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Wohnen

Ehemalige Problemimmobilie ist nach Leerstand und Sanierung wieder schön

Innenstadt-Nord

Die Kesselstraße 61 in der Nordstadt hat sich gemausert: von einer unbewohnbaren Problemimmobilie zum modernen Mietshaus. Von 2018 bis 2021 hat es gedauert, bis alle Wohnungen leer gezogen waren. Die Stadt kaufte das Haus und gab es 2023 an den jetzigen Eigentümer weiter, der es sanierte. Am 1. April ziehen nun viele neue Mieterinnen und Mieter ein.

Die Probleme in der Kesselstraße 61, einem Gründerzeitgebäude von 1902, waren 2018 nur noch mit dem Auszug aller Mieterinnen und Mietern zu lösen. Die Kneipe im Erdgeschoss stand schon länger leer.

Lange stand die Immobilie leer

Das Gebäude befand sich in einem unbewohnbaren Zustand, gesunde Wohnverhältnisse waren nicht mehr gegeben. Feuchtigkeit drang unentwegt ein, so dass vor allem die Holzkonstruktion stark betroffen und teilweise vollständig zerstört war. Hinzu kam, dass Ungeziefer, Tauben und Ratten das Gebäude bevölkerten. Spuren von Vandalismus deuteten auch noch auf andere ungebetene Gäste hin. Zwei Wohnungen im Erdgeschoss und eine im Obergeschoss waren dennoch regulär bewohnt. Die ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohner hinterließen Wohnungen voller Sperrmüll.

Der Ankauf der einzelnen Eigentumswohnungen und der Gewerbeeinheit durch die Stadt Dortmund war sehr aufwändig. Vier der Einheiten konnten freihändig gekauft werden, für acht Einheiten aber musste die Zwangsversteigerung abgewartet werden. Im Jahr 2019 gehörte das Haus vollständig der Stadt – von Anfang an mit der Absicht, das Objekt wieder in private Hände zu geben.

