Stadt Dortmund Wappen
Newsroom

Gedenken

Dortmunds 400. Stolperstein erinnert an Familie Ostwald

Der 400. Stolperstein in Dortmund ist auf dem Platz von Amiens verlegt worden. Er erinnert an die jüdische Familie Ostwald. Max und Hedwig Ostwald wurden von den Nationalsozialisten deportiert.

Bild: Stadt Dortmund / Niklas Kähler
Im Vordergrund zwei Männer, die die Stolpersteine verlegen, im Hintergrund weitere Personen.
Der 400. Stolperstein in Dortmund erinnert an die Familie Ostwald.
Bild: Stadt Dortmund / Niklas Kähler

Vor über 30 Jahren hat der Kölner Künstler Gunter Demnig damit begonnen, kleine Messingtafeln in den Boden einzulassen, um an das Schicksal von Menschen zu erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Tod getrieben wurden. Zu ihnen gehörte die jüdische Familie Ostwald, die in der II. Kampstraße, dem heutigen Platz von Amiens, lebte: Dr. Max Ostwald, seine Frau Hedwig und ihre Kinder, Martin und Ernst.

Bild: privat
ein altes Familienfoto mit Martin, Hedwig, Max und Ernst Ostwald
Die Familie Ostwald (v.l. Martin, Hedwig, Max, Ernst) in ihrem Haus, II. Kampstraße 3.
Bild: privat

Obwohl die Familie seit der nationalsozialistischen Machtübernahme in allen Lebensbereichen ausgegrenzt und diskriminiert wurde, vermochte niemand sich vorzustellen, was passieren würde. „Wie gut, dass es das deutsche Recht und Gesetzt noch gibt“, sagte Max Ostwald 1933 – und blieb mit seiner Familie in Deutschland, weil ihm und seiner Frau eine Trennung von den Kindern undenkbar schien.

„Am 9. November kamen nachts gegen 1 Uhr SS-Männer zu uns und schlugen alle
Fensterscheiben entzwei. Von der Schlafzimmertür – wir hatten uns ins Schlafzimmer
geflüchtet – schlugen sie mit einem Beil die Klinke ab.“ Mit diesen Worten beschrieb Martin Ostwald in seinem Tagebuch die letzten Stunden, die die Familie gemeinsam verbrachte. Der Anwalt und Notar Max Ostwald und kurz darauf seine Söhne Martin und Ernst wurden in „Schutzhaft“ im Gestapo-Gefängnis Steinwache genommen und ohne richterliche Kontrolle und Verurteilung schließlich mit vielen anderen jüdischen Dortmunder*innen zunächst in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht. Hedwig Ostwald organisierte indes die Flucht ihrer Söhne mit einem Kindertransport nach England. Diese gelang Martin und Ernst.

Bild: Stadt Dortmund / Niklas Kähler
Mehrere Personen unterschiedlichen Alters stehen gebeugt über den Stolpersteinen
Nachfahren der Familie Ostwald aus Deutschland und den USA kamen zur Verlegung des Stolpersteins nach Dortmund.
Bild: Stadt Dortmund / Niklas Kähler

Im Juli 1943 wurden ihre Eltern in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Als Max Ostwald schwer krank wurde, starb er unter den lebensfeindlichen Bedingungen des Lagers. Hedwig Ostwald wurde im Oktober 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz gebracht und dort - wahrscheinlich sofort nach ihrer Ankunft - ermordet.

Heute haben Max und Hedwig Ostwald drei noch lebende Enkelkinder, sieben Urenkel und sechs Ur-Urenkel.

Jugendring und Stadtarchiv koordinieren Stolperstein-Verlegungen

Damit Geschichten wie die der Ostwalds nicht in Vergessenheit geraten, koordiniert der Jugendring Dortmund in enger Abstimmung mit dem Stadtarchiv Dortmund die lokalen Stolpersteinverlegungen. Die Idee und Initiative für einen neuen Gedenkstein kommt in der Regel von Gruppen oder Einzelpersonen, die eine Patenschaft für den Stein übernehmen. Im Falle von Max und Hedwig Ostwald sind das Nachfahren aus den USA, England und Spanien, die die Erinnerung wachhalten. Stolpersteine werden in der Regel an dem letzten frei gewählten Wohnort der Personen verlegt.

