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Verkauf von Steag

DSW21 will Erlös aus Energie-Unternehmen für Verkehrs-, Energie- und Klimaprojekte nutzen

Das Energieunternehmen STEAG ist verkauft. Den Zuschlag für den 2,6 Millarden Euro Deal hat der spanische Infrastruktur-Investor Asterion Industrial Partners bekommen. Die Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21), mit 36 % größter Anteilseigner, erwartet voraussichtlich zwischen 600 und 700 Millionen Euro aus dem Verkauf.

Bild: DSW21 / Jörg Schimmel
Der Vorstand von DSW 21 mit OB Westphal
Sowohl DSW21-Vorstandsvorsitzende Heike Heim, Finanzvorstand Jörg Jacoby, als auch Oberbürgermeister der Stadt Dortmund zeigen sich zufrieden über den ersten erfolgreichen Schritt des Verkaufs von STEAG.
Bild: DSW21 / Jörg Schimmel

"Der Verkauf ist eine gute Nachricht für Dortmund und – nach Jahren einer Achterbahnfahrt – auch für die STEAG", erklärte Thomas Westphal. Der Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, die DSW21-Vorstandsvorsitzende Heike Heim und Finanzvorstand Jörg Jacoby nahmen am Dienstag, 29. August, gegenüber Medienvertreter*innen eine Bewertung des Verkaufs vor und gaben einen Ausblick in die Zukunft. Die Mittel, die DSW21 im Laufe des Jahres 2024 aus dem Verkauf zufließen, sollen insbesondere dafür verwendet werden, die Stadt Dortmund konsequent und effektiv auf dem Weg in Richtung Klimaneutralität zu begleiten.

Hoher Investitionsbedarf

Heim verdeutlichte: "Die Unternehmen der 21-Gruppe stehen hinsichtlich Klimaschutz, Energie- und Mobilitätswende vor enormen Herausforderungen. Der Investitionsbedarf ist gigantisch. Der Erlös aus dem STEAG-Verkauf verschaffe finanziell größere Spielräume und mehr Flexibilität." Allerdings, so die Vorstandsvorsitzende, sei man "weit entfernt von 'Wünsch dir was'". So sehr das Geschäft mit Asterion "ein wirklicher Befreiungsschlag im Sinne aller Beteiligten ist: Im Gesamtzusammenhang ist es ein Tropfen auf den heißen Stein."

Eine Einschätzung, die OB Thomas Westphal ausdrücklich unterstrich. Wer glaube, man könne die Herausforderungen der nächsten Jahre mit den Mitteln aus dem STEAG-Verkauf stemmen, irre gewaltig. "Allein bei der kommunalen Wärmeplanung und ihrer Umsetzung reden wir über einen Milliardenbetrag. Wir wollen aber auch Photovoltaik in Dortmund massiv ausbauen. Und wir wollen einen leistungsstarken ÖPNV. Die Bäume wachsen jetzt also nicht in den Himmel. Wir müssen genau hinschauen und in Ruhe sortieren."

Finanzvorstand Jörg Jacoby betonte, dass "Dortmund und DSW21 immer zum STEAG-Invest gestanden und das Unternehmen in schwierigen Zeiten durch Darlehen und Verzicht auf Gewinnausschüttungen gestützt" hätten. Vom Verkaufspreis, den 2,6 Mrd. Euro, müsse man nun die Pensionsverpflichtungen der STEAG gegenüber ihren Mitarbeitenden abziehen. Ebenso Verpflichtungen, die die KSBG gegenüber Banken und der STEAG habe. Schließlich gingen auch Körperschafts- und Gewerbesteuer in noch nicht bezifferbarer Höhe ab. Weil hier einige Variable hineinspielen und das Geschäftsjahr 2023 noch läuft, könne man den Dortmunder Anteil noch nicht exakt beziffern.

Von den erwarteten 600 bis 700 Mio. Euro, so Heike Heim, werde DSW21 "vor der Klammer" zunächst die STEAG-Beteiligung in der eigenen Bilanz neutralisieren. Ebenso strebe DSW21 eine teilweise Entschuldung an. Aus Sicht von OB Thomas Westphal der richtige Weg. Schließlich habe DSW21 über all die Jahre der Beteiligung auch die wirtschaftlichen Risiken getragen. Dass der Stadt-Tochter nun Verkaufserlöse zufließen, sei erfreulich. "Es ist aber nicht so, dass überraschenderweise jemand einen Geldsack vor die Tür gestellt hat. Vielmehr ist das das ehrlich erwirtschaftete Ergebnis einer Anteilseignerschaft. Bei der Verwendung der Erträge handelt es sich primär um eine unternehmerische Aufgabe von DSW21, die in enger Abstimmung mit den Gremien und dem Rat der Stadt Dortmund erfolgen wird."

Gespräche mit der Politik

Auch Heike Heim und Jörg Jacoby betonen, dass man "selbstverständliche intensive Gespräche mit der Politik führen" wird.

"Mit Asterion als Käufer", so Heike Heim, sei "für die bisherigen Anteilseigner und das Unternehmen STEAG die bestmögliche Lösung gefunden worden, damit sich beide Sparten des STEAG-Konzerns positiv weiterentwickeln können". Rückblickend bilanzierte sie: "Es war ein sehr herausfordernder Prozess, in dem wir Gesellschafter schmerzlich erkennen mussten, dass die notwendigen Investitionen in STEAG Power und IQONY unsere Möglichkeiten bei Weitem übersteigen würden."

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