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K(n)opfkino aus dem Botanischen Garten: Für Hundekälte, Hämorrhoiden und zu Hause – die Zaubernuss

In dem Format „K(n)opfkino aus dem Botanischen Garten“ stellt Rombergpark-Direktor Dr. Knopf auf dortmund.de jeden Monat ein Pflanzen-Highlight aus seinem Riesenreich vor: Wissenswertes, Hintergründiges, Anekdotisches, Verblüffendes oder Praktisches über die Schönheiten der Natur.

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K(n)opfkino aus dem Botanischen Garten Rombergpark: die Pflanze des Monats Januar

Er ist der Chef von Dortmunds grünem Schatz: Seit zehn Jahren leitet Dr. Patrick Knopf den Botanischen Garten Rombergpark, Deutschlands Nummer eins unter den botanischen Anlagen. Rund 1,2 Millionen Menschen pro Jahr besuchen den 69,2 Hektar (das sind 97 Fußballfelder!) großen Garten mit seinen über 100.000 Pflanzen und einer Vielfalt von 11.000 bis 12.000 Sorten und Arten. Rombergpark-Direktor Dr. Patrick Knopf selbst ist ein grüner Großmeister: Der gebürtige Aplerbecker hat erst Gärtner gelernt, später Botanik an den amerikanischen Elite-Unis Yale, Harvard sowie Berkeley studiert und gelehrt. Ab sofort blüht uns was: Aus jedem Gewächs sprießt eine Geschichte, jede Staude ist eine Story. Die Pflanze des Monats Januar trägt ihre Magie schon im Namen: die Zaubernuss.

So zauberhaft ist die Zaubernuss

Günstlingswirtschaft im Garten? Der Doktor darf das: „Warum ich die Zaubernuss für diesen Monat ausgewählt habe? Ganz einfach, weil sie eine meiner persönlichen Lieblingspflanzen ist“, gesteht Dr. Knopf. „Sie steht nahe an meinem Büro, ich kann sie also aus meinem Fenster über das ganze Jahr sehen. Zurzeit blüht sie wunderschön und außerdem ist das eine Sorte mit einem wunderbaren Duft: Sie riecht nach Vanille, nach Blüte ein bisschen nach Hyazinthe und nachmittags tatsächlich auch nach frisch gemahlenem Pfeffer.“

Ihrer Eigenschaft, auch bei Schnee und Hundekälte zu blühen, verdankt die Zaubernuss (lat: Hamamelis) den ersten Teil ihres Namens: Blüten im Januar waren für Pflanzenfreunde früherer Zeiten purer Zauber.

Darum kann die Zaubernuss im Winter blühen

Magie oder Hokuspokus ist die Winterblüte der Zaubernuss aber keineswegs. Dr. Knopf erklärt: „Die Pflanze pumpt zunächst Wasser raus, das nicht mehr gefrieren kann. Die verbliebende Stärke wird in Traubenzucker gespalten und der ist ein ideales Frostschutzmittel. Und die Blüte im Winter hat für die Zaubernuss einen großen Vorteil: Die Bestäuber-Konkurrenz ist für sie natürlich viel kleiner als im Frühling, wenn alles blüht.“

Bild: Stadt Dortmund / Niklas Kähler
Dr. Knopf präsentiert die Zaubernuss
Dr. Knopf: „Die Zaubernuss ist eine meiner persönlichen Lieblingspflanzen.“
Bild: Stadt Dortmund / Niklas Kähler

Achtung, Samenschuss!

Auch der zweite Namens-Teil ist irreführend. Dr. Knopf: „Die kleinen Früchte der Zaubernuss sehen zwar aus wie Nüsse, sind aber tatsächlich Kapseln, die Samen enthalten. Das Besondere: Im Sommer reißen diese Kapseln auf und durch den Druck werden die apfelkerngroßen Samen bis zu sieben Meter weit herausgeschossen, damit die neue Zaubernuss einen ungestörten eigenen Platz zum Leben hat. Botaniker bezeichnen solche Pflanzen als ,Ballisten‘. Wir kennen ja die Ballistik, die sich mit der Flugbahn von Kugeln beschäftigt.“

Botanik auf dem Balkon

Trotzdem sind die Sträucher und kleinen Bäume als heimische grüne Gäste völlig ungefährlich. Dr. Knopf: „Die Zaubernuss ist auch für Ihren Garten zu Hause wunderbar geeignet. Die Pflanze wird nicht sehr groß und ist deshalb auch für kleinere Gärten zu empfehlen. Manche Sorten können sogar in kleineren Kübeln auf dem Balkon gehalten werden. Und wie gesagt: Gerade im tristen Januar ist die Zaubernuss ein garantierter Blüher.“

Hier finden Sie die Zaubernüsse

Eine alte Sammlung von Zaubernüssen und Zaubernuss-Verwandten findet man auf dem sogenannten „Zaubernuss-Weg“ neben der bekannten Stoffregen-Allee mit ihren Japanischen Kirschen im Südwesten des Botanischen Gartens.

Die Hamamelis heilt auch hinten

Ihren Zauber entfaltet die Zaubernuss auch an einer unvermuteten Stelle. Dr. Knopf geht in die Tiefe: „Die Blätter der Zaubernuss sind blutungs- und schmerzstillend. Früher hat man sie mit Fetten eingerieben und die Blätter entsprechend genutzt, um Hämorrhoiden mit ihren Schmerzen und Blutungen zu behandeln und vorzubeugen. Ich bin froh, dass es heute gegen Hämorrhoiden Zäpfchen gibt.“

K(n)opfkino aus dem Botanischen Garten

Hier finden Sie alle Folgen unserer Serie.

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