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Anmietungs-Fonds

Damit aus Leerständen Volltreffer werden

Weniger Leerstände und mehr Vielfalt in der City. Das sind die Ziele des städtischen Anmietungs-Fonds. Das 2024 gestartete Förderprogramm hat sich zum Erfolgsmodell entwickelt. Elf Neueröffnungen hat das Citymanagement damit bereits ermöglicht, sechs davon im laufenden Jahr. Weitere Ideen und Verträge sind in der Pipeline.

„Der Anmietungs-Fonds hat unglaublich Fahrt aufgenommen“, berichtet Citymanager Tilmann Insinger. Gefördert wurde eine breite Palette an Angeboten: von einer Maßschneiderei und einem Einrichtungsgeschäft über ein Second-Hand-Kaufhaus und eine Weinbar bis hin zu einem gemeinnützigen Verein und einem Geschäft für japanische Mode und Fanartikel. In den vergangenen Monaten folgte Verhandlung auf Verhandlung, Vertragsschluss auf Vertragsschluss.

Bild: Stadt Dortmund / Leopold Achilles
Von innen an einer Schaufensterschreibe aufgebrachter, grüner Aufkleber mit der Aufschrift "Neu hier in der City".
Elf neue Angebote hat der Anmietungs-Fonds bereits in die Dortmunder City gebracht.
Bild: Stadt Dortmund / Leopold Achilles

Diesen Schwung hatte das Programm allerdings nicht von Anfang an. „Uns war klar, dass der Fonds eine gewisse Anlaufzeit braucht“, betont Insinger. Die Förderung musste bekannt gemacht werden, viele Kontakte mussten geknüpft werden, Immobilien in Augenschein genommen, Nutzungsangebote bewertet.

Denn immerhin geht es um perfekte Paarungen: Auf der einen Seite braucht es engagierte Eigentümerinnen und Eigentümer mit der Bereitschaft, für bis zu zwei Jahre auf ein knappes Drittel der zuletzt erhobenen Miete zu verzichten. Auf der anderen Seite braucht es innovative Nutzerinnen und Nutzer mit zündenden Ideen, die ins jeweilige City-Quartier passen und für Belebung sorgen.

Intensives Klinkenputzen ist dabei insbesondere bei den Eigentümerinnen und Eigentümern angesagt. „Wir müssen schon viel Überzeugungsarbeit leisten“, sagt Insinger. „Aber letztlich haben wir damit so manch eine Tür geöffnet, die zuvor verschlossen war.“ Mittlerweile erhalte das Team des Citymanagements immer wieder Bewerbungen auch von Eigentümerinnen und Eigentümern.

Alle Lagen fest im Blick

Bild: Stadt Dortmund / Stefan Grey
Drei Frauen sitzen an einem Tisch, blättern in Broschüren.
Auch der Migrantinnenverein Dortmund hat mithilfe des Anmietungs-Fonds ein neues Domizil am Gnadenort gefunden.
Bild: Stadt Dortmund / Stefan Grey

Die Erfolge verteilen sich mittlerweile über mehrere Quartiere der City. Einige Ansiedlungen öffneten im Hansaviertel, zuletzt die Weinbar „Weingrün“ an der Hansastraße. Auch an der Hansastraße öffnete im Juni „Die Erste Hilfe Schule“. Riesige Resonanz fand zu Beginn des Jahres die Eröffnung des J-Fashion und Manga-Art-Stores „Tokyo Heartbeats“ an der Reinoldistraße. Ebenfalls im Brückviertel hatte da bereits der Migrantinnenverein Dortmund sein neues Domizil am Gnadenort eröffnet. Und erst vor Kurzem wurde aus der traditionsreichen Hirsch-Apotheke direkt am Hellweg das Einrichtungsgeschäft „Prachtraum“. „Dass teils auch Lokale in richtig guten Lagen über Jahre hinweg keine Nachnutzung finden, macht deutlich, wie wichtig unsere Arbeit ist“, sagt Insinger.

Um bei den Leerständen immer auf dem Laufenden zu sein, hat das Citymanagement auch unscheinbarere Fälle in den Nebenlagen aller Quartiere im Blick: Regelmäßig lässt das Team die Belegung aller Erdgeschoss-Lokale in der City erfassen. „Wir warten nicht darauf, dass die Eigentümerinnen und Eigentümer zu uns kommen“, betont Insinger. „Wo wir längeren Leerstand sehen, gehen wir aktiv auf die Eigentümerinnen und Eigentümer zu.“

Kontakte führen auch jenseits der Förderung zu Erfolgen

Bild: Stadt Dortmund / Stefan Grey
Eine Frau in einem schwarzen Kleid hält ein helles Kleid in einem bunten Geschäft hoch.
Ein etwas abseits liegender Leerstand war das ehemalige Wetttbüro an der Reinoldistraße – Laura Biela hat sich dort mit „Tokyo Heartbeats" einen Traum erfüllt.
Bild: Stadt Dortmund / Stefan Grey

Auch wenn sich keine Förderung ergebe, zeigten diese intensiven Gespräche häufig positive Effekte. „Wir vermitteln oft fruchtbare Kontakte“, berichtet Insinger. So habe das Citymanagement etwa geholfen, den Pop-up-Store des E-Bike-Herstellers Prophete als sommerliche Zwischennutzung für die Wißstraße 22 zu gewinnen. Und manch eine Eigentümerin und ein Eigentümer hat nach einer Bewerbung für das Anmietungs-Fonds-Modell auch anderweitig wieder aktiver Mieterinnen und Mieter gesucht – und gefunden. „Das sind natürlich die schönsten Erfolge: Wenn sich das perfect match auf dem freien Markt findet und gar keine öffentliche Förderung mehr nötig ist“, sagt Insinger.

Dennoch ist der Citymanager sicher, dass es ohne den Anmietungs-Fonds deutlich schwieriger würde, die Eigentümerinnen und Eigentümer zu aktivieren. Die Finanzierung über das Landesprogramm läuft noch bis Ende 2027. Das Citymanagement strebt eine Verstetigung an und sieht eine Chance in einem Antrag auf Städtebaufördermittel des Bundes und des Landes. „Gerade die Belegungen der kleineren Ladenlokale jenseits der großen Handelsketten verleihen einer Innenstadt Profil und Charakter“, ist Insinger überzeugt. „Hier müssen wir weiter aktiv ansetzen, damit Dortmunds City vielfältig und lebendig bleibt.“

So funktioniert der Anmietungs-Fonds

Für die Förderung durch den Anmietungs-Fonds führt das Citymanagement neue Nutzungsideen und leerstehende Ladenlokale zusammen. Ist eine perfekte Paarung gefunden, mietet die Stadt das Ladenlokal für 70 Prozent der letzten Miete an. An die neuen Nutzerinnen und Nutzer vermietet sie die Räume noch günstiger weiter: Diese zahlen nur noch 20 Prozent der Altmiete. Die Differenz stemmt die Stadt mithilfe des NRW-Landesprogramms „ Zukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren“. Gefördert werden ganz unterschiedliche Nutzungen, die zur Belebung der Innenstadt beitragen und ins jeweilige Quartier passen. Die geförderte Fläche ist auf 300 Quadratmeter begrenzt.

Alle Details zum Anmietungs-Fonds

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