Stadt Dortmund Wappen
Newsroom

Umwelt

Schutz für Igel: Mähroboter dürfen nachts nicht mehr mähen

Seit einem Monat dürfen Mähroboter in Dortmund nachts nicht mehr laufen. Eine Allgemeinverfügung der Stadt ist seit dem 17. Juli in Kraft. Damit sollen wildlebende und nachtaktive Tiere geschützt werden. Dazu zählen Igel und andere Kleinsäuger, Amphibien wie Frösche und Kröten sowie wirbellose Tiere.

Die scharfen Messer von Mährobotern rotieren oft unbemerkt und nah am Boden und können Tiere tief verletzen oder Gliedmaßen abtrennen. Viele kleine Tierarten gehen nachts auf Nahrungssuche, um tagsüber nicht Beutegreifern zum Opfer zu fallen. Speziell Igel laufen bei Gefahren nicht weg. Sie rollen sich an Ort und Stelle ein und vertrauen auf ihre Stacheln, die gegen die Messer des Roboters aber nichts ausrichten können. Der Igel gilt international als „potenziell gefährdete" Art und steht in Deutschland auf der Roten Liste der Säugetiere als Vorwarnart.

Vom Untergang bis zum Aufgang der Sonne

Bild: Botanischer Garten Rombergpark
Igel in der Natur.
Igel finden immer weniger geeignete Lebensräume und Nahrung. Deshalb zieht es sie zunehmend in städtische Grünanlagen, Parks und Gärten.
Bild: Botanischer Garten Rombergpark

Das Einsatzverbot für Mähroboter gilt in der Zeit von einer halben Stunde vor Sonnenuntergang bis einer halben Stunde nach Sonnenaufgang des folgenden Tages. Diese sich täglich verändernden Zeiten lassen sich über Portale im Internet oder über verschiedene Apps abrufen. Mit dem Verbot setzt die Untere Naturschutzbehörde einen Ratsbeschluss um. Das Verbot der nächtlichen Inbetriebnahme von Mährobotern kann einen wichtigen und effektiven Beitrag zum Artenschutz liefern, da es eine unnötige Gefahr verringert.

Die Ursachen für den Bestandsrückgang des Igels sind vielfältig. Einer der gravierendsten Gründe sind fehlende Insekten als Hauptnahrungsgrundlage des Igels infolge von Pestizideinsatz, Lichtverschmutzung und Lebensraumverlust. Eine weitere Ursache ist das Fehlen geeigneter Lebensräume in der freien Landschaft. Dort mangelt es häufig an Hecken und Gebüschen, in denen die Tiere tagsüber schlafen, ihre Nester für den Winterschlaf bauen und ihre Jungtiere aufziehen können. In der Folge weichen Igel häufig – weg von der freien Landschaft – in städtische Ersatzlebensräume aus, zum Beispiel Grün- und Parkanlagen, Friedhöfe oder Gärten.

Bußgelder sind möglich

Wer gegen die neue Allgemeinverfügung (auch fahrlässig) verstößt, muss mit einer Geldbuße rechnen. Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) sieht als Sanktionsmöglichkeit eine Geldbuße von bis zu fünfzigtausend Euro vor. Die Untere Naturschutzbehörde wird jedoch keine Kontrollbesuche in der Nacht unternehmen. Sie wird allerdings Hinweisen von der Polizei, anderen Organisationen oder von Bürgerinnen und Bürgern nachgehen.

Tipps für besseren Schutz der Tiere zuhause

Auch tagsüber können Tiere in Gefahr sein, wenn Mähroboter unterwegs sind. Hier sind Tipps, die helfen, die Gefahren für Tiere zu senken:

  • Rasenschneider und Motorsense nicht unter Büschen und Hecken nutzen, wohin sich Tiere gerne zurückziehen. Stoppkanten zum Beispiel aus Steinen helfen dabei.
  • Nicht unbedacht hohes Gras mähen, sondern vorher abgehen und kontrollieren. Igel können auch tagsüber dort liegen. Dann von innen nach außen mähen.
  • In unmittelbarer Nähe von Büschen und Hecken keinen Laubbläser einsetzen. Es besteht bei dort Schutz suchenden Tieren die Gefahr von schweren Augenverletzungen und Erblindung. Laubsauger wiederum saugen kleinere Tiere mit ein, sind also keine Alternative. Besser: Rechen benutzen.
  • Vorhandene Laubhaufen dienen Tieren gerne als Schutz. Sie sollten nicht abgeräumt werden. Laub, das unter Büschen liegt, ist zudem eine Nahrungsquelle und schützt das Bodenleben und zersetzt sich im natürlichen Prozess zu wertvollem Humus. Wer in Randlagen des Gartens bewusst Haufen aus Laub und Totholz anlegt, bietet Tieren einen wichtigen Rückzugsort an.
  • Wer Blumenwiesen statt grünen Rasen anpflanzt, muss weniger mähen und fördert gleichzeitig die Artenvielfalt.
  • Wer einen kranken oder verletzten Igel findet, kann sich an die Arbeitsgruppe Igelschutz e. V.wenden.

Zur Allgemeinverfügung

Die PDF mit der Allgemeinverfügung vom 17. Juli in den Dortmunder Bekanntmachungen finden Sie hier.

Schlagwörter

Tiere Sicherheit & Ordnung

Weitere Nachrichten

Mehr Nachrichten
Parasiten im Naturmuseum: Sonderausstellung zeigt Überlebenskünstler
Do 15. Oktober 2026
Waschbär an der Mülltonne in der Parasiten-Ausstellung im Naturmuseum Dortmund.
Bild: Naturmuseum / Sabine Richmann
Neue Wege gehen: Dortmund muss beim Haushalt gegensteuern
Mo 12. Oktober 2026
Der neue Kämmerer der Stadt Dortmund, Torsten Bunte, im Portrait.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Natur-Reservat „Lanstroper See“: Wie aus Bergbau Wasserschutz wurde
Di 6. Oktober 2026
Scharnhorst
Der Lanstroper See in Dortmund
Bild: Stadt Dortmund / Stefanie Kleemann
Zum Brüllen! So war der erste Ausflug der Löwenbabys
Fr 2. Oktober 2026
Hombruch
Löwenjunges im Zoo Dortmund
Bild: Ida Andrae / Zoo Dortmund
Rat bringt zusätzliche Schulplätze auf den Weg
Fr 2. Oktober 2026
Oberbürgermeister Alexander Kalouti sitzt im Rat zusammen mit Ratsmitgliedern und Stellvertretern des Rats der Stadt Dortmund.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Komisches Gefühl? App zu LINa!
Mi 30. September 2026
Pavlina Gjorgjeska präsentiert die LINa-App
Bild: Stadt Dortmund / Beate Hassel
Streuobstwiesen: So viel darf ich pflücken
Mi 30. September 2026
Viele Grabstätten in einer Streuobstwiese
Bild: Friedhöfe Dortmund
Rat entscheidet über weitere Schritte beim Schulbau und wichtige Projekte
Di 29. September 2026
Der neue Ratssaal von oben.
Bild: Stadt Dortmund
Stadt prüft, ob alle Hunde angemeldet sind
Mo 28. September 2026
Paar mit Hund auf Wiese vor Dortmunder Skyline
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Stadt Dortmund verhängt Haushaltssperre
Di 22. September 2026
Nebeneinander liegende Euroscheine
Bild: SXC
Stadt Dortmund kauft Problemhäuser
Mo 21. September 2026
Innenstadt-Nord
Nordstadt aus der Vogelperspektive.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Feierstunde: Wechsel an Dortmunds Polizei-Spitze
Di 15. September 2026
Die bunteste Bühne im Revier: So wird die IGA 2027 in Dortmund
Di 8. September 2026
Bild: Andreas Buck
DSW21 startet Pilotprojekt zur KI-gestützten Videobeobachtung
Fr 4. September 2026
U-Bahn Haltestelle Westfalenhallen, die U46 Richtung Hauptbahnhof fährt rechts im Bild soeben los, der Bahnsteig ist leer.
Bild: Jörg Schimmel/DSW21
Zum Schulstart: Verstärkte Straßenkontrollen in Dortmund
Mi 2. September 2026
Bild: Leopold Achilles