Fußgängerzone im Rosental
Das Rosenviertel blüht auf
Mit Kreide, Kinderlachen und Waffelduft hat Dortmund beim Stadtfest DORTBUNT eine neue Fußgängerzone eingeweiht. Das Rosental zeigt, wie aus einer Straße ein Ort zum Bleiben wird – getragen von der Zusammenarbeit engagierter Akteurinnen und Akteure, die das Viertel nach und nach weiterentwickeln.
Bunte Kreideschrift zieht sich über den Asphalt, als hätte die Straße selbst beschlossen, ihre neue Rolle zu feiern. Zwischen Kleppingstraße und Viktoriastraße, dort, wo sonst Parksuchverkehr den Ton angab, gehört der Raum plötzlich den Menschen. Kinder balancieren auf Stelzen, rollen lachend auf Maxi-Rollen über den grauen Grund, der an diesem Sonntag, 10. Mai, alles andere als grau wirkt. Es riecht nach frischen Waffeln, nach Sommer, nach Aufbruch.
Clown August formt aus Luftballons Rosen, Helikopter und Einhörner, während ein paar Meter weiter kleine Hände konzentriert Blumentöpfe mit Rosensymbolen stempeln und mit Kapuzinerkresse bepflanzen. Dazwischen: immer wieder echte Rosen. Sie werden verschenkt, weitergereicht – ein leises, duftendes Symbol für das, was hier gerade entsteht. Mitten im Trubel wird klar: Das Rosental ist nicht einfach nur Ende April verkehrsberuhigt worden. Es hat ein Stück weit auch seine Bestimmung gewechselt.
Die neue Fußgängerzone bringt vor allem eines: Platz. Platz für Begegnung, für Außengastronomie, für spontane Gespräche vor Schaufenstern. Wo früher Autos rangierten, entsteht jetzt eine offene Bühne für das urbane Leben.
Der nördliche Abschnitt des Rosentals war lange Zeit eine Sackgasse mit überraschend viel Verkehr. Wer einen Parkplatz suchte, fuhr hinein – und oft genauso frustriert wieder hinaus. Mit der neuen Regelung ist damit Schluss. Abgesehen von wenigen Ausnahmen gehört die Straße nun den Fußgängerinnen und Fußgängern sowie dem Radverkehr.
Noch ist vieles im Rosental im Werden – doch die nächsten Schritte sind geplant. „Im Herbst wird zusammen mit der temporären Begrünung auch kreatives Mobiliar ins Rosental einziehen“, erklärt Sandra Böddeker. Auf das „kreative Mobiliar“ legt die Projektleiterin für das nördliche Rosental im
Das Rosenviertel wächst zusammen
Auch darüber hinaus bekommt das Viertel stärker ein Gesicht und zusätzlichen Flair. „Mit Farbe im Straßenzug wollen wir den Wandel hier sichtbar und spürbar machen“, sagt Böddeker. Angedacht und in Prüfung sei derzeit die künstlerische Bemalung der Fahrbahn – als symbolisches Eingangstor ins Viertel.
Schon jetzt übernimmt diese Rolle auf der Seite Kleppingstraße wieder das alte Leuchtbanner mit dem Schriftzug „Rosenviertel“. Die Aktiven im Quartier haben es reparieren lassen, unterstützt mit Förderung durch den
„Das Citymanagement ist an vielen Stellen im Rosenviertel aktiv“, berichtet Projektleiterin Yvonne Johannsen aus dem Citymanagement. „Wir bieten regelmäßig Quartierstreffen an, bei denen sich die Gewerbetreibenden zusammenfinden und austauschen.“ Aus diesen Gesprächen entstehen Ideen, Pläne, Perspektiven. „Es sind einige Projekte geplant, die das Rosenviertel zusammenwachsen lassen und stärken. Schritt für Schritt blüht das Viertel auf.“
Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die Nutzungen der anliegenden Immobilien. Mit dem
Straße im Wandel – Stück für Stück
Im Rosental mag derzeit vieles noch provisorisch sein: Die Möblierung kommt erst, die Bepflanzung wächst noch, die Nutzung wird sich weiterentwickeln. Doch darin liegt auch eine Chance. Denn die temporäre Gestaltung bedeutet auch: ausprobieren, anpassen, weiterdenken. DORTBUNT war der perfekte Moment, um diese neue Phase einzuläuten. So verwandelte sich das Rosental in einen „Spielraum“ – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.
„Für die Zukunft wünschen wir uns, dass sich hier mehr auf der Straße abspielt“, sagt Sandra Böddeker. „Dass Gastronomien ihr Angebot nach außen öffnen und die Besucherinnen und Besucher eine gute Zeit im Rosental verbringen.“ Ihre Vorstellung ist klar: „Das Rosental soll – wie das Rosenviertel insgesamt – als stilvoller Ort des Miteinanders erlebt werden.“
Im Alltag muss die Fußgängerzone sich noch etablieren, denn der Parksuchverkehr ist noch nicht vollständig abgeebbt. Zu viele Autofahrerinnen und Autofahrer übersehen die neue Regelung noch oder ignorieren sie. Für Abhilfe soll neben Kontrollen des Ordnungsamts eine auffälligere Kennzeichnung der Fußgängerzone sorgen. Auch ein umfassender Umbau mit neuer Pflasterung und fest gepflanzten Bäumen ist in langfristiger Pespektive vorgesehen. Er kann aber in den kommenden Jahren noch nicht umgesetzt werden.
Dennoch bleibt am Ende des DORTBUNT-Tages in der Tat bereits ein lebendiges Bild der Begegnung: Kinder, die mit Kreide Rosen auf den Asphalt malen, während Erwachsene reden, lachen, verweilen. Das Rosental als Ort, der zeigt, wie Stadt sich Stück für Stück verändern kann – wenn man ihr die Chance dazu gibt.
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