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Wirtschaftsförderung

Dortmunder Wirtschaft: Nach der Krise ist vor der Transformation

Die deutsche Wirtschaft steckt in der Krise: Fehlendes Wachstum, Konsumschwäche, Arbeitsplatzabbau in der Industrie und Fachkräftemangel sind nur einige Stichworte. Der Dortmunder Wirtschaft geht es dagegen vergleichsweise gut, bilanziert Oberbürgermeister Thomas Westphal.

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Dortmund 2024: Gemeinsam in eine nachhaltige Zukunft

Gemeinsam mit Wirtschaftsförderin Heike Marzen beleuchtete Oberbürgermeister Thomas Westphal die Herausforderungen und Chancen der Dortmunder Wirtschaft – aber auch die Handlungsnotwendigkeiten der Stadt Dortmund. Denn die Transformation, vor der Dortmund steht, erfordert professionelles Management.

Portrait Oberbürgermeister Thomas Westphal
Thomas Westphal
Oberbürgermeister der Stadt Dortmund
Bild: Stadt Dortmund / Leonardo Hering

Dortmund ist vergleichsweise gut durch die zurückliegenden Krisen gekommen – aber auch wir haben Baustellen. Dortmund ist keine Insel

Sorge um ThyssenKruppSteel

So haben die Probleme bei Thyssen Krupp Steel (TKSE) unmittelbare Folgen auch für Dortmund. Erst vor knapp zwei Jahren hatte TKSE rund 250 Mio. Euro in eine neue, hochmoderne Feuerbeschichtungsanlage auf der Westfalenhütte investiert. Weitere 100 Arbeitsplätze entstanden, zusätzlich zu den bereits vorhandenen 1.300. Mit zwei modernen Feuerbeschichtungsanlagen konnte sich Dortmund so als europäisches Zentrum für feuerverzinkten Stahl etablieren – ein Produkt vor allem für die Automobil- und Hausgeräteindustrie. „Nun gerät einer der letzten großen Industriebetriebe in Dortmund in einen gefährlichen Strudel“, so Westphal. „Verantwortlich dafür sind gravierende Probleme auf den Absatzmärkten und ein verantwortungsloses Agieren des Mutterkonzernvorstands gegenüber ThyssenKrupp Steel. Ich mache mir große Sorgen!“

„Dortmunder Streuung“ schützt vor großer Krise

Zur Bilanz gehört aber auch: Dortmunds Wirtschaft ist wissensbasiert – Wissen und Information, Forschung und Technologie sind also die wichtigsten Faktoren für Wachstum und Entwicklung. Und sie ist diversifiziert, also breit aufgestellt. Das schützt die Stadt vor den Folgen der großen Strukturkrisen, wie sie im Moment im verarbeitenden Gewerbe und dem Automotivsektor sichtbar sind. Ein Blick auf die wichtigsten volkswirtschaftlichen Indikatoren belegt: In Dortmund gab und gibt es bislang keine Insolvenzwelle oder Massenentlassungen, die Beschäftigung bewegt sich weiterhin auf einem historisch hohen Niveau, das Investitionsgeschehen in Dortmund entwickelt sich weiterhin gut und der Büromarkt ist stabil.

Dortmunder Hafen Drohnenanblick
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Der Dortmunder Hafen wächst weiter - 500 neue Arbeitsplätze wird das neue ICE-Werk hier schaffen.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Große Unternehmen investieren – und brauchen Platz

„Wir freuen uns aktuell sehr über die Investitionsentscheidung der Deutschen Bahn zum Bau des ICE-Werks am Dortmunder Hafen“, ergänzt Heike Marzen. „Eine Investition von 400 Millionen Euro und 500 neue gewerbliche Arbeitsplätze sind ein Pfund für Dortmund!“ Dazu kommt das 150-Millionen-Euro-Invest von Siemens Mobility, um das RRX-Instandhaltungswerk in Dortmund-Eving um knapp 90.000 Quadratmeter zu erweitern und die wachsende Nachfrage nach Servicedienstleistungen zu bedienen. Der Baubeginn des „digitalen Service-Depots“ ist noch 2024 geplant, ab 2026 sollen dort bis zu 250 Mitarbeitende beschäftigt werden. Schon heute hat das Areal des 2018 eröffneten RRX-Instandhaltungswerks eine Gesamtfläche von 70.000 qm.

