Stadt Dortmund Wappen
Newsroom

Sicherheit & Ordnung

„Es reicht!": Klinikum Dortmund schützt Personal mit Bodycams

Als erstes Krankenhaus bundesweit testet das Klinikum Dortmund Bodycams in den Notaufnahmen - und sieht nach den ersten Wochen bereits einen verbesserten Schutz der Mitarbeiter vor Bedrohungen und gewalttätigen Übergriffen.

Es habe in den ersten Wochen der insgesamt dreimonatigen Testphase bereits mehrere Anlässe gegeben, in denen die bloße Ankündigung, die kleine Kamera am Kittel anzuschalten, geholfen habe, eine sich hochkochende Situation zu beruhigen, schilderte Thorsten Stohmann, Leiter der Zentralen Notaufnahme.

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass allein das Tragen der Cams tatsächlich nicht nur auf das Gegenüber deeskalierend wirkt, sondern auch bei uns dazu führt, dass wir uns ein bisschen sicherer fühlen“, ergänzt Christian Eggers, der die Notaufnahme am Klinikstandort Nord leitet.

Wie kommen die Kameras zum Einsatz?

Bild: Lukas Wittland/Klinikum Dortmund
Klinik-Personal mit Bodycams
Seit mehr als einem Monat können Mitarbeiter in den vier Notaufnahmen des großen Klinikums freiwillig Bodycams tragen.
Bild: Lukas Wittland/Klinikum Dortmund

Seit mehr als einem Monat können Mitarbeiter in den vier Notaufnahmen des großen Klinikums freiwillig Bodycams tragen - und einschalten, wenn sich im Empfangsbereich Konflikte mit Wartenden oder Patienten erkennbar zuspitzen. Während medizinischer Behandlungen oder in vertraulichen Gesprächen werden sie nicht eingesetzt.

Die Kamera darf zudem nur nach deutlicher Ankündigung aktiviert werden und verfüge über einen zusätzlichen Notrufknopf. Das Projekt sei laut Klinikum im Vorfeld rechtlich geprüft und mit dem Betriebsrat abgestimmt worden. Insgesamt wurden 24 Bodycams angeschafft: jeweils acht für die Notaufnahmen Nord und Mitte sowie jeweils vier für die zwei Kinderklinik-Aufnahmen.

„99,9 Prozent der Kontakte sind freundlich"

Bild: Lukas Wittland/Klinikum Dortmund
Bodycam an einem Kasack
Die Kamera darf nur nach deutlicher Ankündigung aktiviert werden und verfügt über einen zusätzlichen Notrufknopf.
Bild: Lukas Wittland/Klinikum Dortmund

Hintergrund der Maßnahme sei ein Anstieg der Gewalttaten und Angriffe auf das Personal in Krankenhäusern, insbesondere in Notaufnahmen, schilderte Michael Kötzing, Arbeitsdirektor der Klinik. „Wir haben die Bodycam-Testphase eingeführt, weil wir gesagt haben: Es reicht!

Zwar benehme sich nur ein verschwindend geringer Anteil der Patienten in der Notaufnahme daneben, für diese Fälle brauche es aber ein wirksames Mittel der Prävention.

Michael Körzing: „99,9 Prozent der Kontakte mit Patienten oder Angehörigen sind freundlich, respektvoll und herzlich. Da macht eine Bodycam keinen Sinn. Aber wir haben im gesamten Klinikum pro Jahr rund 100.000 dieser Kontakte. Da summieren sich die Fälle, die negativ auffallen, das Personal bedrohen oder körperlich übergriffig werden.“

Bodycam sind Teil eines Maßnahmenpaketes

Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Außenansicht Klinikum Nord
Bodycams kommen sowohl im Klinikum Nord (Foto) als auch im Klinikum Mitte und in der Kinderklinik zum Einsatz.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Die Bodycams seien aber nur eine Maßnahme in einem ganzen Paket, betonte er. So kommt in den Notaufnahmen bereits ein Sicherheitsdienst zum Einsatz, der nach dem Wunsch der Geschäftsführung künftig rund um die Uhr präsent sein soll. Zudem werden unter anderem Deeskalationstrainings und Selbstverteidigungskurse angeboten, es gibt Notrufknöpfe für die Tasche und es sind bauliche Veränderungen an den Zugängen vorgesehen. Nach der Testphase der Bodycams sei auch eine Ausweitung auf weitere Klinikbereiche denkbar.

Die Testphase im Klinikum Dortmund stößt deutschlandweit auch bei anderen Krankenhäusern auf Interesse. „Ich kann mich vor Anfragen betreffend unsere Erfahrungen mit dem Bodycam-Einsatz kaum retten“, sagt Michael Körzing.

