Stadt Dortmund Wappen
Newsroom

Historisches Dortmund

Denkmal der modernen Architektur: Neues Stadthaus feiert 70. Geburtstag

Jede*r Dortmunder*in kennt den großen Gebäudekomplex am Friedensplatz: das Stadthaus. Das "Neue Stadthaus" feiert 2024 seinen 70. Geburtstag.

Wer an der Kreuzung Neutor steht, sieht es sofort: das markante und trotzdem filigran wirkende, rot geklinkerte Hochhaus. Ob Fahrzeugpapiere erneuern, Wohngeld beantragen oder Reisepass abholen – im Stadthaus kann man viele Angelegenheiten erledigen. Das elfstöckige Gebäude und sein kleiner Bruder entlang der Kleppingstraße wurden 1954 als das Neue Stadthaus eingeweiht und begehen ihren 70. Geburtstag.

Bild: Soeren Spoo
Das Neue Stadthaus feiert 70. Geburtstag Die gläserne Berswordt-Halle (Bj. 2002) verbindet das Alte Stadthaus von 1899 mit dem Neuen Stadthaus (Bj. 1954).
Das Neue Stadthaus feiert 70. Geburtstag Die gläserne Berswordt-Halle (Bj. 2002) verbindet das Alte Stadthaus von 1899 mit dem Neuen Stadthaus (Bj. 1954).
Bild: Soeren Spoo

Der Bau stand seinerzeit symbolisch für den Wunsch Dortmunds, die City großzügig und neu zu entwerfen, nachdem im Zweiten Weltkrieg vieles zerstört wurde. Es sollte ein Aufbruch in eine blühende Zukunft sein, als moderne Großstadt mit einer fortschrittlichen Verwaltung. Das Neue Stadthaus ist dabei nur ein Teil des Gebäudekomplexes. Dieser besteht heute aus insgesamt acht aneinandergereihten und miteinander verbundenen Gebäudeteilen, inklusive der Berswordthalle, die nach und nach in unterschiedlichen Jahrzehnten entstanden.

Der älteste Teil, das Alte Stadthaus am Friedensplatz, in dem heute fast jeden Tag Ehen geschlossen werden, stammt aus dem Jahr 1899. Ein so besonderes Gebäude, dass es in den 1990er-Jahren sogar einige Male als Filmkulisse diente. Gedreht wurden Szenen für die Serie „Balko“ oder den Film „Schnapper“ mit Horst Krause.

Altes Stadthaus orientiert sich an mittelalterlichem Rathaus

Das Alte Stadthaus im Stile des Historismus entstand nach einem Entwurf von Stadtbaurat Friedrich Kullrich. Er gilt als einer der bedeutendsten Stadtbaumeister Dortmunds. Kullrich orientierte sich bei der Gestaltung des Alten Stadthauses an Formen des mittelalterlichen Rathauses, das bis zum Kriegsende am Alten Markt stand. Mit der fortschreitenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert wuchs Dortmunds Wirtschaft und mit ihr die Zahl der Einwohner*innen. Das ließ auch die Kommunalverwaltung immer größer werden. Und so entstand im Laufe der Jahrzehnte im Straßenraum zwischen Beten-, Kleppingstraße und Olpe und Friedensplatz der Komplex aus acht Gebäuden.

Das Stadthaus im Wandel der Zeit

10.12.2024
Festakt bei der Grundsteinlegung mit vielen Gästen.
Festakt bei der Grundsteinlegung mit vielen Gästen.
Bild: © Stadtarchiv Dortmund, 502-35_0230-1-20
Grundsteinlegung für das neue Stadthaus.
Grundsteinlegung für das neue Stadthaus.
Bild: © Stadtarchiv Dortmund, 502-35_0229-7-15
Die gläserne Berswordt-Halle, die das alte und neue Stadthaus verbindet.
Die gläserne Berswordt-Halle, die das alte und neue Stadthaus verbindet.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Berswordthalle und altes Stadthaus
Der Gebäudekomplex im heutigen Stadtbild.
Bild: Soeren Spoo
Festakt bei der Grundsteinlegung mit vielen Gästen.
Festakt bei der Grundsteinlegung mit vielen Gästen.
Bild: © Stadtarchiv Dortmund, 502-35_0230-1-20
Grundsteinlegung für das neue Stadthaus.
Grundsteinlegung für das neue Stadthaus.
Bild: © Stadtarchiv Dortmund, 502-35_0229-7-15
Die gläserne Berswordt-Halle, die das alte und neue Stadthaus verbindet.
Die gläserne Berswordt-Halle, die das alte und neue Stadthaus verbindet.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Berswordthalle und altes Stadthaus
Der Gebäudekomplex im heutigen Stadtbild.
Bild: Soeren Spoo

Seit 1996 steht das Neue Stadthaus unter Denkmalschutz. Ein Jahr danach beschloss der Rat der Stadt den Umbau und die Renovierung des gesamten Stadthaus-Komplexes. Das äußere Erscheinungsbild blieb dabei weitgehend erhalten. Neu ins Bild kam 2002 die Berswordthalle. Sie verbindet das Alte mit dem Neuen Stadthaus, beherbergt Gastronomie und frisch umgebaute Ladenlokale. Die Halle wird regelmäßig für Ausstellungen genutzt. Der Name Berswordt stammt übrigens von einer der ältesten Familien der Führungsschicht im mittelalterlichen Dortmund.

Portal an der Kleppingstraße zeigt Facetten Dortmunds

Ein besonderes architektonisches Detail des Neuen Stadthauses ist ein großes Tor an der Kleppingstraße, durch das man in den Innenhof gelangen konnte. Das Portal besteht aus mehreren unregelmäßigen Edelstahlblechen, die miteinander vernietet und mit Reliefs verziert sind. In der Mitte oben ist eine Eule zu sehen, die den Rat und die Verwaltung der Stadt symbolisieren soll. Der Adler, das Wappentier der Stadt, ist unten angebracht. Die übrigen Reliefs zeigen die damals bedeutenden, vor allem wirtschaftlichen Facetten Dortmunds: Bergbau, Maschinenbau, Eisenverhüttung, Bierbrauerei, eine Schmiede, den Verkehr und das Vermessungswesen. Ähnliche Motive finden sich auch auf der kunstvollen Bleiverglasung im Erdgeschoss des Gebäudes am Südwall. Der ehemals am Haupteingang Südwall positionierte, in Granit gemeißelte Dortmunder Schutzpatron St. Reinoldus fand am Durchgang von der Berswordthalle zur Kleppingstraße ein neues Zuhause.

Zur Anschauung erhalten sind auch alte Auskunfts- und Pförtnerlogen sowie Teile eines alten Paternosters (Personen-Umlaufaufzug), der im Gebäude an der Olpe in Betrieb war. Auch im Hochhaus am Südwall gab es zwei. Manche Dortmunder*innen werden sich vielleicht noch an die etwas holprige Fahrt erinnern. Die permanent umlaufenden Kabinen drehten sich vom Keller bis zum Dach und wieder zurück, ohne anzuhalten – gewöhnungsbedürftig und nicht ganz ungefährlich. 2006 wurde der Paternoster dann stillgelegt.

Auch nach 70 Jahren Vergangenheit ist das Neue Stadthaus noch für die Zukunft gerüstet. Und die vielen Angestellten der Stadtverwaltung im Gebäude arbeiten jeden Tag für eine gute Zukunft dieser Stadt.

Weitere Nachrichten

Mehr Nachrichten
Ersatzeingang während der Bauarbeiten am Eingang Ruhrallee geöffnet
Fr 31. Juli 2026
Zu sehen ist der Westfalenpark aus der Vogelperspektive. Mittig steht der hohe Florianturm.
Bild: Janus Skop
Bauarbeiten sorgen für mehr Sicherheit auf der Straße
Fr 31. Juli 2026
Huckarde

Im Stadtteil Huckarde hat die Stadt Dortmund drei Spielplätze modernisiert und thematisch zu einer Spielachse verbunden.

Karriere bei der Stadt über Instagram
Fr 31. Juli 2026
Zwei Personen stehen mit Laptops vor dem Zentrum für Ausbildung und Kompetenzen
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Vom Urlaub ins Erdbebengebiet: Dortmunder Feuerwehrfrau hilft bei Katastrophen
Fr 31. Juli 2026
Zwei Mitarbeitende von @fire stehen vor zerstörten Häusern im Erdebebengebiet von Venezuela.
Bild: @fire
In „Mini Dortmund“ lernen Kinder und Jugendliche, eine Stadt zu gestalten
Do 30. Juli 2026
Innenstadt-Nord
Die vier Bürgermeisterinnen und Bürgermeister von Mini-Dortmund auf einem Bild: Chayenne, Lia, Lennox und Emilia.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
DEW21 investiert in zukunftsfähige Wasserversorgung
Do 30. Juli 2026
Im Hintergrund zu sehen ist das braune Gebäude von DEW21 mit einer großen Fensterfront.
Bild: Sabrina Richmann
Sanierung des Bodelschwingher Bachkanals in Mengede - nächster Abschnitt beginnt
Mi 29. Juli 2026
Mengede
Baustelle Hohle Eiche.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Zwischen Kunst und Escape-Room: Neue Ausstellung „SAFT!!!“ im Dortmunder U
Mi 29. Juli 2026
Innenstadt-West
Kunstvoll gestaltetes rosa Labor.
Bild: Stadt Dortmund / Leopold Achilles
Aus HMKV wird Kunsthalle Dortmund: Neuer Name für 30 Jahre internationale Medienkunst
Di 28. Juli 2026
Kulturdezernent Stüdemann mit Verantwortlichen des ehemaligen HMKV, jetzt Kunsthalle.
Bild: Stadt Dortmund
KITZ.do: Stadt will Zukunft des Lernlabors sichern
Di 28. Juli 2026
Zwei Kinder im Labor an einem Kolben.
Bild: Stadt Dortmund
Halbzeit im Jubiläumsjahr: DORTMUND MUSIK.education blickt nach vorn
Di 28. Juli 2026
Musiker proben auf der Bühne im Konzerthaus Dortmund
Bild: Stadt Dortmund / Marcus Wegerhoff
Stadt Dortmund investiert weiter in Sport- und Freizeitangebote
Di 28. Juli 2026
Opa und Enkelin schießen ein Selfie vor den Giraffen im Dortmunder Zoo.
Bild: Stadt Dortmund / Markus Mielek
Nach Anschlag beim CSD in Berlin: Dortmund steht an der Seite der queeren Community
Mo 27. Juli 2026
Das Dortmunder U über den Dächern Dortmunds mit Regenbogenflagge.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Im September richtet die Kokerei Hansa das neue FATT aus
Mo 27. Juli 2026
Huckarde
 Von links: Markus Christmann, Ursula Mehrfeld, Sascha Nies, Alexander Kalouti, Heike Marzen und Kai Bünseler.
Bild: Goldene Generation / Tobias Hüsing
Bis zum 31. Juli noch für den Quereinstieg 2027 bewerben
Mo 27. Juli 2026
Auf dem Bild sieht man fünf junge Personen, die in de Kamera lächeln. Sie stehen und knien auf einem Boot.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki