienstag. Für die nächste Sprechstunde am 6. Mai können sich Interessierte unter 0231 613095 anmelden. Das Angebot ist kostenfrei.

Schlagwörter

Kultur & Freizeit

Weitere Nachrichten

Mehr Nachrichten
Ach du Schreck: Halloween-Grusel in Dortmund
Do 29. Oktober 2026
Ein Mann ist als teuflischer Dämon verkleidet und hält beide Hände auf Schulterhöhe hoch.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Ein Ehrenamt in der Kultur? Entdecken Sie die Möglichkeiten!
Mi 28. Oktober 2026
Kultursprechstunde_im_Hoesch-Museum
Bild: Stadt Dortmund
Mehr Lärmschutz und weniger Tempo gelten demnächst auf weiteren Hauptstraßen
Mi 28. Oktober 2026
Tempo 30 Schild
Bild: Adobe Stock / Animaflora PicsStock
Abflug nach Rom: Vom Dortmund Airport in die Ewige Stadt
Di 27. Oktober 2026
Menschen stehen vor einem Flugzeug und halten Schilder in der Hand.
Bild: Hans Jürgen Landes / Dortmund Airport
Marcel Stawinoga gehört zu den „Power 10“ der internationalen Zoo- und Aquarienbranche
Di 27. Oktober 2026
Zoomitarbeiter Marcel Stawinoga macht ein Selfie mit einem Tapir.
Bild: Zoo Dortmund
Zweiter Info-Abend zum Neubau der A45-Brücke Martener Straße
Mo 26. Oktober 2026
Lütgendortmund
Die A45-Brücke an der Martener Straße mit einer Bahnstrecke.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
„Hänsel und Gretel 2.0“ feiert Premiere
Do 22. Oktober 2026
Innenstadt-Nord
Das Ensemble des Jugendtheaters
Bild: Philip Welchering
Ein neues Herz für den Westfalenpark: Grundstein am Zentralplatz gelegt
Mi 21. Oktober 2026
Vier Personen deuten einen Spatenstich auf einer Baustelle im Westfalenpark an.
Bild: Stadt Dortmund / Oliver Schaper
Fußball, Liebe, Konflikte, und Demokratie: Literatur für alle beim LesArt.Festival
Di 20. Oktober 2026
Autorin Julia Regett hält ihr Buch „Lass es raus, Knotenklaus“ in der Hand.
Bild: Julia Regett
Der Herr der Nacht: Ballett Dortmund feiert deutsche Erstaufführung von Dracula
Mo 19. Oktober 2026
Ein Mann wurde wie Dracula geschminkt. Die linke Seite ist weiß gehalten, die rechte Gesichsthälfte in dunklen Tönen.
Bild: Leszek Januszewski
Parasiten im Naturmuseum: Sonderausstellung zeigt Überlebenskünstler
Do 15. Oktober 2026
Waschbär an der Mülltonne in der Parasiten-Ausstellung im Naturmuseum Dortmund.
Bild: Naturmuseum / Sabine Richmann
Hoher Informationsbedarf: Zweite Veranstaltung zum Neubau der A45-Brücke geplant
Mi 14. Oktober 2026
Lütgendortmund
Die A45-Brücke an der Martener Straße mit einer Bahnstrecke.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Konzerthaus Dortmund gewinnt OPUS KLASSIK für das SLOW-Festival
Mi 14. Oktober 2026
Das Konzerthaus Dortmund gewinnt den OPUS KLASSIK.
Bild: Stadt Dortmund / Marcus Wegerhoff
Die Party geht weiter: Zwei neue Festivals in der Dortmunder City
Di 13. Oktober 2026
Westenhellweg Dortmund
Bild: Roland Gorecki
Museum Ostwall zeichnet Künstlerin Nezaket Ekici aus
Mo 12. Oktober 2026
Vier Personen stehen auf der Bühne. Nezaket Ekici wird vom OB Kalouti für ihre Werke ausgezeichnet.
Bild: Jürgen Spiler