Dortmunder Leben
„Wir haben eine Arbeit zu erledigen“: Der Neujahrsempfang im Konzerthaus
Neues Jahr, neuer Gastgeber, wohlbekannter Ort. Unter Oberbürgermeister Alexander Kalouti feierte der Neujahrsempfang der Stadt mit rund 1.300 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Stadtgesellschaft nach fünf Jahren ein Comeback im Konzerthaus.
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Gleich zu Beginn stand die Geste des Guten: Die Sparkasse Dortmund überreichte jedem Gast beim Einlass einen Spendengutschein im Wert von 20 Euro, um eines der fünf wohltätigen Projekte zu unterstützen, die ihre Arbeit im Konzerthaus-Foyer vorstellten: Help and Hope, das Gasthaus, die Bahnhofsmission, Sonnernherz und „Erlebt-was e.V.“. In seiner Neujahrsansprache griff OB Alexander Kalouti diese Aktion auf:
„Wir brauchen Zweckoptimismus!“
„Dortmund lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen – nicht abstrakt, sondern konkret.“
Verantwortung, Gemeinsinn und Tatkraft für Dortmund in schwierigen Zeiten war auch der Tenor der gut halbstündigen Rede des Oberbürgermeisters. Zu Beginn forderte er zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme der politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich herausfordernden Situation auf, Baustellen und Stärken müssten benannt werden. Zentrale Punkte sieht er dabei in den Themen Arbeit und Wirtschaft. Beides bedinge sich gegenseitig und seien Grundlage für eine funktionierende Demokratie. Er habe bei allem öffentlich diskutierten wirtschaftlichen Pessimismus in Gesprächen mit Dortmunder Unternehmen Substanz, Ideen und Investitionswillen festgestellt und appellierte: „Wir brauchen Zweckoptimismus!“
„Dortmund international bewerben"
Als eine Strategie wolle er Dortmund als international geprägte Stadt mit Menschen aus 180 Nationen wirtschaftlich, wissenschaftlich und gesellschaftlich noch internationaler ausrichten und bewerben. In diesem Zusammenhang kam er auf die Dortmunds Olympia-Bewerbung gemeinsam mit der Region Rhein/Ruhr zu sprechen und warb nachdrücklich um Zustimmung für das Projekt beim Bürgerentscheid am 19. April.
Danach wandte er sich den Kernthemen seines OB-Wahlkampfes und seiner ersten Amtsmonate zu: Er wolle der Wirtschaft in Dortmund „den roten Teppich ausrollen“ - einschließlich der Bereitstellung neuer Flächen, und Verwaltung effizienter gestalten. Beim Thema Sicherheit versprach Oberbürgermeister Kalouti klare, konsequente Durchsetzung und zugleich menschliches Handeln: „Ordnung und Sicherheit müssen immer mit Hilfsangeboten gedacht werden.“
„Wir haben eine Arbeit zu erledigen. Also fangen wir an!“
Trotz knapper Kassen wolle er beim Thema Bildung ohne Kompromisse weiter in Schulen, Lernorte und Personal investieren, versicherte OB Kalouti.
Unter dem Eindruck vorangegangener Krisen, der klimatischen Situation, drohender Energieknappheit und der geopolitischen Situation sprach der Oberbürgermeister als letzten Punkt die Stärkung von Resilienz als Thema der Zukunftssicherung an. Die Fähigkeit, mit Krisen umzugehen, sei auch eine Frage der strukturellen Vorbereitung und moderner Stadtverwaltung. Er betonte aber, Dortmund sei in diesem Punkt in vielen Bereichen gut aufgestellt. Entschlossen handeln in krisenhaften Zeiten. Der rote Faden in Alexander Kaloutis Rede mündete zum Schluss in dem Ausruf: „Wir haben eine Arbeit zu erledigen. Also fangen wir an!“
„Beethoven mit Knoblauchsoße“
Den musikalischen Rahmen des Abends bildeten die am Ende von Standing Ovations begleiteten Dortmunder Philharmoniker mit Werken von Brahms, Dvořák, Mahler und dem traditionellen Steigerlied mit dem gesamten Konzerthaus als Chor alles unter der Leitung von Jordan de Souza.
Der neue Generalmusikdirektor, seit August 2025 im Amt, nutzte den Anlass für eine kurze Rede: Er habe sich vom ersten Moment an willkommen gefühlt, sagte er. Die Offenheit, Direktheit und Herzlichkeit der Menschen sei die Spielfläche der Philharmoniker auf der Suche nach dem „einzigartigen Dortmund-Sound“, so de Souza. Erlebt habe er hier „echte Liebe – auch zur Musik.“ Er freue sich, im Konzerthaus zu sein. Auch deshalb, „weil es vielleicht das einzige Konzerthaus der Welt ist, wo man sich in der Pause draußen noch schnell einen Döner holen kann.“ Genau das sei für ihn Kultur: Kunst nicht auf Distanz, sondern mitten im Leben. De Souzas Formel für Dortmunder Kultur: „Beethoven mit Knoblauchsoße.“
Neujahrsempfang im Dortmunder Konzerthaus
05.02.2026
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