Stadt Dortmund Wappen
Newsroom

Theaterprojekt "Être Mouhamed"

Jugendliche BIPoC starten Projekt im Fritz-Henßler-Haus

Der Tod des 16-jährigen Mouhamed Dramé im August 2022 löste bei jungen Black, Indigenous und People of Color (BIPoC) viele Emotionen aus. Das Schreib- und Theaterprojekt "Être Mouhamed" im Fritz-Henßler-Haus bietet jungen BIPoCs im Alter von 13 bis 20 Jahren eine Plattform, um sich mit ihren Fragen zur Identität und Autobiografie auseinanderzusetzen.

Die Jugend ist eine Zeit voller intensiver Emotionen und Herausforderungen. Für jugendliche BIPoC kann die Suche nach Identität durch Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen zusätzlich erschwert werden. Mit dem Schreib- und Theaterprojekt "Être Mouhamed" können sich die jungen Menschen mit ihrer Autobiografie gemeinsam auseinandersetzen.

Bild: Stadt Dortmund / Tanita Groß
Isabelle Spieker, Lehrerin an der Anne-Frank-Gesamtschule, Amira Bakhit, Theaterpädagogin am Fritz-Henßler-Haus und Jumai Spieker, Psychologin und Schreib-Coachin.
Isabelle Spieker, Lehrerin an der Anne-Frank-Gesamtschule, Amira Bakhit, Theaterpädagogin am Fritz-Henßler-Haus und Jumai Spieker, Psychologin und Schreib-Coachin.
Bild: Stadt Dortmund / Tanita Groß

Hintergrund und Entstehung des Projekts

Die Initiative entstand als Reaktion auf den tragischen Tod des 16-jährigen Mouhamed Dramé, der im August 2022 bei einem Polizei-Einsatz in der Dortmunder Nordstadt getötet wurde. Der Fall löste große Bestürzung und Anteilnahme aus. "Das Projekt wurde gestartet, mit dem Wunsch, den Geschehnissen entgegenzuwirken", erklärt Amira Bakhit, Theaterpädagogin am Fritz-Henßler-Haus (FHH). "Viele Schwarze Heranwachsende fühlten, dass das Schicksal von Mouhamed jeden und jede einzelne hätte einholen können", betont Isabelle Spieker, Lehrerin an der kooperierenden Anne-Frank-Gesamtschule.

Der Tod des 16-Jährigen habe bei jungen BIPoC viele Emotionen ausgelöst. Viele Sorgen und Redebedarfe fanden ihren Weg in das seit einigen Jahren bestehende Format "Young Talks" im Dietrich-Keuning-Haus. Doch schnell wurde klar, dass weitere Angebote nötig sind. "Alle Akteurinnen und Akteure hatten das Gefühl, etwas machen zu müssen. So entstand das Schreib- und Theaterprojekt 'Être Mouhamed'", erklärt Spieker.

Die Gruppe von etwa 15 Schüler*innen, hauptsächlich von der Anne-Frank-Gesamtschule in der Dortmunder Nordstadt, hat sich im Zuge einer Talent-Projektwoche an der Schule gebildet. Das Projekt steht jedoch allen jungen Menschen offen, die sich anmelden möchten. Interessierte Schüler*innen und Schulen können sich gerne für eine Anmeldung oder Fragen bei Amira Bakhit, abakhit@stadtdo.de , melden.

Teilnahme und Struktur des Projekts

Das Projekt "Être Mouhamed" beginnt mit einem autobiografischen Schreibworkshop am letzten Novemberwochenende (25. und 26. November), geleitet von der Schwarzen Psychologin und Schreibexpertin Jumai Spieker. Die Teilnahme ist kostenlos.

Der Workshop unter dem Motto "Erzähl mir deine Geschichte!" ermöglicht es den Teilnehmenden, ihre eigene Geschichte, Identität und Erfahrungen des Schwarzseins zu reflektieren. Erste Ergebnisse werden am 8. Dezember beim "Open Mic"-Event präsentiert. Alle gesammelten Perspektiven münden schließlich in ein Theaterstück. Es wird am 24. Februar 2024, dem Black History Day, im FHH aufgeführt.

Ein "Safe Space" für kreativen Ausdruck und Reflexion

"Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass viele spannende und unterschiedliche Perspektiven zu Wort kommen oder aufeinandertreffen", erzählt Isabelle Spieker. "Es ist schön, dass wir jungen Menschen mit dem Projekt einen 'Safe Space' schaffen können. Hier sollen Ideen formuliert und Gedanken ausgesprochen werden, ohne Bedenken oder Bewertung, wie es Schülerinnen und Schüler in der Schule verspüren", erklärt sie. Emotionale Herausforderungen können so in kreative Potenziale umgewandelt werden. "Bereits in der Projektwoche wurden wir von einigen Teilnehmenden positiv überrascht. Es braucht nicht viel, um junge Menschen zu begeistern und einzubinden: Raum, Ohren und Zeit. Diese drei Faktoren machen bereits so viel aus, dass Kinder und Jugendliche aufblühen."

