Newsroom

Kultur

Nadia Kaabi-Linke stellt im MO_Schaufenster aus

Nadia Kaabi-Linke gibt Erinnerungen und Erzählungen eine Form: In ihren Werken beschäftigt sie sich mit den komplexen materiellen und immateriellen Beziehungen. Orte und ihre lokalen Kontexte und Geschichten werden Teil ihrer Skulpturen und Installationen. Das Museum Ostwall stellt ausgewählte Arbeiten von Nadia Kaabi-Linke vom 25. August bis 5. November 2023 im MO_Schaufenster aus.

Ausstellungsansicht Nadia Kaabi-Linke stellt im MO_Schaufenster aus
Bild: Stadt Dortmund / Katrin Pinetzki
Ausstellungsansicht
Bild: Stadt Dortmund / Katrin Pinetzki

Nadia Kaabi-Linke beschreibt das Unsichtbare als etwas, das Menschen normalerweise nicht wahrnehmen oder dem sie wenig bis gar keine Beachtung schenken. Es besteht aus wertvollen Erinnerungen, vielfältigen Erzählungen oder sozipolitischen Identitäten. Nadia Kaabi-Linke gibt diesen Erinnerungen und Erzählungen in ihren Werken Form. Sie beschäftigt sich mit den komplexen Beziehungen zwischen dem Materiellen und dem Immateriellen. Orte und ihre spezifischen lokalen Kontexte und Geschichten werden Teil ihrer Skulpturen und Installationen.

 Porträt der Künstlerin Nadia Kaabi-Linke
Bild: Kaabi-Linke-Studio
Porträt der Künstlerin Nadia Kaabi-Linke
Bild: Kaabi-Linke-Studio

Amina’s Tears

Die filigrane Arbeit "Aminaʼs Tears" nimmt als Ausgangspunkt die "Kairo Trilogie" des Literaturnobelpreisträgers Naguib Mahfouz (1911–2006). In der Trilogie erzählt Protagonistin Amina von der britischen Besatzung zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Ägypten. Porträtiert werden drei Generationen aus dem Palast der Familie Al-Jawad, in der Amina die Rolle des weiblichen Familienoberhaupts einnimmt.

Kaabi-Linkes Arbeit greift die Figur der Amina auf. Die scheinbar transparenten Glasscheiben und der umkleidete Holzrahmen des Werkes erinnern an Fenster. Doch im Unterschied zu Fenstern offenbaren sich im Zusammenspiel von Licht, Schatten und den Bewegungen der Betrachter*innen die Spuren der Mashrabiya – ein musterdurchzogenes dekoratives Holzgitter, das als Fenstergitter oder Balkonverkleidungen für Wohnhäuser, Moscheen oder Paläste in der traditionellen islamischen Architektur genutzt wurde. Es ermöglicht einen guten Blick meist auf die Straße, ohne dabei gesehen zu werden. Nicht gesehen zu werden kann in der Arbeit von Kaabi-Linke mit der Abwesenheit im öffentlichen Raum gleichgesetzt werden. Aminas Geschichte ist die eines privilegierten, dennoch komplizierten Lebens, das hinter der Mashrabiya sowohl Freude als auch Leid erlebt.

Color of time

Die Reihe "Color of Time" besteht aus monochromen Pigmentgemälden und erzählt die Geschichte von spezifischen Häusern an spezifischen Orten, wie das Oscar-Romero-Haus in Bonn oder das Mystetskyi Arsenal in Kyjiw. Kaabi-Linkes Auseinandersetzung mit den Gebäuden erfolgt durch das Abkratzen der im Laufe der Jahre aufeinander aufgetragenen Farbschichten. Die Künstlerin sammelt diese und zerkleinert sie im Anschluss. Diese Pigmente bilden die Grundlage für die Farbschichten auf den Leinwänden. Jede Leinwand erhält so eine einzigartige Pigmentierung, die das Zeit- und Ortsspezifische des Gebäudes widerspiegelt. Die Geschichten der Gebäude sind unter den jeweiligen Werken beschrieben.

Das Kapital – Epilogue

Die raumfüllende Installation "Das Kapital – Epilogue" verweist auf eine zugleich dramatische und poetische Art auf die Geschichte eines Hauses in Amman, das abgerissen wurde. In Gesprächen mit dem Menschen vor Ort fand sie heraus, dass das Gebäude von der Besitzerin zerstört wurde, da sie daran glaubte, dass unter dem Haus ein Schatz verborgen sei. Übrig blieb vom Haus nur ein rostiger Zaun mit einem Tor, über das sich ein Ast schwingt. Indem Nadia Kaabi-Linke das Tor im Ausstellungsraum rekonstruiert, füllt sie die Ruine mit neuem Leben und reichert sie mit den vielfältigen Geschichten und Mythen an, die sich um den Abriss kreisen.

Der häusliche Raum und seine Facetten

Für die Präsentation für die Schaufenster-Reihe hat Nadia Kaabi-Linke drei Arbeiten ausgewählt, die diese Verknüpfungen aufgreifen. Sie thematisieren den häuslichen Raum mit seinen vielen Facetten: "Color of Time" (2017 bis heute), "Amina’s Tears" (2023) und "Das Kapital – Epilogue" (2020).

