Stadt Dortmund Wappen
Newsroom

Dortmund historisch

Seine himmlische Idee steht auf dem Hansaplatz: Der Mann, der den Baum erfand

Er brachte Dortmund auf den Baum. Den Namen Werner Basselmann kennen nur einige, seine Idee ist über Deutschland hinaus Dortmunds Weihnachts-Wahrzeichen, Besuchermagnet und Touristenattraktion im Advent. Der heute 84-Jährige ist der Erfinder des „größten Weihnachtsbaums der Welt“. Er erzählt uns eine wahre Weihnachtsgeschichte: Warum die Idee geboren wurde, welches Vorbild Pate stand, wie der erste Baum entstand und wie er ihn heute sieht.

Ein Stück Stadtgeschichte wird geschrieben, als im Sommer 1995 die Dortmunder Werbegemeinschaft „City-Ring“ zu einer Pressekonferenz in die Räumlichkeiten des bekannten Dortmunder Juweliers Rüschenbeck am Westenhellweg einlädt. Thema des Treffens: Schmuck und Beleuchtung der Dortmunder Innenstadt zur Weihnachtszeit.

Auskunft geben die beiden City-Ring-Beauftragten für die weihnachtliche Innenstadt, Gastgeber Wilhelm Rüschenbeck und Werner Basselmann. Mit Basselmann war ein Gestaltungs-Profi am Werk. Von 1980 bis 2004 arbeitete er in Dortmund für die große Filiale des Warenhauses Karstadt, davon viele Jahre als Chef-Dekorateur - oder „Schmücker“, wie er es selbst nennt.

„Mensch Werner, das ist es!“

Im Laufe der Pressekonferenz geht Weihnachtsbaum-Erfinder Basselmann ein Licht auf: „Die damalige Situation zu Weihnachten war so: Es wurde viel gemacht an vielen Orten, aber die Wirkung fehlte. Daraufhin habe ich gesagt: ,Wir müssen uns auf einen Ort mit Wow-Effekt konzentrieren. Vielleicht sollten wir den größten Weihnachtsbaum der Welt aufstellen.`“ Die Idee ist geboren. Rüschenbeck ist spontan begeistert: „Mensch Werner, das ist es!“

Vorbild New York

Inspiriert hatte Basselmann ein prominentes Vorbild: „Ich kannte den New Yorker Weihnachtsbaum vor dem Rockefeller-Center. Eine wunderschöne echte Tanne, 35 Meter hoch. Ich dachte, diese Größenordnung könnte auch in Dortmund funktionieren.“

Die Dortmunder Presse reagierte aufgeschlossen, aber für die Weihnachtszeit 1995 war das Baumprojekt so kurzfristig nicht zu organisieren. Vor allem aber: Ohne Geld kein Glanz.

Werner Basselmann erzählt: „Ich weiß nicht, was der Baum heute kostet, aber damals rechneten wir mit 300000 D-Mark. Viel Geld. Die Frage war also: Wo können wir es einsammeln? Ich habe damals sogar daran gedacht, einen großen Dortmunder Sportverein für den Baum zu gewinnen, aber das habe ich dann gelassen. Eine weitere Option war die Stadt.“

„Den Baum will ich!“

Im Frühjahr 1996 spricht Werner Basselmann bei dem damaligen Dortmunder Oberbürgermeister Günter Samtlebe vor: „Ich habe extra Schautafeln anfertigen lassen, damit er eine Vorstellung davon bekommt, was ich mir ausgedacht hatte. Er sagte nur: ,Den Baum will ich!‘. Und wenn Samtlebe sagte, dass er den Baum will, dann kam der Baum auch. Wahrscheinlich hat er damals auch schon weitergedacht.“

Samtlebes Einschätzung zum längerfristigen Nutzen des Baumes als Marketing-Instrument ist jedenfalls eindeutig: „Der Werbe- und Imageeffekt ist unbezahlbar.“

Die Dortmunder Firmen Gerüstbau Weise und Elektronik Kocher übernehmen Konstruktion, Statik, Aufbau und Lichtausstattung des neuen Baum-Riesen. Am 25. November 1996 wird er „größte Weihnachtsbaum der Welt“ erstmals angeknipst. Standort ist damals noch die zwischenzeitliche Brachfläche der abgerissenen Stadt- und Landesbibliothek (heute Hansa-Carrée).

