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Kampagne klärt auf: Wann muss mein Kind in die Klinik?

 Kranke Kinder, überforderte Eltern, überfüllte Notaufnahmen. Hier gibt’s Hilfe.

Bild: Stadt Dortmund / Martin Baumeister
Prof. Dr. Dominik Schneider und Ärztin Dr. Katharina Weigt-Usinger vom Gesundheitsamt präsentieren die Info-Broschüren.
Prof. Dr. Dominik Schneider und Ärztin Dr. Katharina Weigt-Usinger vom Gesundheitsamt präsentieren die Info-Broschüren.
Bild: Stadt Dortmund / Martin Baumeister

Stadt und das Klinikum Dortmund haben ein neuartiges Informations-Projekt gestartet. Ziel: Eltern sollen Krankheitssymptome ihrer Kinder besser einschätzen können, um unnötige Wege in Notfallambulanzen und Kinderarztpraxen zu vermeiden.

Wenn ein Kind Bauchschmerzen hat, kann das an einem Magen-Darm-Infekt liegen – aber auch an bloßer Aufregung oder gar einer akuten Blinddarmentzündung. „Während eine Aufregung schnell verflogen sein dürfte, ist eine Blinddarmentzündung durchaus gefährlich. Da ist es nachvollziehbar, dass Eltern schnell verunsichert sind und zu uns in die Klinik kommen“, sagt der Direktor der Kinder und Jugendklinik des Klinikums Dortmund, Prof. Dr. Dominik Schneider.

Mehr als 50 Prozent der Ambulanz-Besuche wären gar nicht nötig

Doch Fakt ist auch: Kinderkliniken und -praxen, aber auch das Gesundheitsamt berichten, dass Eltern aufgrund großer Besorgnis immer häufiger professionelle Hilfe aufsuchen, obwohl diese nicht nötig gewesen wäre. Prof. Dr. Dominik Schneider: „In mehr als 50 Prozent aller Fälle, die zu uns in die Notfall-Ambulanz kommen, besteht dazu keine akute medizinische Notwendigkeit. Die Folgen sind volle Notfallambulanzen oder lange Wartezeiten in Kinderarztpraxen. Das bringt das System und das medizinische Personal in der Versorgung und Beratung an die Grenzen.“

Auch den Grund für die wachsende Verunsicherung der Eltern kennt Prof. Dr. Schneider: „Viele junge Eltern sind in ihrer Gesundheitskompetenz entwurzelt. Sie sind allein hier, es fehlt der soziale und familiäre Rückhalt. Das richtige Einschätzen von gesundheitlichen Symptomen der Kinder wird nicht mehr automatisch vererbt.“ Hinzu komme, dass man im Internet viele beunruhigende Fehlinformationen finden könne.

Flyer und Videoclips klären auf - einfach und praxisnah

Prof. Schneider und die Gesundheitsdezernentin der Stadt Dortmund, Birgit Zoerner, haben jetzt eine ganz neue Kampagne für Eltern entwickelt: Zu den fünf häufigsten Krankheitsbildern Bauchschmerzen, Fieber, Husten, Halsschmerzen und Durchfall wurden Flyer entwickelt. Prof. Schneider: „Kurze Sätze, ganz einfache Sprache, verständliche Begriffe, praxisnah und gut handhabbar.“ Bislang stehen sie in deutscher, arabischer und türkischer Sprache zur Verfügung, weitere Sprachen folgen. Dazu gibt es auch kurze und verständliche Videoclips von Prof. Schneider mit Nachvertonung und Untertiteln in türkischer, russischer, rumänischer, persischer, französischer und bulgarischer Sprache. Alle Informationsmaterialen sind digital auf der Seite des Gesundheitsamtes sowie in der Integreat-App der Stadt Dortmund zu finden.

Bild: Stadt Dortmund / Niklas Kähler
Kinderklinik-Direktor Prof. Dr. Dominik Schneide
Kinderklinik-Direktor Prof. Dr. Dominik Schneider: „Flyer und Videos sind praxisnah und gut handhabbar. Kurze Sätze, einfache Sprache.“
Bild: Stadt Dortmund / Niklas Kähler

Weitere Kampagnenthemen: Ernährung und Bewegung

Die Kampagne ist ein Baustein des Dortmunder Kindergesundheitsziels: Alle Kinder in Dortmund wachsen gesund auf. Zu weiteren Themen wie Ernährung und Bewegung sollen ähnliche Kampagnen folgen. Die Flyer und Videos gibt es unter dortmund.de/meinkindistkrank

Schlagwörter

Kinder, Jugendliche & Familie Gesundheit & Pflege Aufenthalt, Einbürgerung & Ausländerwesen

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