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MKK zeigt Bilder der Dortmunder Fotografie-Pionierin Annelise Kretschmer

Die Ausstellung "Kosmos des Lebens" eröffnet am 25. Januar und präsentiert Werke einer der bedeutenden Fotografinnen des 20. Jahrhunderts.

Die Dortmunderin Annelise Kretschmer (1903-1987) behauptete sich mit ihrem Fotoatelier in Dortmund zu einer Zeit als Künstlerin, als Männer noch unangefochten das Kulturleben dominierten. Im Museum für Kunst uns Kulturgeschichte wird ihr Schaffen mit etwa 60 Werken gewürdigt.

Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Eine Frau sieht sich Bilder in einer Ausstellung an.
Das MKK zeigt rund 60 Werke von Annelise Kretschmer.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Es sind besonders viele Porträts ausgestellt, viele von Dortmunder Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Leonie Reygers. Sie war 1940 stellvertretende Leiterin des Museums für Kunst und Kulturgeschichte und später des Museums am Ostwall. "Sie ist also ganz eng mit unserem Museum verknüpft. Für uns ist das toll, dass wir die erste Station der Wanderausstellung sein können", sagt Museumsdirektor Dr. Jens Stöcker. Mit der Wanderausstellung "Kosmos des Lebens. Die Fotografin Annelise Kretschmer" würdigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Arbeit dieser Künstlerin.

Die Ausstellung wird am Donnerstag, 25. Januar, um 18:00 Uhr im Museum für Kunst und Kulturgeschichte eröffnet und ist bis zum 21. April dort zu sehen. Anschließend wandert sie bis Oktober 2025 an acht weitere Standorte in Westfalen-Lippe. In Dortmund wird die Ausstellung ergänzt mit Bildern aus dem MKK Dortmund. Rund 50 Ausstellungsreproduktionen aus dem Bestand des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster sowie sieben Vintage-Prints aus dem Bestand des MKK zeichnen Kretschmers künstlerische Entwicklung in vier Kapiteln nach.

Annelise Kretschmers Fotografien zeigen ein breites Spektrum an Motiven und Themen – kaum ein Lebensbereich bleibt ausgespart. Sie behauptete sich mit ihrem Fotoatelier in Dortmund in einer Zeit als Künstlerin, als Männer noch unangefochten das Kulturleben dominierten.

Eigene künstlerische Handschrift

In den künstlerischen Entwicklungen der Weimarer Republik wie der Neuen Sachlichkeit oder des Bauhauses erarbeitete sich Annelise Kretschmer eine eigenständige Position. Auch nach der Zäsur des Zweiten Weltkrieges verfolgte sie ein eigenes ästhetisches Konzept. Ihre Aufnahmen – ob von Personen, Orten oder Gegenständen – trafen das Wesen: Mit besonderer Sensibilität fing Kretschmer Emotionen und Charakter des fotografierten Gegenübers ein.

Internationale Anerkennung

Als eine der ersten Frauen in Deutschland, die ein Fotoatelier eröffneten, fand Annelise Kretschmer bereits in den späten 1920er-Jahren international Anerkennung. Sie nahm an wichtigen Ausstellungen des noch jungen Mediums Fotografie teil, wie der "Film und Foto" in Stuttgart und konnte in Zeitschriften publizieren.

Dortmunder Atelier war wichtiger Anlaufpunkt

Die NS-Zeit bedeutete für Kretschmer, die einen jüdischen Vater hatte, nicht nur persönlich, sondern auch beruflich einen großen Einschnitt. Zwar konnte sie in geringem Umfang weiterarbeiten, an die frühen Erfolge aber nicht wieder anschließen. Später war sie sehr gut in der Kunst- und Kulturszene vor allem von Dortmund vernetzt, ihr dortiges Atelier war ein wichtiger Anlaufpunkt. So zeigt die Ausstellung auch einen Einblick in das kulturelle und städtische Leben von Dortmund. "Wir hoffen auf das Feedback von den Dortmunder* innen, die das Atelier besucht haben, wir suchen Fotos und Geschichten", sagt Museumsdirektor Dr. Jens Stöcker. Anekdoten und Familienporträts könnten gerne an folgende E-Mail geschickt werden: CWalda@stadtdo.de .

Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Eine Frau im Blazer erzählt etwas zu einer Ausstellung, die im Hintergrund ist.
Die Kuratorin der Ausstellung, Ute Christina Koch.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Porträts von Künstler*innen bis Wissenschaftler*innen

Sie porträtierte zahlreiche Künstler*innen und Kulturschaffende. Aber auch andere Personen wie Industrielle oder Wissenschaftler*innen wurden von ihr fotografiert. Kretschmer entwickelte eine bildnerische Sprache, mit der sie die Persönlichkeit des Menschen einfangen konnte. Ihre Porträt-Aufnahmen sprechen durch ihre Unmittelbarkeit an und berühren. Sie schafft eine Situation des direkten Kontaktes zwischen Betrachtenden und fotografischem Abbild. "Mit dieser Ausstellung rücken wir eine ganz besondere Künstlerin in den Fokus. Ihre Arbeiten, vor allem ihre Porträts, bestechen durch Intensität und Unmittelbarkeit des Ausdrucks", sagt die Kuratorin der Ausstellung, Ute Christina Koch.

Digitale Führungen

Interessierte können sich nicht nur in der Ausstellung, sondern auch in digitalen Führungen der Künstlerin thematisch nähern, beispielsweise im Hinblick auf ihre Netzwerke. Die Führungen werden mittels eines QR-Codes vor Ort im Museum bereitgestellt. Zudem haben die Geschichtsmanufaktur Dortmund und Sophie Reinlaßöder vom LWL-Museumsamt ein Begleitprogramm für Erwachsene sowie Familien entwickelt. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. Das Museum hat im Dezember 2019 den Nachlass der Künstlerin erworben, bestehend aus 2.600 Fotografien als Originalvergrößerungen und etwa 13.000 Negativen.

Begleitprogramm

Führungen

  • Sonntag, 28. Januar, 15:00 Uhr: Kuratorinnenführung durch die Ausstellung, Eintritt drei Euro.
  • Ab 4. Februar: Jeden zweiten Sonntag Führungen, zusätzlich Termine für After-Work-Führungen (29. Februar, 7. März und 18. April von 18:00-19:00 Uhr), drei Euro.

Workshops

Am 4. Februar können Familien mit Kindern ab sechs Jahren (14:00-15:30 Uhr und 15:30-17:00 Uhr) Leporellos gestalten. Leporellos sind eine schöne Art, Fotos aufzubewahren. In der Ausstellung entdecken Familien mit Kindern, wie die Fotografin Annelise Kretschmer ihre Bilder aufbewahrt hat. Anschließend werden eigene Leporellos gestaltet. Das Angebot ist kostenfrei, bitte anmelden.

Am 18. Februar von 13:00-16:00 Uhr gibt es einen Workshop, der sich künstlerisch mit Fotografien auseinandersetzt: Im Workshop "Re-imagining Annelise. Experimentelles Arbeiten mit Fotografien" erforschen die Teilnehmer*innen unter Leitung von Fotografin Aslı Özçelik die künstlerische Kraft, Altes zu zerstören, um Neues zu schaffen. Fotografien von Annelise Kretschmer und eigene Fotografien der Teilnehmer*innen werden mit Malerei und Nähtechniken zusammengeführt. Drei Euro pro Person, Anmeldung bitte bis zum 15. Februar.

Podiumsdiskussion

Am Donnerstag, 14. März, ab 18:00 Uhr im "STADT_RAUM" sprechen Expert*innen aus Forschung und künstlerischer Praxis über Frauen* in der Fotografie. Drei Impulsbeiträge von Tabea Borchardt, Nathalie Dimic und Rebecca Racine Ramershoven widmen sich der Fotografie als Frauenberuf, einem individuellen fotografischen Werdegang, dem Machtverhältnis zwischen Autor*in und porträtierter Person sowie dem Selbstporträt von Frauen aus intersektionaler Perspektive. Das anschließende Podiumsgespräch öffnet den Raum für Austausch und Reflexion. Der Eintritt ist frei, es moderiert Aslı Özdemir.

Anmeldung zu Führungen und Veranstaltung

Anmelden können Sie sich beim Besucher*innen-Service des Museums für Kunst und Kulturgeschichte telefonisch unter 0231 50 26028 oder per E-Mail über info.mkk@stadtdo.de .

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