Die Immobilie in der Kesselstraße 61 vor und nach der Sanierung

Das Gebäude der Kesselstraße 61 von außen.
So sah das ehemalige Problemhaus Kesselstraße 61 noch vor einigen Jahren aus.
Bild: Stadt Dortmund
Die Außenansicht der Immobilie Kesselstraße im sanierten Zustand.
Die Außenfassade wurde saniert und erhielt mitunter einen neuen Anstrich.
Bild: Stadt Dortmund
Ein vollgemülltes Wohnzimmer ist zu sehen.
Beim Auszug hinterließen die letzte Mieterinnen und Mieter der damaligen Problemimmobilie vollgestellte Wohnungen, wie dieses Wohnzimmer stellvertretend zeigt.
Bild: Stadt Dortmund
Ein völlig kaputter Dachstuhl wird abgebildet.
Der Dachstuhl war in einem desolaten Zustand.
Bild: Stadt Dortmund
Ein kaputtes Bad, links ist die Tapete schimmelig, es liegt Müll herum.
Das Badezimmer in dieser Wohnung war nicht nutzbar – Schimmel ist zudem offensichtlich.
Bild: Stadt Dortmund
Ein saniertes Badezimmer wird abgebildet. Es ist hell und freundlich.
Kein Vergleich zum vorherigen Zustand: Die Bäder wurden kernsaniert und sind nun echte Wohlfühloasen.
Bild: Stadt Dortmund
In einer Küche kommt die Decke herunter, überall ist Schutt und Müll zu sehen.
In diesem Raum löste sich sogar die Decke - hier zeigt sich, dass die Immobilie unbewohnbar war.
Bild: Stadt Dortmund
In einer Küche sieht man einen kaputten Waschtisch. Überall liegt Müll und Schutt.
Auch diese Küche war, wie hier eindrücklich zu sehen, nicht mehr nutzbar.
Bild: Stadt Dortmund
Im Dachgeschoss-Zimmer kommt links die Decke herunter, überall liegt Schutt und Müll.
In diesem Zimmer löste sich ebenfalls die Zimmerdecke.
Bild: Stadt Dortmund
Ein Dachgeschoss-Zimmer im sanierten Zustand - alles ist weiß und sauber.
Die ehemalige Problemimmobilie in der Kesselstraße 61 ist nach dem Leerstand und der Sanierung wieder schön.
Bild: Stadt Dortmund
Der Hausflur der Immobilie im sanierten, schönen Zustand.
Der Hausflur ist nun wieder zugänglich - die Renovierungsarbeiten haben ihn in einen ansprechenden Zustand versetzt.
Bild: Stadt Dortmund
Vier Personen stehen auf einem Balkon und halten Fotos in der Hand.
Nicht nur die Balkone sind neu. Die älteren Fotos zeigen, wie groß der Unterschied von früher zu heute ist. Personen v.l.: Sebastian Kröger (Leiter Amt für Stadterneuerung), Karola Stemmann (Fachbereich Liegenschaften), Jochen Tempel (Bauunternehmer und Eigentümer), Anja Wegmann (Fachbereich Liegenschaften).
Bild: Stadt Dortmund
Wärmepumpen hängen im Innenhof an der Fassade - damit wird die Immobilie nun mit Strom versorgt.
Die ehemalige Problemimmobilie in der Kesselstraße 61 versorgen jetzt Wärmepumpen im Hof. Den Strom dafür produziert eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach.
Bild: Stadt Dortmund
Das Gebäude der Kesselstraße 61 von außen.
So sah das ehemalige Problemhaus Kesselstraße 61 noch vor einigen Jahren aus.
Bild: Stadt Dortmund
Die Außenansicht der Immobilie Kesselstraße im sanierten Zustand.
Die Außenfassade wurde saniert und erhielt mitunter einen neuen Anstrich.
Bild: Stadt Dortmund
Ein vollgemülltes Wohnzimmer ist zu sehen.
Beim Auszug hinterließen die letzte Mieterinnen und Mieter der damaligen Problemimmobilie vollgestellte Wohnungen, wie dieses Wohnzimmer stellvertretend zeigt.
Bild: Stadt Dortmund
Ein völlig kaputter Dachstuhl wird abgebildet.
Der Dachstuhl war in einem desolaten Zustand.
Bild: Stadt Dortmund
Ein kaputtes Bad, links ist die Tapete schimmelig, es liegt Müll herum.
Das Badezimmer in dieser Wohnung war nicht nutzbar – Schimmel ist zudem offensichtlich.
Bild: Stadt Dortmund
Ein saniertes Badezimmer wird abgebildet. Es ist hell und freundlich.
Kein Vergleich zum vorherigen Zustand: Die Bäder wurden kernsaniert und sind nun echte Wohlfühloasen.
Bild: Stadt Dortmund
In einer Küche kommt die Decke herunter, überall ist Schutt und Müll zu sehen.
In diesem Raum löste sich sogar die Decke - hier zeigt sich, dass die Immobilie unbewohnbar war.
Bild: Stadt Dortmund
In einer Küche sieht man einen kaputten Waschtisch. Überall liegt Müll und Schutt.
Auch diese Küche war, wie hier eindrücklich zu sehen, nicht mehr nutzbar.
Bild: Stadt Dortmund
Im Dachgeschoss-Zimmer kommt links die Decke herunter, überall liegt Schutt und Müll.
In diesem Zimmer löste sich ebenfalls die Zimmerdecke.
Bild: Stadt Dortmund
Ein Dachgeschoss-Zimmer im sanierten Zustand - alles ist weiß und sauber.
Die ehemalige Problemimmobilie in der Kesselstraße 61 ist nach dem Leerstand und der Sanierung wieder schön.
Bild: Stadt Dortmund
Der Hausflur der Immobilie im sanierten, schönen Zustand.
Der Hausflur ist nun wieder zugänglich - die Renovierungsarbeiten haben ihn in einen ansprechenden Zustand versetzt.
Bild: Stadt Dortmund
Vier Personen stehen auf einem Balkon und halten Fotos in der Hand.
Nicht nur die Balkone sind neu. Die älteren Fotos zeigen, wie groß der Unterschied von früher zu heute ist. Personen v.l.: Sebastian Kröger (Leiter Amt für Stadterneuerung), Karola Stemmann (Fachbereich Liegenschaften), Jochen Tempel (Bauunternehmer und Eigentümer), Anja Wegmann (Fachbereich Liegenschaften).
Bild: Stadt Dortmund
Wärmepumpen hängen im Innenhof an der Fassade - damit wird die Immobilie nun mit Strom versorgt.
Die ehemalige Problemimmobilie in der Kesselstraße 61 versorgen jetzt Wärmepumpen im Hof. Den Strom dafür produziert eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach.
Bild: Stadt Dortmund