„Gut, dass Dortmund ihn hat“

Sein Initiator erinnert sich: „Ein sehr schönes Gefühl, ich war auch stolz. Mir war damals schon aus meiner beruflichen Erfahrung heraus klar: Es geht in Zukunft nicht mehr ohne Baum. Man kann nicht einmal so etwas Spektakuläres auf die Beine stellen und danach zum Vorher zurückkehren. Dortmund hat sich durch den größten Weihnachtsbaum der Welt in eine spezielle Situation gebracht. Keine Stadt hat etwas Vergleichbares. In Deutschland sowieso nicht, aber auch im Ausland kennt man den Baum. Er ist einzigartig. Gut, dass Dortmund ihn hat.“

Knapp einen Monat nach dem Startschuss für den Riesen-Baum schickt der 2011 verstorbene Oberbürgermeister Günter Samtlebe ein persönliches Schreiben an Werner Basselmann, verbunden mit einer besonderen Auszeichnung. Darin heißt es: „Sie können das stolze Gefühl und die Genugtuung haben: ,Es war meine Idee!‘ Mit meinem nochmaligen Dank darf ich Ihnen als Zeichen meines Dankes und meiner Anerkennung unsere silberne Rathaus-Medaille verleihen. Eine ,goldene‘ gibt es nicht. Sie hätten sie verdient!“

Schlagwörter

Dortmund historisch

Weitere Nachrichten

Mehr Nachrichten
100 Kilometer: Neuer Radweg zwischen den IGA-Standorten im Ruhrgebiet
Di 4. August 2026
Êine Ansicht aus der Vogelperspektive zeigt Menschen auf dem Lüner Radweg, der alle IGA-Standorte verbindet.
Bild: IGA 2027 / Andreas Buck
Zwölf neue Löwenbabys im Zoo Dortmund
Mo 3. August 2026
Hombruch
Drei Löwenkinder auf einer Wiese.
Bild: Karl-Rainer Ledvina
Karriere bei der Stadt über Instagram
Fr 31. Juli 2026
Zwei Personen stehen mit Laptops vor dem Zentrum für Ausbildung und Kompetenzen
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
In „Mini Dortmund“ lernen Kinder und Jugendliche, eine Stadt zu gestalten
Do 30. Juli 2026
Innenstadt-Nord
Die vier Bürgermeisterinnen und Bürgermeister von Mini-Dortmund auf einem Bild: Chayenne, Lia, Lennox und Emilia.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Zwischen Kunst und Escape-Room: Neue Ausstellung „SAFT!!!“ im Dortmunder U
Mi 29. Juli 2026
Innenstadt-West
Kunstvoll gestaltetes rosa Labor.
Bild: Stadt Dortmund / Leopold Achilles
Aus HMKV wird Kunsthalle Dortmund: Neuer Name für 30 Jahre internationale Medienkunst
Di 28. Juli 2026
Kulturdezernent Stüdemann mit Verantwortlichen des ehemaligen HMKV, jetzt Kunsthalle.
Bild: Stadt Dortmund
Im September richtet die Kokerei Hansa das neue FATT aus
Mo 27. Juli 2026
Huckarde
 Von links: Markus Christmann, Ursula Mehrfeld, Sascha Nies, Alexander Kalouti, Heike Marzen und Kai Bünseler.
Bild: Goldene Generation / Tobias Hüsing
Internationale Kunst erobert die Dortmunder Innenstadt  
Fr 24. Juli 2026
Tänzerinnen und Tänzer des Kollektivs Theatre Fragile beim MICRO!Festival
Bild: Kulturbüro Dortmund
Münsterstraße neu gestalten: Jetzt online mitreden
Do 23. Juli 2026
Innenstadt-Nord
Blick entlang einer Geschäftsstraße mit Kopfsteinpflaster mit vielen parkenden Autos und einer Kirche im Hintergrund.
Bild: Anja Cord
Neuer Aktionsplan: Demokratie in DO stärken
Mi 22. Juli 2026
Eine junger Menschen vor dem Dortmunder U.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Umfassende Sanierung der Werner Straße in Lütgendortmund hat begonnen
Di 21. Juli 2026
Lütgendortmund
Eine Baustelle auf einer Straße. Baken sichern die Ränder der Baustelle. In der mitte steht ein kleiner Bagger.
Bild: Stadt Dortmund / Hendrik Konietzny
Neuer Wasserspielplatz am Regenbogenhaus ist eröffnet
Mo 20. Juli 2026
Innenstadt-Ost
Am neuen Wasserspielplatz im Westfalenpark tummeln sich viele Kinder und deren Eltern.
Bild: Stadt Dortmund
Ruhrpott-Balkonien zeigt Farbe – jetzt mitmachen!
Fr 17. Juli 2026
Hummel auf einer Balkonblüte
Bild: Stadt Dortmund
Brackeler Hellweg wird gesperrt: Auswirkungen auf Anwohnende und Verkehr
Do 16. Juli 2026
Brackel
Stadtbahn auf dem Brackeler Hellweg
Bild: DSW21/Jörg Schimmel
„Etwas Vergleichbares gab es in Dortmund noch nicht": Glasfaser-Turbo bis Ende 2026
Mi 15. Juli 2026