Stadt Dortmund Wappen
Newsroom

Aufruf an die Dortmunder Jugend

Dortmunder Religionsgemeinschaften und die Stadt sprechen sich für Frieden und Dialog aus

Beim Treffen der Verwaltungsspitze am Dienstag, 7. November, sprechen sich verschiedene religiöse Vertreter*innen für Frieden und Gespräche aus.

Am 27. Oktober veröffentlichte die Stadt Dortmund den konfessionsübergreifenden Appell "Aufruf an die Dortmunder Jugend". Die Erklärung, in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und Vertreter*innen der jüdischen und muslimischen Gemeinden erstellt, wurde von sämtlichen Glaubensvertreter*innen in Dortmund unterzeichnet.

Informationen zum Datenschutz von dortmund.de finden in der städtischen Datenschutzerklärung .

Religionsgemeinschaften und die Stadt stehen in Dortmund zusammen

Friedliches Demonstrieren

Der Text bezieht sich insbesondere auf aktuelle und zukünftige Demonstrationen und ruft zu einem friedlichen Miteinander, Offenheit und aktivem Zuhören auf. Es wird die Bedeutung der Einheit und des friedlichen Dialogs für eine bessere Zukunft hervorgehoben. Unterzeichnet haben den Appell Oberbürgermeister Westphal sowie Ahmad Aweimer, Sprecher des Rates der muslimischen Gemeinden und Zwi Rappoport, Vorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Groß-Dortmund.

Auf der Pressekonferenz nach dem Treffen der Verwaltungsspitze am Dienstag, 7. November, kamen alle religiösen Vertreter*innen zusammen, sprachen ihren Dank für das gemeinsame Vorhaben aus und erklärten, warum sie den gemeinsamen Aufruf unterstützen, untermalten ihre Aussagen mit eindringlichen Appellen für den Frieden.

Pressekonferenz und Unterstützung des gemeinsamen Aufrufs

OB Westphal sagte, dass es bereits ein positives Echo auf den Aufruf gab. "Viele sagen aber, man müsse weiterhin im Gespräch bleiben, es sei noch längst nicht alles in dem Aufruf enthalten." Westphal äußerte Verständnis für diese Anmerkung und betonte gleichzeitig, wie wichtig es sei, in Dortmund friedlich über Dinge zu sprechen. Diese Aussage nahm er zum Anlass, ebenfalls Gespräche mit den Vertreter*innen der Evangelischen und Katholischen Kirche zu suchen, die beim Pressetermin gemeinsam mit Ahmad Aweimer, Sprecher der Rates der muslimischen Gemeinden Dortmund, und Avigdor Moshe Nosikov, Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Dortmund, die Runde ergänzten.

Man habe eine große Tradition interreligiöse, gemeinsame Gespräche zu führen und Initiativkreise zu bilden, betonte OB Westphal. "Wichtig ist, dass das gemeinsame und religiöse Leben in der Stadt weiter gut funktioniert und wir bei allen Konflikten in der Welt nicht auf die Dortmunder Straßen holen", führte er weiter aus. "Wir wollen gemeinsam darauf achten, die Sichtweisen nicht zu verwischen und Meinungsfreiheit zu akzeptieren. Die Dinge so zu benennen, wie sie sind, ist das eine. Das andere jedoch, diese zu akzeptieren und friedlich miteinander zu leben", hob der Oberbürgermeister hervor.

Appelle für Frieden und Toleranz

Der Rabbiner Avigdor Moshe Nosikov bedankte sich bei OB Westphal für die Initiative und drückte gleichzeitig seinen Dank an die Führungspersonen der anderen Konfessionen aus. Sein Appell an die Dortmunder*innen betonte die Dringlichkeit, nicht gleichgültig gegenüber Hass und Terror zu sein und dass jedem Menschen, unabhängig von seiner Religion, ein sicheres Leben in der Stadt möglich sein müsse.

Nosikov betonte, dass die größte Bedrohung für liberale demokratische Werte, für Deutschland und die Europäische Union die Gleichgültigkeit gegenüber Hass aufgrund von Rasse und Religion sowie gegenüber Terrorismus sei, die in einigen Teilen der Bevölkerung vorherrsche. "Ich hoffe," so Nosikov, "dass die Prinzipien 'Recht auf Leben' und 'Recht auf Sicherheit' nicht nur leere Worte sind, sondern für die Menschen in Dortmund zu einem Leitfaden werden. Sie dürfen nicht nur selektiv angewandt, sondern für jeden Menschen von Bedeutung sein."

Ahmad Aweimer, Sprecher des Rates der muslimischen Gemeinden Dortmund (RMGD), erklärte, dass der RMGD am 12. Oktober ein Statement zur wiederholten Gewalt und Krieg im Nahen Osten veröffentlicht hat. In einer Passage, die Aweimer in der Pressekonferenz vorlas, bezieht er sich auf eine gemeinsame Erklärung von Juden, Christen und Muslimen in Dortmund aus dem Jahre 2009, zu der der RMGD nach wie vor steht: "Aber in einem sind wir ganz einig: Wir wollen hier in Dortmund in Frieden zusammenleben, als Juden, Christen und Muslime. Die gute Nachbarschaft ist uns viel wert. Wir wollen miteinander leben und nicht nur nebeneinanderher. Darum sind wir trotz unserer Unterschiede gemeinsam überzeugt: Der Dialog der Religionen ist nötiger denn je. Er soll und er muss weitergehen wie in den vergangenen Jahren."

Daneben bat Aweimer darum, die Toleranz-Kampagne "Wir alle sind Dortmund" neu aufzulegen, um Hass und Gewalt konkret entgegenzuwirken. Seine eindringliche Rede schloss er mit den Worten ab: "Wir bitten alle, für den Frieden zu beten. Denn der Frieden ist nötiger denn je."