Gesucht war der Investor mit dem besten Konzept

Die Kesselstraße 61 ist Beispiel dafür, wie die Stadt die Zukunft einer Immobilie steuern kann, ohne sie selbst zu behalten: Indem sie die Immobilien kauft und dann weitergibt - nicht an den Meistbietenden, sondern dem Investor mit dem besten Konzept.

Die Stadt als zwischenzeitliche Eigentümerin hatte vor der Konzeptvergabe bereits wichtige Arbeiten erledigt: die zugemüllte Immobilie wurde entrümpelt, das einsturzgefährdete Dach mit einer Notabstützung gesichert.

Jochen Tempel ist seit 2023 neuer Eigentümer. Tempel bringt 30 Jahre Erfahrung mit. Er hatte mit seinem Bauunternehmen Tempel-Bau Nord GmbH zuvor schon einige Problemhäuser – nicht nur in Dortmund – in etwas Neues verwandelt.

Im Kaufvertrag war die Sanierungsverpflichtung festgeschrieben. Was ihn in der Kesselstraße 61 erwartete, war viel Arbeit: An vielen Stellen musste die Deckenkonstruktion statisch gesichert werden. Das Dach war undicht, die Elektrik, die Wasser- und Abwasserrohre waren veraltet. Der Hausschwamm hatte sich ausgebreitet.

Erfolgreich mit dem Konzept „Kessel Buntes“

Seinem Konzept für die Immobilie, das die Stadt überzeugte, gab Jochen Tempel in Anspielung auf die Adresse die Überschrift „Kessel Buntes“: Die neue Bewohnerschaft soll eine gesunde Mischung ergeben – vielfältig und inklusiv.

Im Erdgeschoss entstanden statt der Gaststätte kleine, barrierefreie Ein-Personen-Haushalte – in Zusammenarbeit mit der Bethel-Stiftung. Auch in den anderen Etagen wurden die Wohnungen neu zugeschnitten.

Tempel schuf auch größere Wohnungen für Familien mit Kindern, für die es in der Nordstadt einen großen Bedarf gibt. Für die Realisierung gab das Amt für Wohnen grünes Licht für Mittel der Wohnraumförderung des Landes NRW.

Insgesamt neun Wohneinheiten stehen jetzt zur Verfügung:

  • Erdgeschoss: drei Wohnungen mit rund 45, 54 und 51 m²
  • Erstes und zweites Obergeschoss: jeweils zwei Wohnungen mit rund 88 und 54m²
  • Dachgeschoss: zwei Wohnungen mit rund 79 und 48 m²

Das Vorgehen der Stadt, Problemimmobilien als Zwischenerwerb zu kaufen und anschließend per Konzeptvergabe zurück in private Hände zu geben, hat sich bewährt. Die Kesselstraße 61 war der erste Fall dieser Art und hat Modellcharakter - denn es soll auch künftig so laufen.

Zum Thema

Der Fachbereich Liegenschaften und das Amt für Stadterneuerung arbeiten beim Ankauf und Weiterverkauf eng zusammen. Die gefundenen Neu-Eigentümerinnen und -Eigentümer verpflichten sich vertraglich, ihre Konzepte auch umzusetzen und werden zu den verschiedenen Fördermöglichkeiten für eine verantwortungsbewusste Sanierung beraten.

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