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Die Simpsons erobern den schauraum: comic + cartoon

Eine der bekanntesten Familien der USA kommt nach Dortmund: „Die Simpsons - Gelber wird’s nicht“ ist vom 23. März bis 27. Oktober im schauraum: comic + cartoon zu sehen. Die Ausstellung feiert 35 Jahre „Die Simpsons“ und 70 Jahre Erfinder Matt Groening. Der Eintritt ist kostenlos.

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Die Simpsons erobern Dortmund mit der Sonderausstellung im schauraum: comic + cartoon. (The Simpsons ™ © 2024 20th Television)

Das knall-orangefarbene Sofa zieht magisch an, davor der Comic-Fernseher, der Pappaufsteller vom Familienhund Knecht Ruprecht hechelt freudig dazu. Nimmt man dort Platz, wird man hineingebeamt in die knallgelbe Welt der frechsten, verrücktesten und sympathischsten amerikanischen Familie.

Die Ausstellung „Die Simpsons - Gelber wird’s nicht“ im schauraum: comic + cartoon ist in vielerlei Hinsicht einzigartig: Es ist ein liebevoll zusammengetragenes Sammelsurium an Popkultur. Merchandise, nerdiges Fachwissen, Original-Zeichnungen, Drehbücher und schlicht Trash wurden von Kurator und Comic-Fachmann Dr. Alexander Braun gesammelt und mit Geschichten versehen. Und es ist eine komplett selbst gemachte und erdachte Ausstellung vom schauraum: comic + cartoon-Team Sophia Paplowski und Roman Kurth zusammen mit dem Experten. Sogar Sofa und Fernseher sind in den Werkstätten im Dortmunder U entstanden.

Bild: Max Mann
Zwei Personen lehnen über ein Sofa und schauen auf ein Ausstellungsstück, das wie ein Fernseher aussieht.
Auf dem Simpsons-Sofa Platz nehmen und auf den Simpsons-Fernseher schauen, auch das geht bei der Ausstellung.
Bild: Max Mann

Wichtigste Ausstellung der Simpsons

Es ist überraschend, wie viel auf den 200 Quadratmetern im schauraum comic + cartoon gegenüber dem Hauptbahnhof Platz findet. 35 Jahre Simpsons in kuriosen Kleinigkeiten und wertvollen Original-Exponaten. „Wir haben das Beste rausgeholt“, sagt Dr. Alexander Braun stolz - und ohne Übertreibung. Mit viel Enthusiasmus und Durchhaltevermögen hat er die vielen Original-Storyboards, Original-Entwurfsskizzen, Zeichnungen und farbige Folien aus der Trickfilmproduktion zusammengesammelt.

Seine Quellen? „Ich bin gut vernetzt“, sagt der Experte geheimnisvoll. „Ich bin wie immer begeistert und stolz, dass wir die einzige und damit wichtigste Ausstellung zu den Simpsons hier in Dortmund haben“, sagt der Leiter der Kulturbetriebe Stefan Mühlhofer.

Exklusives Material ausgestellt

Die Simpsons sind Kult. Erdacht und bis heute begleitet hat sie Matt Groening. Die Ausstellung feiert seinen 70. Geburtstag und 35 Jahre Simpsons zugleich. Keine andere Fernsehserie hat eine so lange Laufzeit, so viele Folgen und eine vergleichbare globale Verbreitung vorzuweisen wie „Die Simpsons“.

Der Kurator der Ausstellung und Comic- und Cartoon-Experte Dr. Alexander Braun hat exklusives Material für das Jubiläum zusammengestellt. Das Geheimnis des Erfolges? Sie sind frech und sie sind so normal. Brauns Lieblingscharakter ist Homer. „Er ist cholerisch, politisch inkorrekt und faul. Das ist herrlich anarchistisch.“

Bild: Stadt Dortmund / Christian Teichmann
Roman Kurth, Sophia Paplowski und Alexander Braun
schauraum-Team mit Roman Kurth, Sophia Paplowski und Alexander Braun (v.l.)
Bild: Stadt Dortmund / Christian Teichmann

Unverhoffter Erfolg für ein Massenpublikum

Von Alaska bis Indien, von Finnland bis China und selbst in Russland ist die gelbe Familie wohlbekannt, und das, obwohl sie sehr amerikanisch und häufig sarkastisch und schwarzhumorig bis an die Schmerzgrenze ist. Zunächst 1987 als kurze, einminütige Pausen-Gags für die „Tracy Ullman Show“ in Auftrag gegeben, waren die Simpsons – zum großen Verblüffen der Produzenten – nach zwei Jahren solche Publikumslieblinge, dass man sich 1989 eine eigenständige Animations-Reihe zutraute. Allerdings prognostizierten die Macher der knapp halbstündigen Animations-Show eine Lebensdauer von nur ein bis maximal drei Jahren. Zu subversiv erschien der Humor, zu bissig und gesellschaftskritisch waren die Pointen, als dass man sich vorstellen konnte, dass das ein Massenpublikum zur Primetime am Abend auf lange Zeit begeistern könnte. Wie wir heute wissen: Es kam anders.

Unangepasst und gegen alle Moral

Innerhalb weniger Monate waren die Simpsons Kult, Merchandise-Produkte überschwemmten die Regale und spülten Milliarden-Beträge auf die Konten der Verantwortlichen. Allein Julie Kavner, die amerikanische Stimme von Marge Simpsons, hat die Serie 60 Millionen Dollar reicher gemacht. Eine wahrlich postmoderne Erfolgsgeschichte: Nicht der kleinste gemeinsame Nenner des Publikumsgeschmacks führte zum Erfolg, sondern das Nonkonformistische, Unangepasste: In den Simpsons wird geflucht und geraucht und Figuren haben Sex. Man macht sich lustig über die Moralvorstellungen von Kirche und Konservativen und verhöhnt die Sicherheitsversprechen der Atomindustrie. Die Drehbuchautoren surfen fröhlich auf den Wellen der Kulturgeschichte und Popkultur. V.I.Ps aus Film, Fernsehen und Popkultur reißen sich um einen Gastauftritt bei den Simpsons, der sie dann häufig noch nicht einmal gut aussehen lässt. Wer nicht über sich selbst lachen kann, ist bei den Simpsons fehl am Platz.

Infos und Begleitprogramm

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm und Workshops begleitet. Die einzelnen Termine sind im Veranstaltungskalender zu finden.

Außerdem erscheint ein umfangreiches Katalogbuch, das alle Aspekte des Phänomens darstellt und u.a. erklärt, wie eine Folge der Simpsons entsteht. Im schauraum comic + cartoon ist er für 29 Euro zu kaufen, im Handel für 39 Euro. In der Ausstellung kann man mit sogenannten „Beaconns“ – gesponsert von 21 – mit dem eigenen Handy oder dem Tablet zu jedem Exponat Texte auch in Englisch durchlesen. Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm und Workshops begleitet. Die einzelnen Termine sind im Veranstaltungskalender zu finden.

Jeden Sonntag findet in der Zeit von 13:00 Uhr bis 14:00 Uhr eine Führung durch die Ausstellung statt. Sie kostet 3 Euro, eine Anmeldung ist nicht notwendig. Zusätzlich findet jeden ersten Donnerstag im Monat eine After-Work-Führung um 18:00 Uhr statt.

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