Newsroom

Kultur & Freizeit

20 Jahre Hoesch-Museum: Ein starkes Stück Industriekultur feiert Jubiläum

Am 23. Oktober vor 20 Jahren wurde das Hoesch-Museum Dortmund im ehemaligen Pförtnerhaus der Westfalenhütte feierlich eröffnet. Das Haus blickt auf zwei Jahrzehnte ehrenamtliches Engagement, Forschung und gelebte Erinnerung zurück.

Zu sehen ist das Gebäude des Hoesch-Museums von außen bei Nacht. Es hat eine hell-beige Fassade, weiße Fenster und einem Eingangsbereich aus Glas. Das Haus wird von weiß-gelblichem Licht angestrahlt.
Bild: Hoesch-Museum
Hier wird Industriegeschichte lebendig gehalten: Die Namen Dortmund und Hoesch sind untrennbar miteinander verbunden.
Bild: Hoesch-Museum

„Die Namen Hoesch und Dortmund sind untrennbar miteinander verbunden. Durch das Museum halten wir diese Geschichte lebendig und blicken mit einem engagierten Musemsprogramm gleichzeitig auf Gegenwart und Zukunft“, sagt Stadtdirektor und Kulturdezernent Jörg Stüdemann. Auch auf dem Gelände Westfalenhütte wird weiter Stahlgeschichte geschrieben – im Kompetenzzentrum für kaltgewalzten und oberflächenveredelten Stahl von ThyssenKrupp.

„Das Hoesch-Museum erzählt nicht nur die Stahlgeschichte Dortmunds, sondern schafft auch Raum für einen lebendigen Dialog über den Wandel unserer Region. Wir schätzen das beeindruckende Engagement des Museumsteams und die positive Wirkung des Museums auf die Gemeinschaft im Viertel. Wir freuen uns auf viele weitere Jahre gemeinsamer Impulse und Begegnungen im Dortmunder Norden", sagt Nicole Sommer, Leiterin Corporate Citizenship von thyssenkrupp Steel.

Nach vorne schauen

Als mit der Fusion von Hoesch und Thyssen im Jahr 1999 der Name „Hoesch“ aus dem Dortmunder Stadtbild zu verschwinden drohte, entstand der Wunsch, die Geschichte und Identität der Stahlstadt zu bewahren. „Das Hoesch-Museum ist mehr als ein Ort der Erinnerung – es ist ein Ort, an dem die Menschen die Geschichte ihrer Stadt lebendig halten“, sagt Isolde Parussel, Leiterin des Hoesch-Museums. „Ohne das Engagement der Ehrenamtlichen und die Unterstützung durch unsere Partner wäre diese Erfolgsgeschichte nicht denkbar."

Auch Dr. Karl Lauschke vom Trägerverein des Museums unterstreicht die Besonderheit dieses Hauses: „Wir versuchen auch zu thematisieren, wie die Perspektiven sind, nachdem hier kein Stahl mehr produziert wurde. Das finde ich sehr wichtig, und das habe ich in dieser Form anderswo noch nicht gesehen. Wir wollen mit unserem historischen Blick nach vorne schauen.”

Ehrenamt als Herzstück

Besucherbegleiter gibt eine Führung durch die Ausstellung
Bild: Hoesch-Museum
Rund 70 Ehrenamtliche bilden heute das Rückgrat des Museumsbetriebs, viele davon mit direktem Bezug zur ehemaligen Hoesch AG.
Bild: Hoesch-Museum

Seit seiner Eröffnung ist das Hoesch-Museum ein Ort, der maßgeblich vom ehrenamtlichen Engagement lebt. Rund 70 Ehrenamtliche bilden heute das Rückgrat des Museumsbetriebs, viele davon mit direktem Bezug zur ehemaligen Hoesch AG. Insgesamt waren seit 2003 über 200 Freiwillige aktiv, darunter auch Familienmitglieder, die regelmäßig bei großen Veranstaltungen unterstützen. Etwa die Hälfte des Teams sind Frauen, das Durchschnittsalter liegt bei 70 Jahren – ein beeindruckendes Beispiel für gelebte Leidenschaft.