"Être Mouhamed" wird von qualifizierten Expert*innen unterstützt, darunter Choreograph Sami Antonio, Coach und Theaterpädagoge Danny Friedrich, Psychologin und Schreib-Coachin Jumai Spieker und Schauspielerin Bernadatte Gandaa. Das Projekt erhält Unterstützung vom Diversitätsfonds des Landes NRW in der Sparte "Dein theater.vibe", vom Jugendamt Dortmund und erfolgt in Kooperation mit der Anne-Frank-Gesamtschule.

Termine des Schreib- und Theaterprojekts "Être Mouhamed"

  • Autobiografischer Schreibworkshop am Samstag, 25. und Sonntag, 26. November, jeweils von 10:00 bis 17:00 Uhr im FHH.
  • Vorstellung der Workshop-Ergebnisse am Open-Mic-Day am Freitag, 8. Dezember, 10:00 bis 17:00 Uhr
  • Termine für die Proben: 28.11., 12.12., 16.12, 19.12., 16.1., 28.1., 10.2. und 13.2
  • Vorführung eines Theaterstücks am Samstag, 24. Februar 2024, dem Black History Day, im FHH

Schlagwörter

LSBTIQ* Integration Rechtsextremismus Sicherheit & Ordnung Sonstiges Kinder- und Jugendtheater

Weitere Nachrichten

Mehr Nachrichten
Auszeichnung: Dortmund ist „New Mobility City“ 2026
Mi 17. Juni 2026
Zwei Frauen und drei Männer stehen in schicker Kleidung auf einer Bühne und halten stolz ein Schild in die Kamera.
Bild: TÜV-Verband / Tobias Koch
Dortmund feiert Vielfalt und Zusammenhalt auf der Münsterstraße und im Keuninghaus
Di 16. Juni 2026
Innenstadt-Nord
Viele Menschen sind auf der Münsterstraße in der Nordstadt unterwegs.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Zwei Blindgänger müssen an der Ardeystraße noch heute entschärft werden
Mo 8. Juni 2026
Ein entschärfter Blindgänger wird abtransportiert.
Bild: Stadt Dortmund / Christian Stein
Preisverleihung im Rathaus: Dortmund feiert aufmüpfige Frauen
Fr 5. Juni 2026
Innenstadt-West
Viele Frauen verschiedenen Alters stehen aufgereiht und lächeln in die Kamera.
Bild: Kathryn Baingo
Dortmunder Rat stimmt Vertragsverlängerungen des Führungspersonals zu
Mi 3. Juni 2026
Das beleuchtete Opernhaus Dortmund bei Nacht, drinnen hinter der Glasfassade und draußen stehen Menschen.
Bild: Theater Dortmund
Kostenlose Schulung hilft beim Umgang mit dem „besten Freund des Menschen“, dem Hund
Mi 3. Juni 2026
Innenstadt-West
Ein Hund wird mit einer Bürste gestreichelt
Bild: Stadt Dortmund/ Thimo Mallon
Großer Frühjahrsputz: Hauptbahnhof glänzt bei Reinigungsaktion
Do 28. Mai 2026
Im Zuge des Frühjahrsputzes probiert auch Oberbürgermeister Kalouti das Reinigungsgerät selbst aus.
Bild: Stadt Dortmund / Oliver Schaper
Stadt duldet Fernsehübertragungen in der Außengastronomie bis Mitternacht
Do 21. Mai 2026
Deutschland-Fans beim Public Viewing in einem Gastro-Außenbereich.
Huckarder Pfingstkirmes startet mit Familientag und Feuerwerk
Do 21. Mai 2026
Huckarde
Zwei Frauen sitzen vor einem Autoscooter.
Stadt, Polizei, Handel, Gastronomie und Wirtschaft tauschen sich zur Lage aus
Do 21. Mai 2026
Ein Bürger informiert sich bei zwei Ordnungsamt-Mitarbeitern.
Bild: Stadt Dortmund
„Tag der Arbeit“: Stadt zieht sechs Wochenmärkte vor
Mo 27. April 2026
Ein Mann gibt Geld raus an einem Marktstand.
Bild: Roland Gorecki
Wie sicher fühlen Sie sich in Dortmund?
Mo 20. April 2026
Zwei Menschen vom Ordnungsamt helfen einem Bürger.
„Es reicht!": Klinikum Dortmund schützt Personal mit Bodycams
Do 9. April 2026
Klinik-Personal mit Bodycams
Bild: Lukas Wittland/Klinikum Dortmund
Preiserhöhung der Bundesdruckerei: OB Kalouti wendet sich an Bundesinnenminister
Mi 25. März 2026
Oberbürgermeister Alexander Kalouti in einer Pressekonferenz im Rathaus.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Dortmund erleben in den Ferien – eine Übersicht
Mo 23. März 2026
Zwei Kinder an einem Mikroskop
Bild: mondo mio! Kindermuseum / G. Hidde