Alle drei Arbeiten kreisen um das Thema des Hauses als Ort, der Schutz und Vertrautheit spenden kann. Er kann aber auch von gewaltvollen Machteingriffen geprägt sein. Gebäude verbinden das Äußere mit dem Inneren. In den drei Werken geht Nadia Kaabi-Linke u.a. folgenden Fragen nach: Welche kulturellen Einflüsse sind im privaten Zuhause eingebettet? Welche Geschichten können die Farbpigmente an den Wänden erzählen? Wie können Geschichten den Umgang mit Häusern verändern?

Soziales

Weitere Nachrichten

Mehr Nachrichten
zur Nachricht Neues Angebot: Auch Grundschulkinder können jetzt beliebte Titel als E-Book ausleihen Neues Angebot: Auch Grundschulkinder können jetzt beliebte Titel als E-Book ausleihen
Mi 18. Februar 2026
Ein Handydisplay zeigt die „BorrowBox“, E-Books und E-Audios für Kinder von sechs bis zwölf Jahren
Bild: Bolinda
zur Nachricht „Bauturbo“ startet: 200 Wohnungen in Ex-VEW-Zentrale am Westfalenpark „Bauturbo“ startet: 200 Wohnungen in Ex-VEW-Zentrale am Westfalenpark
Di 17. Februar 2026
VEW-Zentrale an der B1
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
zur Nachricht Gänsehaut und Grusel-Lust in der uzwei im Dortmunder U Gänsehaut und Grusel-Lust in der uzwei im Dortmunder U
Mo 16. Februar 2026
Das Ausstellungsstück Mein Werwolf aus der Ausstellung auf der uzwei.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
zur Nachricht Valentinstag in Dortmund: Bier, Beats, Begegnung und beste Aussichten Valentinstag in Dortmund: Bier, Beats, Begegnung und beste Aussichten
Fr 13. Februar 2026
Pärchen im Park mit Hunden
zur Nachricht Entscheidungen der dritten Ratssitzung: Politik möchte Freibad Hardenberg erhalten, Personaldezernent Uhr wiedergewählt Entscheidungen der dritten Ratssitzung: Politik möchte Freibad Hardenberg erhalten, Personaldezernent Uhr wiedergewählt
Fr 13. Februar 2026
Abstimmung im Rat.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
zur Nachricht Dortmunder U schließt bald für zwei Wochen – und kehrt mit viel Programm im März zurück Dortmunder U schließt bald für zwei Wochen – und kehrt mit viel Programm im März zurück
Di 10. Februar 2026
Das Dortmunder U mit Tauben auf den Fliegenden Bildern.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
zur Nachricht Viva la Vida: „Frida“ feiert Deutschlandpremiere im Ballett Dortmund Viva la Vida: „Frida“ feiert Deutschlandpremiere im Ballett Dortmund
Di 10. Februar 2026
Tänzerin Sae Tamura im Kostüm als Frida Kahlo mit dem ikonischen Blumenschmuck im Haar.
Bild: Leszek Januszewski
zur Nachricht Mit Querbeet Dortmund den eigenen Gemeinschaftsgarten pflanzen Mit Querbeet Dortmund den eigenen Gemeinschaftsgarten pflanzen
Mo 9. Februar 2026
Vier Menschen an einem Picknick-Tisch in einem Gemeinschaftsgarten beim TSC Eintracht.
Bild: Stadt Dortmund / Andreas Buck
zur Nachricht „Back to the Beats" 2026: Das Juicy Beats Festival findet statt „Back to the Beats" 2026: Das Juicy Beats Festival findet statt
Fr 6. Februar 2026
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
zur Nachricht Führungen am Sonntag: Lucky Luke, Kaiserviertel oder Mittelalter? Führungen am Sonntag: Lucky Luke, Kaiserviertel oder Mittelalter?
Fr 6. Februar 2026
Eine Besucherin betrachtet die Lucky Luke Ausstellung im Comic-Schauraum in Dortmund.
Bild: Maximilian Mann
zur Nachricht „Wir haben eine Arbeit zu erledigen“: Der Neujahrsempfang im Konzerthaus „Wir haben eine Arbeit zu erledigen“: Der Neujahrsempfang im Konzerthaus
Do 5. Februar 2026
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
zur Nachricht „Mehr Ernte kann man nicht einfahren“: Preis für Macher des PHOENIX Sees „Mehr Ernte kann man nicht einfahren“: Preis für Macher des PHOENIX Sees
Mi 4. Februar 2026
Hörde
Preisverleihung "Dortmunder Dialog"
Bild: Stadt Dortmund / Leopold Achilles
zur Nachricht Inke Arns, Bruno Knust und Ursula Mehrfeld erhalten die städtische Ehrennadel Inke Arns, Bruno Knust und Ursula Mehrfeld erhalten die städtische Ehrennadel
Do 29. Januar 2026
OB Kalouti ehrt Inke Arns, Bruno Knust und Ursula Mehrfeld mit der städtischen Ehrennadel.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
zur Nachricht „Macht Platz!“: Trödeln und verkaufen im Keuning.haus „Macht Platz!“: Trödeln und verkaufen im Keuning.haus
Do 29. Januar 2026
Viele Menschen und Tische mit allem möglichen Trödel
Bild: Miranda Plicato
zur Nachricht Allzeit-Rekord: 110 Millionen Euro für bezahlbares Wohnen in Dortmund Allzeit-Rekord: 110 Millionen Euro für bezahlbares Wohnen in Dortmund
Do 29. Januar 2026
Bild: Copyright DSG