Wie bei Gisela Piechotta, die nach ihrem Arbeitsleben als Leiterin einer Grundschule im Team des Museums gelandet ist. Sie arbeitet im Service, in der Redaktion des Jahrbuchs und im Besucherdienst. Besonders schätzt sie den positiven Kontakt mit Gästen: „Wir können hier viel erzählen und zeigen zu der Stahlgeschichte der Stadt. Und das ist schön für mich: Ich bekomme eigentlich genauso viel aus dem Ehrenamt raus, wie ich reinstecke.”

Mit dabei sind auch ehemalige Hoeschianer wie Peter Kocbeck, dessen Leidenschaft Fotos sind, der sich aber auch inhaltlich und technisch einbringt. Oder Hans-Otto Wolf, der im Betriebsrat aktiv war. Sein technisches Know-How setzt er für allerlei Reparaturen, Holzarbeiten und technische Vorführungen ein. Beide gehören zu den zwölf verbliebenen Ehrenamtlichen, die seit der ersten Stunde dabei sind.

Im Jahresdurchschnitt leisteten die Ehrenamtlichen rund 11.000 Stunden Arbeit – das entspricht etwa sieben Vollzeitstellen.

Hintergrund: Vom Werkstor zum Museum – ein hart erkämpftes Stück Geschichte

Ex-OB-Langemeyer am Hoesch-Museum
Dr. Gerhard Langemeyer, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, eröffnete das Hoesch-Museum 2005.

Ende 2000 wandte sich der letzte Hoesch-Arbeitsdirektor Dr. Alfred Heese an Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer mit dem Vorschlag, ein Museum zu gründen. Dank des beharrlichen Einsatzes ehemaliger Hoeschianer*innen und der Unterstützung durch das Museum für Kunst und Kulturgeschichte konnte 2003 der Förderverein „Freunde des Hoesch-Museums e.V.“ gegründet werden. Er ist gleichzeitig Trägerverein und damit der entscheidende Grundstein für das heutige Haus.

Unterstützt von Expert*innen wie Dr. Gisela Framke oder Dr. Karl-Peter Ellerbrock wurden das Projekt professionalisiert, Fördermittel eingeworben und das ehemalige Pförtnerhaus restauriert. Neben der Stadt Dortmund steht thyssenkrupp Steel als zweiter starker Partner an der Seite des Trägervereins. Und so konnte bereits zwei Jahre später, am 23. Oktober 2005, das Museum feierlich eröffnen – begleitet von Musik, Grußworten und einer symbolischen Schlüsselübergabe durch den ehemaligen NRW-Minister Franz-Josef Kniola.

Das Museum arbeitet erfolgreich mit Museumssäulen

Das Hoesch-Museum arbeitet seit vielen Jahren erfolgreich nach dem Prinzip der Museumssäulen: Sammeln, Bewahren, Forschen. Ausstellen und Vermitteln. Die Dauerausstellung, rund 70 Sonderausstellungen und ein umfangreicher Sammlungskatalog („Stahlzeit in Dortmund“) dokumentieren seit 2005 eindrucksvoll die industrielle Entwicklung der Stadt. Die Sammlung umfasst rund 13.000 Exponate, davon über 150 Regalmeter Archivmaterial. Die Hoesch-Themen gehen damit weit über Firma und Arbeit hinaus und machen die Arbeit spannend für alle, die irgendwann mit dem Namen Hoesch nichts mehr verknüpfen können. Auch in Netzwerken und im Stadtteil ist das Museum aktiv. Das Museum hat sich als fester Bestandteil der Dortmunder Museumslandschaft etabliert. Sein Alleinstellungsmerkmal ist die Verknüpfung von Stahl, Stadt und Mensch.

Wandel und Zukunft

Mit dem neuen Hoesch-Stahlhaus L141 von 1966, das im Mai 2025 eröffnet wurde, hat das Hoesch-Museum der Öffentlichkeit und sich ein großes Geburtstagsgeschenk gemacht. Es ist ein zusätzlicher Ort für Vermittlung und Begegnung für alle und der Ausgangspunkt für die Zukunft: Für die kommenden Jahre ist eine stärkere Ein- und Anbindung in den Stadtteil geplant und schließlich die Neukonzeption der Dauerausstellung mit neuen, auch digitalen Vermittlungsformen.

