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Auktionen

Am 28. September findet wieder eine Versteigerung statt

Die Stadt Dortmund versteigert am nächsten Donnerstag, 28. September, zum zweiten Mal in diesem Jahr nicht abgeholte Fundsachen und polizeiliche Sicherstellungen.

Viele Smartphones stehen für die Auktion bereit.
Bild: Stadt Dortmund / Karoline Rösner
Viele Smartphones stehen für die Auktion bereit.
Bild: Stadt Dortmund / Karoline Rösner

Dass Portemonnaies, Schlüssel oder Mobiltelefone oft im Fundbüro landen – das kann sich jeder vorstellen. Aber dass Menschen eine originalverpackte Waschmaschine, ihre Beinprothese oder ein künstliches Ohr verlieren – das ist eher selten. Oliver Laubrock und Peter Grote sind die Herren der Fundsachen bei den Dortmunder Bürgerdiensten und haben da schon einiges erlebt. Oliver Laubrock verwaltet aktuell die Fundsachen aus dem ganzen Stadtgebiet: Sie stammen zum Beispiel aus polizeilichen Sicherstellungen oder landen aus städtischen Parks, dem Ordnungsamt oder Geschäften aus der City bei ihm. Auch die DSW21 bringen die Fundsachen aus Bussen und Bahnen nach einiger Zeit zu ihm zum Verwahren.

Sechs Monate Aufbewahrungsfrist

Wenn die Leute ihre verlorengegangenen Dinge nicht nach sechs Monaten abholen und der Finder auf das Recht des Eigentumserwerbs verzichtet, können sie versteigert werden. Am nächsten Donnerstag ab 18.00 Uhr finden gleich 134 Auktionen online statt. Die zu ersteigernden Sachen können jetzt schon auf der Internetseite der externen Versteigerungsfirma GMS besichtigt werden.

Tageslichtprojektor, Fitnesssensoren oder Werkzeugkoffer

Die Auktionen finden zwei Mal jährlich statt und sind in zwei verschiedene Bereiche unterteilt: Eine Auktion ist für Schmuck, Uhren und andere kleinere, überwiegend elektronische, Gegenstände, wie Smartphones, Tablet oder Laptops, diese ist hier zu finden. Es können auch größere Dinge auf einer gesonderten Seite ersteigert werden. Typisch sind zum Beispiel Fahrräder, E-Bikes oder E-Scooter, es gibt aber dieses Mal auch einen Werkzeugkoffer, einen Tageslichtprojektor oder ein Paket mit Fitnesssensoren, Schuhen und einer elektrischen Zahnbürste, die ist natürlich originalverpackt ist.

Auch viele verloren gegangene Schlüssel lagern im Fundbüro.
Bild: Stadt Dortmund / Karoline Rösner
Auch viele verloren gegangene Schlüssel lagern im Fundbüro.
Bild: Stadt Dortmund / Karoline Rösner

Nach dem Startschuss sinkt der Preis

Entgegen den "normalen" Auktionen, in denen sich die Teilnehmenden jeweils überbieten, sind die Online-Auktionen der Bürgerdienste grundsätzlich so angelegt, dass sie mit einem Startpreis beginnen und dann in einem zeitlichen Intervall sinken. Die Bieter*innen haben die Möglichkeit auf einen Artikel zu setzen und wenn der Preis entsprechend gesunken ist, erhält der*diejenige den Zuschlag oder der Gegenstand kann zu dem angezeigten Preis per Sofortkauf erworben werden.

Kuriose Fundsachen und Geschichten

Oliver Laubrock war ab März 2020 zunächst als Springer im Fundbüro eingesetzt, seit April 2022 ist er nun fest dort. Die Arbeit macht ihm besonders viel Spaß, weil er mit den verschiedensten Menschen zu tun hat. Auch einige Geschichten, wie Leute etwas verlieren, sind sehr interessant: "Vor kurzem kam eine Dame, um ihren Haustürschlüssel abzuholen. Sie hatte ihn vor dem Urlaub bei ihrer Mutter in den Briefkasten eingeworfen. Als sie den Schlüssel nach ihrer Rückkehr nun abholen wollte, offenbarte ihr ihre Mutter, dass sie ihn bei der Polizei abgegeben hätte, weil sie nicht wusste, von wem er war", sagte Oliver Laubrock schmunzelt. Von der Polizei ist der Schlüssel dann im Fundus der Bürgerdienste gelandet.

Auf die Mitbietenden warten viele Räder in einem guten bis sehr gutem Zustand.
Bild: Stadt Dortmund / Karoline Rösner
Auf die Mitbietenden warten viele Räder in einem guten bis sehr gutem Zustand.
Bild: Stadt Dortmund / Karoline Rösner

Es gibt nichts, was nicht verloren geht

Am häufigsten werden Chipkarten, Portemonnaies und Schlüssel verloren. Aber auch Dinge wie eine originalverpackte Waschmaschine, eine Tasche mit Sex-Spielzeug oder ein Doppelkinderwagen wurden im Fundbüro abgegeben. "Ich bin selbst Vater von zwei Kindern. Ich war schon sehr überrascht, wie man so etwas Wichtiges, das man tagtäglich benutzt, einfach vergessen kann. Man sollte schon merken, dass da irgendetwas fehlt", wundert sich der 39-Jährige. "Stellen Sie sich einfach etwas Kurioses vor und ich gehe davon aus, dass wir es schon mal im Fundbüro gehabt haben", sagt er lachend. Aber die kuriosen Dinge werden meistens nicht versteigert: "Eine Beinprothese oder ein künstliches Ohr passen in der Regel nur einer Person."

Viele ehrliche Finder*innen

Oliver Laubrock: "Es gibt noch so viele ehrliche Finder*innen in Dortmund, aber leider noch zu wenig Menschen, die nach ihren verlorenen Sachen fragen." Rund 1.000 Sachen hat der gelernte Bürokaufmann schon zur Versteigerung frei gegeben. Nächsten Donnerstag ist es die achte Auktion, die er mitmacht, und es wird bestimmt nicht seine letzte sein.

Facts um Fundsachen

Alle Fundsachen werden bei e-fund.eu nach Funddatum und Gruppe sortiert aufgelistet. Im Jahr 2022 wurden 4.029 Fundsachen im Fundbüro abgegeben. Der Schätzwert aller Fundstücke betrug 303.834,91 Euro.

Anzahl aufgenommener Fundanzeigen

2018 2019 2020 2021 2022
3.796 3.682 3.361 3.518 4.029

Die Top 5 der am häufigsten abgegeben Fundstücke im Jahr 2022:

  • 1. Platz: 1.245 Dokumente/Plastikkarten, dazu gehören Bankkarten, deutsche und ausländische Ausweisdokumente, Versichertenkarten, Fahrkarten usw.
  • 2. Platz: 736 Geldbörsen
  • 3. Platz: 651 Schlüssel
  • 4. Platz: 529 Handys
  • 5. Platz: 203 Fahrräder

Es kommen bei den Auktionen Einnahmen von rund 10.000 bis 15.000 Euro zusammen. Das ist sehr abhängig von den zu versteigenden Waren. Einen Teil erhält der externe Auktionator, der Rest fließt in den städtischen Haushalt.

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