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K(n)opfkino aus dem Botanischen Garten Rombergpark: Feiertage für Blütenfans - die Pfingstrose

Vorhang auf für das „K(n)opfkino aus dem Botanischen Garten“. Jeden Monat stellt Rombergpark-Direktor Dr. Knopf auf dortmund.de ein Pflanzen-Highlight aus seinem Riesenreich vor: Wissenswertes, Hintergründiges, Anekdotisches, Verblüffendes oder Praktisches über die Schönheiten der Natur. Im Mai zeigt uns Dr. Knopf eine Pflanze, deren Blüte für jeden Blumenfan ein Feiertag ist: die Pfingstrose.

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Die schöne Pfingstrose

Dabei ist der Feiertag der Pfingstrose ziemlich egal. Sie blüht schon Wochen vor dem christlichen Fest. Prächtig und farbenfroh, mit fett gefüllter oder offener Blüte, als Staude, seltener als Strauch, oder als Schnittblume ist sie die Pflanzenkönigin im Mai. Doch besonders für sie gilt: Der Zauber des Schönen liegt in der Kürze.

Pfingstrose
Bild: Stadt Dortmund / Martin Baumeister
Prächtig und farbenfroh, mit fett gefüllter oder offener Blüte, als Staude, seltener als Strauch, oder als Schnittblume. Die Pfingstrose ist die Pflanzenkönigin im Mai.
Bild: Stadt Dortmund / Martin Baumeister

Kurze Blüte, langes Leben

Kurze Blüte, langes Leben. Diese Formel geht bei der Pfingstrose voll auf. Dr. Knopf weiß: „Die Pfingstrose ist unglaublich langlebig. Manche Arten halten bis zu 30 Jahre. Nicht wegen ihrer kurzen Schönheit, sondern auch aufgrund ihrer Beständigkeit ist die Päonie in der Literatur zu einem Symbol geworden.“

Ein Beispiel: Für den romantischen Dichter Joseph Freiherr von Eichendorff sind die langlebigen Pfingstrosen ein wehmütiges Sinnbild für das Vergehen von Zeit und Erinnerung.

„Kaiserkron und Päonien rot,
Die müssen verzaubert sein,
Denn Vater und Mutter sind lange tot,
Was blühn sie hier so allein?“

Passend zum Rombergpark heißt das Gedicht übrigens: „Der alte Garten“.

Dr. Knopf mit Pfingstrose
Bild: Stadt Dortmund / Niklas Kähler
Dr. Knopf: „Einmal gepflanzt, braucht die Pfingstrose ein, zwei Jahre bis sie angeht. Dann hat man viele Jahre Freude an ihr.“
Bild: Stadt Dortmund / Niklas Kähler

Keine Diva

Trotz ihrer Schönheit und langen Lebensdauer – eine pflegeintensive Diva ist die Pfingstrose nicht. Dr. Knopf: „Je weniger man Pfingstrosen im Garten beachtet, umso besser gedeihen sie. Viele denken: Ich muss düngen, ich muss hacken, ich muss mich kümmern - das will die gar nicht. Einmal gepflanzt, braucht die Pfingstrose ein, zwei Jahre bis sie angeht. Dann hat man viele Jahre Freude an ihr.“

Eine Pfingstrose hat viele „Bälger“

Besonders schön, besonders langlebig, besonders anspruchslos. Neben diesen charakteristischen Merkmalen hat die Pfingstrose noch eine weitere Besonderheit zu bieten: Sie bildet Bälger aus. Dr. Knopf: „,Balg‘ nicht im Sinne von Kind, wie der Begriff im Ruhrgebiet noch manchmal verwendet wird, sondern als anderes Wort für ,Bauch‘. die Fruchtknoten sind bei den Pfingstrosen tatsächlich besonders. Der Fruchtknoten heißt Balgfrucht, weil er sich an der Bauchnaht öffnet und die Samen freigibt. Und darum heißen diese Früchte Balgfrüchte nach der Bezeichnung der Bauchdecke. Die Ausbreitung der Samen erfolgt dann häufig durch Ameisen, die von dem ölhaltigen Samenmantel angezogen werden.“

Wer der Pfingstrose im Botanischen Garten Rombergpark einen Besuch abstatten möchte, findet sie an mehreren Stellen: In der Nähe des Kinderspielplatzes im Bereich westlich des Rombergpark-Teiches und unmittelbar an den Pflanzenschauhäusern.

Dr. Knopf: „Dieses Beet haben wir vor ein paar Jahren extra gepflanzt, um den Menschen zu Pfingsten eine Freude zu machen. Dieses Jahr passt es wieder ganz genau, dass die Blütezeit, die jetzt gerade anfängt mit dem Pfingstwochenende übereinstimmt.“

Dr. Knopf und Deutschlands grüne Nummer eins

Dr. Patrick Knopf leitet und hütet Dortmunds grünen Schatz: den Botanischen Garten Rombergpark , der 69,2 Hektar (das sind 97 Fußballfelder!) große Garten mit seinen über 100.000 Pflanzen und einer Vielfalt von 11.000 bis 12.000 Sorten und Arten ist Deutschlands Nummer eins unter den botanischen Anlagen. Jedes Jahr besuchen rund 1,2 Millionen Menschen das Paradies im Dortmunder Süden. Rombergpark-Direktor Dr. Patrick Knopf selbst ist ein grüner Großmeister: Der gebürtige Aplerbecker hat erst Gärtner gelernt, später Botanik an den amerikanischen Elite-Unis Yale, Harvard sowie Berkeley studiert und gelehrt. Jeden Monat blüht uns was: Aus jedem Gewächs sprießt eine Geschichte, jede Staude ist eine Story.

K(no)pfkino aus dem Botanischen Garten

Hier finden Sie alle Folgen unserer Serie.

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