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Stadtbahnprojekt U-Plus

Bauarbeiten

Die Arbeiten zur ersten Stufe der Erweiterung der Stadtbahnanlage Dortmund Hauptbahnhof wurden im Juni 2017 abgeschlossen. Seit dem laufen die ersten Ausbauarbeiten. Betriebsräume wurden umgebaut und angepasst. Es folgten Fliesenarbeiten. Aktuell erfolgen Decken-, Wand- und Fußbodenarbeiten. Auch der Stahlbau für den neuen Aufzug im mittleren Bereich ist im vollen Gange. Fast alle Arbeiten erfolgen aber hinter den Schutzwänden und sind daher nicht sichtbar.
Rückblick: Ab Januar 2014 wurde die Baustelleneinrichtungsfläche vom Königshof aus bis über den Nordausgang des Hauptbahnhofs eingerichtet. Gleichzeitig wurden vorbereitende Arbeiten (z. B. Demontage von Schutzleitplanken, Beseitigung von Müll und Aufwuchs, Treffen von Schutzmaßnahmen) ausgeführt.

Rohrvortrieb

Arbeiten in den Rohren
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Sascha Müller-Harmsen | idea Kommunikation

Anfang Februar 2014 folgte dann der Abriss des alten Güterbahnsteigs der Deutschen Bahn inklusive Überdachung. Auch ein Teil des Bahnsteigs 8 wurde entfernt, um Platz für das Abteufen der Startschächte zu schaffen. Im Gleisbereich erfolgten zur Verfestigung des Baugrunds Bodeninjektionen mit einer Betonsuspension.

Der offizielle erste Spatenstich zu den bergmännischen Arbeiten für die Bahnsteigserweiterung erfolgte am 22.10.2014 – auf den Tag genau 45 Jahre nach dem ersten Rammschlag in der Geschichte des Dortmunder Stadtbahnbaus.

Verbreiterung der U-Bahnstation

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Tiefbauamt

Große technische Herausforderung

Die unterirdischen Arbeiten zur Erweiterung der Stadtbahnanlage erfolgten dann auf bergmännische Weise. Die große Herausforderung dabei: Nur 2,50 Meter darüber fahren auf den DB-Gleisen täglich über 1.000 Züge. Alle Arbeiten wurden deshalb auch mit einem vollautomatischen Überwachungssystem mit Alarmfunktion überwacht.

Von November 2014 bis Februar 2015 wurden im Bereich des ehemaligen Bahnsteigs 8 zwei Startschächte für die unterirdischen Vortriebsarbeiten abgeteuft. Der große Portalkran über den Schächten war von Norden aus weithin sichtbar.

Rohrschirme gaben Sicherheit

Von den Startschächten aus wurden von Nord nach Süd zwei "Rohrschirme" horizontal in den Boden eingepresst – jeweils fünf 46 Meter lange Rohre mit einem Durchmesser von 1,60 Metern. In ihrem Inneren lösten die Mineure (Bergleute) mithilfe hydraulischer Greifer Erde und Steine, die dann auf kleinen Förderbändern zu den Schächten transportiert wurden. Die leeren Rohre wurden zum Abschluss mit Beton aufgefüllt. Der Vortrieb der Rohrschirme erfolgte von Februar 2015 bis Ende Juni 2015. Gearbeitet wurde rund um die Uhr.

Vortrieb

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Sascha Müller-Harmsen | idea Kommunikation

Vortriebsarbeiten März 2016 abgeschlossen

Mit Beendigung des Rohrvortriebs erreichten die Arbeiten zur Erweiterung der Stadtbahnanlage Dortmund dann die nächste Stufe. Nach dem traditionell mit einer Feier begangenen Tunnelanschlag am 6. Juli 2015 begannen die Mineure mit dem bergmännischen Vortrieb der Röhren.

Dafür mussten zuerst die beiden für den Rohrvortrieb abgeteuften Schächte bis zur Höhe der Kalotte – des oberen Drittels des Tunnelquerschnitts (siehe Schaubild) – wieder aufgefüllt werden, denn die Kalotte wurde zuerst "ausgeräumt". Das geschah händisch (mit Werkzeugen) sowie mit einem Minibagger. Etwa alle fünf Meter wurden zur Versteifung Stahlträger eingezogen. Sie gaben der noch bestehenden Tunnelwand für die Vortriebsarbeiten Halt.

Unter dem Rohrschirm beginnt der Kalottenvortrieb.

Unter dem Rohrschirm beginnt der Kalottenvortrieb.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Sascha Müller-Harmsen | idea Kommunikation

Zur Stabilisierung der äußeren Wand während des Strossenvortriebs wurden Hochdruckinjektions-(HDI-)Säulen eingebaut: Die Mineure bohrten etwa alle sieben Meter schräg nach unten etwa drei Meter tiefe Bohrungen, die unter Druck mit Zement aufgefüllt und verfestigt wurden. Nach Fertigstellung des Tunnels werden diese HDI-Säulen wieder entfernt.

Die Vortriebsarbeiten gingen gleichzeitig auf beiden Seiten des Stadtbahnbahnhofs vonstatten. Seit dem die Arbeiten beendet wurden, werden die alten Wände mit senkrechten Schlitzen versehen, in die die Arbeiter Stützen einbauen. Anschließend werden die Wände sukzessive entfernt. Die Abbruch- und Betonierarbeiten laufen derzeit im vollen Gange und sollen Ende Juni 2017 abgeschlossen werden. Dann wird die Baustellen im Bereich der DB-Gleise mit dem Portalkran frei geräumt, damit der Umbau der DB-Verkehrsstation dort mit vorlaufenden Arbeiten beginnen kann.

Die Arbeiten zur ersten Stufe der Erweiterung der Stadtbahnanlage Dortmund Hauptbahnhof wurden im Juni 2017 abgeschlossen.

Portalkran

Portalkran
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Sascha Müller-Harmsen | idea Kommunikation

Fahrgäste sind vor Dreck und Staub geschützt

Damit die Fahrgäste auf den Bahnsteigen möglichst wenig belästigt werden, finden die Arbeiten komplett hinter Schutzwänden statt – sowohl auf der Bahnsteig- als auch auf der darüber liegenden Verteilerebene. Die Wände halten Dreck und Staub zuverlässig ab, Lärmemissionen durch Hämmern, Stemmen, Bohren, Sägen jedoch nicht. Durch die Schutzwände wird die Bahnsteigbreite auf 3,30 Meter verringert. Diese Beeinträchtigung soll jedoch nur so lange wie unbedingt nötig andauern. Sobald der Baufortschritt es zulässt, werden die Wände auf den Bahnsteigen wieder entfernt.