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Sommertour

Oberbürgermeister Thomas Westphal startet Sommertour 2023

Oberbürgermeister Thomas Westphal ist auf Sommertour. Bis zum 4. August kommt er dabei mit Bürger*innen, Vereinen und Institutionen an ganz unterschiedlichen Orten in ganz Dortmund ins Gespräch. Der erste Tag, am 19. Juli, stand ganz im Zeichen der Frauen und zeigt: Dortmund ist emanzipiert.

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Wie war der erste Tag der Sommertour? Oberbürgermeister Westphal hat verschiedene Frauenprojekte besucht. Unter anderem war er bei den Fußballerinnen vom TUS Eichlinghofen.

Was bewegt die Frauen in Dortmund? Wie stärken sie sich? Wie wird ihnen in prekären Situationen geholfen? Der erste Tag der Sommertour steht ganz unter dem Motto "Dortmund ist emanzipiert" und führt an insgesamt fünf Orte in der Stadt.

Gespräch mit den Betriebsrat-Frauen von GaleriaKarstadt

Von der Dudenstraße führt die nächste Station an den Westenhellweg 30-36. Westphal trifft auf die Betriebsrat-Frauen des Karstadt-Warenhauses. Der Kaffeetisch ist gedeckt – den Kuchen hat der OB mitgebracht. Nach einem Rückblick der vergangenen Zeit, die turbulent war, kommen die Damen ins Plaudern. Sie seien froh, dass der Großteil der Kund*innen in dieser Phase "so viel Rückhalt" gegeben habe, so Angelika Scholz. Das habe gut getan.

Dann schwärmt der OB von der weihnachtlichen Dekoration, die es damals zu seiner Kindheit gab - er habe sich die Nase an den Schaufenster vor Staunen plattgedrückt - ein Anlass, um die Arbeit der Gestalterinnen Franka Oelmann und Pia Helling in den Fokus zu nehmen. Deren Abschlusspräsentation – ein eigenes Schaufenster – ist aktuell am einen Eingang Richtung Hansastraße zu sehen. "Mir wurde ein unbefristeter Arbeitsplatz angeboten. Das Angebot habe ich angenommen", sagte Franka Oelmann, frischgebackene Gestalterin für Visuelles Marketing. Es werden weitere Anekdoten aus dem Arbeitsalltag ausgetauscht, bevor es weiter zum nächsten Termin geht.

Sicherer Hafen für Betroffene: Das Frauenhaus Dortmund als Schutzort vor häuslicher Gewalt

Wohin können Frauen gehen, wenn sie Gewalt in der Beziehung erleben? Beim Besuch im Frauenhaus lernt OB Westphal bei seiner nächsten Station die Mitarbeiterinnen kennen, die berichten, wie und wo Frauen auf der Flucht vor ihren gewalttätigen Partnern Schutz für sich und ihre Kinder finden. Mit 32 Plätzen ist das Haus in Dortmund das größte in NRW. Sogar ein eigener Kindergarten findet Platz im Gebäude.

Der Ort ist seit seiner Gründung in den 70er-Jahren anonym, die Adresse ebenfalls, damit die Sicherheit für die Frauen gewährleistet ist. "Die Räume sind in der Größe flexibel anpassbar, sodass wir für so gut wie jede Frau mit Kindern Platz haben“, erklärt eine Mitarbeiterin. In die Einrichtung kommen Frauen aus ganz NRW – jedoch liegt der Fokus, so die Vereinsvorsitzende Sigrid Michaelis, auf Dortmund. "Es ist ein lokaler Verein. Daher wollen wir vor allem Frauen von hier helfen.“ Die Gespräche sind ernst und emotional – immerhin ist der Grund, warum es eine solche Einrichtung gibt, ein ernster. "Ich würde mir wünschen, dass eine Einrichtung wie unsere ihr Stigma verliert. Viele Frauen mit gutem oder mittelständischem Hintergrund möchten unsere Hilfe nicht annehmen", so Michaelis. Zum Schluss betont sie: "Wir stehen für jede Hilfesuchende offen."

Mädchenfußball beim TUS Eichlinghausen

Auch wenn der Abend anbricht, wird keine ruhige Kugel geschoben, sondern auf der letzten Station der Ball über den Kunstrasen gekickt. OB Westphal trifft zum Abschluss des ersten Tages seiner Sommertour durch Dortmund auf die Mädchenmannschaft des TUS Eichlinghofen. Es ist ein reiner Frauenfußballverein, der vor drei Jahren gegründet wurde. Bei den Aufwärmübungen zeigt OB Westphal sein Können und spielt Pässe mit den jungen Frauen und Mädchen. Aktuell sind Sommerferien und es findet kein Training statt. Trotzdem sind heute 25 Mädchen gekommen, um den Oberbürgermeister kennenzulernen. "Eine tolle Geste der Sportlerinnen!“, freut sich Westphal.