Das ist das Klinikum Dortmund

Das Klinikum Dortmund ist eines der größten Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen. Als Haus der Maximalversorgung bietet das Klinikum Dortmund mit 1.408 Planbetten medizinische Spitzenleistung, die von rund 5.100 Mitarbeitenden geleistet wird. Dabei kommt fast ein Drittel der jährlich mehr als 415.000 Besuche (65.000 stationäre Aufnahmen, 350.000 ambulante Behandlungen) aus der Region und dem gesamten Bundesgebiet.

Mit 26 Kliniken, 40 Zentren und fünf Instituten bietet das Klinikum Dortmund Spitzenmedizin aller Fachrichtungen mit Ausnahme der Psychiatrie. Mit rund 600 Ausbildungsplätzen ist das Klinikum Dortmund der zweitgrößte Ausbildungsbetrieb in der Region.

Das Klinikum Dortmund befindet sich zu 100 Prozent in kommunaler Trägerschaft. Zudem ist das Haus Klinikum der Universität Witten/Herdecke.

Schlagwörter

Sicherheit & Ordnung Gesundheit & Pflege

Weitere Nachrichten

Mehr Nachrichten
Vier neue Trinkbrunnen im Zoo: So wird Dortmund im Alltag smart
Do 27. August 2026
Hombruch
Neue Brunnen im Zoo Dortmund. Man sieht zwei Kinder, wie sie ihre Wasserflaschen auffüllen.
Bild: Stadt Dortmund / Anja Kador
Vier Tage Kirmesspaß und großes Höhenfeuerwerk
Mo 24. August 2026
Lütgendortmund
Fahrgeschäft auf der Bartholomäuskirmes
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Schutz für Igel: Mähroboter dürfen nachts nicht mehr mähen
Mi 19. August 2026
Igel in der Natur.
Bild: Botanischer Garten Rombergpark
Wie macht man eigentlich Zahnpasta? Kostenlose Aktionstage laden zu Spiel, Spaß und Zahngesundheit
Do 13. August 2026
Eine Frau ist als Fee verkleidet. Sie hält einen Zauberstab in der Hand.
Bild: Stadt Dortmund
Feuerwehr testet neue Technologie für mehr Sicherheit bei Brandeinsätzen
Di 11. August 2026
Ein zweiköpfiger Atemschutztrupp geht als Übung in eine verrauchte Wohnung.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Verwaltungsstelle Hombruch bleibt am 13. August geschlossen
Di 11. August 2026
Hombruch
Das Gebäude der Bezirksverwaltungsstelle Hombruch
Bild: Oliver Krauß
Stadt kontrolliert Carsharing-Stellplätze
Di 4. August 2026
An diesem Schild erkennt man die Carsharing-Stellplätze.
Bild: Niklas Kähler
Nach Anschlag beim CSD in Berlin: Dortmund steht an der Seite der queeren Community
Mo 27. Juli 2026
Das Dortmunder U über den Dächern Dortmunds mit Regenbogenflagge.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Neue Rangerinnen und Ranger für Dortmunds Naturschutzgebiete
Do 23. Juli 2026
Unterwegs in Dortmunds Schutzgebieten: drei von vier neuen Ranger*innen des Umweltamtes
Bild: Umweltamt / Stadt Dortmund
Jahresbericht 2025: Alle 3 Minuten und 24 Sekunden ein Einsatz
Di 14. Juli 2026
Rettungskräfte versorgen einen Patienten.
Bild: Feuerwehr Dortmund
Bundesweit Vorreiter: Parkleitsystem zeigt Warnhinweise an
Mo 13. Juli 2026
An der Ruhrallee steht eine LED-Wand, welche das Parkleitsystem steuert.
Bild: Stadt Dortmund / Angela Seger
Tim Frommeyer: Gebürtiger Dortmunder wird neuer Polizeipräsident
Mo 13. Juli 2026
Tim Frommeyer im Portrait
Bild: PP Gelsenkirchen
Rat stimmt für ein Bettel-Verbot an Cafés und Restaurants
Fr 10. Juli 2026
Der Rat der Stadt Dortmund ist im Ratssaal zu sehen.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
KOD in den Stadtbezirken: Verstöße geahndet, Jugendschutz im Blick
Mi 8. Juli 2026
Zwei Ordnungsamt-Streifen stehen mit dem Rücken zur Kamera.
Bild: Stadt Dortmund
Smarte Ampel-Technik an der Weingartenstraße macht den Schulweg sicherer
Mo 29. Juni 2026
Hörde
Vier Fußgänger überqueren die Straße an der Ampel an der Weingartenstraße.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki