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Oberbürgermeister Thomas Westphal erinnert an Jahrestag des Todes von Mouhamed Dramé

Innenstadt-Nord

Der Todestag von Mouhamed Dramé jährt sich am 8. August zum ersten Mal. Der 16-jährige Flüchtling war während eines Einsatzes von einem Polizeibeamten in der Nordstadt erschossen worden. OB Westphal drückte in der Pressekonferenz der Stadtspitze den Angehörigen und Freund*innen sein tiefes Mitgefühl aus.

Bild: Niklas Kähler
OB Westphal sitzt am Tisch bei der Pressekonferenz
Oberbürgermeister Westphal findet eindrucksvolle Worte zum Todestag des Jugendlichen während der Pressekonferenz der Verwaltungsspitze.
Bild: Niklas Kähler

In der Zeit nach dem furchtbaren Geschehen habe Dortmund gezeigt, dass man fest zusammenstehe, sagte Oberbürgermeister Thomas Westphal: "In unserer Großstadt der Nachbarn setzen wir alles daran, dass Dortmund ein sicherer und inklusiver Ort für alle ist."

"Danke an alle, die nicht spekuliert haben"

Unmittelbar nach der Tat waren unter anderem in den sozialen Medien viele Vorverurteilungen geäußert worden, sowohl der Polizei als auch dem Getöteten gegenüber. "Solche Versuche, die Ereignisse für eigene Zwecke zu instrumentalisieren, verfangen jedoch in der Dortmunder Stadtgesellschaft nicht", sagte der OB. Sein Dank und seine Anerkennung gelten all denen, die sich nicht an Spekulationen beteiligt haben, egal in welcher Richtung auch immer, und die damit einen Beitrag zur ausgewogenen Betrachtung der Ereignisse geleistet haben.

Dem gegenüber stehen die gründlichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Dortmund, aus der sich bislang fünf Anklagen wegen Totschlags, gefährlicher Körperverletzung sowie Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung ergeben haben. Das genaue Datum des Prozessbeginns gegen den Schützen, den Dienstgruppenleiter und drei weitere Polizisten ist noch unklar. Auch hier gilt es, den Ausgang des Prozesses vorbehaltlos abzuwarten. „Der ganze Fall zeigt mir aber auch, dass die personelle Ausstattung der Justiz in Nordrhein-Westfalen mittlerweile sehr kritisch ist. Anders ist die Länge eines solchen Verfahrens nicht zu erklären. Ebenso problematisch ist auch das Aus für die Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft Nordstadt“, so Westphal.

OB führte viele persönliche Gespräche

Die Dortmunder Stadtverwaltung hatte nach dem gewaltsamen Tod Mouhamed Dramés auf verschiedenen Ebenen Initiative ergriffen und Verantwortung übernommen. Oberbürgermeister Thomas Westphal führte viele persönliche Gespräche mit Menschen, bei denen der Todesfall berechtigte Ängste und Verunsicherung ausgelöst hat. Städtische Einrichtungen boten und bieten ein Forum für Debatten über die Rolle und Ausstattung von Sicherheitsbehörden oder des vorhandenen Hilfesystems.

"Einige Menschen haben in diesen Gesprächen versucht, zu spalten und die Arbeit der letzten 20 Jahre für eine sozial stabile Nachbarschaft zunichte zu machen. Ich bin sehr froh, heute feststellen zu dürfen, dass dies nicht gelungen ist", stellt Westphal klar.

"Der 8. August 2022 hat Bestürzung ausgelöst. Er ist ein Tag des Schmerzes und der Wut für Familie und Freunde. Gleichzeitig hat er eklatante Lücken unserer Hilfesysteme aufgezeigt und den Anstoß für wichtige und notwendige Veränderungen gegeben. Wir wollen auch weiterhin zuhören, lernen und zusammenbleiben", sagte Westphal abschließend.

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Sicherheit & Ordnung Internationales

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