FABIDO
Nach Krieg und Flucht: Iryna ist glücklich, wieder mit Kindern arbeiten zu können
Iryna Smychkova spricht bedacht. „Meinen Traum, mit Kindern zu arbeiten, lebe ich hier weiter“, sagt die 56-Jährige. Iryna hat das Qualifizierungsprogramm „Startklar“ bei FABIDO absolviert. Sie ist eine von bislang acht Absolventinnen, die Dortmunds größter Anbieter frühkindlicher Bildung aus dem Programm direkt in eine Festanstellung übernommen hat.
Seit dem 1. Januar ist Iryna im FABIDO-Familienzentrum Steinstraße als Kinderpflegerin angestellt. Das Datum markiert für sie den Start in eine neue Zeit. Hinter ihr liegen schwierige Jahre: Am 22. Februar 2022 hatte Russland den Angriffskrieg auf die Ukraine gestartet. Fast zeitgleich fuhren die Russen auch schwere Angriffe auf Kiew. Die Lage für die Zivilbevölkerung wurde schnell lebensbedrohlich.
Iryna: Es gab keine Arbeit mehr. Wie sollen wir da überleben?
Iryna lebte dort seit ihrer Kindheit. Sie wurde dort zur Erzieherin ausgebildet und hat 13 Jahre in der frühkindlichen Bildung gearbeitet. Später hat sie dort studiert, in Kiew kamen ihre Kinder auf die Welt. Jetzt sah sie keine Zukunft mehr für sich. Sie entschloss sich, ihre Heimat zu verlassen: „Erst hatten wir Corona, dann kam der Krieg. Es gab keine Arbeit mehr. Wie sollen wir da überleben?“
Als sie im April 2022 in Deutschland ankam, wohnte sie bei einer Freundin in Dortmund – ein wenig Vertrautheit in einem sonst so fremden Land, dessen Sprache sie nicht sprechen kann. Das wollte sie schnell ändern. Deutsch zu lernen, war ihr erstes Ziel. Sprachen liegen ihr. In der Ukraine hat sie fünf Jahre als Lehrerin Kinder in der Mittelstufe unterrichtet: in Weltliteratur und Russisch.
Zehn Monate für das Startklar-Programm
In Dortmund besuchte sie schnell einen Sprachkurs vom Jobcenter. Ihr Berater dort war es auch, der ihr den entscheidenden Tipp für das Programm Startklar gab. Iryna bewarb sich und durchlief das Startklar-Programm im Eiltempo: zehn Monate reichten. Sie nahm an einem c1-Sprachkurs (kompetente Sprachverwendung) teil, FABIDO unterstützte sie bei der Anerkennung ihrer Abschlüsse. Ihre zweijährige Ausbildung zur Erzieherin in der Ukraine wird ihr in Deutschland als Kinderpflegerin anerkannt.
Während ihrer Startklar-Zeit arbeitete sie drei Tage pro Woche in der FABIDO-Kita Dubliner Weg. Da lernte sie das pädagogische Konzept von FABIDO kennen, die Unterschiede zum ukrainischen System sind deutlich: „In der Ukraine habe ich mich mit einer Helferin um bis zu 25 Kinder gekümmert. Wenn da gemalt wurde, mussten alle malen – ob sie wollten oder nicht. Hier unterstützen wir die individuellen Bedürfnisse der Kinder. Davon bin ich begeistert. Wenn die Kinder ihren Interessen nachgehen können, lernen sie viel leichter und besser“, sagt Iryna.
Iryna fühlt sich gut unterstützt
Dass sie in Dortmund wieder mit Kindern arbeiten kann, macht sie glücklich: Das Familienzentrum Steinstraße bezeichnet sie mit einem leichten Schmunzeln als ihre neue Heimat: „Ich fühle mich bei FABIDO gut unterstützt und wertgeschätzt. Es ist wirklich schön, dass ich hier sein kann.“
Auch im Familienzentrum sind alle froh darüber, dass sie da ist. Ulrike Theißen leitet das FABIDO-Familienzentrum an der Steinstraße. „Dass wir von Iryna profitieren können, haben wir vom ersten Tag an gemerkt“, sagt sie. „Sie bereichert das ganze Team mit ihrer Art und dadurch, wie sie sich jeden Tag einbringt.“
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