Schlagwörter

Dortmund historisch

Weitere Nachrichten

Mehr Nachrichten
Das erste Foto: Löwen-Jungtiere entwickeln sich gut
Fr 21. August 2026
Hombruch
Eine Löwin liegt auf dem Boden. Sie säugt dabei vier Jungtiere.
Bild: Zoo Dortmund
Fahrgeschäfte, Programm, Verkehr: Alles zur Evinger Kohlenkirmes
Mi 19. August 2026
Eving
Menschen bummeln auf der Kohlen-Kirmes. Es sind Fahrgeschäfte zu sehen wie ein Riesenrad.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Zwischen Kränen und Kreativität: Der Hafenspaziergang 2026
Di 18. August 2026
Menschen laufen an einer Promenade eines Kanals entlang.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Vorverkauf für das Lichterfest 2026 ist gestartet
Mo 17. August 2026
Innenstadt-Ost
Am 29. August findet wieder das Höhenfeuerwerk im Westfalenpark statt.
Bild: Westfalenpark Dortmund
Mehr als 50 Orte machen den „Tag des offenen Denkmals“ 2026 lebendig
Fr 14. August 2026
Menschen stehen im Alten Hafenamt im Flur und halten eine Broschüre in die Kamera vom Tag des offenen Denkmals.
Bild: Stadt Dortmund / Christian Schön
„Tradwives“: Wenn traditionelle Geschlechterrollen zum Lifestyle werden
Fr 14. August 2026
Innenstadt-West
Am Mittwoch, dem 2. September, von 18 bis 19 Uhr, findet der Vortrag „Tradwifes" im Rathaus Dortmund statt.
Bild: Janus Skop
So könnte der Anbau für das Phoenix-Gymnasium aussehen
Do 13. August 2026
Hörde
Phoenix-Gymnasium: Rot markiert ist das Plangebiet für den neuen Erweiterungsbau und sein Außengelände.
Bild: NRW.URBAN
Mit Künstlicher Intelligenz zum Ausbildungsplatz
Mi 12. August 2026
Ein Kind benutzt ein Tablet mit einer Berufsfindungssoftware.
Bild: Stadt Dortmund / Markus Kaminski
BVB feiert Saisoneröffnung: Tipps für eine entspannte Anreise
Mi 12. August 2026
BVB Legendenbahn
Bild: DSW21
Feuerwehr testet neue Technologie für mehr Sicherheit bei Brandeinsätzen
Di 11. August 2026
Ein zweiköpfiger Atemschutztrupp geht als Übung in eine verrauchte Wohnung.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Wie gut sind Dortmunds Straßen? Rollende High-Tech mit Argus-Augen und Supernase unterwegs
Mo 10. August 2026
Spezial-Messfahrzeug analysiert Straßenzustand
Bild: Firma Schnierung GmbH
Naturschutzgebiet „Im Siesack“: Dieses grüne Paradies ist ein Rinder-Garten
Fr 7. August 2026
Mengede
Eine Heckrinderherde beweidet die Naturschutzfläche „Im Siesack“.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Kostenlose Bustouren für Seniorinnen und Senioren in Dortmund
Do 6. August 2026
Kostenfreie Bustouren für Senioren und Seniorinnen führen vom 7. bis 28. September durch alle zwölf Dortmunder Stadtbezirke.
Bild: Stadt Dortmund / Leonardo Hering
Tierische Persönlichkeiten im Dortmunder Zoo
Mi 5. August 2026
Hombruch
Zoolotse Marcel Stawinoga füttert die Angola-Giraffe Zikomo.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
100 Kilometer: Neuer Radweg zwischen den IGA-Standorten im Ruhrgebiet
Di 4. August 2026
Êine Ansicht aus der Vogelperspektive zeigt Menschen auf dem Lüner Radweg, der alle IGA-Standorte verbindet.
Bild: IGA 2027 / Andreas Buck

bus, bustour, heimatmuseum, lüdo, lütgendortmund, senior, senioren, seniorinnen