Dortmund nebenan
Viel City und ein bisschen Dorstfeld: Stadtbezirk Innenstadt-West
Diesen Stadtbezirk kennen Sie vermutlich, wenn auch nicht unbedingt beim genauen Namen. Im Bezirk Innenstadt-West liegen die Dortmunder City, das Stadion, das Kreuzviertel und vieles mehr. Und nicht zu vergessen: der Stadtteil Dorstfeld.
Falls Sie nun denken: „Was soll ich noch Neues über die Dortmunder Innenstadt erfahren? Die kennt man doch!“ Lassen Sie sich überraschen. Das ein oder andere Detail kennen Sie vielleicht noch nicht. Und außerdem bleibt ja immer noch der Stadtteil Dorstfeld – mit der DASA, dem Schulte-Witten Haus und einer denkmalgeschützten Zechensiedlung.
Shopping am Westen- und Ostenhellweg
Erst einmal zum Naheliegenden: Einkaufen in der Innenstadt. Wenn Sie in Dortmund in die City – oder wie man hier auch sagt, „inne Zitty“ – gehen, befinden Sie sich am östlichen Rand des Stadtbezirks Innenstadt-West. Hier finden Sie viele Einkaufsmöglichkeiten entlang von Ostenhellweg und Westenhellweg. Zentral für die Innenstadt ist auch die Kampstraße – mehr zum Re:Start Kampstraße können Sie bei Interesse hier lesen.
Die Ursprünge des Westfälischen Hellwegs, der unter anderem durch Dortmund führt, reichen mindestens bis ins Mittelalter zurück. Seine Funktion als wichtige Handelsstraße hat dieser Bereich in Dortmund auch heute noch inne, wenn auch auf andere Weise: mit zahlreichen Geschäften, von Mode über Elektronik bis Parfümerie. Und natürlich Gastronomie.
Den Übergang vom Osten- zum Westenhellweg markiert die Reinoldikirche (eigentlich Kirche St. Reinoldi). Sie ist benannt nach dem Stadtpatron Dortmunds, dem Heiligen Reinoldus, und ist eine der vier Stadtkirchen im Zentrum. Mehr dazu weiter unten in dieser News.
Die Thier-Galerie am Westenhellweg
Brauerei-Standort, Party-Areal, Einkaufscenter: das Thier-Gelände
Am Ende des Westenhellwegs befindet sich heute die Thier-Galerie, ein Einkaufszentrum mit rund 160 Läden, das sich auf einem Gelände mit bewegter Geschichte befindet.
Früher war dies der Standort der Thier-Brauerei, anfangs noch „Hövel, Thier & Co.“. Ab 1888 befand diese sich im Besitz von Wahl-Dortmunder Josef Wilhelm Julius Cremer, der diese von seinen Neffen – den Kindern von Gustav Thier – erwarb.
Nun ein Sprung in der langen Geschichte: Von 1992 bis 1999 lag das Gelände brach, von 1999 bis 2009 erlebte es eine unverhoffte Wiederauferstehung: In den alten Gebäuden der Brauerei wurden Clubs und Bars gegründet – zehn Jahre lang lockten außergewöhnliche Party-Locations wie das „Sixx.PM“, die „Liquid Lounge“ (auch „Lilo“) und der „zu.House.Club“ Feierwütige aus dem ganzen Umland an.
Besuchsmagnet Thier-Galerie
Dann wandelte sich das Areal erneut und beherbergt seit 2011 die
2012 erhielt das Einkaufszentrum den Across Award des Magazins „Across – Europe’s Shopping Centers“ für ein innovatives Gesamtkonzept. Besonders sind an seiner Architektur vor allem die spezielle Form und die gläserne Decke, die für viel Licht im Inneren sorgt.
Alter Markt und Wochenmarkt in der City
Ein zentraler Ort in der Innenstadt ist auch der Alte Markt. Verschiedene Gastronomieangebote inklusive vieler Sitzplätze im Freien brachten diesen zu seinem inoffiziellen Titel als „größter Biergarten der Stadt“.
Besonders im Sommer genießen viele Menschen hier unter freiem Himmel vielfältige Speisen und Getränke, natürlich gibt es aber auch drinnen genug Sitzmöglichkeiten in den verschiedenen Lokalitäten.
Und nicht zuletzt ist dies der Hot Spot für Fußballfans verschiedenster Nationen, die hier zum Beispiel bei Champions League Partien ausgelassen und friedlich feiern, bevor sie ins Stadion weiterziehen oder das Spiel in einer Kneipe schauen.
