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Stadtentwicklung

Saarlandstraße soll zum Boulevard werden

Die Saarlandstraße als Flaniermeile mit deutlich mehr Grün und ausreichend Platz: Für diese Vision hat die Stadt am Donnerstag, 15. Februar, die neue Entwurfsplanung vorgestellt.

Bild: Stadt Dortmund / Vermessungs- und Katasteramt
Eine Visualisierung der Saarlandstraße mit mehr Grünflächen.
Die Simulation der neuen Saarlandstraße zeigt: hier soll es künftig mehr Grün und mehr freien Platz geben.
Bild: Stadt Dortmund / Vermessungs- und Katasteramt

Der alte Kanal unter der Saarlandstraße ist längst aufwändig erneuert und vergrößert worden. Nach mehr als 100 Jahren war das notwendig. Jetzt soll der Straßenraum neu aufgeteilt werden – und zwar ganz im Sinne der Verkehrswende: mehr Platz für Fußgänger*innen, Begrünung und Bäume sowie weniger motorisierter Verkehr sind die Ziele. Die Aufenthaltsqualität soll spürbar steigen.

Schon heute ist die Saarlandstraße ein lebendiges Quartiers- und Geschäftszentrum. Nach der Umgestaltung sollen sich Anwohner- und Besucher*innen dort noch länger und lieber aufhalten.

Zunächst geht es nur um die Erneuerung des Abschnitts zwischen Hoher Straße und Ruhrallee – später folgen die Bereiche im Westen bis zur Lindemannstraße beziehungsweise im Osten bis Märkische Straße.

Viele Nutzungen und Ansprüche an die neue Saarlandstraße

Die Saarlandstraße ist in ihrer Bedeutung und Nutzungsvielfalt einmalig in Dortmund. Sie ist Teil des sogenannten Straßen-Vorbehaltsnetzes, als innerörtliche Hauptverkehrsstraße erfüllt sie eine wichtige Verbindungsfunktion. Künftig soll es dort allerdings weniger Durchgangsverkehr geben.

Auf dem Weg dahin ist die Straße auch heute schon: Vor der Corona-Pandemie waren es noch rund 12.000 Kraftfahrzeuge, die durchschnittlich an einem Werktag auf der Saarlandstraße unterwegs waren. Heute liegt die tägliche Verkehrsbelastung bereits um etwa zehn Prozent niedriger.

Auch den Busverkehr gilt es zu berücksichtigen, denn auf dem Abschnitt zwischen Hohe Straße und Ruhrallee gibt es drei Haltestellen. Diese werden von zwei Linien jeweils im 30-Minuten-Takt angefahren. Die Geschäfte und Gastronomiebetriebe sind auf gute Optionen für den Lieferverkehr angewiesen. Die Querungsmöglichkeiten für Fußgänger*innen sollen sich durch einen breiten Mittelstreifen deutlich verbessern. Barrierefreie Querungen werden noch ergänzt.

Eine gemeinsame Fahrspur pro Richtung für Autos und Fahrräder

Radfahrer*innen auf der Saarlandstraße sollen vor allem durch die Geschwindigkeitsbegrenzung künftig deutlich sicherer unterwegs sein. Die Straße ist zwar eine Hauptroute für den Radverkehr, eine baulich getrennte eigene Fahrspur ist aber nicht vorgesehen. Der Grund: Die Sonnenstraße als künftig schnelle Route RS1 verläuft parallel und ist nah gelegen.

Die umgebaute Saarlandstraße wird künftig die Ansprüche aller Verkehrsmittel berücksichtigen. Wollte man dies in Idealform umsetzen, müsste die 20 Meter breite Straße noch gut 15 Meter breiter sein. Der Vorschlag des Teams in der Mobilitätsplanung im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt sieht deshalb Folgendes vor: je eine gemeinsame Fahrspur für Kfz- und Radverkehr pro Richtung mit Tempo 20 als Standard. Dazu ein Mittelstreifen, der durch Grünbeete unterbrochen ist, so dass Radfahrende nicht überholt werden können. Dazu sind in den Seitenbereichen 36 neue Bäume geplant, damit die Straße einen Allee-Charakter bekommt.

Bild: Stadt Dortmund / Vermessungs- und Katasteramt
Eine Visualisierung der Saarlandstraße mit Häusern, Bäumen und Passanten.
Noch bis zum 1. März können Bürger*innen ihre Anmerkungen oder Ideen zur Umgestaltung einbringen.
Bild: Stadt Dortmund / Vermessungs- und Katasteramt

Wie geht es weiter?

Nach der Vorstellung der Pläne bei der Dialogveranstaltung am Donnerstag, 15. Februar, können sich die Dortmunder*innen noch bis zum 1. März mit ihren Rückmeldungen beteiligen. Das Planungsteam möchte noch möglichst viele Anregungen und Ideen der Dortmunder*innen aufgreifen und in den Entwurf einarbeiten. Wer sich beteiligen möchte, kann sich per E-Mail mit Meinungen oder Vorschlägen melden: umsteigern@dortmund.de .

Die Entwurfspläne, weitere Infos und eine 3D-Video-Animation, wie die Saarlandstraße in Zukunft aussehen könnte, werden im Laufe der Kalenderwoche 8 auch auf der Seite des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes zu finden sein.

Voraussichtlich im vierten Quartal 2024 schließt sich ein Beschluss des Rates über die Entwürfe an. Danach übernimmt das Tiefbauamt die Ausführungsplanung und alle weiteren Schritte, je nach Kapazität im Jahresarbeitsprogramm. Weil zuvor aber der Neue Graben noch umgebaut wird, ist die Saarlandstraße somit frühestens 2029 an der Reihe.

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