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Ein Mann Dortmunder Prägung: Zum 100. Geburtstag von Günter Samtlebe

Am 25. Februar wäre Dortmunds Ehrenbürger und Alt-Oberbürgermeister Günter Samtlebe 100 Jahre alt geworden. Die Stadt erinnert mit einer Festveranstaltung an sein Lebenswerk.

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Erinnerungen an Oberbürgermeister Samtlebe - er wäre am 25. Februar 100 Jahre alt geworden

„Dortmund ist ihm zu Dank verpflichtet.“ Mit dieser kurzen Wahrheit beschreibt Ullrich Sierau das Wirken seines Vor-Vorgängers. Am 25. Februar wäre Günter Samtlebe 100 Jahre alt geworden. Von 1973 bis 1999 hat er Dortmund als Oberbürgermeister entscheidend geprägt und richtungsweisend verändert – als kluger Vordenker im Strukturwandel, bürgernaher „Kümmerer“, leidenschaftlicher Politiker und moderner Stadtgestalter. 2011 starb Alt-Oberbürgermeister Samtlebe im Alter von 85 Jahren.

Fünf Mal als Oberbürgermeister wiedergewählt

Günter Samtlebe bei Amtsantritt
Bild: Stadt Dortmund
Günter Samtlebe vor dem Dortmunder Rat bei seinem Amtsantritt 1973.
Bild: Stadt Dortmund

Bereits 1946 trat Samtlebe in die SPD ein und wurde 1956 in den Rat der Stadt Dortmund gewählt. Am 12. Februar 1973 begann seine über 26 Jahre währende Amtszeit als Oberbürgermeister, die nach fünf Wiederwahlen am 30. September 1999 mit der Einführung der neuen Kommunalverfassung und der Direktwahl des Oberbürgermeisters endete – ein Reformschritt, den er selbst unterstützt hatte.

Durch seine Tatkraft, Menschennähe und starke Persönlichkeit verlieh Günter Samtlebe dem Amt des Oberbürgermeisters in Dortmund eine unverwechselbare Prägung und großes Ansehen. Dabei war es sehr populär. Die Bodenständigkeit der Stadt repräsentierte auch ihr „Erster Bürger“. Die meisten nannten ihren Oberbürgermeister „Günter“. Seine tiefe Dortmunder Verwurzelung zeigt sich in dem Satz: „Auch im nächsten Leben käme ich wieder als Dortmunder zur Welt.“

Mann aus der Montanindustrie

Als Mann aus der Montanindustrie fühlte er sich besonders mit deren Beschäftigten verbunden. Ein typisches Samtlebe-Zitat über die Logik des Dortmunder Dreiklangs: „Um sieben Millionen Tonnen Kohle zu fördern und sieben Millionen Tonnen Stahl zu erzeugen, brauchte man sieben Millionen Hektoliter Bier.“

Zugleich erkannte er sehr früh, dass der wirtschaftliche Strukturwandel unvermeidlich war. Nach der Gründung der Dortmunder Universität setzte er wichtige Impulse für neue wirtschaftliche Perspektiven.

Im Jahr 1980 initiierte Samtlebe die „Dortmund-Konferenz“, die weit über die Stadtgrenzen hinaus als beispielhaft galt. Sie brachte Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung in Dortmund zusammen, um den Strukturwandel der Stadt des Stahls, der Kohle und des Bieres zu einem Zentrum für Forschung, Lehre und Hochtechnologie voranzutreiben.

Vordenker des heutigen Europas

Günter Samtlebe.
Von 1973 bis 1999 hat Günter Samtlebe Dortmund als Oberbürgermeister entscheidend geprägt und richtungsweisend verändert

1994 folgte die Einrichtung der City-Runde. Zu den prägenden Entscheidungen seiner Amtszeit zählen außerdem der Bau der Stadtbahn, die fußgängerfreundliche Neugestaltung der Innenstadt sowie der Neubau des Rathauses am Friedensplatz. Eine kleine, aber bezeichnende Randnotiz: Als erster sah er auch die enorme Marketing-Wirkung des „größten Weihnachtsbaumes der Welt“. Mitte der Neunziger Jahre wurde das Projekt auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin realisiert, noch heute ist der Baum eine alljährliche Dortmunder Top-Attraktion.