Apropos Markt: Auf dem Hansaplatz steigt immer mittwochs und samstags der Hauptwochenmarkt der Stadt – normalerweise. Aktuell steht dort der „größte Weihnachtsbaum der Welt“ im Rahmen der Dortmunder Weihnachtsstadt, die bis zum 30. Dezember läuft, weshalb der Wochenmarkt bis zum 31. Dezember 2025 ersatzweise auf dem Friedensplatz stattfindet.
Ab dem 3. Januar 2026 steigt der Hauptwochenmarkt wie gewohnt an seinem angestammten Platz auf dem Hansamarkt, wobei einige Händlerinnen und Händler noch in die angrenzende Hansastraße ausweichen, bis Baum und Gerüst vollständig abgebaut sind.
Sportstätten in der Innenstadt-West
Die Heimat von
Neben Fußball, Leichtathletik und Eishockey gibt es in Dortmund zum Beispiel auch Football und Baseball zu erleben – allerdings im Hoeschpark im Stadtbezirk Innenstadt-Nord. Doch auch im Westen gibt es Parkanlagen und viel Grün.
In der Stadt raus ins Grüne: Von Westpark bis Hallerey
Der Westpark war mal ein Friedhof, davon zeugen noch heute alte Gräber und der alte Baumbestand. Doch sonst ist nicht mehr viel davon zu bemerken, denn der Park ist äußert belebt. Besonders im Sommer treffen sich hier Freunde und Familien, doch entsprechend warm angezogen können Sie natürlich auch in der kälteren Jahreszeit eine Runde durch die Parkanlage schlendern.
In der Innenstadt-West befindet sich auch der Tremoniapark, der Stadtgarten und der Park der Partnerstädte am Dortmunder U. Angrenzend an den Revierpark Wischlingen können Sie auch im
Vier Kirchen für ein Hallelujah
Andächtige Stille, durchdrungen nur vom „Wort Gottes“, können Sie natürlich auch in einer der Kirchen in Dortmunds Innenstadt hören. Innerhalb des Walls finden Sie in Dortmund die erwähnte evangelische
In der Kirche St. Petri bzw. der Petrikirche direkt an der Kampstraße können Sie zudem „Das Goldene Wunder“ erleben – hier erwartet Sie ein mit hunderten vergoldeten Figuren ausgestattetes Kunstwerk. Es handelt sich dabei um einen Antwerpener Flügelaltar, der im 16. Jahrhundert von Dortmunder Franziskanern in Auftrag gegeben wurde – und noch heute, hinter einer Glaswand, zum Bestaunen einlädt.
Kunst und Kultur in der Innenstadt-West
Wenn Sie sich einmal auf Entdeckungstour zu Kunst und Kultur im Stadtbezirk aufmachen, kommen Sie aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Musik, Museen, Messen und vieles mehr erwartet Sie.
Museen, Theater und Konzerte
Es gibt zahlreiche Museen – zum Beispiel das
Auch das
Im
Westfalenhalle und Messe Dortmund
Wenn es vielleicht Rock-, Pop- oder Hip-Hop-Konzerte sein sollen, dann werden Sie in der
Nebenan erwartet Sie die Messe Dortmund mit großen Messen wie der Creativa, der Intermodellbau oder dem ADAC Supercross. Tradition hat auch die German Film & Comic Con in der Westfalenhalle, mit einer Sommer- und einer Winterausgabe.
Kreuzviertel, Klinikviertel und Unionviertel entdecken
Und dann gibt es in der Innenstadt-West noch drei Viertel: Diese sind dabei eher „gefühlte Viertel“, eine offizielle Begrenzung gibt es nicht. Die meisten Dortmunderinnen und Dortmunder sind sich aber einig, wo sie ungefähr liegen.
Das Kreuzviertel
Das Kreuzviertel ist Dortmunds Szeneviertel: Hier finden Sie viele Cafés, Restaurants und Bars, und das in schöner Kulisse von zahlreichen Altbauten aus der Gründerzeit Ende des 19. Jahrhunderts. Aus circa dieser Zeit stammt auch der Südfriedhof, der sich ebenfalls im Kreuzviertel befindet. Die erste Beisetzung fand dort 1893 statt, und eine sehr bedeutende Beisetzung bzw. Überführung im Jahr 2013. Dann wurden die sterblichen Überreste des ersten Geschäftsführers und Gründungsmitgliedes des BVB auf den Südfriedhof überführt: Franz Jacobi.
Namensgeberin für das Kreuzviertel, genau wie für die Kreuzstraße und die Kreuz-Grundschule, ist übrigens die Heilig-Kreuz-Kirche.