Insgesamt hat der Verein 140 aktive Spielerinnen im Alter von vierbis 17 Jahren. Daneben gibt es noch zwei reine Damen-Mannschaften mit 50 Spielerinnen. Betreut wird der Verein von 25 ehrenamtlichen Trainer*innen. Der Verein wächst – darauf ist man stolz. Zwei Trainerinnen wurden im Frühjahr mit dem Edith Peritz-Preis, dem Preis des Gleichstellungsbüros der Stadt Dortmund und der Soroptimist Club Dortmund Ruhr Region für ihr herausragendes Engagement in der Gleichstellungsarbeit geehrt.

"Wie ich gehört habe, kommen viele Mädchen sogar außerhalb Dortmunds hierher, aus Bochum, Herne oder Witten, da es in ihrer Stadt so ein Angebot nicht gibt. Der Club ist etwas Besonderes in der Stadt“, betont Westphal beeindruckt. Nach einer erfolgreichen Partie mit 9-Meter-Schießen, bei der sich der OB wacker geschlagen hat, geht der erste Tag der Sommertour bei Pizza und Softdrinks in lockerer Atmosphäre zu Ende.

Text: Tanita Groß

Frauenpower beim Pilates-Kurs

Zum Auftakt geht es zu den sportlichen Frauen beim Pilates-Kurs an die Volkhochschule Dortmund. Der Kurs von Eva Kovacs füllt sich langsam, Isomatten werden ausgerollt, Sportutensilien stehen bereit. "Ich mache seit vielen Jahren beim Kurs mit. Pilates hält fit und stärkt mich. Und solange man fit ist, sollte man sich bewegen", betont Kursteilnehmerin Britta Bollermann.

Es ist ein reiner Frauenkurs. Einen männlichen Teilnehmer – wenn auch passiv – gibt es an diesem Tag. OB Westphal nimmt Platz auf einer Matte und kommt mit den sportlichen Frauen ins Gespräch. Das Hauptthema: Familie und Beruf – und wie beides für Frauen vereinbar ist. Oberbürgermeister Thomas Westphal hört zu. Hier sitzen starke Frauen in der Halle, auf ihren Isomatten, die jede individuell Familienarbeit und Beruf gemeistert haben.

Schutz und Unterstützung für Prostituierte: Die Arbeit der Mitternachtsmission in Dortmund

Es geht weiter zur Mitternachtsmission. Hier geht es um das besondere Thema "Prostitution". Es gehört zur Realität jeder Großstadt. Auch und vor allem besonders Frauen, die in diesem Bereich arbeiten, benötigen oft Unterstützung. Missbrauch, Menschenhandel, Gewalt – wo finden Frauen diese Unterstützung, wenn sie aus Angst und Unwissen nicht zur Polizei gehen möchten? Für solche Fälle ist die Mitternachtsmission in der Dudenstraße seit fast 100 Jahren Anlaufstelle und berät Prostituierte und Ehemalige und Opfer von Menschenhandel.

Im Gespräch mit den Mitarbeiterinnen konnte sich OB Westphal auf seinem zweiten Halt ein gutes Bild über die engagierte und wichtige Arbeit der Einrichtung machen. "Wir arbeiten in einem harten Arbeitsbereich. Das kann man nur lange aushalten, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Aber das ist hier der Fall", erklärt Andrea Hitzke, Leiterin des Vereins Mitternachts e.V. Mittlerweile arbeitet sie seit über 30 Jahren bei der Beratungsstelle. "Unsere Arbeit wird anerkannt – von der Politik und auch von der Stadt. Innerhalb der Stadt und in ganz NRW sind wir sehr gut vernetzt", erklärt sie.

Im letzten Jahr hat die Mitternachtsmission über 400 Frauen aus ganz Deutschland beraten. Die Gründe sind vielfältig. Frauen kommen mit Fragen zu einer ungewollten Schwangerschaft, aus gesundheitlichen Gründen oder weil sie Probleme mit dem Bleiberecht haben. „Während vor einigen Jahren die meisten Frauen aus osteuropäischen Staaten kamen, stammen sie nun überwiegend aus Afrika“, so Hitzke. Dass die Hilfe funktioniert, liegt unter anderem daran, dass in der Beratungsstelle rund 20 Sprachen gesprochen werden. Auch Streetwork gehört zum Tagesgeschäft. Täglich sind Mitarbeiterinnen in der Innenstadt und Nordstadt unterwegs, um niederschwellige Hilfsangebote anzubieten.

"Wenn die Frauen sich sicher fühlen, blühen sie richtig auf – es ist schön, zu sehen, wie man ihnen die Verbesserung ansieht – dass wir etwas mit unserer Hilfe bewegen können", sagte Hitzke. Die Leiterin spricht gerne und mit Leidenschaft von ihrer Arbeit und der OB hört zu. "Welche Probleme machen ihnen aktuell besonders zu schaffen?", fragt er. "Mit der Corona-Pandemie sind viele in die illegale Prostitution geraten und kommen da nicht mehr raus. Das Schlimme ist, dass es hier öfters zu Gewalt kommt", so Hitzke weiter.

"Wo sieht die Beratungsstelle Verbesserungsbedarf?", möchte OB Westphal wissen. "Viele Frauen aus nicht EU-Staaten wollen gerne eine Ausbildung machen, gerne in der Pflege. Doch das ist mit der aktuellen Gesetzeslage nicht möglich", antwortet die Leiterin.

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