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K(n)opfkino aus dem Botanischen Garten: Weltrekord der Vielfalt – die Magnolie

Vorhang auf für das „K(n)opfkino aus dem Botanischen Garten“. Jeden Monat stellt Rombergpark-Direktor Dr. Knopf auf dortmund.de ein Pflanzen-Highlight aus seinem Riesenreich vor: Wissenswertes, Hintergründiges, Anekdotisches, Verblüffendes oder Praktisches über die Schönheiten der Natur. Im April widmet sich Dr. Knopf einem echten Publikumsliebling in seinem Garten: der Magnolie.

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K(n)opfkino im April: Zauberkönigin Magnolie

Nicht nur für die Baum- und Blütenfans im Rombergpark, auch für die Dichter ist die Magnolie die „Zauberkönigin des Frühlings“. So opulent wie ihre blühenden Farben und Formen fallen auch die Beschreibungen in der Wortkunst aus: Für den libanesischen Dichter und Philosoph Khalil Gibran sind Magnolien „Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt“. Die Lyrikerin Halyna Petrosanyak glaubt, dass der Magnolienduft „mehr über das Paradies erzählt als Worte“.

„Zauberkönigin des Frühlings“ oder „Oma-Pflanze“?

Der Botaniker Dr. Knopf nähert sich der Magnolie naturgemäß etwas erdverbundener: „Früher hatten Magnolien den Charme einer ‚Oma-Pflanze‘. So wurden sie auch bei uns zu Hause genannt. Heikle Pflanzen, die nur kurz mal blühen. Dann kommt ein Spätfrost, die Blütenblätter werden braun, fallen runter und lassen sich nur schwer wegfegen. Dabei sind Magnolien unglaublich formen- und farbenreich. Und nicht nur das altmodische Bäumchen im Vorgarten, mit dem man sich rumärgert.“

Bild: Stadt Dortmund / Niklas Kähler
Dr. Knopf in einem Magnolienbaum
Dr, Knopf hat in seinem Rombergpark die wohl größte Magnoliensammlung der Welt.
Bild: Stadt Dortmund / Niklas Kähler

Dortmund ist „Magnolien-Hauptstadt“

Und diese prächtige Vielfalt kann man nirgendwo so gut bestaunen wie im Botanischen Garten Rombergpark, der nicht zufällig die Koordinierungsstelle der „Genbank Magnolia“ für alle Botanischen Gärten ist. Dr. Knopf: „Wir haben hier über 1.000 Magnolien-Bäume. Vor allem aber insgesamt 771 Sorten und Arten. Das ist vermutlich die weltgrößte Sammlung.“ Die höchste Magnolie im Park misst über 28 Meter, die erste wurde 1929 gepflanzt. Die Sammlungen sind breit über den Park verteilt.

Hier finden Sie den Magnolien-Zauber

Dr. Knopf erklärt: „Gegenüber der bekannten Moorheide-Anlage haben wir die gelben Magnolien. Am Pappelrondell findet man die immergrünen Magnolien, die wir auch aus den USA kennen. Sie sehen aus wie riesige Gummibäume und blühen erst im Sommer. Im Waldgebiet haben wir die weißen und die Rosa-Pink-Töne in Baum und Strauchform untergebracht, damit landschaftlich eine romantische Wildnis entsteht. Und wir haben rund 50 nicht-winterharte Magnolien-Arten aus Indochina als Kübelpflanzen in den Pflanzenschauhäusern. Aus ihnen kann man das sehr gut riechende Champaca-Öl gewinnen, das nicht nur in Asien sehr gerne zur Hautpflege verwendet wird.“

Schon die Dinos mochten Magnolien

Eine echte Besonderheit der Magnolien: Sie ist in der Naturgeschichte im wahren Wortsinn zeitlos schön. Sie sind lebende Fossilien, die schon vor 100 Millionen Jahren existierten. Damit zählen sie zu den ältesten Blütenpflanzen der Welt.

Dr. Knopf: „Damit kommen wir zu der spannenden Frage: Wer verbreitet eigentlich die Magnolie? Der Magnoliensamen ist rot, fleischig und zapfenartig. Heute breiten Vögel die Pflanze aus, aber als die entstanden ist, gab es noch gar keine Vögel. Also haben das in der Urzeit Dinosaurier übernommen. Vermutlich waren es kleine fruchtfressende Dinosaurier, die Magnoliensamen dann ausgeschieden haben.“

Klein, aber mein

Für den Heimgärtner, der die zeitlose Schönheit der Magnolie auch zu Hause bewundern möchte, hat Dr. Knopf noch einen Tipp parat: „Für den Hausgarten brauchen wir in aller Regel klein bleibende Gehölze. Ich empfehle Gewächse von neuseeländischen und deutschen Züchtern. Sie haben tolle Farben, bleiben klein, blühen später und haben eine längere Blühdauer. Eine meine Lieblingssorten ist die neuseeländische „Black Tulip“, die schwarze Tulpe. Sie blüht wunderschön länger als drei Wochen. Wenn man keinen Garten hat, kann man kleine Magnolie wie die Sternmagnolie und ihre Verwandten auch im Topf auf dem Balkon halten.“

Am 25. April ist der "Tag des Baumes"

Fr 25.04.2025, 17.00 Uhr
Führung und Pflanzung zum Tag des Baumes mit Dr. Patrick Knopf, Direktor Botanischer Garten Rombergpark.
Thema: Die Amerikanische Roteiche (Quercus rubra) - Baum des Jahres 2025

Treffpunkt: Eiskeller

Dr. Knopf und Deutschlands grüne Nummer eins

Dr. Patrick Knopf leitet und hütet Dortmunds grünen Schatz: den Botanischen Garten Rombergpark, der 69,2 Hektar (das sind 97 Fußballfelder!) große Garten mit seinen über 100.000 Pflanzen und einer Vielfalt von 11.000 bis 12.000 Sorten und Arten ist Deutschlands Nummer eins unter den botanischen Anlagen. Jedes Jahr besuchen rund 1,2 Millionen Menschen das Paradies im Dortmunder Süden. Rombergpark-Direktor Dr. Patrick Knopf selbst ist ein grüner Großmeister: Der gebürtige Aplerbecker hat erst Gärtner gelernt, später Botanik an den amerikanischen Elite-Unis Yale, Harvard sowie Berkeley studiert und gelehrt. Jeden Monat blüht uns was: Aus jedem Gewächs sprießt eine Geschichte, jede Staude ist eine Story.

K(no)pfkino aus dem Botanischen Garten

Hier finden Sie alle Folgen unserer Serie.

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