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Schülerin vor Abakus

Westfälisches Schulmuseum

Werkstattgespräche für Schulklassen und Kurse ab Jahrgangsstufe 10

Mythos Germanien

Buchbar in folgenden Zeiträumen:
12. Mai bis 6. Juni 2014 und 1. bis 21. September 2014
Dauer: 90 Minuten
Preis: 54,00 Euro pro Klasse / Kurs
Anmeldungen: Telefon 0231 613095

Im Westfälischen Schulmuseum arbeiten derzeit Lehrende und Studierende des Historischen Institutes der Technischen Universität Dortmund in Zusammenarbeit mit Museumsleuten an einer Ausstellung von nationalsozialistischen Schulwandbildern – und anderen Materialien aus dem Schulunterricht – zur Thematik „Germanen“. Die Ausstellung wird im Frühjahr 2015 im Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund zu sehen sein.

Ein Ausstellungsraum des Schulmuseums wurde zur Werkstatt umfunktioniert, in der die „Ausstellungsmacher“ arbeiten und die zukünftigen Exponate zur Probe hängen, stehen oder liegen. Vom 12. Mai bis 6. Juni 2014 sowie vom 1. bis 21. September 2014 wird diese Werkstatt für angemeldete Schulklassen und Kurse geöffnet. Bei diesen „Werkstattgesprächen“ können die Teilnehmer mit den „Machern“ über die Ausstellung und deren Thema, den rassistischen Germanen-Kult der Nationalsozialisten, sowie die Exponate, die in der Werkstatt zu sehen sind, sprechen.

Programme für Schulklassen

"Von Drillnoot, Lauf Mond und Plumpsack – Spielen wie im Mittelalter"

Altersgruppe: Grundschulkinder
Dauer: 90 Minuten
Teilnehmerzahl: bei Gruppen von Vorschulkindern max. 15 Kinder
Preis: 54,00 Euro pro Grundschulklasse plus 1,25 Euro pro Schüler/-in für Material

Auf dem großen Bild "Kinderspiele" des berühmten Malers Pieter Bruegel sehen die Kinder über 70 Kinderspiele, die man schon im Mittelalter gespielt hat und zum Teil so oder ähnlich auch heute noch spielt. So gab es zum Beispiel bereits im Mittelalter (und, um genau zu sein, auch schon bei den alten Griechen) eine Art Jojo-Spiel, genannt "Drillnoot", oder den "Lauf Mond", eine Variante des Plumpsacks. Ausgehend von den Darstellungen auf dem Bruegel-Bild probieren die Kinder, begleitet von entsprechender Musik, ein paar der mittelalterlichen Spiele aus. Anschließend werden Wachstäfelchen und Griffel gebastelt, wie sie von Kindern im Mittelalter zum Schreibenlernen benutzt wurden.

Den Schlusspunkt des Programms bildet das Armbrustschießen, in dem sich schon der spätere Kaiser Maximilian I. im 15. Jahrhundert als kleiner Junge übte.

Von Steckenpferden, Wachstafeln und Rechenpfennigen – Kinderleben im späten Mittelalter

Altersgruppe: ab Jahrgangsstufe 5
Dauer: 90 Minuten
Preis: 54,00 Euro pro Klasse plus 1,25 Euro pro Schüler/-in für Material

Eine Entdeckungsreise in die Welt der Kindheit vor über 500 Jahren: Welche Spiele spielten Kinder damals? Gingen alle Kinder zur Schule? Wie sah der Schulunterricht aus und welche Unterrichtsfächer gab es? Wie unterschiedlich war die Erziehung von Mädchen und Jungen? Wie sah die Ausbildung zum Kaufmann aus und wie wurde man Handwerker? Diese Fragen werden beantwortet, bevor sich die Schüler/-innen am Schreiben mit Gänsefeder und Tinte in gotischer Minuskelschrift versuchen. Gelernt wurde das Schreiben aber nicht auf dem teuren Pergament oder Papier, sondern auf Wachstäfelchen, wie sie die Schüler/-innen nun herstellen, zusammen mit dem „stilus“, dem hölzernen Griffel. Nachdem sie auch noch in das "Rechnen auf den Linien" eingeweiht wurden, erproben die Schüler/-innen am Schluss des Programmes – wie ihr Altersgenosse, der spätere Kaiser Maximilian I., im 15. Jahrhundert – ihr Talent für das Armbrustschießen.

Schulalltag vor (gut) hundert Jahren – "hautnah" miterlebt ...

Altersgruppe: Jahrgangsstufen 2-8
Dauer: 90 Minuten
Preis: 54,00 Euro pro Klasse

Wie das Schulgebäude, in dem das Museum untergebracht ist, stammt auch die Einrichtung des Klassenzimmers, in dem der "Unterricht wie zu Kaisers Zeiten" stattfindet, aus der Zeit zwischen der Jahrhundertwende und dem Ersten Weltkrieg. In originalen Schulbänken jener Zeit sitzend, erfahren die Schüler/-innen "am eigenen Leib", wie es war, wenn zur Begrüßung des Lehrers ("Guten Morgen, Herr Lehrer!") auf- und strammgestanden werden musste, zum Unterrichtsbeginn die Sauberkeit (nicht nur) der Fingernägel kontrolliert, dann erst ein Gebet gesprochen wurde. Sie lernen im Rollenspiel „hautnah“, dass man gerade zu sitzen hatte, nur nach Aufforderung des Lehrers aufstehen und reden, nur im ganzen Satz antworten, nicht das "Herr Lehrer" am Ende des Satzes vergessen, sich erst wieder setzen durfte, wenn der Lehrer die Erlaubnis dazu gab. Was der Stock auf dem Pult und das Bild des Kaisers an der Wand zu bedeuten hatten, erfahren die Schüler/-innen natürlich auch noch – bevor sie das Kopfrechnen üben und das Schreiben der alten "deutschen" Schrift ausprobieren: zunächst mit dem Griffel auf der Schiefertafel, dann mit Feder und Tinte.

Verführung zur Unfreiheit – Erziehung und Schule im Nationalsozialismus

Altersgruppe: ab Jahrgangsstufe 8
Dauer: 105 Minuten
Preis: 63,00 Euro pro Klasse (ab 18 Jahren zzgl. Eintritt)

Im "alten Klassenzimmer" des Museums – dessen Inventar zwar aus dem späten Kaiserreich stammt, aber ganz ähnlich auch noch in mancher Schule der NS-Zeit anzutreffen war – geht es im Rahmen einer kurzen Einleitung (auch) um den "deutschen Gruß" und die Hitler-Bilder in der Schule. Dann erhält eine Hälfte der Klasse eine Führung durch den ersten von zwei Ausstellungsbereichen zu Schule und Erziehung im NS-Staat, während die andere Hälfte in zwei Gruppen anhand von Arbeitsbögen selbständig im zweiten Raum arbeitet. Später wird getauscht. Gegenstand der Führung sind Führerkult in Grundschulbüchern, Vereinnahmung der Schüler/-innen für das "Winterhilfswerk", Rassenkunde und Germanenkult, Hetze gegen die Juden und Propaganda zur Vorbereitung der Euthanasie (in Biologie-, Geschichts- und Erdkunde-, aber auch Rechenbüchern). Die Gruppenarbeit widmet sich den Aktivitäten der 10- bis 14-jährigen "Pimpfe" und "Jungmädel" in "Jungvolk" und "Jungmädelbund", wie sie in Schulbüchern und Schülerzeitschriften dargestellt wurden. Die Arbeitsbögen für Kurse der Sek. II beziehen Passagen aus Erinnerungen von Zeitzeugen ein. Im Gespräch, mit dem das Programm schließt, werden die Ergebnisse der Gruppenarbeit diskutiert.

Bitte beachten: Das Programm setzt bei den teilnehmenden Schüler/-innen voraus, dass sie mit den wesentlichen Grundzügen des Nationalsozialismus vertraut sind.

Verführung zur Unfreiheit – Lernwerkstatt

Kern der Lernwerkstatt bilden acht Vitrinen mit bebilderten Seiten zumeist aus Schulbüchern oder – vom NS-Lehrerbund herausgegebenen – Schülerzeitungen der Jahre 1933-1945.

Hinzu kommen 28 jeweils auf ein oder zwei Exponate zugeschnittene Sammlungen von Texten aus Erinnerungen von Zeitzeugen, Schulbüchern, Lehrerliteratur, Schülerzeitungen, Schreiben des Arnsberger Regierungspräsidenten, dem amtlichen Schulblatt sowie heutiger Literatur – alles im Ausstellungsraum deponiert, frei zugänglich für Interessierte, die zum jeweiligen Exponat Hintergrundinformationen suchen. In den Info-Boxen finden sich außerdem 50 weitere Bilder und/oder Texte aus Schulbüchern, Schülerzeitungen, Lehrerliteratur als Farbkopien, geeignet zum Vergleich mit ähnlichen oder thematisch verwandten Stücken in den Vitrinen. Komplett wird das Angebot durch ein Glossar zum Nachschlagen von im Textmaterial vorkommenden Begriffen sowie eine größere Sammlung ausgewählter Sekundärliteratur, mit der ebenfalls an den im Ausstellungsraum aufgestellten Arbeitstischen gearbeitet werden kann. Gedacht ist das Angebot insbesondere – aber nicht nur – für Schüler/-innen oder Studierende, die für Aufsätze, Referate oder Hausarbeiten recherchieren. Zugänglich ist die Lernwerkstatt jederzeit während der Öffnungszeiten des Museums, zu zahlen ist nur (ab 18 Jahren) der normale Eintritt.

Information und Anmeldung

Westfälisches SchulmuseumSylvia MemmenerAnsprechpartnerin

Westfälisches Schulmuseum