Schon früh engagierte sich Günter Samtlebe für die Aussöhnung zwischen den Völkern und wurde damit zu einem Vordenker des heutigen Europas. Unter seiner Amtsführung entstanden zahlreiche Städtepartnerschaften – mit Rostow am Don (1977) Buffalo (1978), Netanya (1981), Novi Sad (1982), Zwickau (1992) und Xi’an (1992). Aus diesen Verbindungen gingen vielfältige persönliche Begegnungen und Hilfsprojekte hervor, die Samtlebe häufig persönlich initiierte oder maßgeblich unterstützte.

Dortmunds Ehrenbürger seit 2002

Auch über die Stadt hinaus war Günter Samtlebe politisch einflussreich. Von 1983 bis 1985 stand er als Präsident an der Spitze des Deutschen Städtetages, dessen Präsidium er von 1980 bis 1999 angehörte. Im Ruhrgebiet gehörte er zu den Mitbegründern des Arbeitskreises der Oberbürgermeister, startete 1984 die Initiative „Olympische Spiele im Ruhrgebiet“ und übernahm 1985 für sieben Jahre den Vorsitz des Kuratoriums des Vereins „Pro Ruhrgebiet“. 2002 wurden ihm die Ehrenbürgerrechte verliehen.

Mit seinen Ideen, Projekten und seiner unverwechselbaren Persönlichkeit wurde Günter Samtlebe weit über Dortmund hinaus zu einem der bekanntesten und geachtetsten Kommunalpolitiker Deutschlands. Sein Einfluss und sein Engagement galten dem Wohl der Stadt und ihrer Menschen.

Am 7. Juli 2011 starb Alt-Oberbürgermeister Samtlebe im Alter von 85 Jahren. 2015 wurde in der City der Günter-Samtlebe-Platz offiziell benannt und eingeweiht. Die Stadt Dortmund bewahrt ihm ein ehrendes Gedenken.

Festakt zum 100.Geburtstag von Günter Samtlebe

OB Kalouti spricht im Rathaus.
Rund 160 Gäste waren zur Feier von Günter Samtlebes 100. Geburtstag in den Bürgersaal des Rathauses gekommen.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
OB Kalouti spricht im Rathaus.
OB Kalouti in seiner Rede: „Günter Samtlebe war ein Mann, der gewagt und vieles umgesetzt hat."
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Gruppenbild im Rathaus.
Familie, Weggefährten, Nachfolger: Oben von links: Alt-Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Alt-Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer, Alt-Bürgermeister Manfred Sauer, Günter Samtlebes Schwiegersohn Werner Sauerländer. Unten von links: Regierungspräsident Heinrich Böckelühr, Alt-Bürgermeisterin Birgit Jörder, Alt-Bürgermeister Adolf Miksch, Bundesminister a.D. Franz Müntefering, Oberbürgermeister Alexander Kalouti, Alt-Bürgermeister Lorenz Ladage, Günter Samtlebes Tochter Heidi Sauerländer, Alt-Bürgermeisterin Marianne Wendzinski.
Heidi Sauerländer begrüßt Lorenz Ladage im Rathaus.
Günter Samtlebes Tochter Heidi Sauerländer begrüßt Alt-Bürgermeister Lorenz Ladage im Rathaus. Ladage war als Bürgermeister ein langjähriger Weggefährte von Günter Samtlebe.
Vier Männer im Dortmunder Rathaus.
Von links: Alt-Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer, der frühere Regierungspräsident Gerd Bollermann, Franz Müntefering, der aktuelle Regierungspräsident Heinrich Böckelühr.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Franz Müntefering
Franz Müntefering würdigte Günter Samtlebe: "Er war ein großer Politiker."
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Besetzte Bürgerhalle.
Zu der Feier waren Vertreterinnen und Vertreter der gesamten Dortmunder Stadtgesellschaft gekommen.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
OB Kalouti spricht im Rathaus.
Rund 160 Gäste waren zur Feier von Günter Samtlebes 100. Geburtstag in den Bürgersaal des Rathauses gekommen.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
OB Kalouti spricht im Rathaus.
OB Kalouti in seiner Rede: „Günter Samtlebe war ein Mann, der gewagt und vieles umgesetzt hat."
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Gruppenbild im Rathaus.
Familie, Weggefährten, Nachfolger: Oben von links: Alt-Oberbürgermeister Ullrich Sierau, Alt-Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer, Alt-Bürgermeister Manfred Sauer, Günter Samtlebes Schwiegersohn Werner Sauerländer. Unten von links: Regierungspräsident Heinrich Böckelühr, Alt-Bürgermeisterin Birgit Jörder, Alt-Bürgermeister Adolf Miksch, Bundesminister a.D. Franz Müntefering, Oberbürgermeister Alexander Kalouti, Alt-Bürgermeister Lorenz Ladage, Günter Samtlebes Tochter Heidi Sauerländer, Alt-Bürgermeisterin Marianne Wendzinski.
Heidi Sauerländer begrüßt Lorenz Ladage im Rathaus.
Günter Samtlebes Tochter Heidi Sauerländer begrüßt Alt-Bürgermeister Lorenz Ladage im Rathaus. Ladage war als Bürgermeister ein langjähriger Weggefährte von Günter Samtlebe.
Vier Männer im Dortmunder Rathaus.
Von links: Alt-Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer, der frühere Regierungspräsident Gerd Bollermann, Franz Müntefering, der aktuelle Regierungspräsident Heinrich Böckelühr.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Franz Müntefering
Franz Müntefering würdigte Günter Samtlebe: "Er war ein großer Politiker."
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Besetzte Bürgerhalle.
Zu der Feier waren Vertreterinnen und Vertreter der gesamten Dortmunder Stadtgesellschaft gekommen.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze

Großer Bahnhof in „seinem“ Rathaus: 160 Gäste aus Politik und der gesamten Stadtgesellschaft waren am Mittwoch Abend zu einer Festveranstaltung anlässlich des 100. Geburtstages von Günter Samtlebe in den Bürgersaal des Dortmunder Rathauses gekommen. Ein passender Ort, denn das neue Dortmunder Rathaus war in Günter Samtlebes Amtszeit als Oberbürgermeister geplant, erbaut und 1989 eröffnet worden.

„Auf der Urkunde der Grundsteinlegung zu diesem Rathaus stand das Motto: ,Erst wägen, dann wagen“, sagte Oberbürgermeister Alexander Kalouti in seiner Begrüßungsrede. „Das war nicht nur irgendeine Inschrift, sondern es war Günter Samtlebes Haltung. Er hat stets abgewogen zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit und sozialer Verantwortung, zwischen Tradition und Aufbruch, zwischen berechtigter Sorge und notwendigem Mut. Und war natürlich ein Mann, der gewagt und vieles umgesetzt hat.“

OB Kalouti schloss seine Begrüßung mit einer aktuellen Betrachtung: „Jede Generation steht vor ihren eigenen Herausforderungen. Aber denen, die heute Verantwortung tragen, hilft es, wenn sie sich an die erinnern, die gezeigt haben, wie man diese Verantwortung übernimmt und wie man gesellschaftlich notwendige Lösungen findet. Deshalb ist Günter Samtlebe auch heute noch ein Mensch, von dem wir lernen können und lernen müssen.“

Als Festredner prägte Bundesminister a.D. Franz Müntefering das Motto der Veranstaltung: „Samtlebe war Dortmund und Dortmund war Samtlebe." Er beschwor den Einsatz für die Demokratie und die Bedeutung der kommunalen Ebene im politischen Handeln als Vermächtnisse seines langjährigen Wegbegleiters Günter Samtlebe: „Er war nicht immer einfach, aber die Leute mögen ihn heute noch. Er war ein ganz großer Politiker und er hat sehr zu Recht immer wieder betont, wie wichtig die Kommunalpolitik ist. Sie ist nicht das Kellergeschoss der Demokratie, sondern eine tragende Säule. Wenn die Kommunalpolitik nicht gut ist, leidet die gesamte Demokratie. Deshalb müssen wir heute sehr darauf achten, dass wir die kommunalen Interessen in die Bundes- und Landespolitik integrieren.“

Dortmund historisch

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