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Kunst

"Unbeschwert" - uzwei im Dortmunder U zeigt eine Ausstellung der Leichtigkeit

Kann man Leichtigkeit ausstellen? An diesen Versuch haben sich elf junge Künstler*innen zwischen 16 bis 21 Jahren gemacht und für die Ausstellung "Unbeschwert" kreative Konzepte entwickelt, die unfassbare Gefühl erfahrbar machen.

Bild: Stadt Dortmund / Katrin Pinetzki
Ansicht aus der Ausstellung "Unbeschwert" im Dortmunder U - hier zu sehen ein Einblick in die Arbeit "still" von Till Bellinghausen
Die Arbeit "still" behandelt spannende Gegensätze: Wenn hier laut ist, wird es leise - wenn es leise bleibt, wird es laut. Der Künstler Bellingausen beschreibt seine Arbeit als "Rückzugsort" aus der trubeligen Realität, in der es nie leise ist.
Bild: Stadt Dortmund / Katrin Pinetzki

Seine Sorgen entsorgen – das funktioniert ganz physisch in Jana Franks interaktiver Installation "Positives Blau". Hier haben Besucher*innen die Möglichkeit, Beschwerendes auf einen Zettel zu notieren, den man im Anschluss gleich in einem Schredder vernichten kann. Wer will, kann das Notierte im UV-Licht auch unsichtbar machen.

Larissa Rusers "Ohrmuschel" nebenan entführt in ein nostalgisches Ambiente: Sie hat sechs altmodische Telefone in einem Zimmer platziert, das aus der Zeit gefallen scheint. Auf dunkelgrünen Sofas und Sesseln oder an einem mit Filz bezogenen Schreibtisch, umgeben von Blumen-Stillleben und schweren Bücherregalen, kann man am Telefon lauschen, wie Menschen verschiedener Generationen über Unbeschwertheit und Leichtigkeit denken.

Tanzen, Lauschen, Quatsch machen

"Spaghetti" nennt Marlene Köppen ihre begehbare Installation, die an einen Foto-Automaten erinnert. Wer die Kabine betritt, kann sich tatsächlich fotografieren lassen – zuerst gilt es allerdings, einen selbst entwickelten Persönlichkeitstest zu absolvieren, der Sinn und Unsinn mit Leichtigkeit vermischt.

Leichtigkeit mit Tanzen in Verbindung bringt Mia Killus, die in ihrer Soundinstallation dazu einlädt, sich mit einem Kopfhörer hinter einen silbernen Vorhang zurückzuziehen: "Feel free to dance"! Konzentration und Achtsamkeit verlangt dagegen Teresa Ewers‘ "Klangteppich": Über einen Kopfhörer hört man eine Komposition, die man mit Druck auf zwölf große, auf einem "Klangteppich" angebrachte Knöpfe minimal verändern kann.

Bild: Stadt Dortmund / Katrin Pinetzki
Ansicht aus der Ausstellung "Unbeschwert" im Dortmunder U. Hier zu sehen die Installation von Svenja Malcher mit dem Titel "Faszination mit Hut"
Die bunte und multimediale Installation "Faszination mit Hut" von Svenja Malcher begrüßt die Besucher*innen direkt am Eingang der uzwei.
Bild: Stadt Dortmund / Katrin Pinetzki

Stille Bilder aus Kiew

Mit ihrer Arbeit "RIVER.DNIPRO" nimmt Karina Kylova aus der Ferne an der Ausstellung teil: Die 16-Jährige stieß nach ihrer Flucht aus Kiew zu dem Projekt, ist inzwischen aber in die ukrainische Hauptstadt zurückgekehrt und machte sich dort mit ihrer Kamera auf durch die Stadt. Gemütlich in Hängeschaukeln sitzend, können sich Besucher*innen den stillen Bildern einer schönen Stadt im Krieg hingeben – Leichtigkeit und Schwere, nah beieinander.

Quer durch den ganzen Ausstellungsraum erhalten die Besucher*innen immer mal wieder "Rückenwind": Anna Daschkewitz‘ gleichnamige Rauminstallation besteht aus großen, silbernen Lüftungsröhren, die plötzlich aus dem Boden wachsen oder überraschend um die Ecke lugen – und beim Vorübergehen einen Luftstrom aktivieren. So kann man sich von Station zu Station einfach treiben lassen.

Auf der Uzwei

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