Dortmund historisch

Weitere Nachrichten

Mehr Nachrichten
zur Nachricht Mehr Stadt, weniger Verkehr: Pläne für eine neue Münsterstraße Mehr Stadt, weniger Verkehr: Pläne für eine neue Münsterstraße
Di 24. Februar 2026
Innenstadt-Nord
Blick entlang einer Geschäftsstraße mit Kopfsteinpflaster mit vielen parkenden Autos und einer Kirche im Hintergrund.
Bild: Anja Cord
zur Nachricht Ein Mann Dortmunder Prägung: Zum 100. Geburtstag von Günter Samtlebe Ein Mann Dortmunder Prägung: Zum 100. Geburtstag von Günter Samtlebe
Di 24. Februar 2026
Bild: Stadt Dortmund
zur Nachricht „Zukunftsweisend": Auszeichnung für die Oper Dortmund „Zukunftsweisend": Auszeichnung für die Oper Dortmund
Mo 23. Februar 2026
Das Musical Grease in der Oper Dortmund
Bild: Leszek Januszewski
zur Nachricht Dortmunder U schließt für zwei Wochen – und kehrt mit viel Programm im März zurück Dortmunder U schließt für zwei Wochen – und kehrt mit viel Programm im März zurück
Mo 23. Februar 2026
Das Dortmunder U mit Tauben auf den Fliegenden Bildern.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
zur Nachricht DO, wo ein Spruch mehr sagt als 1.000 Worte DO, wo ein Spruch mehr sagt als 1.000 Worte
Mo 23. Februar 2026
Zwei Frauen auf Phoenix West, eine trägt einen Jutebeutel der Aktion "Do, wo"
Bild: Stadt Dortmund / Sophia Linneweber
zur Nachricht Sport-Spektakel an der Strobelallee: Leichtathletik-DM in Dortmund Sport-Spektakel an der Strobelallee: Leichtathletik-DM in Dortmund
Fr 20. Februar 2026
Hochspringer in der Helmut-Körnig-Halle
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
zur Nachricht Dortmund trauert um Felix Freiherr zu Knyphausen Dortmund trauert um Felix Freiherr zu Knyphausen
Fr 20. Februar 2026
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
zur Nachricht Ziel für 2035: Mehr Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren Ziel für 2035: Mehr Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren
Mi 18. Februar 2026
Kinder basteln in Mitmachräumen im Naturmuseum
zur Nachricht Neues Angebot: Auch Grundschulkinder können jetzt beliebte Titel als E-Book ausleihen Neues Angebot: Auch Grundschulkinder können jetzt beliebte Titel als E-Book ausleihen
Mi 18. Februar 2026
Ein Handydisplay zeigt die „BorrowBox“, E-Books und E-Audios für Kinder von sechs bis zwölf Jahren
Bild: Bolinda
zur Nachricht „Bauturbo“ startet: 200 Wohnungen in Ex-VEW-Zentrale am Westfalenpark „Bauturbo“ startet: 200 Wohnungen in Ex-VEW-Zentrale am Westfalenpark
Di 17. Februar 2026
VEW-Zentrale an der B1
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
zur Nachricht Gänsehaut und Grusel-Lust in der uzwei im Dortmunder U Gänsehaut und Grusel-Lust in der uzwei im Dortmunder U
Mo 16. Februar 2026
Das Ausstellungsstück Mein Werwolf aus der Ausstellung auf der uzwei.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
zur Nachricht Jahrtausende unter der Wiese: Archäologie-Team entdeckt Siedlungsstelle auf Uni-Gelände Jahrtausende unter der Wiese: Archäologie-Team entdeckt Siedlungsstelle auf Uni-Gelände
Mo 16. Februar 2026
Ein Mitarbeiter der Denkmalbehörde arbeitet in der Ausgrabungsstätte.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
zur Nachricht Valentinstag in Dortmund: Bier, Beats, Begegnung und beste Aussichten Valentinstag in Dortmund: Bier, Beats, Begegnung und beste Aussichten
Fr 13. Februar 2026
Pärchen im Park mit Hunden
zur Nachricht Entscheidungen der dritten Ratssitzung: Politik möchte Freibad Hardenberg erhalten, Personaldezernent Uhr wiedergewählt Entscheidungen der dritten Ratssitzung: Politik möchte Freibad Hardenberg erhalten, Personaldezernent Uhr wiedergewählt
Fr 13. Februar 2026
Abstimmung im Rat.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
zur Nachricht Start in die Eishockey-Playoffs: Fans fliegen auf die Eisadler Start in die Eishockey-Playoffs: Fans fliegen auf die Eisadler
Do 12. Februar 2026
Jubelndes Eishockey-Team
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze