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100 Menschen hielten Mahnwache gegen Gewalt an Frauen auf dem Friedensplatz

Millionen Frauen und Mädchen erleben Gewalt – in Partnerschaften, in Familien, im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz oder online. Manche Gewalt endet sogar tödlich. Daran erinnert jährlich am 25. November der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Auf dem Friedensplatz in Dortmund kamen dieses Jahr rund 100 Menschen zu einer Mahnwache zusammen.

Frauen der Dortmunder Frauenverbände und Menschen aus der ganzen Stadt trafen sich, um die Namen von 88 Frauen zu verlesen, die in diesem Jahr in Deutschland von Männern getötet wurden. Sie machten diese dokumentierten Femizide mit Kerzen und Tafeln sichtbar.

Alexander Kalouti/CDU im Portrait.
Alexander Kalouti
Oberbürgermeister der Stadt Dortmund
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Benennen wir diese Taten beim Namen, und wir sprechen über sie, weil das Schweigen immer der schlimmste Verbündete von Gewalt ist.

In Dortmund soll sich jede sicher fühlen dürfen

Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Frau hält Schild "Man(n) tötet nicht aus Liebe".
Menschen aus der ganzen Stadt kamen zur Mahnwache, um der in diesem Jahr getöteten Frauen zu gedenken.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Oberbürgermeister Alexander Kalouti läutete die Mahnwache mit einem Statement ein: „Diese Frauen wurden getötet, weil sie Frauen waren. Weil sie ihr eigenes Leben leben wollten, weil sie selbstbestimmt leben wollten, weil sie selbst entscheiden wollten und weil sie eigene Grenzen setzen wollten. Das passiert nicht an Rande unserer Gesellschaft, sondern mitten in unserer Gesellschaft.“

Dortmund müsse eine Stadt sein, in der sich jede und jeder sicher fühle, sagte Kalouti. „Wir brauchen mehr Prävention, Schutz und konsequente Hilfe. Was wir nicht mehr brauchen, ist Symbolpolitik und schöne Reden.“

Der Masterplan Istanbul Konvention der Stadt Dortmund solle nun zügig beendet werden, sagte der Oberbürgermeister. Die Instanbul Konvention ist ein Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt.

Beratungs- und Hilfsangebote

Der Bereich Frauen & Gleichstellung der Stadt Dortmund ermutigt Betroffene und Bezugspersonen, sich Unterstützung bei sexualisierter oder häuslicher Gewalt zu suchen.

Sind Sie betroffen oder vermuten, dass jemand in Ihrem Umfeld betroffen ist? Holen Sie sich Hilfe: Informationen zu Beratungs- und Hilfsangeboten finden Sie hier.

Drei Frauen im Rathaus
Maresa Feldmann
Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Dortmund
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

Wir stehen hier, weil Gewalt gegen Frauen keine Privatsache ist. [...] Weil sie alle angeht. Gewalt gegen Frauen muss gesellschaftlich sichtbar und geächtet werden.

Hinsehen und Verantwortung übernehmen

Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Frau zündet Kerzen an.
Am Ende brannten 88 Kerzen - eine für jede Frau, die in diesem Jahr in Deutschland getötet wurde, weil sie eine Frau war.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki

„Der 25. November ist ein Tag des Gedenkens, aber auch ein Tag des Hinsehens und der Verantwortung“, sagte Dortmunds Gleichstellungsbeauftragte Maresa Feldmann.

„Wir stehen hier, weil Gewalt gegen Frauen keine Privatsache ist. Weil sie kein Schicksal ist. Weil sie alle angeht. Gewalt gegen Frauen muss gesellschaftlich sichtbar und geächtet werden. Deshalb machen wir heute, gemeinsam mit den Dortmunder Frauenverbänden, sichtbar, was sonst oft unsichtbar bleibt.“

Femizid

Der Begriff Femizid bezeichnet die Tötung eines Mädchens oder einer Frau aufgrund ihres Geschlechts bzw. ihrer Geschlechtsidentität als Frau oder weiblich gelesene Person. Weiblich gelesen bedeutet, dass eine Person von anderen als Frau wahrgenommen wird, unabhängig von ihrem biologischen Geschlecht (engl. sex) oder ihrer Geschlechtsindentität (engl. gender).

Häufig werden Femizide in der Berichterstattung als Beziehungs- oder Familiendrama bezeichnet, diese Wortwahl wird von vielen Frauenverbänden kritisiert.

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