„Das beweist: Wir brauchen Wirtschaftsflächen für moderne, zukunftsfeste Betriebe und Arbeitsplätze in der Realwirtschaft in Dortmund“, so Heike Marzen. Dabei weiß die Chefin der Dortmunder Wirtschaftsförderung: Flächen sind ein knappes Gut, Interessenkonflikte daher fast immer unausweichlich. „Wir müssen konstruktiv und zielorientiert miteinander reden“, so Marzen. „Neues braucht Raum, Fläche und Menschen – sei es am Hafen mit dem CleanPort, dem Industriecampus oder im Digitalquartier Speicherstraße, sei es auf der HSP-Fläche, auf Phoenix West oder auf dem geplanten Energiecampus in Huckarde."

Klimagerechter Umbau ist eine historische Aufgabe

„Nach der Krise ist vor der Transformation“, fasst Thomas Westphal zusammen. Sie besteht aus den „vier D“: In den nächsten Jahren werden Demografie, Dekarbonisierung, Digitalisierung und De-Globalisierung die Gesellschaft prägen. Dortmund wächst, gleichzeitig gehen 50.000 „Babyboomer“ in Rente. Die vielzitierte Wärmewende betrifft nicht nur den Privatsektor: Alle Energiesysteme in Dortmund, in der Wirtschaft, in öffentlichen Einrichtungen und im Verkehrs- und Infrastruktursektor, müssen klimagerechte transformiert werden.

„Eine gewaltige, ja historische Aufgabe – unter erschwerten Nebenbedingungen“, so Westphal. Der gesamte Investitionsbedarf im privaten und öffentlichen Sektor wird möglicherweise bei mehr als 10 Milliarden Euro liegen – das wäre das vermutlich größte Innovations-, Konjunktur- und Wachstumsprogramm der Geschichte. „Hochgerechnet auf alle Kreise und Städte Deutschlands liegen wir vermutlich im Billionen-Euro-Bereich. Um das zu finanzieren, brauchen wir neue Regeln in der Fiskalpolitik und eine Abschaffung der starren Schuldenbremse. Wir brauchen einen neuen Transformationsfonds Klima- und Energiewende im Verfassungsrang – schon aus Gründen der Generationengerechtigkeit, denn eine Generation allein wird diese Herausforderung nicht meistern“, fordert Westphal.

Dortmund bleibt „Stadt der Arbeit“ – doch die Arbeitswelt wandelt sich

„Dortmund ist die Stadt der Arbeit – und mit den 4 D verändert sich die Welt der Arbeit so tiefgreifend und allumfassend, wie wir es seit der Industriellen Revolution nicht mehr erlebt haben“, sagt Heike Marzen. Anstatt mehr oder härter zu arbeiten, gehe es heute darum, flexibler, individueller und intelligenter zu arbeiten und die menschliche Arbeitskraft und knappen Ressourcen effizienter und kreativer einzusetzen. „Digitale Technologien helfen uns dabei. Aspekte der Nachhaltigkeit werden in allen Industrien und Berufsbildern zu Schlüsselfaktoren“, so Marzen. Die Wirtschaftsförderin sieht Dortmund hier sehr gut aufgestellt. „Dortmund bietet gute Voraussetzung, zu einer neuen Modellstadt für die Zukunft der Arbeit zu werden“, ist sie überzeugt.

Um diese Transformation zu begleiten und aktiv mitzugestalten, hat Dortmund die Initiative „to:DO Dortmunds Neue Arbeit“ ins Leben gerufen. Beteiligt daran sind Wirtschaft, Wissenschaft, Kammern, Verbände und Stadtverwaltung – die ganze Stadtgesellschaft. „Wir arbeiten gemeinsam an Lösungen für eine nachhaltige Zukunft der Arbeitswelt – über alle Generation hinweg“ so Marzen. Für dieses innovative Projekt hat die Wirtschaftsförderung Dortmund bereits den Deutschen Demografie Preis gewonnen. „Unsere Herausforderungen sind groß“, sagt Heike Marzen, „die Chancen aber auch!“

Wirtschaft

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