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Eishockey-Boom in Dortmund: Eisadler im Höhenflug

Sport ist viel mehr als Fußball? In Dortmund geht das glatt. Hype, Boom, Euphorie – drei Begriffe für ein Fan-Phänomen: die immer weiter wachsende Begeisterung für das Eishockey-Team der Eisadler Dortmund. Eishockey in Dortmund ist inzwischen schon mehr als ein Geheimtipp. 1.600 Eisadler-Enthusiast*innen aus Dortmund und Umgebung strömten bislang im Schnitt zu den Heimspielen der Blau-Gelben in das historische Eisstadion zwischen Westfalenhalle und Strobelallee.

Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Jubelndes Eishockey-Team
Heißkalte Leidenschaft: Die Cracks auf dem Eis haben sich von der Stimmung anstecken lassen.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze

Ein Grund: die mitreißende Atmosphäre auf den Tribünen. Auch auf dem Eis läuft es für das Team rund wie ein Puck. Der Tabellen-Erste der Regionalliga-NRW hat beste Chancen, sich in den bevorstehenden Play-Offs für die Oberliga qualifizieren.

Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze
Tribüne im Dortmunder Eissportzentrum.
Eishockey-Romantik mit Wunderkerzen: Fans kommen auch aus anderen Städten, um diese tolle Dortmunder Stimmung zu erleben.
Bild: Stadt Dortmund / Stephan Schütze

Warum sind so viele heiß auf Dortmunder Eishockey?

Stefan Witte ist vor zweieinhalb Jahren als ehrenamtlicher Eisadler-Vereinsvorsitzender mit dem Ziel angetreten, Eishockey in Dortmund wieder zum Ereignis zu machen. Er erlebt den Boom hautnah mit und erklärt: „Viele, die noch keine Berührungspunkte mit dem Eishockey und noch nie ein Spiel gesehen hatten, kommen wieder. Die Eisadler bieten ehrlichen, authentischen Sport. Hinzu kommt eine gewisse Wohlfühl-Atmosphäre.“

„Old-School-Charme“ und Eishockey-Romantik

Dazu trägt für viele auch der „Old-School-Charme“ des 1952 erbauten und vierzig Jahre später komplett sanierten Eissportzentrums Westfalen bei. Stefan Witte: „Das ist Eishockey-Romantik. Offene Hallen gibt es fast nirgendwo mehr. Dazu Wunderkerzen auf der Tribüne. Oft kommen ein paar Jungs eines Fan-Clubs der Kölner Haie nach Dortmund, weil sie hier noch ursprüngliches Eishockey wie in den 90-Jahren finden.“

Sport gucken wie früher. In Zeiten von technisch regulierten, perfekt vermarkteten Mega-Events der Hochleistung gibt es auch danach eine Sehnsucht.

Tribüne im Eissportzentrum Dortmund.
Mehr als 1600 Fans kommen im Schnitt zu den Spielen der Eisadler.

Ticket n‘ Zehner, Bier drei Euro, Bratwurst drei Euro

Stefan Witte bringt sie auf die Formel: „Man kommt am Freitagabend vorbei. Ticket fürn Zehner, Bier drei Euro, Bratwurst drei Euro. Alles familiär und nahbar. Und in meiner Welt ist Eishockey der beste Live-Sport, den es gibt.“ Bodenständigkeit und spiegelglatte Eisflächen sind in Dortmund keine Gegensätze. Inzwischen haben die Eisadler sogar ihre eigene Hymne. „Vom Bulli bis zum Ende wackeln hier alle Wände“, wird in einer Strophe eiskalt gereimt. Die Euphorie der Fans wird in Dortmund längst „über Bande gespielt“. Die Cracks auf dem Eis haben sich von der Stimmung anstecken lassen.

Play-Off-Träume

„Die Begeisterung überträgt sich auf die Jungs, hilft ihnen und trägt zum sportlichen Erfolg bei“, hat Witte beobachtet. Getragen von Fans und Feierstimmung schlitterten die Eisadler in die Play-Offs zum Oberliga-Aufstieg, die am 14. Februar beginnen.

Stefan Witte: „Als Tabellenerster der Regionalliga haben wir in allen Play-Off-Spielen Heimrecht. Unser Traum ist eine ausverkaufte Eishalle. Dafür brauchen wir 3.500 Fans. Das wäre für uns auch finanziell ein wichtiger Erfolg.“

„Dortmund ist traditionell eine Riesen-Sportstadt“

Denn die Herausforderungen, die mit einem möglichen Aufstieg in die professionelle Oberliga verbunden sind, wären enorm. Zurzeit sind von den 27 Kaderspielern ganze vier als Profis unter Vertrag, die Zahl der Spiele und die Distanz der Auswärtsfahrten würden erheblich steigen. Hinzu kämen notwendige Verbesserungen der Infrastruktur.

„Der Aufstieg wäre für uns sportlich ein Schritt, finanziell wären es drei auf einmal“, sagt Witte. „Wir beschäftigen uns mit dem Thema Oberliga, aber wann sie nicht nur sportlich, sondern auch finanziell zu realisieren ist, müssen wir gucken.“

Höherklassiges Eishockey würde vom Dortmunder Publikum und in der Region angenommen, ist Witte sicher: „Dortmund ist traditionell eine Riesen-Sportstadt. Die große Begeisterungs-Fähigkeit der Leute ist an der Strobelallee zu Hause – und nicht nur in dem großen Tempel.“

Eishockey in Dortmund

Die Geschichte des Eishockeys in Dortmund reicht bis in die 1930er-Jahre zurück. Damals trafen sich die ersten Schlittschuhläufer mit Puck und Hockeystick auf einer mit Wasserschläuchen präparierten Rollschuhbahn an der „Danziger Freiheit“ (heute: Brügmannplatz). Im Laufe der Jahrzehnte wurden mehrere Dortmunder Eishockeymannschaften gegründet. Ab 1964 nahm der ERC Westfalen Dortmund als erster Verein an einem regulären Spielbetrieb teil. Ein wichtiger Meilenstein war der Bau des Eissportzentrums Westfalen im Jahr 1952, das 1992 erweitert und komplett saniert wurde.

Neuere Entwicklungen:

  • 1996: Gründung des EHC Dortmund
  • 2013: Gründung der Eisadler Dortmund

Die Eisadler Dortmund sind seitdem das Aushängeschild der Stadt im Eishockey.

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Sport

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