Das Klinikviertel
Ähnlich auch beim Klinikviertel: Namensgebend sind hier das „Klinikzentrum Mitte“ des Klinikum Dortmund sowie das St. Johannes Hospital. Auch im Klinikviertel lohnt sich ein Blick nach links und rechts und vor allem nach oben: Altbauten mit verzierten Jugendstilfassaden, formschönen Erkern und verschnörkelten Details prägen vielerorts das Stadtbild.
Das Unionviertel
Und auch das Unionviertel erhielt seinen Namen nicht von ungefähr. Hier war einst der Standort der Unionbrauerei. Das frühere Kellerhochhaus der Brauerei wurde im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2010 umgebaut und ist heute ein Zentrum für Kunst und Kreativität, das Dortmunder U. Auf sieben Etagen gibt es dort verschiedene Institutionen, zum Beispiel das
Auch Gastronomie erwartet Sie dort – und eine Dachterrasse mit einem wunderbaren Blick über die City. Bereits vom Weiten ist das Gebäude zu erkennen an dem rund 9 Meter hohen U, das noch von der Unionbrauerei stammt, sowie den „Fliegenden Bildern“, einer Videoinstallation des Regisseurs Adolf Winkelmann.
Beim Flanieren durch das Unionviertel können Sie auch viel Street Art – Straßenkunstwerke – entdecken. Dazu gehören je nach Definition zum Beispiel Murals, also legale Auftragsarbeiten, bei denen Kunstschaffende Hauswände mit riesigen Bildern verschönern. Aber auch Sticker, Kacheln oder Installationen können unter den Begriff Street Art fallen. Halten Sie beim Schlendern die Augen offen und erkunden Sie das Viertel wie eine große Kunstgalerie.
Auch Musik gibt es hier auf die Ohren: Im Freizeitzentrum West (FZW) treten regelmäßig große Namen, Newcomer und Geheimtipps auf.
Der Stadtteil Dortmund-Dorstfeld
Bleibt zu guter Letzt der Stadtteil Dorstfeld: Hier gibt es ganze Gebäudezeilen unter Denkmalschutz und eine Ausstellung, in der ausprobieren ausdrücklich erwünscht ist.
Oberdorstfeld
Im Süden des Stadtteils befindet sich die alte „Werkssiedlung Oberdorstfeld“. Sie stammt aus der Bergbau-Ära, steht seit 1993 unter Denkmalschutz und gibt inoffiziell auch dem gesamten südlichen Bereich den Namen Oberdorstfeld.
Die Zechenhäuser, deren Grundriss und typische Vorgärten und Treppen als Denkmal erhalten bleiben sollen, boten einst den Kumpeln und ihren Familien Wohnraum in Zechennähe. Auch von der ehemaligen Zeche Dorstfeld Schacht 2/3 ist etwas geblieben: Das ehemalige Kauenhaus (Umkleiden und Waschräume der Bergleute) ist seit 2023 das Bürgerhaus Pulsschlag.
Doch nicht nur die denkmalgeschützten Gebäude sind sehenswert – in Dorstfeld befindet sich auch die
Unterdorstfeld
Und auch im nördlichen Teil – inoffiziell „Unterdorstfeld“ – gibt es etwas zu entdecken. Am Ende der Wittener Straße finden Sie das denkmalgeschützte Schulte-Witten Haus.
Wenn Sie einen Ambientetrauort für bis zu 60 Personen suchen, sind Sie hier im „Blauen Salon“ gut aufgehoben. Das Haus beherbergt zudem die Stadtteilbibliothek und bietet über das Jahr verteilt
Die Bürgerinnen und Bürger in Dorstfeld engagieren sich für Toleranz und Vielfalt in ihrem Stadtteil und ganz Dortmund. Getreu dem Motto: Menschen, die machen. Egal woher.
In unserer Reihe zu den Dortmunder Stadtbezirken haben wir bereits weitere Bezirks-Portraits für Sie vorbereitet. Schauen Sie doch mal rein.
- Aplerbeck: Aplerbeck im Portrait: Vom Wasserschloss Haus Rodenberg bis zum Miittelpunkt NRWs
- Eving: Parkour, Pilgerweg und Pott-Kultur – das müssen Sie in Eving erlebt haben
- Hombruch: Dünen, Boards und Sterneküche: Das können Sie in Hombruch erleben
- Huckarde: Natur, Sport, IGA 2027: Willkommen in Huckarde
- Innenstadt-Nord: Nordstadt-Feeling ist mehr als Borsigplatz & Nordmarkt - 5 Ausflugstipps für die Innenstadt-Nord
Text: Eleni Jaeger
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