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Kunst in der Kurve

Kunst in der Kurve lockt zum Dortmunder U

Wer die Innenstadt über die Brinkhoffstraße in Richtung Nordstadt verlässt, kommt nicht an ihr vorbei: der Kunst in der Kurve. Das neueste Street Art-Werk auf der Mauer unterm U stammt von Sainer, einem polnischen Künstler.

Bild: Rebecca Schell
Street-Art-Mural des polnischen Künstlers Sainer an der Brinkhoffstraße am Dortmunder U.
Street-Art-Mural des polnischen Künstlers Sainer an der Brinkhoffstraße am Dortmunder U.
Bild: Rebecca Schell

Bunte Pixel, gleichmäßig und akkurat angeordnet. Daneben: Farbexplosionen aus grellem Gelbgrün und leuchtendem Blau, die an abstrakte Landschaften erinnern. Wohlgeordnete Struktur trifft auf exzentrisches Chaos. Das neue Mural an der Brinkhoffkurve mutet digital an.

"Das Wandbild ist wie ein kleiner Ausstellungsraum an der frischen Luft. Es zeigt die Essenz dessen, was im Dortmunder U stattfindet: Kunst und Digitalität", sagt Mirjam Gaffran vom Leitungsteam der Uwzei im Dortmunder U. "Als würde die Kunst, die drinnen stattfindet, aus dem Haus heraus und in die Stadt hineinfließen."

Bild: Daniela Bekemeier
Street-Art-Mural des polnischen Künstlers Sainer an der Brinkhoffstraße am Dortmunder U.
Street-Art-Mural des polnischen Künstlers Sainer an der Brinkhoffstraße am Dortmunder U.
Bild: Daniela Bekemeier

Street-Art-Künstler Sainer verbindet Natur und Digitalität

Für die Neugestaltung der Betonsichtwand hat das Dortmunder U zusammen mit der gegenüber gelegenen Street Art-Galerie "44309//Gallery" einen internationalen Künstler eingeladen: Sainer, bürgerlich Przemek Blejzyk, hat bereits Wände in Frankreich, Bosnien, Finnland, Polen, in den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA gestaltet. In Deutschland sind Werke des 35-Jährigen in Lübeck, Kassel, München und Mannheim zu sehen.

In Dortmund arbeitete Sainer ausschließlich mit Acrylfarbe. Um die Pixel auf der rechten Seite des Murals möglichst akkurat auf die Wand zu bringen, improvisierte der Street-Art-Künstler vor Ort und behalf sich mit einem selbstgebauten Tool aus dem Baumarkt: Das Gitter, das die einzelnen Pixel trennt, ist so exakt, dass man meinen könnte, es seien Kacheln auf der Wand angebracht worden.

Eigentlich bevorzugt Sainer das Hochformat. Die acht Meter hohe und 100 Meter lange Mauer unterhalb des Dortmunder U entpuppte sich für ihn aufgrund ihrer Größe und der langgezogenen Kurve als echte Herausforderung. Den vorab erstellten Entwurf passte er erst vor Ort an und entwickelte ihn weiter. Die Lamellen der Abluftsysteme, die Schilder des Parkleitsystems, ein Garagentor – all das integrierte Sainer in seine Arbeit.

Mural lädt sorgt für Gesprächsstoff

Knapp zwei Wochen arbeitete Sainer täglich bis zum Einbruch der Dunkelheit zusammen mit einem Assistenten an der Brinkhoffkurve. "Die Passant*innen reagierten durchweg positiv. Sie sprachen den Künstler an und kamen mit ihm ins Gespräch", freut sich Daniela Bekemeyer von 244309Public Art".

Sainer hat Dortmund inzwischen wieder verlassen – seine Kunst bleibt. Sie lädt ein zum Stehenbleiben, zum Entdecken und zum Gespräch. "Aus der Entfernung wirkt Sainers Arbeit wie gedruckt: sehr gerade, sehr perfekt. Aber es lohnt sich sehr, das Mural auch mal ganz aus der Nähe zu betrachten", empfiehlt Mirjam Gaffran. "Je näher man der Wand kommt, desto mehr kann man erkennen, dass ein Mensch diese Kunst geschaffen hat."

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