Andreas Coersmeier, Stadtdechant der Katholische Stadtkirche Dortmund, eröffnete seine Erklärung, dass es jenseits der Vorstellungskraft liege, wie sich das am 7. Oktober ereignete anfühle und was es bedeute. Coersmeier betonte, dass die katholische und evangelische Kirche in Dortmund ihre Anteilnahme an der jüdischen Kultusgemeinde nach dem barbarischen Angriff der Hamas auf Israel auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck gebracht hätten und dies auch jetzt nochmals deutlich machen wollten. Sie solidarisierten sich mit Israel und den jüdischen Menschen in Dortmund. Es beschäme sie zu hören, dass sich jüdische Bewohner*innen in Dortmund nach fast 80 Jahren nach dem Holocaust nicht mehr sicher fühlen und in Angst leben würden. "Als Christinnen und Christen und Mitglieder einer demokratischen Gesellschaft, sind wir jetzt gefordert gemeinsam gegen jegliche Form des Antisemitismus einzutreten", bekräftigte Coersmeier. "Dazu zählt auch, dass wir eine rhetorischen Schuldumkehr in den aktuellen Debatten und Demonstrationen deutlich widersprechen. Es gibt aus unserer Sicht kein 'ja, aber'", so Coersmeier weiter. "Es war und ist das Ziel der terroristischen Hamas Friedensabkommen in Nahost zu torpedieren und genau diesen Krieg herbeizuführen, unter dem die Menschen in Israel und Gaza nun auf unvorstellbar schreckliche Weise leiden."

Als vierte und letzte Vertreterin der Dortmunder Religionen appellierte Heike Proske, Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreis Dortmund, für ein friedvolles Miteinander: "Wir als Dortmunderinnen und Dortmunder, als jüdische, als muslimische Menschen, stehen in bewährter Weise zusammen, und treten Hass und Gewalt in unserer Stadt, sowie auch in unseren eigenen Gemeinden, nachhaltig entgegen. Es dürfe keinen Raum für Antisemitismus und Israel-Hass geben, ebenso wenig für Islam-Feindlichkeit", erklärte Proske. "Unsere Religionen wollen Frieden", betonte sie. "Dies ist das höchste Ziel weltweit und bei uns in Dortmund. Deshalb können wir als religiöse Menschen Zeichen setzen, für Frieden und Toleranz im Gebet, aber auch in unserem alltäglichen praktischen Tun."

Schlagwörter

Integration Internationales Rechtsextremismus Soziales Sicherheit & Ordnung

Weitere Nachrichten

Mehr Nachrichten
Komisches Gefühl? App zu LINa!
Mi 30. September 2026
Pavlina Gjorgjeska präsentiert die LINa-App
Bild: Stadt Dortmund / Beate Hassel
Bund fördert mit 4,1 Mio. Euro: Dortmunder Bäder gehen nicht baden
Di 29. September 2026
Schwimmbecken im Hallenbad Mengede
Bild: Sportwelt Dortmund
Rat entscheidet über weitere Schritte beim Schulbau und wichtige Projekte
Di 29. September 2026
Der neue Ratssaal von oben.
Bild: Stadt Dortmund
Dortmund zieht die Haushaltsbremse für das vierte Quartal
Mo 28. September 2026
Südseite des Dortmunder Rathauses aus der Vogelperspektive
Bild: Janus Skop
Kein Olympia-Zuschlag: „Dortmund wird starke Sportstadt bleiben“
Sa 26. September 2026
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Bühne frei für Jugendkultur: nachtfrequenz 2026 mit zehn Veranstaltungsorten
Fr 25. September 2026
Ein junger Mann steht vor einem DJ-Pult und legt Platten auf.
Bild: Miu-Wah Lok
Trödeln unterm Turm: Der Westfalenpark lädt zum letzten Flo(h)rian in diesem Jahr
Fr 25. September 2026
Innenstadt-Ost
Flohmarktstände im Westfalenpark vorm Florianturm.
Bild: Stadt Dortmund
Erste Studie: KI in Dortmunds Unternehmen
Do 24. September 2026
Eine Hand verbindet virtuelle Symbole
Bild: Adobe Stock / vegefox.com
Archäologinnen und Archäologen finden einzigartiges Werkstattareal der Römerzeit
Mi 23. September 2026
Ausgrabungsteam an der Grabungsstelle im Dortmunder Westen mit den Überresten eines Ofens zur Metallverarbeitung.
Bild: Roland Gorecki
Stadt Dortmund verhängt Haushaltssperre
Di 22. September 2026
Nebeneinander liegende Euroscheine
Bild: SXC
500 Jobs, künftiges Kultur-Quartier: Thalia baut neue Zentrale am Wall
Mo 21. September 2026
Innenstadt-West
Animation der neuen Thalia-Zentrale in Dortmund.
Stadt Dortmund kauft Problemhäuser
Mo 21. September 2026
Innenstadt-Nord
Nordstadt aus der Vogelperspektive.
Bild: Stadt Dortmund / Roland Gorecki
Junges Wahrzeichen der City: 15 Jahre Thier-Galerie
Fr 18. September 2026
Bild: Thier-Galerie/Stephan Schütze
Konzerthaus: Neue Saison, neuer Ticket-Service & eine Premiere zum Auftakt
Fr 18. September 2026
Bild: Stadt Dortmund / Schaper
Mit herzlicher Schnauze: Dortmund ab jetzt als Podcast erleben
Do 17. September 2026
Im Dortmunder U sitzen drei Personen, vertieft in ein anregendes Gespräch.
Bild: Stadt Dortmund / Niklas Kähler